E-Book, Deutsch, Band 2, 176 Seiten, ePub
Reihe: Magic Girls
Arold Magic Girls - Das magische Amulett (Magic Girls 2)
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-7607-6393-4
Verlag: arsEdition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 176 Seiten, ePub
Reihe: Magic Girls
ISBN: 978-3-7607-6393-4
Verlag: arsEdition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im Band 2 der »Magic Girls« muss Elena dem dunklen Geheimnis auf die Spur kommen, das sich hinter dem magischen Amulett verbirgt. Es gehört ihrem Vater, der in einen Leguan verwandelt worden ist. Besitzt das Amulett genügend Kräfte, um den Vater von seiner Tiergestalt zu erlösen? Aber nicht nur die dunklen Seiten der Magie beschäftigen die Magic-Girls Elena und Miranda in ihrem Hexil in der Menschenwelt. Auf einem Schulball setzen sie unvorsichtig ihre Zauberkräfte ein. Jetzt droht ihre Tarnung aufzufliegen. Wird man den Hexen auf die Spur kommen? Jetzt als E-Book für alle Magic Girls Fans!
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Am nächsten Morgen war Elena so müde, dass sie schon beim Frühstück beinahe wieder eingeschlafen wäre. In der Nacht war sie mehrfach von gestört worden – diesmal waren zwei weiß gekleidete Nonnen an ihr Bett getreten, gleich drei Mal hintereinander, jeweils im Abstand von einer halben Stunde. Danach hatte Elena kaum noch schlafen können. Sie hatte ständig über den Liebesbrief nachgegrübelt. Erst gegen Morgen war sie wieder eingeschlummert – und dann hatte der Wecker geklingelt.
»Post für euch, Mädels!«, verkündete Mona fröhlich, die gerade aus dem Keller gekommen war. Sie ließ zwei große Umschläge auf den Frühstückstisch fallen. »Die neuen Lektionen für euer Hexendiplom sind da! Viel Spaß beim Lernen, ihr beiden!«
Elena stöhnte. »Schon wieder neue Lektionen. Wir sind mit den alten noch nicht durch.«
Miranda schob ihre Müslischüssel zur Seite, öffnete den Umschlag und blätterte neugierig die Unterlagen durch. Elenas Aufmerksamkeit aber galt Mona, die mit der Hexenpost drei Pakete bekommen hatte und gerade dabei war, sie aufzuschlitzen.
Der magische Briefkasten befand sich unten im Keller, hinter einer feuerfesten Klappe. Normalerweise kratzte der Kaminkehrer dahinter den Ruß heraus, und kein normaler Mensch wäre auf die Idee gekommen, dass das dunkle Loch ein Portal war, das zwei Welten miteinander verband. Durch dieses Portal konnte man sowohl Post empfangen als auch aufgeben. Wenn man nachsehen wollte, ob man Post bekommen hatte, dann musste man die Klappe öffnen, mit den Fingernägeln den Drudenfuß an der Wand daneben nachfahren und dabei einen Spruch aufsagen:
Sogleich erschien in der Öffnung ein kaltes blaues Feuer, und in der Regel purzelten dann etliche Pakete und Briefe durch den Kamin herab. Gab es keine Post, ertönte ein melodischer Dreiklang, und eine tiefe Männerstimme sagte: »Es tut mir leid, ich habe heute nichts für Sie.«
Wenn Miranda einen Brief oder ein Paket an ihre Eltern in die Hexenwelt schicken wollte, dann legte sie ihre Post in die Öffnung, aktivierte durch Kratzen den Drudenfuß an der Wand und sagte:
Besonders Großmutter Mona nutzte den Welten übergreifenden Versandservice. Schon in der Hexenwelt hatte sie oft und gerne Dinge bestellt, aber hier in der Menschenwelt tat sie es fast täglich – angeblich, um den Anschluss nicht zu verpassen. Elena vermutete insgeheim, dass ihre Oma kaufsüchtig war. In der Menschenwelt konnte sie ihrem Kaufrausch frönen, ohne allzu sehr aufs Geld achten zu müssen. Da das Forschungsprojekt eine sehr wichtige Angelegenheit war, wurde es vom Landeszauberamt großzügig unterstützt, und die Bredovs lebten jetzt viel luxuriöser als noch vor kurzer Zeit, an die sich Elena nur schaudernd zurückerinnerte.
Sogar sonntags trafen Lieferungen ein, beispielsweise Zutaten für Zaubertränke und -salben, die Mona anmischen wollte. Oder es kam das neueste Hexenmagazin, in dem man sich über die aktuellen Modetrends informieren konnte.
An diesem Tag hatte Mona ein Set Spitzenunterwäsche, einen seidenen Morgenmantel und ein Paar violette Netzstrümpfe erhalten. Sie hielt die Wäsche kritisch gegen das Licht.
»Angeblich sollen die Sachen durch einen starken Zauber strahlenbeständig sein«, murmelte sie. »Ihr wisst ja, dieser schreckliche Elektrosmog, mit dem die Menschen alles verseuchen! Dieser Smog ist sehr schädlich für uns Hexen, besonders für den Teint. – Aber ich glaube, ich werde das Zeug hier zurückschicken, es scheint mir von schlechter Qualität zu sein. Jedenfalls entspricht es nicht meinen Erwartungen!«
»Wir müssen langsam los«, sagte Miranda, die einen Blick auf die Küchenuhr geworfen hatte.
»Oh weh, schon so spät? Ach du grüne Hexeneiche!« Erschrocken stopfte Mona die Strümpfe zurück in den Karton. »Macht euch schnell fertig, ich hole schon mal den Wagen.«
Elena schob sich den letzten Löffel Müsli in den Mund, nahm einen Schluck Saft und stürzte dann hinauf in ihr Zimmer. Dort stellte sie fest, dass sie am Abend zuvor wieder einmal vergessen hatte, ihre Schulsachen zu packen. Sie überlegte, welche Bücher und Hefte sie an diesem Tag brauchte. Noch immer kannte sie den Stundenplan nicht auswendig und fuhr mit dem Finger an dem Zettel entlang, den sie sich an den Schrank geklebt hatte.
»Mathematik, Englisch, Deutsch …«, murmelte sie vor sich hin.
»Elena! Miranda!«, rief Mona von unten und klimperte ungeduldig mit den Autoschlüsseln. »Beeilt euch! Jetzt aber Hexendalli!«
»Ich komm schon«, rief Miranda, und Elena hörte, wie ihre Freundin nach unten lief.
»Verdammt!«, stieß Elena aus. »Immer dieses Gehetze! – Heute ist Donnerstag. « Sie schnippte mit den Fingern, worauf sich einige Bücher und Hefte selbstständig den Weg in ihre Schultasche suchten. Sie griff nach der Tasche, klemmte sie unter den Arm und rannte die Treppe hinunter.
Mona schnalzte nur vorwurfsvoll mit der Zunge, dann öffnete sie die Haustür und scheuchte die beiden Mädchen hinaus. Wenig später saßen sie zu dritt in dem schwarzen Combi, den Mona für ihre Fahrten bevorzugte.
»Du bist genau wie deine Mutter, Elena«, sagte Mona zu ihrer Enkelin, während sich der Zündschlüssel wie von allein im Schloss drehte und der Motor ansprang. »Kein Zeitgefühl! , wie es so schön heißt. Hier gibt es zwar keine Werwölfe, aber trotzdem wirst du Probleme bekommen, wenn du dir nicht endlich etwas mehr Pünktlichkeit angewöhnst!«
Vorwürfe konnte Elena jetzt gerade noch brauchen. Sie schnitt ihrer Großmutter verstohlen eine Grimasse. Mona konnte bei ihren Paketen ebenfalls völlig die Zeit vergessen, das hatte sich ja vorhin gezeigt.
»Ich hab gesehen, wie du eben das Gesicht verzogen hast«, sagte Mona spitz. »Es ist dein Schaden, wenn du glaubst, dass du auf meine Ratschläge pfeifen kannst. Deine Mutter hat mir damals auch was gepfiffen – und was ist daraus geworden? Hätte Jolanda auf mich gehört, dann wäre sie mit Theobaldus Magnus verheiratet und wir hätten alle ein gutes Leben und wären nicht im HEXIL bei den Menschen. Und vor allem müssten wir nicht mit einem stinkenden Leguan zusammenwohnen …«
Elena schnappte vor Empörung nach Luft und hatte schon eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, aber Miranda kam ihr zuvor und lenkte von diesem heiklen Thema ab.
»Keine Sorge, wir kommen noch locker rechtzeitig zur Schule«, sagte sie. »Notfalls kann ich die Schulklingel anhalten, dann läutet sie fünf Minuten später. Das ist gar kein Problem.«
»Du sollst nicht in der Öffentlichkeit hexen«, tadelte Mona Miranda sofort. »Das ist gegen die Regeln. Du weißt, was passiert, wenn uns die Menschen auf die Schliche kommen. Schlimm genug, dass eure beiden Freundinnen über uns Bescheid wissen. Das war bodenloser Leichtsinn!«
Elena sah im Rückspiegel, wie Miranda die Augen verdrehte. Manchmal war sie schon genauso von Monas ewiger Besserwisserei genervt wie Elena. Aber ihre Großmutter würde sich wohl nie ändern!
Die Fahrt zur Schule war wie immer ein Abenteuer. Monas Fahrkünste waren grauenhaft, obwohl sie in der letzten Zeit einiges dazugelernt hatte und Elena nicht mehr so oft um ihr Leben fürchten musste wie vorher. Im Übrigen hielt sich Mona selbst kaum an die Regel, in der Öffentlichkeit nicht zu hexen. Sobald ein Polizeiauto sie verfolgte oder ein Polizist sie wegen ihres eigenartigen Fahrstils anhielt, schnippte sie mit den Fingern, und der Polizist vergaß sofort, was er gesehen hatte, wünschte Mona eine gute Fahrt und ließ sie weiterfahren. Die Strafzettel, die ins Haus flatterten, weil Oma Mona sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzung hielt und schon mehrfach rote Ampeln überfahren hatte, belegte sie mit einem und zerriss das Papier in kleine Schnipsel.
»Punkte in Flensburg – was soll denn das sein?«, rief Oma Mona dann aus. »Sammelt man die wie bei uns Zauberrabattmarken? Und soll ich ständig meinen Führerschein abgeben? Wie umständlich! MENSCHEN!!!«
An diesem Morgen erreichten sie ohne größere Zwischenfälle die Schule. Nur eine schwarze Katze brachte sich im letzten Moment in Sicherheit.
»Schwarze Katze von links bringt Glück«, verkündete Mona, als das verängstigte Tier davonsprang.
»Deswegen brauchst du sie doch nicht gleich zu überfahren«, sagte Elena ärgerlich.
»Ach was, reg dich ab, es ist ja nichts passiert«, entgegnete ihre Großmutter und hielt mit einer Vollbremsung vor der Schule, worauf der Fahrer, der hinter ihr fuhr, heftig hupte.
Elena griff nach ihrer Jacke und der Schultasche und stieg aus. Miranda ebenso.
»Macht’s gut, Mädels«, rief Oma Mona, und der Wagen schoss los, noch bevor Elena die Wagentür richtig zugemacht hatte.
»Sie wird es nie lernen«, murmelte Elena, während sie in ihre Jacke schlüpfte. Es war an diesem Morgen ziemlich kühl, obwohl es wieder ein sonniger Tag werden würde. »Mit der Technik steht sie auf Kriegsfuß.«
»Dort vorne kommt übrigens Kevin«, sagte Miranda.
Elena drehte sich um und sah, wie Kevin aus der Gegenrichtung angeradelt kam. Er war in Begleitung einiger Freunde. Jetzt hatte er Elena entdeckt und sein Gesicht leuchtete kurz freudig auf. Dann wandte er sich sofort ab und tat so, als sei nichts geschehen.
Elena...




