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Asato | 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel): Band 5 - Tod, sei nicht stolz | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 392 Seiten

Reihe: 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel)

Asato 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel): Band 5 - Tod, sei nicht stolz


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-98961-894-7
Verlag: JNC Nina
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 392 Seiten

Reihe: 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel)

ISBN: 978-3-98961-894-7
Verlag: JNC Nina
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Komm und finde mich. Die Stimme, die Shin hört, gehört offenbar Zelene, der Entwicklerin der Legion. Lena und die 86. Mobile Strike Unit nehmen die Spur auf: Ihr Ziel ist das Königreich Roa Gracia, wo ein weißes Aufklärungsmodell gesichtet wurde. Doch was erwartet sie dort? ... Eine Verhöhnung des Lebens - oder eine Entweihung des Todes?
Die Kriegsführung im Vereinigten Königreich entzieht sich jeglicher Vorstellungskraft: so gnadenlos, so entmenschlicht, dass selbst die kampferprobten Eighty-Six darüber erschauern. Feinde, die in den gefrorenen Wäldern lauern. Ein Krieg, in dem der Tod längst kein Ende mehr darstellt. Und eine Strategie, die selbst Maschinen über ihre Grenzen hinaus treibt.
Band 5: Der Beginn des 'Vereinigten-Königreich-Arcs'. Der nächste Abschnitt eines erbarmungslosen Krieges beginnt.

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Am Eingang des Thronsaals rang der oberste Kammerdiener derweil schon seit einer Weile die Hände. Er hatte zumindest versucht, dem Prinzen die Tasche abzunehmen – vergeblich. Doch es war weder Nachlässigkeit noch Disziplinlosigkeit. Weder der prunkvolle Königspalast noch die Reihen der versammelten Vasallen bedeuteten dem König oder diesem Prinzen irgendetwas. Rücksichtnahme? Nicht nötig. Sich demonstrativ Autorität verschaffen? Ebenfalls nicht. Das war Arroganz – doch eine Arroganz, die durch echte Stärke gestützt wurde.

Der Kanzler, der in der Nähe des Thrones gewartet hatte, trat nun hervor und verneigte sich tief. Seine Augen waren von blassem Violett, die weißen Haare und der ebenso weiße Bart erinnerten an einen alten Fuchs.

Ein Mann der Tafe, ein Angehöriger der zweiten Volksklasse, der sich allein mit seinem Verstand und seiner Klugheit emporgearbeitet hatte. Seit der Herrschaft des vorigen Königs diente er Reich und Krone – ein altgedienter Minister, der längst an solche Unverfrorenheit gewöhnt war.

„Verzeiht, Majestät. Doch Seine Hoheit Prinz Viktor und seine Küken bilden das Rückgrat der Verteidigung unseres Königreichs. Wenn wir auf ihn verzichten – können wir da die Front überhaupt noch halten?“

„Zügel dich, Kanzler. Wenn die Front allein dadurch ins Wanken gerät, dass ich weg bin, dann liegt das an der Nachlässigkeit der Offiziere und damit letzten Endes auch an euch. Nutzt die Gelegenheit und reißt euch wieder zusammen.“ Ohne den Kanzler eines Blickes zu würdigen, wies der Prinz ihn kalt zurück.

Der greise Kanzler verneigte sich erneut, das Lächeln blieb auf seinem Gesicht. Der Beschluss, Truppen an die Mobile Angriffstruppe abzustellen, und auch, wer genau entsandt werden sollte, war längst in der letzten Audienzrunde gebilligt worden. Was sich hier zwischen König und Prinz abspielte, diente einzig der Information jener Adeligen und Mitglieder der königlichen Familie, die nicht Teil des Rates waren.

Auch die Frage des Kanzlers war nur eine Wiederholung der Bedenken, die unter ihnen zweifellos kursierten.

Aus diesem Grund war diese Form der Diskussion auch stillschweigend geduldet worden. Doch wie überall gab es auch hier jemanden, der solche Feinheiten nicht verstand. Und so trat eine Gestalt mit übertriebener Entschlossenheit aus der Reihe der Prinzen und Prinzessinnen hervor.

„Vater! Der Krieg gegen die Legion ist doch überhaupt erst durch Viktors Fehlverhalten ausgebrochen! Einem solch wahnsinnigen, kettenrasselnden Monstrum jetzt auch noch eine so wichtige Aufgabe zu übertragen ... das ist doch ...!“

„Schweig, Borys. Wer hat dir das Wort erteilt?“ Der Befehl vom Thron traf den dritten Prinzen wie ein Donnerschlag – er zuckte zusammen, als hätte ihn der Blitz getroffen.

Leises Kichern erklang: die Erste Prinzessin und ihre Gefolgschaft aus Hofdamen lachten hinter vorgehaltener Hand.

Der Zweite Prinz verzog nur verbittert das Gesicht und stieß ein verärgertes Zungenschnalzen aus. Der König warf seinem Sohn, der mit hängendem Kopf zurück in die Reihe trottete, nur einen gleichgültigen Blick zu – als betrachte er einen Gegenstand. Dann wandte er sich seinem jüngsten Sohn zu und lächelte spöttisch.

„Wenn man alle bisherigen Verdienste zusammenzählt, könntest du mit Leichtigkeit wieder in die Thronfolge aufgenommen werden – und würdest sogar vor Borys rücken.“

„Nein, danke. Verzichte. Zu anstrengend. Wie immer: Bitte rechnen Sie meine Erfolge Zafar an, Vater.“ Ohne jede Scheu sprach der Prinz diese anmaßenden Worte mitten im Thronsaal aus – und deutete mit einem knappen Blick hinter sich. „Wenn Majestät keine weiteren Anweisungen haben – darf ich mich zurückziehen? Ich war heute zum ersten Mal seit Langem wieder in der Schule, da hat sich einiges an Aufgaben angesammelt.“

Der König lächelte schwach und winkte beiläufig mit einer Hand ab.

„Meinetwegen. ... Aber bis zum Abendessen solltest du zumindest einen Teil davon erledigt haben. Ich möchte noch etwas über die Lage an der Front hören.“

„Jawohl, Vater.“ Da verneigte sich der Prinz mit vollkommener, makelloser Eleganz und drehte sich dann auf dem Absatz um. Hart und klar hallte das Klacken seiner Schritte über den Kristallboden des Thronsaals, in den bunte Schmetterlingsflügel eingelassen waren – überbordender Prunk in Reinform.

Gerade als er aus dem Thronsaal schritt, verborgen im Klang der festen, harten Schritte, war eine Stimme zu hören – gerade laut genug, um gehört zu werden.

„Du nekrophiler König von Puppen und Leichen ...“ Eine Beleidigung, feige gemurmelt hinter dem Rücken der Menge – und doch mit Absicht so formuliert, dass sie zu hören war.

Der Prinz warf dem mutmaßlichen Sprecher noch ein kaltes, spöttisches Lächeln zu – und verließ den Thronsaal.

Als er die Tür öffnete, stieg ihm der leicht chemisch wirkende Duft von synthetischem Schwarztee in die Nase, und sein älterer Bruder lächelte ihm entgegen.

„Willkommen zurück, Vika. ... Auch wenn du, genau genommen, ja schon seit gestern Abend da bist.“

„Zafar. Ja, es war zu spät, mich noch bei dir zu melden.“

Der älteste Prinz hatte persönlich den Tee aufgebrüht und wartete – Zafar Idinarohk, Erster Prinz des Vereinigten Königreichs Roa Gracia. Vika trat mit einem kindlichen Lächeln auf ihn zu.

Die Gemächer des Kronprinzen waren exquisit eingerichtet mit tiefschwarzem, auf Hochglanz poliertem Ebenholz und eingelegtem Marmor mit kunstvollen Intarsien aus Bernstein.

Die Brüder glichen sich, doch die zehn Jahre Altersunterschied verliehen Zafar einen hochgewachsenen Körperbau wie bei einer Marmorskulptur und seine Stimme klang wie ein edles Musikinstrument. Sein taubengraues Haar war lang gewachsen und mit einem schmalen Seidenband sowie einer Smaragdspange zu einem Zopf zusammengebunden; seine Augen waren wie die seines Bruders von kaiserlichem Violett.

Vika ließ sich in den gegenüberliegenden Sessel sinken. Ein Diener, gedrillt wie ein Roboter, brachte Teegebäck und kandierte Rosenblätter, servierte stumm und zog sich dann zurück. Erst als dieser gegangen war, stellte Zafar Vika eine Frage: „Ist es wirklich so schlimm? Die Lage?“ Er sah ihn wortlos an. Vika zuckte mit den Schultern.

„An der Front bekommt man kaum mit, wie es im Rest des Königreichs zugeht. Seit der letzten Großoffensive sind wir ehrlich gesagt schon froh, uns überhaupt halten zu können.“

„Dass du dich derart abmühen musst, zeigt doch bereits, wie es steht. ... Der Generalstab hat seine Einschätzung vorgelegt.“

Mit einem silbernen Löffel führte Zafar ein Stück der kandierten Rosenblüten zum Mund, genoss den süß-blumigen Duft, den feinen Geschmack – und fuhr dann fort.

„Wenn es so weitergeht, halten wir nicht bis zum nächsten Frühjahr.“ Vika zeigte keinerlei Reaktion – weder in seiner Mimik noch in der Farbe seiner Haut.

„Also habt ihr euren Stolz heruntergeschluckt und vor den Bauern, denen ihr einst das Land gestohlen habt, den Kopf gesenkt – der Föderation. Nennt es Technologietransfer und Truppenentsendung, um den letzten Rest eures billigen Stolzes zu wahren.“

Er schnaubte verächtlich durch die Nase.

„... Wie erbärmlich. Auch der Kronrat ist letztlich nur ein Haufen eitler Pfauen.“

„Nimm einem Fürsten seinen Stolz und seine Pose, und es bleibt nichts von ihm übrig, Vika. Ein Glanz, der selbst in Lumpen edel wirkt – ist nichts als eine Illusion.“

Der Kronprinz sprach, wie es nur jemand konnte, der der tausendjährigen Blutlinie entstammte – einer Familie, die über Generationen hinweg durch Ehen mit außergewöhnlichen Schönheiten eine erlesene Erscheinung kultiviert hatte. Mit vollendeter Grazie hob er die Porzellantasse an – jede Geste von vollendeter Eleganz.

Er sah seinen Bruder an – gemeinsam wirkten sie wie ein Gemälde – und sprach weiter: „Wie du neulich gesagt hast – auch die Föderation steht mit dem Rücken zur Wand, wenn auch in anderem Maß. Die Bitte um operative Zusammenarbeit kam von ihrer Seite. Und auch beim Technologietransfer haben sie sofort angebissen.“

Vor dem Ausbruch des Krieges gegen die Legion war die Föderation das Land mit dem größten Staatsgebiet und der höchsten Bevölkerungszahl auf dem Kontinent – und vermutlich war sie das immer noch.

Das Vereinigte Königreich hingegen, ebenfalls einst eine der ehemaligen Großmächte, war ihr sowohl hinsichtlich Fläche als auch Einwohnerzahl deutlich unterlegen.

Dass dieses Königreich trotz alledem – trotz des Verlusts eines Teils des Drachenknochengebirges – seine Fronten überhaupt noch halten konnte, dürfte für die Föderation von großem Interesse sein.

Ob es sich um eine neue Waffe handelt oder eine neue Taktik zu deren Einsatz – in jedem Fall wäre das Wissen darüber nützlich für die Verteidigung des eigenen Landes.

In diesem Wissen lächelte Zafar kühl.

„Ganz recht. Es geht um deine abscheulich reizenden kleinen Sirin.“

„Selbst wenn die Föderation davon erführe, bezweifle ich, dass sie in der Lage wäre, sie einzusetzen. ... Deshalb also.“

Weil es ohnehin eine Technik war, die sie nicht nutzen konnten, war es kein Verlust, wenn man Informationen darüber weitergab. Deshalb hatte das Technikinstitut, das sich sonst so unnötig stolz und verschlossen...



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