Ashenden | Mit dir in der Oase der Sinne | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2517, 144 Seiten

Reihe: Julia

Ashenden Mit dir in der Oase der Sinne


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0708-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2517, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0708-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Scheich Nazir Al Rasul ist ein Herrscher, der sein Reich entschlossen gegen jeden Feind verteidigt. Für romantische Gefühle ist kein Platz in seinem Leben - bis die süße Ivy vor ihm steht! Ein tragisches Schicksal hat die junge Engländerin zu ihm geführt. Vom ersten Augenblick an ist der stolze Wüstenkönig von ihrer sinnlichen Anziehung gefangen. In seiner luxuriösen Oase in der Wüste verbringen sie Nächte der Lust. Doch Nazir weiß, dass er Ivy in Gefahr bringt, wenn sie in seiner Nähe ist. Um sie zu beschützen, muss er sie freigeben ...



Jackie Ashenden schreibt düstere, gefühlsgeladene Stories über Alphamänner, denen die Welt zu Füßen liegt, bevor sie von ihren umwerfenden Gegenspielerinnen in Stücke gerissen wird. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem unvergleichlichen Dr Jax, zwei Kindern und zwei Ratten in Auckland, New Zealand. Wenn sie nicht gerade Alphamänner und ihre kühnen Heldinnen quält, dann trinkt sie Chocolate Martinis, liest alles, was ihr in die Finger kommt, verschwendet die Zeit in der Welt der Social Media oder wird zu einer Mountainbike-Tour mit ihrem Mann gezwungen.

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1. KAPITEL

„Sie ist immer noch da, Herr.“

Scheich Nazir Al Rasul – ein Krieger durch und durch, dem eine der mächtigsten im Verborgenen operierenden Privatarmeen der Welt gehörte – warf seinem Wachmann einen harten Blick zu. Der Soldat war fast noch ein Junge, trug seine schwarz-goldene Uniform jedoch mit Stolz und hatte die Schultern entschlossen gestrafft.

Bewundernswert. Aber Nazir hatte strikte Anweisung gegeben, dass er nicht gestört werden wollte. Er war gerade erst nach einem besonders heiklen Einsatz, bei dem es unter anderem um die Niederschlagung eines Staatstreichs in einem der baltischen Staaten gegangen war, nach Inaris zurückgekehrt. Und nach zwei Tagen ohne Schlaf fand er es schwer erträglich, dass seine Befehle von einem Wachmann missachtet wurden, der noch grün hinter den Ohren war.

Nazir hob ein wenig das Kinn – immer ein Warnzeichen für seine Offiziere.

„Habe ich gesagt, dass ich gestört werden möchte?“ Er erhob seine Stimme nicht. Das war auch nicht nötig.

Der junge Soldat wurde blass. „Nein, Herr.“

„Dann erklären Sie mir Ihre Anwesenheit. Sofort.“

Der Junge trat von einem Fuß auf den anderen.

Nazir starrte ihn an.

Der Soldat zwang sich, stillzustehen. „Sie haben gesagt, man solle Ihnen Bescheid geben, wenn sich etwas ändert.“

Nazir war müde, deshalb brauchte er einen Moment, bis er verstand.

Der Wachmann sprach von einem Gast, der ungebeten draußen vor den Toren seiner Festung aufgetaucht war. Das war im Prinzip nichts Ungewöhnliches – viele Menschen wanderten zu seiner Festung, die mitten in der Wüste lag. Sie trotzten den schrecklichen Gerüchten, die er absichtlich gestreut hatte, um Besucher abzuhalten, die sich entweder seiner Armee anschließen wollten, um seine Unterstützung ansuchten oder von ihm ausgebildet werden wollten. Er war ein Meister in der Kunst des Krieges, besonders in Bezug auf körperliche Auseinandersetzungen, und seine Expertise war sehr gefragt.

Er wies jeden ab, der vor seinen Toren auftauchte, doch davon ließen sich die Menschen nicht abhalten.

Gewöhnlich waren es Männer, die dort standen, doch diesmal handelte es sich um eine Frau. Sie war vor ein paar Stunden in Begleitung eines einheimischen Fremdenführers eingetroffen, der es eigentlich besser wissen sollte.

Nazir ließ niemanden in seine Festung – niemals, auch jetzt nicht –, deshalb hatte er seiner Wache strikte Anweisung gegeben, die Frau zu ignorieren. Normalerweise gingen die Menschen nach ein paar Stunden wieder. Draußen in der brutalen Wüstensonne zu warten war abschreckender als die schärfsten Hunde oder Waffen.

Nazir war irritiert, doch er maß dem keinerlei Bedeutung zu. Ein guter Befehlshaber ließ sich nicht von seinen Emotionen oder körperlichem Unbehagen berühren, und Nazir war ein guter Kommandant. Nein, er war sogar exzellent!

„Was hat sich geändert?“, verlangte er zu wissen.

Der Wachmann zögerte eine Sekunde. „Nun … es scheint, dass sie schwanger ist, Herr.“

„Schwanger?“ Nazir starrte ihn verständnislos an. „Was soll das heißen, sie ist schwanger?“

Der Wachmann öffnete den Mund … und schloss ihn wieder. Dann hob er eine Schulter, schien sich zu sammeln und straffte sich.

„Sie hat um Wasser gebeten und … einen Sonnenschirm. Weil sie schwanger sei.“

Nazir zuckte nicht zusammen, nicht einmal, als er von dem Sonnenschirm hörte.

„Die Frau lügt“, behauptete er. „Sie tun nichts dergleichen.“

„Sie hat … ähm …“ Er deutete mir der Hand eine Rundung über seinem Bauch an. „Wir konnten es auf dem Video sehen.“

Nazir hatte zwei Nächte nicht geschlafen. Er hatte gerade einen Einsatz beaufsichtigt, der einiges an Fingerspitzengefühl verlangt hatte, und ihm lagen bereits von der Regierung zweier Nationen Anfragen für seine Dienste vor, zusätzlich zu einigen Privatanfragen. Was er nun dringend brauchte, war Schlaf, nicht wieder einen Idioten, mit dem er sich herumschlagen musste, weil er Gott weiß was wollte. Besonders nicht eine schwangere Idiotin.

„Sie tun nichts“, wiederholte er. „Wenn wir sie einlassen, wird das nur weitere Dummköpfe ermutigen. Und was ihre Schwangerschaft betrifft … das kann man leicht vortäuschen.“

„Sie hat namentlich nach Ihnen gefragt, Herr.“

Nazir blieb ungerührt. „Das tun sie alle.“

Auch wenn das zugegebenermaßen keine schwangeren Frauen einschloss. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Kind gezeugt hatte, ging gegen null. Schließlich war er beim Sex immer vorsichtig, wobei er seinen Bedürfnissen ohnehin nicht oft nachgab, denn das verweichlichte einen Mann.

Stimmen hallten in dem steinernen Flur wider, dann hörte man schnelle Schritte. Ein weiterer, sehr hektisch wirkender, junger Wachmann erschien. Draußen vor Nazirs Schlafzimmertür blieb er stehen, schlug die Hacken zusammen und stand stramm.

„Herr, die Frau ist in Ohnmacht gefallen“, meldete er atemlos.

Natürlich war sie das. Offenbar war es zu viel verlangt, dass er ein paar Stunden ungestört schlafen konnte. Und offensichtlich war es auch zu viel verlangt, dass diese Männer die Frau ignorierten.

Sicher, sie hatten nicht oft weibliche Gesellschaft. Aber wenn nicht mehr nötig war als eine Frau, die vor den Toren auftauchte, um solch eine Aufregung zu erzeugen, dann brauchten seine Männer entweder eine strengere Ausbildung, oder ein paar würden den Hut nehmen müssen.

Allerdings würde er keinen Schlaf bekommen, bis das Problem mit der Frau gelöst war.

„Bringen Sie sie zum Wachhaus“, befahl Nazir knapp, ohne sich seinen Ärger anmerken zu lassen. „Ich werde mich dort um sie kümmern.“

Beide Wachmänner salutierten und verschwanden durch den Flur.

Nazir fluchte leise, dann griff er nach seinem schwarzen Kaftan, den er über einen Stuhl gelegt hatte, verknotete ihn locker um die Hüften und verließ das Zimmer.

Das war wirklich das Letzte, was er im Moment brauchte!

Immer wieder kamen Menschen zur Festung, aber er ließ sie nie ein und wollte auch jetzt nicht damit anfangen. Besonders nicht bei einer Frau, die zuerst einen Sonnenschirm verlangt hatte und dann in Ohnmacht gefallen war. Wahrscheinlich war sie irgendeine dämliche Touristin, die von den Gerüchten gehört hatte, die er bewusst streute, um die Menschen abzuschrecken, die vor seinen Toren erschienen. Gerüchte über den unbeugsamen Kriegsherrn und seine Armee mutiger Kämpfer, die er sich überall aus den Gefängnissen holte. Ein Kriegsherr, der in der Wüste ein Nomadenleben führte, um nicht entdeckt zu werden. Und wehe denen, die ihm in die Quere kamen, denn seine Männer kannten keine Gnade.

Ein Gerücht, das auch ein Körnchen Wahrheit enthielt. Denn er war ein unbarmherziger Kriegsherr und ließ keine Gnade walten, weil er darin keinen Sinn sah. Die mordenden Schläger und das Nomadenleben waren natürlich erfunden, hielten jedoch die meisten nutzlosen Idioten ab.

Diese Frau war offenbar ein Dummkopf, der sich nicht hatte abhalten lassen.

Eins war jedoch sicher: Sie war bestimmt nicht schwanger. Und falls doch, war sie dümmer, als er bisher angenommen hatte. Welche Frau würde sich schon mitten in die Wüste begeben, um ihn zu suchen, trotz der Gerüchte, und dann ein paar Stunden vor den Toren in der Sonne stehen, und all das nur, weil sie schwanger war?

Nazir verließ die große, steinerne Festung, die er sein Zuhause nannte, marschierte durch den staubigen Innenhof und steuerte auf das kleine Wachhaus zu, das neben den massiven Stahltoren stand.

Es war ein stabiles Steinhaus, ausgestattet mit der gleichen Hightech-Überwachungsanlage, die auch auf dem gesamten Gelände installiert war. Es war auch mit einer Klimaanlage versehen, anders als die Festung, die dank der mittelalterlichen Bauweise mit ihren dicken Mauern die schlimmste Hitze abhielt. Die Hitze hier war brutal, und Nazir zog es vor, dass seine Männer nicht geröstet wurden, besonders dann nicht, wenn sie Wachdienst hatten.

Als er näher kam, salutierten die beiden Wachen, die draußen standen. Automatisch unterzog Nazir sie einer kritischen Prüfung. Die diensthabenden Wachen wurden in der heißesten Zeit des Tages jede Stunde ausgetauscht, und nach der Gesichtsfarbe der beiden zu urteilen, würde dies bald der Fall sein. Außerdem waren die beiden Rekruten junge Männer, die ihm ihr Können beweisen wollten, was oft zu ungewollten Komplikationen führte.

„Sorgen Sie dafür, dass Sie Wasser bekommen, wenn Sie dienstfrei haben“, meinte er knapp. „Soldaten, die nicht auf sich aufpassen können, sind nutzlos für mich.“

„Ja, Herr“, sagten die beiden wie aus einem Mund.

Nazir zog die schwere Eisentür des Wachhauses auf und trat ein.

Ein weiterer Wachmann stand neben der Tür, während ein zweiter vor der Anlage saß, mit der die gesamte Festung überwacht wurde.

Der Kommandant einer der gefragtesten und gefürchtetsten Privatarmeen der Welt zu sein hatte den Nachteil, dass er sich sehr viele Feinde gemacht hatte. Es gab viele Menschen, die ihn und seine Armee zum Teufel wünschten.

Seine Festung war auf keiner Karte verzeichnet, konnte auch nicht durch Drohnen aufgespürt werden, und alle Gespräche wurden verschlüsselt. Für den Rest der Welt existierte sie schlicht nicht. Trotzdem gab es Menschen, die nach der Festung und nach ihm suchten.

Fast immer erfolglos. Das Schöne an der Wüste war, dass...



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