E-Book, Deutsch, Band 2677, 144 Seiten
Reihe: Julia
Ashenden Schicksalhafte Nacht in Rom
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2514-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2677, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2514-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wenn Lark nur wüsste, wer der Vater ihrer kleinen Tochter ist! Doch nach einem Unfall hat die hübsche Engländerin jegliche Erinnerung an jene schicksalhafte Liebesnacht in Rom verloren. Bis sie jetzt beruflich noch einmal dorthin reist, weil sie die Antiquitäten des arroganten Milliardärs Cesare Donati begutachten soll. Vom ersten Moment an gerät sie ungewollt in seinen sinnlichen Bann - schlagartig begreift sie: Cesare war ihr geheimnisvoller Verführer! Was jetzt? Obwohl er der Liebe abgeschworen hat, verlangt er, dass sie ihn heiratet!
Jackie Ashenden schreibt düstere, gefühlsgeladene Stories über Alphamänner, denen die Welt zu Füßen liegt, bevor sie von ihren umwerfenden Gegenspielerinnen in Stücke gerissen wird. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem unvergleichlichen Dr Jax, zwei Kindern und zwei Ratten in Auckland, New Zealand. Wenn sie nicht gerade Alphamänner und ihre kühnen Heldinnen quält, dann trinkt sie Chocolate Martinis, liest alles, was ihr in die Finger kommt, verschwendet die Zeit in der Welt der Social Media oder wird zu einer Mountainbike-Tour mit ihrem Mann gezwungen.
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1. KAPITEL
Zum wiederholten Mal vibrierte ihr Telefon. Doch Lark Edwards sah nicht hin.
Bestimmt war nichts passiert. Maya hatte eine kleine Erkältung, mehr nicht. Nichts Lebensbedrohliches. Ein Kindermädchen, Emily, gut ausgebildet, kümmerte sich um sie. Ein fünfzehn Monate altes Kind mit Schnupfen konnte sie mit Sicherheit versorgen.
Emily sollte Lark umgehend kontaktieren, wenn doch etwas Unerwartetes passierte. So hatten sie das abgemacht.
Lark umklammerte das Telefon.
Sie bemühte sich immer, die Dinge positiv zu sehen und optimistisch zu bleiben. Aber vielleicht war wirklich etwas passiert. Vielleicht vibrierte deshalb ihr Telefon. Vielleicht hatte Mayas Zustand sich plötzlich verschlechtert und Emily versuchte gerade, sie zu informieren.
Lark holte Luft und hoffte, dass ihr rasendes Herz sich beruhigte.
Nein. Alles in Ordnung. Sie war einfach nur verunsichert, weil sie zum ersten Mal länger als einen Tag von Maya getrennt war. Ihr Chef Mr. Ravenswood war krank und hatte Lark gebeten, an seiner Stelle nach Italien zu reisen.
Ein sehr wichtiger Auftrag. Ravenswood Antiquitäten war eines der exklusivsten Antiquariate Londons. Als Mr. Ravenswoods Assistentin reichten Larks Kenntnisse zwar nicht an die ihres Chefs heran, und außerdem war sie erst seit einem Jahr für ihn tätig, aber wenigstens war sie schon einmal in Italien gewesen.
Lark sollte einige Antiquitäten begutachten, die die Familie Donati verkaufen wollte. Sie sollte sich vergewissern, dass die Stücke echt waren. Mr. Ravenwood hatte ihr genau erklärt, wonach sie suchen musste. Außerdem sollte sie möglichst viele Fotos machen.
Natürlich wäre es einfacher, die Donatis würden die Bilder einfach schicken. Aber Mr. Ravenswood bestand darauf, dass jemand die Gegenstände persönlich in Augenschein nahm und mit Signor Donati sprach. Ravenswood Antiquitäten war sehr stolz auf den persönlichen Kundenkontakt.
Umso mehr beunruhigte Mr. Ravenswood, dass er nicht selbst nach Rom fliegen konnte. Allerdings konnte er einen so wichtigen und viel beschäftigten Mann wie Signor Donati schlecht bitten, seine Termine für ein Treffen mit seinem Antiquitätenhändler zu verschieben.
Die Donati-Stücke waren etwas ganz Besonderes und würden dem Geschäft viel Geld einbringen. Auf keinen Fall wollte Mr. Ravenswood den Verkauf gefährden.
Lark fühlte sich Jasper Ravenswood sehr verbunden. Er hatte sie kurz nach Mayas Geburt eingestellt, als sie beinahe verzweifelte, weil niemand ihr als Mutter eines Kleinkindes Arbeit geben wollte. Bei Ravenswood Antiquitäten durfte sie ihre Tochter sogar mit ins Büro bringen.
Deshalb mochte sie ihrem Chef die Bitte nicht abschlagen. Sie musste an seiner Stelle nach Rom fliegen, die Antiquitäten begutachten und mit Signor Donati sprechen.
Jasper war ihr so dankbar, dass er sogar für das sehr teure Kindermädchen für Larks Tochter aufkam.
Lark holte noch einmal tief Luft.
Es war nur eine Nacht und Maya kein Säugling mehr. Außerdem war Emily wirklich sehr nett. Sie musste einfach Vertrauen haben.
Wie um sie auf die Probe zu stellen, vibrierte ihr Telefon schon wieder. Dieses Mal konnte Lark nicht wegsehen. Sie warf einen kurzen Blick auf das Display. Eine SMS von Mr. Ravenswood, der ihr viel Glück wünschte.
Sie lächelte und tippte ein kurzes Dankeschön. Dann legte sie das Handy auf den üppig vergoldeten Tisch und ermahnte sich, zu entspannen.
War sie so nervös, weil sie wieder in Italien war? Oder vielleicht weil sie in dem herrlichen Salon des jahrhundertealten Donati-Palazzos bei Rom auf diesem wunderschönen Samtsofa, zweifellos eine Antiquität im Wert von mehreren Tausend Euro, saß?
Nein, auf keinen Fall lag es daran, dass sie wieder in Italien war! Seit dieser Nacht waren inzwischen zwei Jahre vergangen, und sie dachte nie daran zurück. Jedenfalls nicht, wenn sie es verhindern konnte.
Sie wollte doch immer positiv denken.
Lark lehnte sich an die steife Rückenlehne des Sofas und schaute sich in dem riesigen Salon um. Die mit rostroter Seide bespannten Wände sahen aus wie handbemalt. In vergoldeten Rahmen hingen riesige Gemälde mit Kampfszenen. Auch auf den verzierten Stucksimsen und der aufwendig bemalten Decke prunkte eine Menge Gold.
Die alten Eichendielen bedeckten handgeknüpfte Seidenteppiche. Die Sessel und das Sofa waren mit golddurchwirktem Samt bezogen. Von der Decke hingen Kronleuchter, und über dem riesigen vergoldeten Kamin sah Lark ein imposantes Porträt eines Ehepaares.
Das Paar war modern gekleidet und wirkte in dem pompösen Raum fehl am Platz. Ein gut aussehender Mann mit kalten blauen Augen stand neben einer sitzenden Frau mit wunderschönen rotgoldenen Locken.
Die beide sahen nicht besonders glücklich aus, und irgendwie machte das die Atmosphäre noch drückender. Das lag vielleicht aber auch an den schweren dunkelblauen Seidenvorhängen vor den Fenstern.
In diesen Salon setzte man sich bestimmt nicht mit einem Becher Eiscreme und einem Glas Wein aufs Sofa und schaute einen Film, dachte Lark. Genau das würde sie im Hotel tun, sobald sie ihre Arbeit hier erledigt und mit der Donati-Familie gesprochen hatte.
Morgen flog sie dann zurück nach London zu ihrer Tochter.
Es war nur eine Nacht, keine große Sache.
Sie strich ihren neuen rosa Rock glatt und vergewisserte sich, dass er keinen Fleck hatte. Das Rosenmuster passte perfekt zu der fuchsiafarbenen Bluse. Sie liebte diesen Rock und überhaupt leuchtende Farben.
Zum Glück sah sie keinen Fleck. Als Mutter eines Kleinkindes war ihre Kleidung selten fleckenfrei.
Aber heute durfte sie auf keinen Fall unordentlich wirken, schließlich war sie im Auftrag von Ravenswood Antiquitäten hier. Mr. Ravenswood hatte ihr erklärt, dass die Donatis keine gewöhnliche italienische Familie waren. Sie hatten die Donati-Bank, eine Privatbank, vor rund sechshundert Jahren gegründet. Die Donatis waren eine der ältesten und bedeutendsten Familien Italiens. Dank ihrer Geschichte und ihres Reichtums verkehrten sie sogar in den europäischen Königshäusern.
Die Familiengeschichte der Donatis war allerdings eher finster.
Auf dem Flug nach Rom hatte Lark Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass die Familie Donati in der Renaissance für allerhand Messerstechereien berüchtigt war. Offenbar hatten die Donatis ein Faible für Waffen und ermordeten jeden, der die Familie bedrohte.
Heute brachten sie natürlich niemanden mehr um, aber ihren zweifelhaften Ruf als skrupellose Bankiers genossen sie immer noch in der Geschäftswelt. Das lag vor allem an Cesare Donati, dem letzten Donati-Erben, der das Unternehmen wie ein Rennfahrer auf der Zielgeraden führte. Schnell und hart preschte er dem Gewinn entgegen.
Er war beeindruckend, fast mythisch. Seine Macht erstreckte sich über den gesamten Erdball, denn die Donati-Bank hatte Niederlassungen in allen wichtigen Finanzzentren der Welt. Er beriet Regierungen, verwaltete die Konten vieler internationaler Konzerne sowie die persönlichen Konten der Superreichen. Er hatte den Ruf, genauso ruchlos zu handeln wie die Donatis vor Generationen.
Hoffentlich hatte seine Sekretärin ihm mitgeteilt, dass sie Mr. Ravenswood bei dem Termin vertrat. Aber vielleicht war er auch zu beschäftigt, um sich persönlich mit ihr zu treffen, was ihr nur recht wäre. Sie hatte keine Lust, sich mit einem Mann wie ihm auseinanderzusetzen.
Auch ihr Vater war reich und mächtig gewesen, und sie und ihre Mutter hatten Jahre damit verbracht, vor ihm zu fliehen.
Wiederum konnte sie ganz gut mit Menschen umgehen. Außerdem hoffte sie, dass das Gespräch mit Signor Donati nicht lange dauerte. Mit etwas Glück könnte sie vielleicht früher fliegen und Rom noch heute Abend verlassen. Dann wäre sie morgen früh zu Hause, wenn Maya aufwachte.
Sie atmete auf und fühlte sich sofort viel besser, bis ihr Telefon auf dem Tisch wieder vibrierte. Gerade als sie danach griff, öffneten sich die verzierten Doppeltüren, und ein Mann betrat den Salon.
Lark stockte der Atem.
Der Mann war muskulös und sehr groß – mit ihren bescheidenen eins zweiundsechzig reichte sie ihm gerade bis zur Brust. Seine breiten Schultern und seine imposante Brust saßen in einem perfekt geschnittenen dunklen Anzug.
Er war atemberaubend attraktiv. Sein Gesicht war ein Kunstwerk. Wangenknochen, Nase und Stirn wirkten wie gemeißelt. Sein kurzes Haar schimmerte genauso schwarz wie seine Augenbrauen und Wimpern. Umso erstaunlicher waren seine durchdringenden tiefblauen Augen.
Die gleichen Augen und das gleiche Blau wie auf dem Gemälde über dem Kamin. Doch anders als der Mann auf dem Bild strahlte dieser Mann eine Energie und Kraft aus, als ziehe mit ihm ein Sturm in den Salon.
Eine Sekunde lang saß Lark völlig gebannt da. Ihr Telefon war vergessen. Sie hatte sein Gesicht in zahllosen Zeitschriften und im Internet gesehen. Aber seine sprühende Energie und seine Anziehungskraft waren überwältigend.
Cesare Donati, Leiter der Donati-Bank.
Mit trockenem Mund und klopfendem Herzen richtete sich Lark auf und widerstand kaum dem Drang, ihre verschwitzten Handflächen an ihrem Rock...




