Asher | All die Frauen meines Mannes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 289 Seiten

Asher All die Frauen meines Mannes

Roman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-495-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 289 Seiten

ISBN: 978-3-98690-495-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Leben hält die größten Überraschungen bereit: Der Freundinnenroman »All die Frauen meines Mannes« von Bridget Asher jetzt als eBook bei dotbooks. Liebe hat viele Gesichter ... Lucy hat sich von ihrem Mann getrennt, denn auch wenn Artie ein alter Charmeur ist, das Konzept von Treue hat er nie so richtig verstanden. Doch als sie erfährt, dass er unheilbar krank ist, kann sie nicht anders: Sie eilt an seine Seite, um ihm beizustehen. Zu ihrem Erstaunen und anfänglichen Unmut ist sie nicht die einzige, denn auch zwei seiner zahlreichen Affären wollen den Mann, der ihr Leben für immer verändert hat, nicht allein lassen. Aber dann geschieht, was Lucy nie erwartet hätte: Je besser sie Eleanor und Elspa kennenlernt, desto mehr merkt sie, dass die beiden keineswegs ihre Feindinnen sein müssen - sie könnten sogar ihre Freundinnen werden ... »Ein Roman mit Tiefgang, der zum Nachdenken anregt und mit seinem ganz eigenen Charme bezaubert.« Happy-end-buecher.de Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Schicksalsroman »All die Frauen meines Mannes« von Bridget Asher wird Fans von Susan Elizabeth Phillips und Cecilia Ahern begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Bridget Asher lebt mit ihrem Ehemann und ihren vier Kindern in Florida. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin »Verlieben war nicht abgemacht«, »All die Frauen meines Mannes« und »Die Liebe ist lavendelblau«.
Asher All die Frauen meines Mannes jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1: Versuche nicht, Liebe zu definieren, es sei denn, du bist auf Frust aus


Während ich an den Schaltern vorbei auf den Security-Check-in zusegle, erkläre ich meiner Assistentin Lindsay die Liebe und ihre verschiedenen Formen des Scheiterns. Inmitten eines Pulks von Flugreisenden ? Rentnern in Bermudashorts, Katzen in Transportkörben, gestressten Geschäftsleuten ? singe ich ein Loblied auf die Liebe mit einem großzügigen Schuss Vernunft. Ich habe mich in liebenswerte Treulose verliebt. Ich habe aus den falschen Gründen die falschen Männer angebetet. Ich bin schuldig. Ich habe an einem ungebärdigen Herzen gelitten, aber weit mehr an mangelnder Menschenkenntnis. Mir fehlte es entschieden an Kontrolle. Zum Beispiel: Ich hatte keinen Einfluss darauf, dass ich mich in Artie Shaw verliebte ? einen achtzehn Jahre älteren Mann. Ich habe keinen Einfluss darauf, dass ich ihn noch immer liebe, obwohl ich ? auf einen Schlag ? herausfand, dass er während unserer vierjährigen Ehe drei Affären hatte. Zwei mit Geliebten aus der Zeit vor unserer Hochzeit, mit denen er in Verbindung geblieben war ? sie sozusagen aufgehoben hatte wie Geschenke zum Abschied von seinem Junggesellentum, lebende Erinnerungsstücke. Artie wollte diese Beziehungen nicht als Affären bezeichnen, weil sie sich spontan ergeben hatten, nicht vorsätzlich. Er kam mit Formulierungen wie Liebschaft und Liebelei. Die dritte Affäre nannte er Zwischenfall.

Und ich habe keinen Einfluss darauf, dass ich zornig bin, weil Artie so krank geworden ist ? so totenbettkrank und dass ich ihm seine Melodramatik übel nehme. Ich habe keinen Einfluss auf den inneren Zwang, in diesem Augenblick zu ihm nach Hause zu fliegen, einen Vortrag über komplizierte börsenrechtliche Vorschriften sausen zu lassen, weil meine Mutter mir in einem mitternächtlichen Katastrophenanruf eröffnete, dass sein Gesundheitszustand kritisch wäre. Ich habe keinen Einfluss darauf, dass ich noch immer wütend auf Artie bin, weil er mich betrogen hat, obwohl man in dieser Situation eigentlich von mir erwarten würde, nachsichtiger zu werden, zumindest ein wenig.

Ich erzähle Lindsay, wie ich Artie vor sechs Monaten verließ, nachdem ich von seinen Affären erfahren hatte, und dass es das einzig Richtige war. Ich erzähle ihr, wie alle drei Affären auf einmal herauskamen ? wie in einer dieser entsetzlichen Talkshows.

Lindsay ist ein zierliches Persönchen. Ihre Jackenärmel sind immer etwas zu lang, als trüge sie die Sachen ihrer älteren Schwester auf und wäre noch nicht ganz hineingewachsen. Sie hat seidige, blonde Haare, die schwingen wie in einem Shampoo-Werbespot, und sie trägt eine kleine Brille, die ständig auf ihrer Nase, die so perfekt und schmal ist, dass ich nicht weiß, wie sie damit atmen kann, abwärtsrutscht. Es ist, als wäre ihre Nase als schmückendes Accessoire entworfen worden, ohne Rücksicht auf Funktionalität. Natürlich kennt Lindsay die ganze Geschichte, und sie nickt immer wieder zustimmend, und ich rede weiter.

Ich erkläre ihr, dass es keine schlechte Idee war, eine Geschäftsreise an die andere zu hängen, ein paar Monate mit diversen Klienten auf Tauchstation zu gehen ? in kurzfristig gemieteten Wohnungen oder Hotelzimmern unterzukriechen. Es war dazu gedacht, mir Zeit zu verschaffen, mein gebrochenes Herz zu flicken. Ich hatte vorgehabt, damit fertig zu sein, wenn ich Artie wiedersähe, aber ich bin es nicht.

»Liebe lässt sich nicht anordnen oder sogar demokratisch regieren«, eröffne ich Lindsay. Mein Demokratie-Konzept besteht darin, die Meinung der beiden Menschen zu erfragen, die ich zu Vertrauten erkoren habe: meine zu Nervosität neigende Büroassistentin Lindsay, die im Moment mit mir durch den JFK-Flughafen-Terminal hetzt, und meine überbesorgte Mutter, die mich auf Kurzwahl eingespeichert hat.

»Liebe schachert nicht«, sage ich. »Sie wird nie mit einem handeln wie dieser Türke mit den gefälschten Gucci-Taschen.« Meine Mutter besteht darauf, dass ich ihr jedes Mal, wenn ich geschäftlich in New York bin, eine gefälschte Gucci-Tasche besorge, und mein kleiner Trolley platzt schier vor lauter gefälschtem Gucci.

»Liebe ist nicht logisch«, behaupte ich. »Sie ist immun gegen Logik.« In meinem Fall: Mein Mann ist ein Ehebrecher und ein Lügner, weshalb ich ihn entweder verlassen oder ihm verzeihen sollte, wobei ich gehört habe, dass manche Frauen sich in dieser Situation tatsächlich für Letzteres entscheiden.

Lindsay flötet: »Natürlich, Lucy. Ohne Zweifel!«

Ihr munterer Ton stört mich. Sie ist oft übertrieben eifrig darin, mir recht zu geben, und manchmal bringt mich ihre hoch bezahlte Zustimmung ins Grübeln. Ich setze meinen Vortrag fort. »Aber ich muss zu meinen Fehlern stehen, einschließlich derer, die ich von meiner Mutter mitbekam.« Meine Mutter ? die Königin im Danebenschießen, was Männer angeht. Ich beschwöre ein Bild von ihr in einem Nicki-Jogginganzug herauf, wie sie mich mit einer Mischung aus Hoffnung, Stolz und Mitleid anlächelt. »Ich muss zu meinen Fehlern stehen, denn sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Und ich bin ein Mensch, den ich zu mögen gelernt habe ? außer, wenn ich im Sushi-Restaurant komplizierte Sonderwünsche äußere, wobei ich ausgesprochen zickig rüberkomme.«

»Das kann man wohl sagen«, pflichtet Lindsay mir ein bisschen zu eifrig bei.

Ich bleibe abrupt stehen, meine Laptoptasche über der Schulter schwingt nach vorn, und die Rollen meines Trolleys kommen zum Stillstand (ich habe nur das Nötigste eingepackt ? Lindsay wird meine restlichen Sachen später auf den Weg bringen), und ich verkünde: »Ich bin noch nicht so weit, ihn wiederzusehen.«

»Artie braucht dich«, hatte meine Mutter mir in ihrem nächtlichen Brandanruf erklärt. »Immerhin bist du noch mit ihm verheiratet, und es gehört sich nicht, einen sterbenden Ehemann im Stich zu lassen, Lucy.«

Es war das erste Mal, dass jemand gesagt hatte, dass Artie sterben würde ? zumindest so unverblümt. Bis zu diesem Augenblick war sein Zustand ernst gewesen, ja, das schon, aber er ist doch noch jung ? erst fünfzig. Seine männlichen Vorfahren sind zwar alle jung gestorben, aber das muss schließlich nichts heißen ? nicht angesichts der heutigen Möglichkeiten der Medizin. »Er dramatisiert nur«, versuchte ich zu dem alten Drehbuch zurückzukehren, in dem meine Mutter und ich uns über Arties jämmerliche Versuche, mich zurückzugewinnen, lustig machen.

»Aber was ist, wenn er nicht nur dramatisiert?«, fragte sie. »Du musst herkommen. Es ist schlechtes Karma, dass du nicht hier bist. Du wirst in deinem nächsten Leben als Käfer wiederkommen.«

»Seit wann hast du’s denn mit dem Karma?«, wunderte ich mich.

»Ich bin jetzt mit einem Buddhisten zusammen«, antwortete meine Mutter. »Habe ich dir das nicht erzählt?«

Lindsay hat mich beim Ellbogen gepackt. »Sind Sie okay?«

»Meine Mutter ist mit einem Buddhisten zusammen«, sage ich zu ihr, als erkläre das, wie schrecklich schief alles läuft. In meinen Augen stehen Tränen. Ich sehe die Schilder über uns nur noch verschwommen. »Hier.« Ich gebe ihr meine Handtasche. »Ich finde meinen Ausweis bestimmt nicht.«

Sie führt mich zu einer Reihe von Telefonen neben einem Aufzug und fängt an, in meiner Tasche zu kramen. Ich kann es nicht. Ich kann es nicht, weil ich weiß, was ich da drin habe ? all die kleinen Karten in den kleinen Kuverts, die in kleinen, grünen Plastikgabeln steckten, die in den täglichen Blumensträußen steckten, die Artie von zu Hause aus orderte. Er hat mich immer gefunden, egal, in welchem Hotelzimmer oder Apartment in welcher Stadt auf dem amerikanischen Festland ich gerade wohnte. (Woher wusste er, wo ich war? Wer gab ihm meine Reiseroute ? meine Mutter? Ich hatte sie immer im Verdacht, sagte ihr jedoch nie, sie sollte es lassen. Insgeheim war es mir recht, dass Artie wusste, wo ich war. Insgeheim freute ich mich über die Blumen, obwohl ein Teil von mir sie hasste ? und ihn.)

»Ich bin froh, dass Sie die alle aufgehoben haben«, sagt Lindsay. Sie war in meinen Hotelzimmern. Sie hat die Blumen gesehen, die sich dort ansammelten und vor sich hin welkten. Sie reicht mir meinen Ausweis.

»Ich wünschte, ich hätte sie nicht behalten. Ich bin ziemlich sicher, dass das ein Zeichen von Schwäche ist.«

Sie zieht ein Kuvert heraus. »Ich habe mich immer gefragt, was er wohl auf all den Karten zu sagen hat.«

Ich will mich nicht mit einer Herde von Fremden vor dem Security-Check-in anstellen. Die Schlange ist lang, aber ich habe noch genug Zeit ? zu viel. Ich weiß, dass ich mich auf der anderen Seite unwohl fühlen werde, eingesperrt wie eine dieser Katzen in den Transportboxen. Ich will nicht allein sein. »Fesen Sie.«

Sie zieht die Brauen hoch. »Sind Sie sicher?«

Ich denke noch einmal darüber nach. Eigentlich will ich Arties Liebesgrüße nicht hören. Ein Teil von mir möchte ihr die Tasche aus den Händen reißen, ihr sagen: Sorry, hab’s mir anders überlegt, und mich doch wie die Übrigen anstellen. Aber ein anderer Teil von mir möchte, dass sie die Karten liest, um herauszufinden, ob sie so manipulativ sind, wie ich glaube. Ich denke, ich brauche das jetzt. Eine kleine, schwesterliche Bestätigung. »Ja«, sage ich.

Sie zieht die Karte heraus. »Nummer siebenundvierzig: ›Ich liebe dich, weil du findest, dass in jedem Speisezimmer eine Chaiselongue stehen sollte für Leute, die nach dem Essen im Liegen verdauen, aber trotzdem noch an der Unterhaltung teilnehmen wollen.‹« Lindsay wirft mir einen fragenden Blick zu.

»Ich lege mich nach dem Essen gerne hin ? wie die Ägypter. Eine...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.