Ashley | Der dunkle Herzog | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 356 Seiten

Reihe: LYX.digital

Ashley Der dunkle Herzog


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8025-9310-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 356 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9310-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lady Eleanor Ramsay ist die Einzige, die die Wahrheit über den berüchtigten Hart MacKenzie kennt. Einst waren die beiden verlobt, doch Eleanor löste die Verbindung. Nun taucht sie überraschend wieder auf, im Gepäck skandalöse Fotos von Hart aus seiner Jugendzeit, die ihn gehörig in Schwierigkeiten bringen könnten.



Jennifer Ashley lebt im Südwesten der USA. Als Autorin von Romantic und Urban Fantasy sowie historischer Liebesromane hat sie eine große Fangemeinde gewonnen. Sie wurde mit mehreren Genrepreisen ausgezeichnet, und ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.

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Es hieß, dass er jede Spielart der Lust kannte, die eine Frau sich wünschte, und dass er genau wusste, wie er sie ihr schenken konnte. Hart fragte nicht, was eine Lady wollte, denn vielleicht wusste sie selbst es nicht einmal, aber sie wusste es ganz gewiss, wenn er die Sache erst zu Ende gebracht hatte. Und sie würde es wieder wollen.

Er hatte Macht und Geld, besaß Intelligenz und Gewandtheit und nutzte geschickt seine Fähigkeit, mit seinem Partner – oder seiner Partnerin – zu spielen. Es gelang ihm stets, dass sie alles taten, was er wollte, und sie glauben zu machen, es sei ihre eigene Entscheidung gewesen.

Eleanor Ramsay wusste aus eigener Erfahrung, wie sehr das zutraf.

An einem unerwartet milden Februarmorgen stand sie auf der St. James Street eingekeilt inmitten einer Schar von Journalisten, die darauf warteten, dass der berühmte Hart MacKenzie, Duke of Kilmorgan, seinen Club verließ. In ihrem schlichten, seit Langem aus der Mode gekommenen Kleid und mit ihrem alten Hut sah Lady Eleanor Ramsay wie jede andere gewöhnliche Zeitungsschreiberin aus, die ebenso hungrig nach einer Story war wie die übrigen Wartenden. Doch während diese sich danach drängten, eine exklusive Story über den bekannten schottischen Herzog zu bekommen, war Eleanor hier, um sein Leben zu verändern.

Die Journalisten reckten die Hälse, als sie den hochgewachsenen Duke den Club verlassen sahen. Eine schwarze Jacke betonte seine breiten Schultern, und er trug wie stets einen Kilt in den Farben der MacKenzies, um jedermann daran zu erinnern, dass er zuallererst Schotte war und es immer bleiben würde.

»Euer Gnaden!«, riefen die Reporter. »Euer Gnaden!«

Das Meer männlicher Rücken wogte an Eleanor vorbei und versperrte ihr den Weg. Sie bahnte ihn sich, indem sie ohne Rücksicht auf Verluste ihren geschlossenen Regenschirm einsetzte, damit die Meute ihr Platz machte. »Oh, ich bitte um Entschuldigung«, sagte sie, als sie mit ihrer Tournüre einen Mann zur Seite schob, der versucht hatte, ihr seinen Ellbogen in die Rippen zu rammen.

Hart schaute weder nach links noch nach rechts, während er seinen Hut tiefer in die Stirn zog und die drei Schritte von der Tür des Clubs zu seinem wartenden Landauer zurücklegte. Er war ein Meister darin, nicht zur Kenntnis zu nehmen, was er nicht zur Kenntnis nehmen wollte.

»Euer Gnaden!«, rief Eleanor. Wie einen Trichter legte sie die Hände um den Mund. »Hart!«

Er stutzte und wandte sich um. Ihre Blicke begegneten sich, und das Starren aus seinen goldfarbenen Augen durchbohrte sie selbst über die gut zwanzig Schritte Entfernung hinweg, die zwischen ihnen lagen.

Eleanor spürte ihre Knie weich werden. Ihre letzte Begegnung mit Hart lag fast ein Jahr zurück. Er war ihr in ihr Zugabteil gefolgt, hatte seine Hand auf ihren Arm gelegt und sie quasi genötigt, ein Geldgeschenk von ihm anzunehmen. Er hatte Mitleid mit ihr gehabt, was ihr sehr zu schaffen gemacht hatte. Überdies hatte er ihr seine Visitenkarte in den Kragen ihres Kleides gesteckt. Sie erinnerte sich daran, wie heiß seine Finger sich auf ihrer Haut angefühlt hatten, und an das Kratzen der Karte mit seinem Namen darauf auf ihrer Haut.

Hart sagte etwas zu einem seiner wie Preisboxer aussehenden Leibwächter, die neben der Kutsche warteten. Der Mann nickte, wandte sich um und bahnte sich rücksichtslos einen Weg durch die Menge der hektischen Reporter. Vor Eleanor blieb er stehen.

»Hier entlang, Eure Ladyschaft.«

Eleanor packte ihren Schirm fester, während sie dem Mann folgte, und war sich durchaus der wütenden Blicke bewusst, die man ihr zuwarf. Harts Miene verriet keine Regung, während er ihr entgegensah. Einst war es ein berauschendes Gefühl gewesen, der Mittelpunkt dieser ausschließlichen Aufmerksamkeit zu sein.

Als sie den Landauer erreicht hatte, legte Hart die Hand an ihren Ellbogen und half ihr beim Einsteigen.

Eleanor stockte der Atem, als er sie berührte. Sie setzte sich und versuchte, ihr heftig pochendes Herz zu beruhigen, während Hart in die Kutsche stieg und ihr gegenüber Platz nahm, Gott sei Dank nicht neben ihr. Sie wäre niemals fähig gewesen, ihren Vorschlag zu unterbreiten, würde er nah bei ihr sitzen. Die Hitze seines Körpers hätte sie zu sehr abgelenkt.

Der Bedienstete schlug die Tür zu, und Eleanor hielt sich daran fest, als der Landauer mit einem Ruck anfuhr. Die Herren der Presse riefen ihnen laut hinterher und fluchten, weil ihnen ihre Beute entkommen war, während der Landauer in Richtung Mayfair die St. James Street hinauffuhr.

Eleanor schaute über die Schulter zurück. »Du meine Güte, heute hast du aber die Fleet Street unglücklich gemacht«, sagte sie.

»Zur Hölle mit der Fleet Street«, knurrte er.

Eleanor wandte sich um und bemerkte, dass Hart sie unverwandt ansah. »Was denn – mit der ganzen?«

So nah bei ihm konnte sie die goldenen Sprenkel in seinen haselnussbraunen Augen erkennen, die ihm dieses adlerhafte Aussehen gaben. Sein dunkles Haar schimmerte rötlich, ein Erbe seiner schottischen Ahnen. Er trug es kürzer geschnitten als bei ihrer letzten Begegnung, was seine Gesichtszüge noch schärfer und abweisender als sonst wirken ließ. Eleanor war die Einzige unter den Zeitungsleuten gewesen, die je gesehen hatte, dass dieses Gesicht während des Schlafens weicher wurde.

Hart legte einen Arm auf die Rückenlehne des Sitzes neben ihm und streckte die muskulösen Beine aus. Sein Kilt schob sich leicht hoch, was Eleanor einen Blick auf seine Oberschenkel erhaschen ließ, die vom Reiten und Fischen und vom Herumspazieren auf seinem schottischen Landsitz, und was er dort sonst noch tat, gebräunt waren.

Eleanor öffnete ihren Schirm und gab vor, entspannt und glücklich zu sein – in derselben Kutsche wie der Mann, mit dem sie einst verlobt gewesen war. »Ich entschuldige mich dafür, dich auf der Straße angesprochen zu haben«, sagte sie. »Ich war bei dir zu Hause, aber du hast einen neuen Majordomus. Er kannte mich nicht, und auch meine Karte, die ich ihm gegeben habe, konnte ihn nicht beeindrucken. Offensichtlich machen es sich die Damen zur Gewohnheit zu versuchen, sich unter einem Vorwand Zutritt zu deinem Haus zu verschaffen, und er hielt mich für eine von ihnen. Ich kann es ihm wirklich nicht übel nehmen. Ich hätte die Karte ja gestohlen haben können, und du warst bei den Damen schon immer sehr beliebt.«

Harts Blick wurde nicht weicher unter der Flut ihrer Worte, wie es damals oft der Fall gewesen war. »Ich werde mit ihm reden.«

»Nein, nein, kanzle den armen Mann nicht zu sehr ab. Er konnte es nicht wissen. Vermutlich gibst du ihm nur sehr wenige Information, wie es eben deiner Art entspricht. Übrigens eine Angewohnheit, die einen verrückt machen kann. Nun, ich bin den weiten Weg von Aberdeen hierhergekommen, um mit dir zu reden. Es ist wirklich recht wichtig. Ich habe bei Isabella vorbeigeschaut, aber sie war nicht zu Hause, und diese Angelegenheit kann nicht warten. Mir ist es gelungen, deinem Diener die Auskunft zu entlocken, dass du in deinem Club bist – der liebe Franklin, wie erwachsen er doch geworden ist! Aber er hatte zu große Angst vor dem Majordomus, um mich ins Haus zu lassen, damit ich dort auf dich warten kann. Deshalb habe ich beschlossen, dir aufzulauern und dich abzufangen, sobald du auftauchst. Es war ein großer Spaß, vorzugeben, eine Journalistin zu sein. Und hier bin ich nun.«

Sie hob die Hände in jener hilflos anmutenden Geste, an die Hart sich gut erinnerte, aber wehe dem Mann, der diese Frau für hilflos hielt.

Lady Eleanor Ramsay.

Ihr Kleid aus dunkelblauer Baumwolle war seit Jahren aus der Mode, eine Stange ihres Schirms war zerbrochen, und der Hut mit den verblassten Blumen und dem kurzen Schleier thronte leicht schief auf ihrem Kopf. Der Schleier verbarg nichts von ihren Augen, die so blau wie Rittersporn waren, oder den reizenden Sommersprossen, die sich zusammendrängten, wenn sie die Nase rümpfte und fortwährend ihr kleines Lächeln lächelte. Sie war groß für eine Frau und zudem mit üppigen Kurven ausgestattet. Mit zwanzig war sie atemberaubend schön gewesen. Er hatte sie zum ersten Mal gesehen, als sie den Ballsaal betreten hatte und herumgeschlendert war, ihre Stimme und ihr Lachen hatten wie Musik geklungen. Sie war auch jetzt schön. Sogar noch schöner. Harts hungriger Blick ergötzte sich an ihr, er sog ihren Anblick ein wie ein Mann, der lange Zeit ohne Nahrung gewesen war.

Er zwang seine Stimme dazu, ruhig, fast gleichmütig zu klingen. »Was ist so wichtig, dass du mit mir darüber reden musst?« Bei Eleanor konnte alles bedeutungsvoll sein, von einem verlorenen Knopf bis hin zu einer Bedrohung des britischen Empire.

Sie beugte sich leicht vor, der oberste Haken ihres Kragens löste sich aus dem ausgefransten Stoffrand. »Nun, hier kann ich es dir nicht sagen, in einer offenen Kutsche, die durch Mayfair fährt. Warte, bis wir im Haus sind.«

Der Gedanke an Eleanor, die ihm in sein Haus folgte und die gleiche Luft wie er atmete, ließ ihm die Brust eng werden. Er wollte es, er sehnte sich danach. »Eleanor …«

»Herrgott, du kannst doch wohl ein paar Minuten für mich erübrigen, oder nicht? Betrachte es als meine Belohnung dafür, dass ich diese fanatischen Journalisten von dir abgelenkt habe. Was ich entdeckt habe, könnte sich katastrophal auswirken. Ich habe entschieden, dass es das Beste ist, wenn ich herkomme und es dir persönlich sage, statt es dir zu schreiben.«

Es musste um etwas Ernstes gehen,...


Ashley, Jennifer
Jennifer Ashley lebt im Südwesten der USA. Als Autorin von Romantic und Urban Fantasy sowie historischer Liebesromane hat sie eine große Fangemeinde gewonnen. Sie wurde mit mehreren Genrepreisen ausgezeichnet, und ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.

Jennifer Ashley lebt im Südwesten der USA. Als Autorin von Romantic und Urban Fantasy sowie historischer Liebesromane hat sie eine große Fangemeinde gewonnen. Sie wurde mit mehreren Genrepreisen ausgezeichnet, und ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.



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