E-Book, Deutsch, Band 0378, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Ashton / Graham / Kendrick Julia Extra Band 378
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0393-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0378, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0393-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
IM STURM DER LEIDENSCHAFT von GRAHAM, LYNNE
Unglaublich: Auf der Website einer Begleitagentur entdeckt Sebastiano seine Praktikantin! Im Büro ist Emmie spröde und unscheinbar, doch auf dem Foto eine Schönheit. Und eine Escort-Dame? In Griechenland will er ihr Geheimnis lüften - und entfesselt einen Sturm der Leidenschaft ...
WÜSTENPRINZ UND HERZENSBRECHER von KENDRICK, SHARON
Das soll das unscheinbare, schüchterne Mädchen von damals sein? Scheich Zahid traut seinen Augen kaum, als er seine Jugendfreundin Francesca nach Jahren wiedersieht. Ihre Anmut raubt ihm den Atem! Er will sie - auch wenn er weiß, dass ihre Liebe keine Zukunft hat ...
DAS GLÜCK TRÄGT WIEDER DEINEN NAMEN von ASHTON, LEAH
Damals war er zu jung, um ihre Gefühle zu verstehen. Nur deshalb hat er Ella zurückgestoßen! Heute steht Jake vor der schwersten Aufgabe seines Lebens: Der Millionär muss Ella davon überzeugen, dass er sie liebt. Wird sie ihm ihr Herz noch einmal schenken?
SAG DOCH BITTE ENDLICH JA von MILBURNE, MELANIE
Erst als Bella vor ihm steht und um seine Zustimmung für ihre Hochzeit bittet, wird Edoardo sich seiner wahren Gefühle bewusst: Er liebt die junge Frau, für die er die Vormundschaft übernommen hat! Jetzt will sie einen anderen heiraten - das muss er um jeden Preis verhindern!
Anders als viele unserer Autorinnen hat Leah Ashton nicht immer vorgehabt, selbst zu schreiben. Sie hat zwar schon als Kind alles gelesen, das ihr in die Finger kam - von Büchern bis hin zur Rückseite der Cornflakes-Verpackung beim Frühstück -, doch ans Schreiben dachte sie erst nicht. Eines Tages entdeckte sie dann die zum Seufzen schöne Welt der Liebesromane ... Und an einem anderen Tag, Jahre später, fragte sie sich, ob sie selbst nicht auch so eine Geschichte schreiben könnte. Glücklicherweise hat sie den Mut gehabt, selbst den Stift zur Hand zu nehmen! Heute lebt sie mit ihrem liebevollen Ehemann und zwei tollen Töchtern in Perth, im Westen Australiens, und schreibt wunderschöne Happy Ends für ihre starken, eigenständigen Heldinnen. Sie liebt ausschweifende Gespräche und zu lachen bis die Tränen kommen, und sie frühstückt wahnsinnig gerne - ganz unabhängig von der Tageszeit. Was sie dagegen überhaupt nicht mag, sind Gurken. Und Horrorfilme, sie bleibt lieber bei ihren romantischen Geschichten.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Sebastiano Christou – im Freundeskreis kurz Bastian genannt – betrachtete missmutig den grandiosen Smaragdring in seiner Hand. Sein regelmäßiges Gesicht mit den goldbraun schimmernden Augen nahm plötzlich einen hochmütigen Ausdruck an. Immerhin war dies der Verlobungsring der Christous, der bis vor Kurzem noch die Hand seiner Braut Lilah Sianna geziert hatte.
Paradoxerweise hatte Lilah kein Wort des Vorwurfs über den Ehevertrag verloren, der ihrem Anwalt zugegangen war. Unterzeichnet hatte sie das Dokument aber auch nicht. Stattdessen hatte sie sich rar gemacht und war ihm ausgewichen. Schließlich hatte Lilah ihre brennende Verachtung nicht mehr unterdrücken können. Sie hatte die Verlobung öffentlich für gelöst erklärt und zeigte sich seitdem auf jeder Party – stets an der Seite eines reichen Schönlings.
Bastian war sich durchaus bewusst, dass Lilah ihm den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen hatte. Offensichtlich wollte sie ihn eifersüchtig machen. Doch er empfand keine Eifersucht und schon gar nicht so überwältigendes Begehren, dass er bereit gewesen wäre, den Ehevertrag zu zerreißen, um Lilah umzustimmen. Pech gehabt, Lilah, dachte er.
Wie wichtig so ein Ehevertrag war, hatte er schon als kleiner Junge gelernt.
Sein Vater hatte viermal geheiratet. Seine drei Scheidungen waren teuer gewesen und hatten das Familienvermögen der Christous erheblich dezimiert. Bastians Großvater hatte seinem Enkel schon von klein auf gepredigt, dass eine erfolgreiche Ehe sich eher auf gemeinsame Ziele und Grundsätze als auf Liebe gründete.
Verliebt war Bastian noch nie gewesen, aber er hatte schon viele Frauen begehrt.
Lilah, eine zierliche bildhübsche Brünette, hatte seinen Jagdinstinkt geweckt. Bastian musste sie unbedingt haben, aber mit Liebe hatte das nichts zu tun. Vor dem Heiratsantrag hatte er sorgfältig abgewogen, welchen Wert Lilah für ihn darstellte, als handelte es sich um eine Investition. Ihr gesellschaftlicher Hintergrund war auch seiner, sie war pragmatisch, sehr gebildet und bewegte sich sicher auf gesellschaftlichem Parkett. Das war die positive Seite. Gegen Lilah sprach ihre Habgier. Die hatte er eindeutig unterschätzt.
Bastian steckte den Ring wieder ins Schmuckkästchen und platzierte es im Safe, ärgerlich, dass er so viele Monate mit Lilah verschwendet hatte, die sich nun als für ihn ungeeignete Ehefrau entpuppt hatte. Mit seinen dreißig Jahren war er nur zu bereit, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Auf unverbindliche Affären hatte er keine Lust mehr. Allerdings hatte er es sich leichter vorgestellt, eine passende Frau zu finden. Zudem überlegte er, wie sich auf der Hochzeit seiner Schwester Nessa in zwei Wochen unschöne Szenen mit Lilah vermeiden ließen. Lilah gehörte nämlich zu den Brautjungfern und würde ausgesprochen wütend reagieren, wenn Bastian keinen Versuch unternahm, sie zurückzugewinnen. Wahrscheinlich würde sie warten, bis alle Aufmerksamkeit auf sie gerichtet war und ihm dann eine fürchterliche Szene machen. Das wollte er seiner kleinen Schwester natürlich gerade an ihrem Hochzeitstag unbedingt ersparen. Eigentlich gab es nur eine Möglichkeit: Lilahs Stolz würde es nicht zulassen, Bastian zu konfrontieren, wenn er mit einer anderen Frau am Arm zur Feier erschien.
Aber wo sollte er auf die Schnelle eine Frau finden, die bei der Familienfeier ein ganzes Wochenende lang überzeugend seine Freundin spielen würde, ohne zu versuchen, ihn tatsächlich an sich zu binden?
„Bastian?“ Er wandte sich sofort um, als einer seiner Direktoren mit einem Laptop unterm Arm näher kam. „Ich muss dir etwas Amüsantes zeigen. Bist du dazu aufgelegt?“
War er nicht, aber er wollte seinen guten Freund Guy Babington nicht enttäuschen und lächelte daher zustimmend. „Aber sicher!“, behauptete er.
Also klappte Guy den Laptop auf dem Schreibtisch auf und drehte ihn so, dass Bastian den Bildschirm sehen konnte. „Sieh mal! Erkennst du sie?“
Bastian betrachtete das Foto einer bildhübschen Blondine mit hellblauen Augen, die ein Cocktailkleid trug und in die Kamera lachte. „Nein. Sollte ich sie kennen?“
„Schau genauer hin! Sie arbeitet für dich.“ Gespannt wartete Guy auf die Reaktion seines Freundes und Vorgesetzten.
„Das kann nicht sein. Sie wäre mir sofort aufgefallen“, widersprach Bastian, der ein Auge für schöne Frauen hatte. „Wie kommt das Bild überhaupt ins Internet? Bist du bei Facebook?“
Lachend schüttelte Guy den Kopf. „Das ist eine Website, auf der für Exclusive Companions geworben wird. Mit anderen Worten: eine Escortagentur. Sehr exklusiv. Du weißt schon.“ Anzüglich verdrehte er die Augen.
Abfällig verzog Bastian die sinnlichen Lippen. „Hast du das nötig?“
„Bei der Blondine hier könnte ich schon schwach werden“, antwortete Guy ausweichend.
„Sagtest du, sie arbeitet für mich?“ Fragend zog Bastian eine schwarze Augenbraue hoch.
„Ja, und zwar als Praktikantin auf dieser Etage. Sie hat einen Dreimonatsvertrag und erledigt Recherchen für deine persönliche Assistentin.“
Erstaunt warf Bastian nun einen weiteren Blick auf den Monitor und sah ungläubig auf. „Ist das etwa Emmie?“ Eine entfernte Ähnlichkeit mit der jungen Frau, die hier arbeitete, bestand tatsächlich. Nur dass diese ihr Haar stets zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden hatte, eine Brille trug und sich ausgesprochen unscheinbar kleidete. Doch der Leberfleck auf der Wange verriet sie.
„Das ist ja ein Ding! Sie verdient sich wirklich als Escortgirl Geld dazu?“
„Zumindest hat es den Anschein. Ich würde zu gern wissen, warum sie sich hier als hässliches Entlein verkleidet“, sagte Guy nachdenklich.
„Hier steht, dass sie Emerald heißt.“
Sebastiano klappte seinen eigenen Laptop auf und ging auf die Personalliste seiner Firma. Tatsächlich! Emmie war nicht die Abkürzung für Emily, wie man gemeinhin hätte vermuten können, sondern für Emerald. Es handelte sich also eindeutig um ein und dieselbe Person.
„Sie macht wirklich etwas her.“ Guy grinste lüstern.
Als hässliches Entlein hätte Bastian seine blonde Mitarbeiterin nun auch nicht gerade bezeichnet. Bisher war sie ihm eher dadurch aufgefallen, dass er sich ständig über sie ärgerte.
„Zucker ist schlecht für die Zähne“, hatte sie beispielsweise mahnend gesagt, als sie ihm seinen Kaffee serviert hatte, schwarz und süß, wie er ihn mochte.
„Benehmen ist Glückssache.“ Vorwurfsvoll hatte sie ihn angefunkelt, als er ihr an der Tür nicht den Vortritt gelassen hatte, was fast zu einer Kollision geführt hätte.
Trotz der blickdichten schwarzen Strumpfhosen, die sie ständig trug, waren ihm ihre schier endlos langen Beine aufgefallen. Wohl jeder Mann stellte sich vor, wie die sich um seine Taille schlangen … Ein Escortgirl. Man konnte ihre Gesellschaft also käuflich erwerben. Wenn sie sich so aufmachte wie auf dem Foto, würde sie alle Blicke auf sich ziehen. Allerdings war ihr Nebenjob nicht mit dem Vertrag vereinbar, den sie als Praktikantin unterschrieben hatte. Eine Klausel lautete nämlich, dass sie die Firma unter keinen Umständen in Verruf bringen durfte. Genau dies tat sie aber in ihrer Rolle als käufliche Begleiterin reicher Männer. Er hatte solche Dienste noch nie in Anspruch genommen und würde es normalerweise auch nie tun, aber in diesem speziellen Fall war er geneigt, eine Ausnahme zu machen.
Diese Frau musste ihn zur Hochzeit seiner Schwester begleiten. Dann brauchte er keine Bekannte um diesen Gefallen zu bitten und Interesse an ihr vortäuschen, das nicht bestand. Missverständnisse konnten also gar nicht erst aufkommen. Er bezahlte Exclusive Companions für eine Leistung, die Emerald genau nach seinen Anweisungen erbringen würde. Die Idee gefiel ihm immer besser! Er würde seine Begleiterin kontrollieren können wie einen Roboter …
Emmie unterdrückte ein Gähnen, während sie versuchte, sich auf die vielen Details zu konzentrieren, die Bastian Christous persönliche Assistentin als Hintergrundmaterial über eine Firma benötigte. Unbewusst rieb sie sich das schmerzende rechte Bein. Offensichtlich hatte sie es zu stark belastet.
Im Alter von zwölf Jahren war das Bein bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt worden, dass Emmie zunächst auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen war und später auf Krücken. Erst durch eine komplizierte Operation war sie wieder völlig hergestellt worden. Dafür nahm sie gelegentliche Schmerzen gern in Kauf. Leider verhinderte Müdigkeit ihre Konzentrationsfähigkeit, sosehr Emmie sich auch bemühte, alle Details aufzunehmen. Inzwischen fragte sie sich, wieso sie eigentlich gedacht hatte, ein unbezahltes Praktikum wäre die Lösung, wieder eine Festanstellung zu bekommen.
Nach Monaten als Aushilfe in der Bücherei hätte Emmie nach jedem Strohhalm gegriffen, der sie aus der Sackgasse befreite. Inzwischen war ihr leider bewusst geworden, dass sie vom Regen in der Traufe gelandet war. Im Gegensatz zu ihren Freunden, die auch ohne Bezahlung als Praktikanten arbeiteten, weil das auf dem Lebenslauf besser aussah als Zeiten der Arbeitslosigkeit, erhielt Emmie keine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern.
Trotz ihres hervorragenden Studienabschlusses in Wirtschaftswissenschaften hatte sie keinen entsprechenden Job gefunden. In Zeiten der allgemeinen Wirtschaftskrise stellten Firmen – wenn überhaupt – nur Bewerber mit Berufserfahrung ein. Nach zahllosen vergeblichen Bewerbungen hatte Emmie eingesehen, dass sie ohne entsprechende Erfahrung...




