E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: Servus Krimi
Asmussen / Schmidt / Möhker Tour de Mord
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7104-5060-0
Verlag: Servus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
25 kriminelle Kurzgeschichten im Alpenraum
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: Servus Krimi
ISBN: 978-3-7104-5060-0
Verlag: Servus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Carola Christiansen, geboren in Hamburg, ist Schriftstellerin und Präsidentin der »Mörderischen Schwestern«, einem Netzwerk von über 600 Autorinnen, Leserinnen und Bücherfachfrauen, das seit 25 Jahren Kriminalliteratur von Autorinnen fördert. Sie lebt und schreibt in Hamburg Altona. Davor war sie viele Jahre im Special Assistance Team einer Fluggesellschaft tätig und betreute traumatisierte Fluggäste sowie deren Angehörige. Sie hat in Hongkong, Dänemark und Luxemburg gelebt. In Luxemburg war sie ehrenamtlich für Greenpeace tätig. Mareike Fröhlich, geboren in Stuttgart, ist Autorin, freie Lektorin und Dozentin an der Akademie der Deutschen Medien. Sie ist die Schatzmeisterin der »Mörderischen Schwestern«. Im Sommer 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg.
Autoren/Hrsg.
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Heidi Möhker
ÜBER ALLEN GIPFELN IST RUH
Garmisch-Partenkirchen, Oberbayern
Das Wasser der Partnach donnert die Klamm hinab. Gischt stiebt auf und nebelt alles ein. Alles. Den in den Fels gehauenen Weg, die schmale Eisenbrücke, Maximiliane, die erstarrt unterhalb des Weges an den Fels geduckt hockt, und Ottokar.
Still ist es mit einem Mal. Nicht mucksmäuschenstill. Nicht geräuschlos still. Aber menschenstill. Nur die Partnach tost weiter unter Maximiliane über die Felsen. Unbeeindruckt von den Schemen, die den Weg heraufkommen.
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Die Berge, Gletscher und Schluchten stört all das nicht. Im Gegenteil, gerade durch die verordneten Beschränkungen und Mindestabstandsregeln lassen sie die Menschen – und besonders Maximiliane – noch kleiner und unscheinbarer erscheinen. Stellen ihre schroffen Felsen, donnernden Wasser und glitzernden Eiskristalle noch stärker heraus. Sieh her, du Mensch, uns macht es nichts, so ein winziges Virus. Wie erbärmlich bist du, dass du es fürchtest. Maximiliane fürchtet das Virus nicht. Sie fürchtet die Stille, die es mit sich gebracht hat. Die Stille und die Menschen, die sie mit Lärm füllen, um sie nicht spüren zu müssen.
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Die Gischt bildet bereits Tropfen auf ihrem Gesicht. Die Septembersonne, die dort oben irgendwo am Himmel steht, findet keinen Zugang in die engen Felswände der Klamm. Die Feuchtigkeit keinen Weg nach draußen. Wie weißes Rauschen steht das Tosen der Wassermassen zwischen den Felsufern und macht Maximiliane ganz ruhig. So ruhig, wie sie es so lange ersehnt hat.
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Der Fels sticht grob in Maximilianes Rücken. Die Berge hassen zurück. Das weiß sie inzwischen mit Gewissheit. Trotzdem presst sie sich an das Gestein, krallt ihre Finger hinein und sucht Halt für ihre Füße. Man darf den Weg nicht verlassen. Sie weiß das.
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Maximiliane atmet im Tosen der Klamm die Stille dahinter wie die Wassertröpfchen. Und in dieser Stille hört sie endlich ihre eigenen Gedanken wieder. Unter Ottokars Worthülsen waren sie verschüttet.
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