Auciel | Celeste | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 304 Seiten

Reihe: Celeste

Auciel Celeste

oder Rückkehr nach Dresden II
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-7117-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

oder Rückkehr nach Dresden II

E-Book, Deutsch, Band 2, 304 Seiten

Reihe: Celeste

ISBN: 978-3-7568-7117-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auch während ihres Aufenthaltes in ihrer alten Heimat England ist Celeste vor Überraschungen nicht gefeit. Ein ominöser Bewerber lässt nicht locker und unerwarteter Besuch taucht auf. Schließlich kehrt sie nach Dresden zurück, die Stadt, die sie trotz des einstigen goldenen Käfigs, in dem sie gefangen war, in ihr Herz geschlossen hat. An ihrer Seite steht ihr geliebter Gemahl. Kurz nach ihrer Ankunft wird dieser jedoch des Mordes verdächtigt und in Haft genommen.

1965 in Järfälla/Schweden geboren, Lehre als Steinmetz/Bildhauerin absolviert. Studium der Medizin genossen. 1993 geheiratet, ein Sohn und eine Tochter großgezogen. 2008 Umzug von Norddeutschland nach Baden-Württemberg ins Allgäu. Seit Kindheit Produzentin kleiner Erzählungen zum eigenen Vergnügen, seit früher Jugend großes Interesse an Geschichte und Seefahrt, deshalb an entsprechender Literatur erbaut. Vor acht Jahren mit dem Schreiben ernsthaft begonnen.

Auciel Celeste jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


ZWEITES KAPITEL
Greifswald, 19. Februar 1824 Meine holdseligste Braut im Geiste, kürzlich hörte ich ein Lied aus dem Munde eines fahrenden Sängers. Ich meinte, er lese meine Gedanken und fasse sie in eine Melodie. Ich gab ihm so viel Geld, dass er es mir so vorsinge, dass ich es notieren konnte. Hier kann ich Ihnen nur die Strophen niederschreiben, aber eines Tages, Tiefgeliebteste, werde ich es Ihnen als Schlummerlied ins Ohr säuseln! Aber dann wird es nicht mehr nötig sein, dann ist meine Sehnsucht erfüllt, gleich wie viel Jahrzehnte ich auf diesen Augenblick warten muss. Warum bin ich nicht der Rasen, der empfängt in schöner Nacht
seine Schäferin zum Schlafe, den die Liebe gut bewacht?
Warum bin ich nicht die Brise, streichelnd über ihren Bauch,
unter ihrem Fuß die Wiese und in ihrem Mund der Hauch?
Warum bin ich nicht die Welle, die im Schoße sie empfängt?
Warum bin ich nicht die helle Kette, die sie um sich hängt?
Warum bin ich nicht der Spiegel, der ihr schönes Antlitz zeigt,
ihren Augen dieses Siegel, ihre Pracht entgegenneigt?
Warum bin ich nicht die Meise, die sie froh und heiter macht?
Immer wieder singt sie leise. „Küsse, küsse Tag und Nacht“.
Warum bin ich nicht das Hündchen, das auf ihren Knien liegt?
Dieses kleine feuchte Mündchen, das sich nahe an sie schmiegt.
Warum bin ich nicht die Laute, über die ihr Finger schwillt?
Zärtlich klingt mir die vertraute Stimme, die das Herz erfüllt; nur das
Zupfen dieser Schönen nähme mich sogleich hinfort, alle meine
Saiten tönten mit den ihren im Akkord. Warum bin ich nicht die Spindel? Ich könnte ja immer bei ihr
steh‘n und in einem süßen Schwindel würde ihre Hand mich dreh‘n.
Warum bin ich nicht der Rocken, den sie feuchtet mit dem Mund?
Ich wär‘ ja nie so vertrocknet, wäre glücklich und gesund.
Warum kann ich nicht im Fluge eines Traums ihr Herz ersteh‘n?
Warum kann ich nicht vom Truge in die Wahrheit übergeh‘n?
Aber Ehrgeiz hat auf Erden meine Brust so stolz geschwellt.
Alles möchte ich gerne werden, alles was ihr wohlgefällt. Es hat eine zärtlich sehnsüchtige Melodie, ach, meine Geliebte, warum nur bin ich Ihnen so fern! – Verzeihen Sie mir, doch musste ich Ihnen nochmals meine Liebe bekunden; nun wird meine Feder nur noch frohsinnig schreiben! Franz möchte mich Ende März in Greifswald besuchen, obwohl Brookmanns im Mai ihr erstes Kindlein erwarten … meine Feder schweigt darüber, Geliebte … ich freue mich für Franz und Marianne! Man trug mir ein Angebot für einen Lehrstuhl in Leipzig an. Es ist ein bedeutend honoriertes Amt, aber ich werde es ablehnen müssen. Niemals könnte ich in dieser großen Stadt ohne meine beschauliche See leben. Eine große Stadt ist nur mit Ihnen erträglich, meine duftende Wiese im Sonnenschein. Ich genieße die Freiheit, mich gegen den Mammon zu entscheiden; ohne Gemahlin und Kinder kann ich von der Hand in den Mund leben. Lieber lebe ich ärmlich und dafür glücklich. Meine Erquicklichste, mir fehlt ein Brief von Ihnen! Wann erhalte ich ihn? Was geschieht in dem Hause Avestone? Wie sind Lenchens Fortschritte im Deutschen, was macht Ihre Lautenschülerin und haben Sie Ihre Mädchen bereits von den siegreichen englischen Schlachten gegen Napoleon berichtet oder haben Sie, forsche Frau, ihnen verschworen von den Untaten Elisabeth I. geflüstert, so wie Sie mich über die Wahrheit unterrichteten? Schreiben Sie mir alles ausführlich! Wie wundervoll ist es, all die Szenen vor meinem inneren Auge erstehen zu lassen und wenn sie mir deutlich sind, auf das Papier zu bringen. Letzthin schrieb Cäcilia mir einen versöhnlichen Brief. Leider kann man bei ihr nie Gewissheit haben, denn sie ist sehr wetterwendisch. Kennen Sie dieses deutsche Wort? Es bedeutet, dass diese Person je nach voreingenommenem Empfinden einer Sache geneigt oder nicht geneigt ist, entweder aus Angst oder um bestimmte Ziele zu erreichen. Ich habe ihr freundlich geantwortet, ohne zu viel preiszugeben. Sie weiß nicht, dass ich mit Ihnen brieflich in Verbindung stehe; Brookmanns hüten sich, irgendetwas auszuplaudern. Meine reich geschmückte Blumenwiese, in himmlischen Gedanken an Ihre liebreichen Worte und Ihren bezaubernden Anblick werde ich diesen Brief beschließen. Ihr ewig liebender und treuer Heinrich Chelsea, 5. März 1824 Mein geliebter Heinrich, wäre ich nicht außerordentlich dumm, sollte ich Ihnen ernsthaft verbieten, mir so herrliche Briefe zu schreiben? Welche Frau erhält so viele Liebesbeteuerungen? Halten Sie nicht ein damit und wenn mir mein Herz zerbricht! Nein, es würde zerbrechen, würden Sie mir nicht mehr schreiben … Ach, Heinrich, selbstverständlich sind Sie frei, in nichts sind Sie mir verpflichtet, ich bin eine verheiratete Frau … Genug der Beteuerungen. – Sie möchten von Lenchens Deutschkenntnissen wissen: Meine geliebte Mama wirft uns bereits strafende Blicke zu, denn sie liebt es nicht, wenn wir in ihrer Gegenwart in fremder Sprache sprechen. Natürlich hat sie recht, aber da bin ich ein wenig wie mein verstorbener Papa, er neckte sie gern, dann findet sie nämlich keine Worte, weil sie so artig ist. Manchmal muss ich sie herausfordern, das hält sie jung … Das ist nicht wahr, die Liebe meines Stiefvaters hält sie jung und der neckt sie niemals. Wie wünsche ich mir, Sie würden meine Lieben kennenlernen, Sie würden sie lieben und sie würden Sie sogleich in ihr Herz schließen. Selbstverständlich erzähle ich meinen unbescholtenen Schülerinnen nichts von Elisabeths bösen Taten, darüber darf man nur erwachsenen Personen berichten, sofern sie offen dafür sind. Wissen Sie noch, als wir im vergangenen Jahr in den ersten Tagen des Mais in den Elbauen saßen? – Es scheint mir eine Ewigkeit her. – Ich vertraue Ihnen, mein Geliebter! Damals war die Angst vor der Härte, die Angst vor dem Tode, mit dem Herr Hofstetter mir drohte, größer als mein Vertrauen. Es benötigte einige Zeit und Geduld, bis mein Vater mich behutsam an die Wahrheit führen konnte, indem er mir versicherte, dass es nie die Absicht dieses Herrn war, mich zu vernichten. Doch gibt es Vorgehensweisen, die einen Menschen zwingen, dass zu glauben, was man ihm vorgaukelt. Er tat es mit Gewalt, deren steter Androhung und der unentwegten Einflüsterung, dass ich allein fantasiere. Das hat mein Selbst untergraben – Ihre Liebe und Ihr Glaube an mich, war das Gegengift! Gott wird es Ihnen in Ewigkeit aufwiegen! Heinrich, Sie meine Stärke, Sie meine Liebe, durch Sie schenkt mir der liebe Gott Geduld und Zuversicht, in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Jeden Tag bete ich um die Gnade, Sie wiedersehen zu dürfen … Gott wird das Beste für uns bereithalten, liebster Heinrich, und wenn es etwas vollkommen anderes ist, als wir erwartet haben. Wollen wir dankbar alles entgegennehmen, was Er uns gibt. Er ist die Liebe; wenn wir danach streben, ihm zu gefallen, kann es nur wunderbar sein. In tiefer unauslöschlicher Dankbarkeit und Liebe, Ihre geduldige Blumenwiese Celeste P. S. Ich werde meine Mutter bitten, eine angemessene Melodie für die lieblichen Strophen zu komponieren. Gewiss wird es schwierig sein, denn ich muss es ihr übersetzten und dann stimmt der Rhythmus nicht mehr mit dem Deutschen überein – oje, ich werde mir etwas einfallen lassen! Tausend himmlische Küsse an Sie! Wenige Tage später hielt Anna einen weiteren Brief für ihre große Tochter in der Hand. „Es ist ein Brief aus London“, stellte sie mit bedenklicher Miene fest. „Schreibt dir Herr Donovan?“ Spöttisch hob Celeste die Schultern. „Das ist durchaus möglich. Er schrieb mir bereits letzte Woche. Ich habe ihm deutlich die Unstatthaftigkeit seines Ansinnens aufgezeigt.“ „Was für ein Ansinnen?“, fragte Anna argwöhnisch. „Er möchte einen Briefwechsel.“ Betroffen schüttelte ihre Mutter den Kopf. „Celeste! Warum lässt du dich auf so eine Dummheit ein? Warum hast du ihm geantwortet? Auf ein solches Ansinnen antwortet man nicht und dann ist Ruhe.“ Celeste nahm ihre Mutter in den Arm und sah sie neckisch an. „Mamachen. Manchmal brauchen solche respektlosen Burschen trotz fortgeschrittenen Alters noch eine Erziehung. Und die werde ich ihm verpassen. – Denk nur, würde ich nicht antworten, würde er sich an die Nächste heranpirschen.“ Das Gesicht ihrer Mutter zeigte keinerlei Verständnis für diese Maßnahme. „Lass mich nur machen, Mamachen! Hab keine Angst, ich empfinde nichts für diesen Herrn, allein sein unstatthafter Wunsch bewegt mich, und das möchte ich ihm gehörig austreiben.“ Sie lachte keck. Anna seufzte. „Liebe...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.