E-Book, Deutsch, 480 Seiten
Aufleger / Knespel / Neumann Lichtlose Tiefen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7526-9977-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Fantastic Aid Projekt 2
E-Book, Deutsch, 480 Seiten
ISBN: 978-3-7526-9977-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dies ist der zweite Teil der Kurzgeschichtensammlung des Fantastic Aid Projekts. Dieses wurde ins Leben gerufen, um Hobby- und Nachwuchsautoren eine Bühne und eine Möglichkeit zur Veröffentlichung zu bieten, und gleichzeitig einen Beitrag im Kampf gegen den Krebs zu leisten. 16 spannende Geschichten tummeln sich in dieser Sammlung, deren gesamter Erlös der Deutschen Kinderkrebshilfe zugute kommt. Vom kurzen Drama bis hin zur Horrornovelle wird dem Leser hier alles geboten, was das literarische Herz begehrt. Mit Geschichten von: Michael Aufleger, Heiko Birner, Alexander Blumtritt, Martin Braune, Robert Grains, Eileen Grunert, Stephan M Gert, Johannes Harstick, Mora K Joslyn, Philipp Knespel, Hagen Neumann, Philipp Riedel, Anke Säurig, Christopher Schmidt, Christopher Schuch, Ingo Spang
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Ingo Spang
Polyp
gewidmet Freya, Leif, Franziska und Matthias
Seitdem ich mich erinnern kann, habe ich denselben immer wiederkehrenden Alptraum, der mich bis aufs Tiefste verstört und allmählich in den Wahnsinn treibt. Jede Nacht erwache ich schweißgebadet und völlig benommen. Unfähig mich zu regen, unfähig mich zu bewegen. Ich kann dieses wirre Durcheinander aus Bildern und Farben nicht deuten, denn es ist vielmehr ein vor-existentes Gefühl meiner Selbst. Eine widerwärtige Ausgeburt aus dicken, wulstig pulsierenden Gedärmen und irr ineinander geschlungenen Hirnwindungen, die mich gefangen halten.
Jede Nacht umschlingen sie meine Kehle, klebrig aufgeblähten Tentakeln gleich, die sich langsam um meinen Hals winden, in mich eindringen und mir unerbittlich die Seele aus dem Leib pressen.
Doch heute weiß ich welches krebserregende, Abgas-geschwängerte Geschwür für all meine Qualen verantwortlich ist, nämlich jener düstere Ort, dessen Namen ich nur unter äußerster Abscheu und größtem Widerwillen auszusprechen vermag.
Erneut kehren meine Gedanken an diesen Ort zurück und es führt mich unausweichlich zu jenen Tagen, an die ich mich mit Grauen erinnere, und an keinen Tag zuvor…
Wir schauten uns an und mussten lauthals lachen.
Ich stand auf, lehnte mich über die Reling der alten Barke, die wir zu Ehren des Flusses, auf dem wir langsam entlang schipperten, die „" getauft hatten und genoss die letzten wärmenden, goldglänzenden Strahlen der untergehenden Septembersonne, die sich wie Millionen kleiner Diamanten auf der Wasseroberfläche spiegelten.
Die Vegetation stand in satter, voller Blüte und ein unglaubliches Farbspiel bot sich meinen Augen. Die Luft war rein und es roch nach Wildblumen und Gräsern, nach Einsamkeit und grenzenloser Freiheit.
Der Fluss plätscherte lethargisch erhaben vor sich hin und ich lauschte dem beruhigenden Klang der Natur, dem Quaken der Ochsenfrösche, dem Zirpen der Zikaden und den bereits vereinzelt einsetzenden Rufen nachtaktiver Tiere.
Langsam schloss ich meine Augen und wünschte mir nichts sehnlicher, als diesen Augenblick für immer festhalten zu können. Ich spürte den Sog des Miskatonic unter meinen Füßen und dass uns etwas Großes bevorstehe.
Wir waren vor knapp einem Monat aus dem kleinen Ort Fallin‘ Graves im Bundesstaat New York aufgebrochen und hatten uns zum Ziel gesetzt, dem Flusslauf des Miskatonic bis zu seiner Mündung in den Atlantik, östlich von Arkham zu folgen. Neben meiner Wenigkeit, Moose Mc Devlin, waren noch Peter Dermont, Steven Rhys und Jason Voorhees mit an Bord.
Mein Freund Peter stand in dem engen Steuerraum der alten Barke, navigierte uns den Miskatonic entlang und wirkte sichtlich gekränkt. Wir gaben nicht viel auf...




