E-Book, Deutsch, 240 Seiten
Bacevich Grenzen der Macht
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-455-50133-9
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Ende des amerikanischen Traums?
E-Book, Deutsch, 240 Seiten
ISBN: 978-3-455-50133-9
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Warum Amerika sich an den Rand des Abgrunds manövriert hat - und was das für Europa und die Welt bedeutet.
Barack Obama ist mit einer ernsten Krise der USA konfrontiert, die tief in der amerikanischen Geschichte und Mentalität wurzelt. Der Ausweg: Die Nation muss einen neuen Realitätssinn entwickeln - aber gerade das fällt ihr am schwersten.
Die USA sind wirtschaftlich, militärisch und administrativ am Ende. Jahr für Jahr verschulden sie sich in einem permanenten Kriegszustand, der Billionen schluckt, und die politischen Kräfte im Land blockieren sich gegenseitig. Der Autor analysiert in seinem profunden Buch die Ursachen dieses gigantischen Desasters. Sie reichen weit zurück in die Zeit des Vietnamkriegs, eine Ära, in der sich Amerika von der führenden "Nation der Produzenten" zu einer "Nation der Konsumenten" entwickelte. Seither, so Bacevich, ist es die Hauptaufgabe der Regierenden, die wachsende Gier zu befriedigen und den Bürgern zu versichern, dass am "American way of life" nicht gerüttelt werde. Genau das aber ist notwendig. Ein provokantes Buch, das in den USA viel Empörung hervorrief und dennoch zum Bestseller wurde.
"Weitsichtig und erfrischend unbeeinflusst von den konventionellen Weisheiten." The Economist
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3. Die militärische Krise (S. 149-150)
Der Krieg ist die große Prüfung für die Institutionen", hat der Historiker Corelli Barnett einmal geschrieben.1 Seit dem 11. September wurden die Vereinigten Staaten einer solchen Prüfung unterzogen und für zu leicht befunden. Dieses negative Urteil lässt sich uneingeschränkt auf die Streitkräfte Amerikas übertragen.Tapferkeit ist ebenso wenig ein Maßstab für die Größe einer Armee wie Stärke, Standhaftigkeit oder technische Perfektion.
Groß ist eine Armee, die den ihr erteilten Auftrag erfüllt. Seit George W. Bush seinen Globalen Krieg gegen den Terror verkündete, sind die Streitkräfte der Vereinigten Staaten diesem Maßstab nicht gerecht geworden.Nach dem 11. September 2001 entwarf Bush eine kühne Angriffsstrategie und gelobte, "die Schlacht zum Feind zu tragen, seine Pläne zu durchkreuzen und den schlimmsten Bedrohungen entgegenzutreten, ehe sie sichtbar werden".2 Das wichtigste Instrument für diese Offensive war das Militär, und bald sahen sich amerikanische Truppen an mehreren Fronten engagiert.Zwei dieser Fronten - Afghanistan und der Irak - verlangten höchste Aufmerksamkeit.
In beiden Fällen lautete der Auftrag, durch K.-o.-Schlag einen raschen, klaren, billigen und politisch sinnvollen Sieg zu erreichen. In beiden Fällen kam das amerikanische Militär schlecht weg, obwohl es ein beeindruckendes Bild von Tapferkeit, Stärke, Standhaftigkeit und technischer Perfektion bot. Das Problem war nicht mangelnder Einsatz der Soldaten, sondern das Ergebnis ihrer Mühen.In Afghanistan gelang es den amerikanischen Truppen nicht, die Führung von al-Qaida auszuschalten. Sie konnten zwar das Talibanregime stürzen, das den größten Teil des Landes beherrscht hatte, doch vermochten sie nicht die Talibanbewegung zu zerschlagen, die sich rasch die verlorenen Positionen zurückeroberte. Was als kurzer Feldzug geplant war, wurde zu einem langwierigen Krieg. Ein Ende ist auch nach acht Jahren nicht in Sicht. Im Gegenteil:
Amerikas Gegner erstarken. Der Ausgang ist völlig offen.Im Irak beobachten wir einen ähnlichen Verlauf: Die Illusion eines mühelosen Erfolgs wurde durch die nachfolgenden Entwicklungen widerlegt. Der Angriff begann am 19. März 2003. Sechs Wochen später erklärte Präsident Bush vor einem vom Weißen Haus gelieferten Transparent mit der Aufschrift "Mission Accomplished", dass "die Kampfhandlungen im Irak im Wesentlichen beendet sind". Diese Behauptung erwies sich als illusionär.Kurz nach dem Fall Bagdads erklärten die einflussreichen Neokonservativen David Frum und Richard Perle die "Operation Iraqi Freedom" zu einem "anschaulichen und überzeugenden Beweis der Fähigkeit Amerikas, einen raschen und totalen Sieg zu erringen".
General Tommy Franks, der die Invasionstruppe befehligte, bemerkte in aller Bescheidenheit, die Ergebnisse seiner Bemühungen seien "von einem Spitzenniveau, das in den Annalen des Krieges nicht seinesgleichen hat".4 Solche Urteile - und es gab sie zuhauf - kann man heute nur noch als lächerlich bezeichnen. Damals glaubte man, der Krieg sei am 9. April 2003 auf dem Firdos-Platz in Bagdad zu Ende gegangen, dabei fing er erst richti"




