Backes | Die sonderbare Reise des Mister A | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 238 Seiten

Backes Die sonderbare Reise des Mister A

Fantastische Abenteuerreise mit Märchencharakter für Erwachsene
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-6614-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Fantastische Abenteuerreise mit Märchencharakter für Erwachsene

E-Book, Deutsch, 238 Seiten

ISBN: 978-3-6951-6614-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ohne jede Erinnerung daran, wie er dorthin gelangt ist, erwacht ein Mann in der mächtigen Krone eines Baumes - mitten im Nirgendwo. Auf der Suche nach seinem verlorenen Leben betritt er eine fremdartige Welt tief unter der Erdoberfläche - ein verborgenes Reich voller tierischer und fantastischer Wesen, die ihn scheinbar besser kennen als er sich selbst. Manche von ihnen erinnern ihn seltsam vertraut an Menschen, die er einst kannte. Fast wirkt alles wie ein nie enden wollender Traum, und so beginnt die sonderbare Reise des Mister A. Eine Geschichte über tiefe Freundschaft, das Überwinden innerer und äußerer Hürden - und vor allem über den Mut, dem eigenen Herzen zu folgen. Thema des Buchs: - Eine Reise zu dir selbst - Im Zentrum der Geschichte steht die leise, aber kraftvolle innere Stimme, die in jedem von uns wohnt - eine Stimme, die weiß, wer wir sind, was wir wirklich brauchen und wohin wir eigentlich wollen. Im Roman nimmt sie Gestalt an durch den kleinen Luke, das Symbol unseres inneren Kindes. Mister A steckt fest in einem Leben, das ihn nicht erfüllt: Er geht einer Arbeit nach, die er verabscheut, und lebt an der Seite einer Frau, die er nicht liebt. Getrieben vom Wunsch, es allen recht zu machen, hat er sich selbst aus den Augen verloren. Doch auf seiner fantastischen Reise begegnet er surrealen Wesen, muss sich seinen Ängsten stellen - und findet Schritt für Schritt zurück zu seinem Herzensweg. Ein Hauch von Alice im Wunderland Anspielungen auf Lewis Carrolls Alice im Wunderland sind bewusst gewählt - fein verwoben und niemals aufdringlich. Leser:innen, die das Original lieben, werden sie entdecken und schätzen. Wie bei Carroll wird auch hier das Träumerische mit tiefgründigen Fragen über Identität, Sinn und Selbstannahme verbunden.

Sarah Backes, geboren 1987, wuchs mit vier Geschwistern im verschlafenen Hunsrück auf. Nach dem Abitur zog sie in den Süden, in die Nähe von Tübingen, wo sie Klassische Archäologie und altorientalische Sprachen (Keilschrift) studierte - aus reiner Leidenschaft für vergangene Kulturen. Ein Albtraum inspirierte sie zu ihrem ersten Roman 'Die Türen von Theseus', einem mystisch-düsteren Werk, das sie wenig später veröffentlichte. Es folgte der Psychothriller 'Elenor', der tief in die Abgründe der menschlichen Psyche blickt und das Innenleben eines Serienkillers seziert. Inzwischen widmet sich Sarah Backes eher märchenhaften Erzählungen - sanfter, aber nicht weniger tiefgründig. Sie schöpft aus ihren Meditationen, Träumen und den Eindrücken zahlreicher Reisen mit Mann und Kind im eigenen Wohnwagen. Ihr neuestes Buch, Die sonderbare Reise des Mister A, ist eine poetisch-spirituelle Reise - eine zarte Offenbarung, ganz nah am Herzen.
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Dunkelwald


Dunkelheit und allerlei fremdartige Geräusche umgeben ihn. Er horcht immer noch nach den schnellen Füßen des Kindes – obwohl es eine kleine Ewigkeit her sein muss, seitdem er es getroffen hatte.

Zunächst ist er wie ein Wahnsinniger der Richtung des kleinen Unbekannten gefolgt und wäre beinahe mit einem Baum zusammengestoßen. Der Klang der Kinderschritte verlor sich im Dickicht des Waldes und mit ihm seine Zuversicht. All seine Hoffnungen hat er auf das Kind projiziert, das ihm möglicherweise sagen kann, wo er ist und was er eigentlich hier macht.

Nun ist er allein.

Eine Situation, die ihm durchaus nicht ungewohnt ist. Und dennoch stimmt es nicht ganz. Wirklich allein ist er nicht. Aus jeder Ecke zirpt, summt, raschelt, piepst oder tönt es in einer Sprache, die er nicht versteht. Ein wildes Naturorchester der besonderen Art, allein für ihn zusammengestellt. Zu gerne würde er nun an einem Lagerfeuer sitzen, daneben ein schutzbietendes Zelt und mit einem guten Whiskey in der Hand. Er liebt zuweilen die Einsamkeit und weiß, sich dorthin zurückzuziehen, wenn ihm die Frauen in seinem Leben zu sehr auf die Nerven gehen. Er denkt an seine Mutter Dorothea. Eine kleine runde Person. Doch täuschen ihre geringe Größe und ihre weichen Rundungen über ihr wahres Naturell hinweg. In ihr brodelt ein Vulkan und sie hat zu allem eine Meinung. Meist ist diese entgegen der ihres Sohnes. Niemals kann er es ihr recht machen.

Und dann gibt es noch Melandra, seine Ehefrau. Er seufzt bei dem Gedanken an sie. Außer dem Ehebett teilen sie kaum etwas miteinander. Melandra liebt den Luxus und das Geld, was er ihr durchaus bieten kann. Jedoch hat er sich schon lange von der Vorstellung verabschiedet, die Liebe zwischen ihnen zu suchen. Es stört ihn nicht einmal groß, dass seine Ehe zu einer reinen Zweckgemeinschaft verkommen ist. Sie ist die strahlende Ehefrau, ein Zwilling von Heidi Klum, um die ihn jeder Mann beneidet und zugleich hat er seine Ruhe vor den ständigen Nörgeleien seiner Mutter, die ihren Sohn in perfekter Ehe und Job wissen will. Er schüttelt den Kopf, als könne es helfen, Ehefrau und Mutter aus seiner Gedankenwelt zu verbannen.

Es will ihm sogar gelingen, denn sein Geist schweift zu etwas weitaus Verlockenderem ab. Zu Maja. Ein Name wie goldener Honig, der süß auf der Zunge zergeht. Ganz zu schweigen von Majas kurzen Röcken und den schwindelerregenden langen Beinen, die darunter zum Vorschein kommen und gar kein Ende nehmen wollen. Zuweilen bildet er sich ein, sie zu lieben. Zumindest tut er das gelegentlich auf seinem Bürotisch.

Zu gern wäre er jetzt dort. Nicht um zu arbeiten, sondern um Majas lange Beine zu spüren, die sich um seinen Körper schlingen. Mit der täglichen Arbeit ist es ähnlich wie mit seiner Ehe. Es muss erledigt werden und zwar auf höchstem Niveau. Sehr akribisch in seinem Handeln scheut er keine Überstunden, scheffelt eine Menge Geld und lässt sich an den Wochenenden auf exklusiven Dinnerpartys als liebevoller Ehemann von seiner Gattin vorführen – dabei stets ein aufgesetztes Grinsen im Gesicht. Eine perfekt einstudierte Maskerade, die jahrelanger Übung bedurfte.

Bereits in jungen Jahren war er ein strebsamer Schüler, immer den vielversprechenden Erfolg im Blick. Aber wenn sein Bruder die Note Eins nach Hause brachte und er nur eine Zwei plus fabrizierte, spiegelte sich Verachtung in den Brillengläsern seiner Mutter wider.

Nun ist sein Bruder tot, gestorben nach einem unglücklichen Motorradunfall. So tragisch dieses Ereignis auch war, so hatte er zumindest gehofft, jetzt endlich die Nummer eins im Elternhaus zu sein. Doch herrscht ewig die alte Leier. „Leopold war ein guter Junge, er wusste mit Geld umzugehen – anders als du! Du kannst es nur zum Fenster herauswerfen.“ Und wenn es dieses Thema nicht ist, dann ein anderes, worin er zweifellos gegenüber seinem toten Bruder den Kürzeren zieht. In diesem Leben wird er den Wettstreit nicht mehr gewinnen können, da ist er sich fast sicher.

Jetzt lehnt er weit entfernt in irgendeinem Wald am Stamm irgendeines Baumes. Er kann sich immer noch nicht entsinnen, wie er hier gelandet ist. Müde reibt er sich die Augen. Vielleicht war er kurz eingenickt. Was kein Wunder wäre, bei der Dunkelheit, die ihn wie ein unliebsamer Begleiter umgibt. Schemenhaft zeichnen sich struppige Bodengewächse und Bäume wie dicke Pfähle vor ihm ab. Alles andere ist in ein schwarzes Tuch gehüllt.

Plötzlich ist da ein Glühen. Zuerst glaubt er, ein Lagerfeuer zu erblicken – möglicherweise sogar eines von dem geflüchteten Kind. Doch erkennt er rasch, wie sonderbar anmutend die Farbe dieses Glühens ist. Sie ist nicht etwa rot oder gelb. Es leuchtet in einem zarten Rosa und schwebt scheinbar geräuschlos in der Luft. Sofort ist er fasziniert und schleicht sich auf leisen Sohlen an das Mysterium heran. Währenddessen tauchen immer mehr solcherlei ominöser Lichtquellen auf. Manche sind rosa, andere schimmern in hellem Blau. Wie magische Kugeln öffnen sie sich an der Oberseite und entblättern wunderschöne, schimmernde Blüten. Ein Meer von strahlenden Leuchtblumen öffnet sich ringsum und beschert der Nacht ein unvergessliches Lichtspektakel.

„Wow“, entfährt es ihm voll ehrlicher Bewunderung. Staunend läuft er über weiches Moos hinweg an eine der Leuchtblumen heran. Ihre Blütenblätter bewegen sich sachte, schwingen nach unten und oben, ähnlich einer fluoreszierenden Qualle im dunklen, weiten Meer. Ihr magisches Licht und ihre Bewegungen hypnotisieren ihn zunehmend. Andächtig betrachtet er die zierlichen Staubfäden, welche gleich einem eleganten Krönchen aus der leuchtenden Mitte herauswachsen. Fast könnte er sich einbilden, eine kleine Frau am Grund der Blüte mit eben dieser Krone auf dem Kopf sitzen zu sehen.

Gerade nähert sich sein Finger diesem hübschen Ensemble – er kann nicht anders, er muss sie einfach berühren –, als ein Schmetterling an seinem Ohr vorbeiflattert. Wie ein Engel umkreist er federleicht die rosa Blüte, um schließlich zur Landung anzusetzen. Weil auch er ja nichts verpassen will, beugt er sich vor und mustert interessiert den kleinen Nachtfalter, während dieser den langen Rüssel ausfährt, um den süßen Nektar zu trinken.

Die Blütenblätter schließen sich mit ungeahnter Schnelligkeit, lassen das hilflose Todeszappeln des hübschen Insekts darin nur erahnen. Erschrocken weicht er zurück. Überaus erleichtert darüber, die Leuchtblume nicht berührt zu haben.

Er schüttelt sich und reibt über seinen heilen Finger, froh darüber, diesen nicht im Pflanzenmagen verloren zu haben. Das Leuchten der geschlossenen Blüte hingegen erlischt. Ihre Magie ist vertan. Nun wirkt sie schwarz wie das Federkleid einer Krähe.

überlegt er.

Und tatsächlich füllt die Nacht sich mit heran schwirrendem, kleinem Getier. Überall um ihn herum summt, brummt und flattert es. Je mehr der sonderbaren Blüten sich öffnen, desto größer die Verlockung für jegliches Krabbelgetier. Beeindruckt steht er mittendrin und beobachtet das Naturschauspiel. Der Wald, ein Lichtermeer. Wie Laternen erhellen die Leuchtblumen mit ihrem unwiderstehlichen Schein die Umgebung. Gerade hell genug, um in einem geringen Radius von ein paar Metern deutlich sehen zu können.

Hier und da huschen grobe Schatten durch das Geäst der Bäume und plötzlich beschleicht ihn das stechende Gefühl, beobachtet zu werden. Aus allen Ecken glotzen Augenpaare, fixieren ihn, lauern. In den hellen Glanz der Leuchtblumen gehüllt, wird er wie auf einem Präsentierteller dargeboten. Augenblicklich realisiert er, wie genial der Schachzug für Beutetiere sein muss, ihr Opfer im Licht anvisieren zu können, während sie selbst in der Dunkelheit verharren. Nicht nur das. Die unzähligen Insekten locken abermals kleine Raubtiere an, die wiederum von den nächst größeren gejagt werden.

Der vormals zauberhafte Ort ängstigt ihn zunehmend und dennoch versucht er konzentriert bei der Sache zu bleiben. Er hat sich ausreichend mit der Survival-Thematik beschäftigt und weiß genau, wie sensibel Tiere auf menschliches Verhalten reagieren. Nicht nur den Angstschweiß riechen sie, sondern jedes bisschen Unsicherheit auch. Er will sich nicht freiwillig zum Opfer machen. Stattdessen wendet er sich langsam zu allen Seiten um, doch erscheint ihm kein Fluchtweg als geeignet. Dort ein Schatten im Baum, der an einen riesigen, langhaarigen Affen erinnert. Da ein glühendes gelbes Augenpaar wie von einer großen Katze, mit gefährlich spitzen Krallen und Zähnen. Eine Horde übler Jäger, die ihn still und heimlich umzingelt haben. Bis einer den Angriff wagt und er chancenlos in dem Getümmel untergehen wird. Das unvermeidliche Gemetzel zeichnet sich längst in grässlichen Farben in seinem Kopf nach. Dennoch ist er ein wahrer Meister darin,...



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