E-Book zur 2. komplett überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2017
In der Heimat von Slow Food/t! Keine Massen, keine Lifte - das westliche Piemont ist unter Weitwanderern Kult. Zum Glück haben sich Sabine Bade und Wolfram Mikuteit in ihren 38 Touren all derer angenommen, die den wilden Teil der Alpen auf Tages- oder kürzeren Touren erleben wollen.
Zwischen dem Gran Paradiso mit seinen vergletscherten Gipfeln und dem ausgedehnten Karstgebiet an der Punta Marguareis (nur 40 km vom Mittelmeer) bieten sich von Tal zu Tal ganz unterschiedliche Eindrücke, mal durch mächtige Kalkriffe, mal durch den fast schon legendären Monte Viso. Dazu fast überall sattgrüne Hochweiden mit einer unglaublichen Pflanzenwelt, klare Gebirgsseen und atemberaubende Panoramen.
Sabine Bade
Nach langjähriger Tätigkeit für eine deutsche Großbank (Schwerpunkt: Derivative Finanzprodukte) und Auslandseinsätzen in New York und London war die studierte Politikwissenschaftlerin Sabine Bade (Studium in München, Konstanz, Berlin) deutlich von den 80-Stunden-Wochen kuriert. Nach einem Rückzug ins Privatleben: Reisen, Reisen, Reisen, die auch immer wieder in die italienisch-französischen Alpen führten. Eine Region, über die es im deutschsprachigen Blätterwald nahezu keine Hintergrundinformationen gibt. Diese wurden fortan zusammen mit Wolfram Mikuteit wandernd recherchiert und in mittlerweile 6 Wanderführern veröffentlicht. Für den Michael Müller Verlag haben die beiden in ihrer Lieblingsregion, den piemontesischen Alpenprovinzen Turin und Cuneo, Tagestouren und einige besonders attraktive Mehrtagestouren gesammelt.
Wolfram Mikuteit
Langjährige Tätigkeit im In- und Ausland in den Bereichen Produktmanagement, Direktmarketing, Neue Medien und IT-Management bei international führenden Unternehmen aus der Kongressbranche (Studium in Konstanz, New Brunswick, Princeton und Speyer). Reisen in die USA, Australien, in die Sahara und immer wieder in die italienisch-französischen Alpen. Veröffentlichte zusammen mit Sabine Bade mittlerweile sechs Wanderführern zu dieser Region.
Bade / Mikuteit
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Weitere Infos & Material
Gran-Paradiso-Region und Lanzo-Täler
Tour 1 * Kleine Seenrunde im Herzen des Gran Paradiso - „kinderfreundlich“
Es dürfte schwerfallen, eine ähnlich zauberhafte Seenlandschaft zu finden wie die auf der Hochebene Piani di Rosset im Herzen des Gran -Paradiso-Nationalparks. Von den tiefblauen Seen Lago Rosset und Laghi Trebecchi hat man zudem eine grandiose Aussicht auf Gran Paradiso (4.061 m) und Grivola (3.969 m). Die Nivolet-Hochebene zwischen dem piemontesischen Valle Orco und dem valdostanischen Valsavarenche wird oft als „Cuore del Parco“ bezeichnet. Im Westen an der Grenze zu Frankreich gelegen, ist sie zwar nicht der geografische Mittelpunkt des Nationalparks, aber Quellgebiet der Flüsse Orco und Savara (auch: Savaranche) - und sie ist auch mit dem Auto erreichbar!
Auf der Nivolet-Hochebene, bereits auf über 2.500 m, beginnt diese Tour an der Nordseite des Rifugio Savoia 1. Es wurde errichtet als Jagdhaus für Vittorio Emanuele II. und steht bereits in der autonomen Region Aosta-Tal. Man folgt zu Beginn dem Weg „3B“ in Richtung Col di Leynir und Mont Taou Blanc (? Tour 2). Auf einem sehr breiten und sandigen Pfad geht es in einer langgezogenen Kehre hinauf zur Alpe Rivaz 2. Im Nationalpark sind Hunde (auch angeleint) verboten! Ausnahmen gibt es, gelten aber nicht für diese Tour.
Rechts von der Alpe geht es den Hang in leichter Steigung nach oben, fast genau in nördliche Richtung. Nach knapp 0:20 Std. ist die Hochebene Piani di Rosset erreicht und zur Linken erstmals der Bergsee Lago Rosset zu sehen, in dem sich die Gletschermassen der Punta Basei (3.338 m) spiegeln.
Zum See wird erst später abgestiegen. Zunächst folgen wir dem Weg noch ein kurzes Stück, bis in einer Linkskurve halbrechts der Pfad 3 zu den Laghi Trebecchi abzweigt. Mit Steinmännchen deutlich markiert, zieht er sich nur leicht ansteigend am Hang oberhalb des Pian del Nivolet entlang; der Blick zurück gewährt gute Aussicht auf die gleichnamigen Seen. Nach weiteren 10 Min. sind zur Linken die Laghi Trebecchi erkennbar, zu denen man auf einer der vielen Pfadspuren direkt nach Westen hinabgeht. Der Hauptpfad führt ganz nah am südlichsten der Seen 4 vorbei, an dessen seichtem Ufer viel Wollgras wächst. Ein idyllisches und - vor allem im Gegensatz zu den Ufern des Lago Rosset - sehr ruhiges Plätzchen, um die Seele baumeln zu lassen. Länge/Gehzeit: ca. 7,7 km, 2:10 Std.
Charakter: sehr einfache, kinderfreundliche Rundwanderung auf breiten Wanderwegen zwischen blumenübersäten Wiesen mit durchgehend grandioser Aussicht; kein Schatten. Nur am Ende zwischen 12 und 1 auf Asphalt. Markierung: sehr gute gelbe Markierung und Wegweiser auf den Wegen 3B und 3C. Zwischen 3 und 5 Steinmännchen bei einer stets gut erkennbaren Wegführung. Ausrüstung: Wanderstiefel und Sonnenschutz.
Hin & zurück: mit dem Pkw von Ceresole Reale auf der SP 50 zum Colle del Nivolet und weiter zur gleichnamigen Hochebene (19 km), großer Wanderparkplatz gegenüber 1. In der Hochsaison Mitte Juli/Mitte August verkehren werktags Busse zwischen Ceresole Reale und dem Rifugio Savoia, Fahrplan. Hinweis: An allen Sonn- und Feiertagen zwischen Mitte Juli und Ende August ist die Straße ab dem Parkplatz am Lago Serrù gesperrt, es pendeln Shuttlebusse zwischen Ceresole Reale, Lago Serrù und dem Rifugio Savoia, 3,50 € (? „A piedi ...“). Eine deutlich erkennbare Pfadspur führt in westliche Richtung weiter. Leicht ansteigend erreicht man einige Minuten später wieder den Hauptweg „3B“ 5. Ein Abstecher führt rechts ca. 50 Höhenmeter nach oben 6, wo man die Laghi Trebecchi und den Lago Rosset nun zusammen im Blickfeld hat, bereichert durch die Rundschau auf Gran Paradiso, Tre Levanne und Punta Basei. Nach diesem kurzen Panoramaabstecher geht es zunächst auf demselben Weg zurück bis zur Abzweigung 5 aus Richtung der Laghi Trebecchi. Statt hier zurückzulaufen, wandert man jetzt auf dem Hauptweg „3B“ weiter. Er verläuft oberhalb des Lago Rosset südwärts. Kurz vor dem Ende des Sees erlauben die sanft abfallenden Wiesen, auf einer der vielen nach rechts abzweigenden Spuren direkt zum Lago Rosset 7 zu gelangen. Auf dem Uferweg geht es bis zum Abfluss des Sees 8, der überquert wird (Furt). Gleich dahinter trifft man auf den nun wieder gut markierten Weg „3C“, auf dem es links entlang weitergeht. Zur Rechten der Lago Leytà, zur Linken ein kleiner namenloser See, so gelangt man an die Abzweigung zum Col Basei 9, die rechts liegen gelassen wird. Dass sich hier neben den gelben auch wieder rot-weiße Markierungen finden lassen, darf nicht erstaunen: Bereits am Lago Rosset hat man die Grenze zum Piemont überschritten (die Laghi Trebecchi gehören hingegen zum Aosta-Tal). Nur leicht abwärts weitergehend, wird ca. 10 Min. später der Rio Rosset unterhalb seines Wasserfalls 10 überquert (wer hier in leichten Halbschuhen unterwegs ist, könnte nasse Füße bekommen) und gleich dahinter eine Abzweigung zur Alpe Rivaz/Rifugio Savoia 11 passiert. (Um diese kleine Seenrunde etwas abzukürzen, könnte man hier links abzweigen und innerhalb weniger Minuten an den Ausgangspunkt zurückkehren.) A piedi tra le nuvole - zu Fuß durch die Wolken
Fahrverbote in hochalpinen Regionen lassen sich in Italien nur schwer durchsetzen. Für die auf 2.400 bis 2.600 m Höhe gelegene Nivolet-Hochebene hat es geklappt - wenn auch nur an Sonn- und Feiertagen in der Hochsaison. Mit dem seit dem Jahr 2003 bestehenden Programm „A piedi tra le nuvole“ soll das sehr artenreiche und sensible Ökosystem mit seinen Wasserläufen und Feuchtgebieten geschützt, Luftverschmutzung und Lärmbelästigung sollen reduziert werden. Dafür ist an diesen Tagen die in den 1950er-Jahren erbaute Straße zum Colle del Nivolet ab dem Lago Serrù (2.275 m) gesperrt. Die eingesetzten Pendelbusse verkehren in schneller Abfolge, und die Fahrkarte ist den ganzen Tag gültig, was Mehrfachfahrten erlaubt. Hinweis: Auf den Fahrplänen ist der Colle del Nivolet als Endstation ausgewiesen, die Busse fahren aber durch bis zum Rifugio Savoia. Die Straße hinauf zum Colle del Nivolet führt direkt am Glacio Museo del Serrù vorbei, einem kleinen, aber sehr informativen Gletschermuseum. Es steht etwas oberhalb der Staumauer des Lago Serrù und ist von Mitte Juni bis Mitte Okt. tägl. 9-18 Uhr geöffnet; Eintritt frei. Wir gehen noch etwas weiter geradeaus und steuern auf das am Gegenhang immer näher rückende Rifugio Città di Chivasso zu. Dazu wird die Passstraße 12 überquert, hinter der sich wenige Meter weiter links der hinaufführende Weg fortsetzt. Am Rifugio Città di Chivasso 13 geht es deutlich ruhiger zu als im und um das Rifugio Savoia herum. Und es bietet eine prachtvolle Aussicht über den Pian del Nivolet hinweg bis zur...