E-Book, Deutsch, Band 0303, 236 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Bagwell / Bird / Milburn Bianca Exklusiv Band 303
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-3395-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0303, 236 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-3395-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
TRÄUME, ZART WIE SEIDE von JESSICA BIRD
Tausend Träume hat Joy, wenn sie die Ballkleider ihrer Großmutter mit feinen Stichen aufarbeitet. Und alle drehen sich um Gray Bennett, den sie für unerreichbar hält. Bis sie ihm überraschend in New York begegnet - und plötzlich ist Joys kühnster Traum zum Greifen nah ...
HIER, JETZT UND VIELLEICHT FÜR IMMER von TRISH MILBURN
Ihr neuester Fall führt Polizistin Sara mit dem charmanten Adam Canfield zusammen. Vom ersten Moment an fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Der zärtliche Kuss nach einem Wohltätigkeitsball verspricht mehr. Doch Adam hat seine Gründe, warum er sich nicht ganz auf Sara einlassen kann ...
DIE SEHNSUCHT DES PFERDEFLÜSTERERS von STELLA BAGWELL
Gabe hat sich damit abgefunden, dass Mercedes, schöne Erbin der Sandbur-Ranch, in ihm nur den Mann sieht, der ihre rassigen Pferde trainiert. Bis sie ihn auf einer Party zum Tanzen auffordert. Gabe spürt: Zwischen ihnen ist alles möglich - wenn er sich traut, ihr sein Herz zu öffnen ...
Eigentlich ist Stella Bagwell gelernte Friseurin, tragischerweise entwickelte sie aber eine Haarspray-Allergie. Schlecht für sie, gut für ihre Leserinnen. Denn so verfolgte Stella ihr kreatives Talent in eine andere Richtung weiter und begann mit viel Enthusiasmus, Romane zu schreiben. Was ganz bescheiden auf einer alten Schreibmaschine begann, entwickelte sich auch schon bald zu einer sehr erfolgreichen Karriere. Bis heute hat Stella über vierzig Romances veröffentlicht! Und wer könnte besser über die ewige Liebe schreiben als sie? Schließlich sind sie und ihr jetziger Mann Harrell seit der Highschool unzertrennlich. Ihr ganzer Stolz ist ihr Sohn Jason, der als Mathematiklehrer und Football-Coach arbeitet. Mittlerweile leben Stella und Harrell mit ihren Pferden auf einer riesigen Ranch in den wilden Wäldern Oklahomas. Und wenn ihr neben dem Schreiben, Reisen, Geige spielen, Schwimmen und Gartenarbeit noch Zeit zum Nachdenken bleibt, ist sie gar nicht unglücklich darüber, dass sie ihren Job als Friseurin aufgeben musste.
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1. KAPITEL
„Halt jetzt still, sonst piekse ich dich noch“, sagte Joy Moorehouse zu ihrer Schwester Frankie.
„Ich habe mich doch gar nicht bewegt.“
„Sag das mal dem Saum hier.“ Joy hockte sich auf die Fersen und überprüfte ihre Arbeit. Das Hochzeitskleid aus weißem Satin wirkte an ihrer Schwester trotz seiner Schlichtheit elegant. Joy hatte sich mit dem Design besondere Mühe gegeben, weil sie Frankie genau kannte – Spitzen, Rüschen und Pailletten waren nicht ihr Ding. Ohne Joys Überredungskunst hätte Frankie in Jeans geheiratet.
„Sehe ich nicht zu verkleidet aus?“, fragte Frankie prompt.
„Du siehst wunderschön aus.“
Frankie lachte gutmütig. „Du bist die Familienschönheit, nicht ich.“
„Aber du heiratest nun mal, also ziehst du auch das Kleid an.“
Kopfschüttelnd sah Frankie an sich hinunter. „Ich kann es immer noch nicht ganz glauben.“
„Ich freue mich so für dich!“, sagte Joy strahlend.
Vorsichtig hob Frankie den langen Rock an. „Ich muss zugeben, es trägt sich toll“, bemerkte sie.
„Wenn ich die Änderungen gemacht habe, wird es sogar noch besser sitzen. Jetzt kannst du es erst mal ausziehen.“
„Sind wir fertig?“
Joy nickte und stand auf. „Ich habe den Saum abgesteckt und nähe ihn heute Abend um. Morgen machen wir dann die nächste Anprobe.“
„Aber du wolltest uns doch heute Abend beim Catering für Mr. Bennetts Geburtstagsfeier aushelfen. Das hast du doch nicht vergessen?“
Joy schüttelte den Kopf. Vergessen? Nein, niemals. Wie konnte sie vergessen, wen sie in ein paar Stunden sehen würde?
„Wir brauchen dich wirklich“, setzte Frankie etwas besorgt hinzu.
Mit gesenktem Kopf packte Joy ihr Nähzeug zusammen und hoffte, dass Frankie ihr nicht ansah, wie aufgeregt sie in Wirklichkeit war. „Weiß ich doch“, sagte sie so gelassen wie möglich. „Keine Sorge.“
„Aber es kann spät werden. Da willst du doch hinterher nicht noch nähen?“
Warum nicht? Schlafen konnte sie danach sowieso nicht.
„Ich will nicht, dass du dir wegen des Kleides die Nächte um die Ohren schlägst“, fuhr Frankie fort.
„Erstens heiratest du nur einmal und zweitens schon in sechs Wochen“, erwiderte Joy, die ihrer Schwester den Rücken zuwandte. „Wenn du also nicht im Unterhemd vor den Altar treten willst, sollte das Kleid schon bis dahin fertig werden. Du weißt, wie viel Spaß mir das Nähen macht – besonders für dich.“
Als sie sich umdrehte, sah sie Frankie nachdenklich aus dem Fenster starren. „Was ist denn los?“, fragte sie erschrocken.
„Ich habe Alex gestern Abend gefragt, ob er mich zum Altar führt.“
„Und, was hat er gesagt?“, flüsterte Joy hoffnungsvoll, obwohl sie die Antwort eigentlich schon kannte. Bei Alex’ gegenwärtigem Gemütszustand konnten sie schon froh sein, wenn er überhaupt zur Hochzeit kam. Ihr Bruder war Regattasegler und hatte bei einem Bootsunfall vor sechs Wochen seinen Segelpartner Reese Cutler verloren. Er selbst hatte sich das Bein so kompliziert gebrochen, dass schon mehrere Operationen nötig gewesen waren.
„Er macht es nicht“, antwortete Frankie leise. „Ich glaube, er will nicht im Rampenlicht stehen.“ Sie seufzte. „Ich kann ihn nicht zwingen, es zu tun. Aber ich wünschte wirklich … verdammt, ich wünschte, Dad könnte dabei sein. Und Mom natürlich. Ich vermisse sie so sehr.“
Joy nahm die Hand ihrer Schwester und drückte sie. „Ich auch.“
Wieder blickte Frankie an sich hinunter und lachte etwas zittrig. Joy wusste schon, dass sie damit das Thema wechselte. „Das ist unglaublich“, sagte Frankie tatsächlich.
„Was denn?“
„Das Kleid ist so toll, dass ich es gar nicht wieder ausziehen mag.“
Mit traurigem Lächeln öffnete Joy die Knöpfe im Rücken. Das Hochzeitskleid zu nähen war ein so kleiner Dienst verglichen mit all dem, was Frankie für sie getan hatte. Wie viele Opfer hatte sie gebracht, um Joy die viel zu früh verstorbenen Eltern zu ersetzen!
Als Frankie schließlich vorsichtig aus der Satinwolke stieg, hob Joy das Kleid auf und legte es auf ihren Nähtisch. Die Geschwister bewohnten den ehemaligen Dienstbotenflügel des Herrenhauses White Caps, und ihre Zimmer waren klein und schlicht. Zwischen Bett, Nähtisch und Schneiderpuppe hatte außer einer Kommode kaum noch etwas Platz, aber Joy hätte lieber auf dem Boden geschlafen, als das Nähen aufzugeben.
Schon seit vielen Jahren flickte sie für ihre Großmutter die eleganten Abendkleider, die diese in den fünfziger Jahren als Debütantin getragen hatte. Heute litt Emma Moorehouse, die alle nur Grand-Em nannten, an fortgeschrittener Demenz und lebte in ihrer eigenen Welt – und das hieß hauptsächlich in der Vergangenheit. Deshalb bestand sie darauf, jeden Morgen eine ihrer eleganten Roben anzuziehen, damit sie für die Teegesellschaften und Partys, die ihrer Meinung auf sie warteten, gut gekleidet war. Bis jetzt war es Joy gelungen, ihre Fantasiewelt aufrecht zu erhalten, indem sie die über fünfzig Jahre alten Kleider mit viel Geschick und Einfallsreichtum in Schuss hielt.
Im Laufe der Jahre war daraus eine Passion entstanden, und sie hatte begonnen, eigene Entwürfe zu zeichnen, von denen sie nun endlich einmal einen umsetzen konnte.
„Dieses Wochenende sind drei Zimmer belegt“, bemerkte Frankie, als sie wieder in ihre Jeans schlüpfte. „Die ersten Touristen, die zum Indian Summer kommen, um sich die herbstbunten Adirondack Mountains anzuschauen.“
Es war ihr Vater gewesen, der den riesigen Herrensitz in ein Pensionshotel umgebaut hatte, und seit dem Unfalltod der Eltern vor zehn Jahren kämpfte Frankie darum, das Familienerbe zu erhalten.
Dennoch hätten die Schulden sie letztendlich zum Verkauf gezwungen, wenn nicht im Sommer Nate Walker aufgetaucht wäre, der jetzt mit Frankie verlobt war. Der erstklassige Koch hatte es mit seinem französischen Essen geschafft, das Restaurant des White Caps in gehobenen Kreisen zu einem Geheimtipp zu machen. Außerdem hatte er als neuer Partner in die dringend nötige Renovierung investiert, sodass es nun nach langer Zeit wieder aufwärtszugehen schien.
„Also, noch mal wegen heute Abend“, sagte Frankie, während sie sich die Schuhe zuband. „Spike übernimmt das Restaurant, mit George als Aushilfe. Nate, Tom und ich machen uns in etwa einer Stunde auf den Weg zu den Bennetts, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Könntest du so gegen fünf da sein?“
„Kein Problem.“
„Zum Glück hat sich Alex bereit erklärt, auf Grand-Em aufzupassen. Weiß er, was ihn erwartet?“
Joy nickte. „Das schafft er schon, und zur Not ist ja auch noch Spike hier, wenn sie einen ihrer Anfälle hat. Aber in letzter Zeit ist es etwas besser geworden. Die neuen Medikamente scheinen zu wirken.“
Normalerweise war es Joys Aufgabe, sich um die alte Dame zu kümmern, weil sie es mit ihrer liebevollen Geduld fast immer schaffte, Grand-Em zu beruhigen, wenn sie ihre Wahnvorstellungen bekam. Doch für die große Feier auf dem Bennett-Familiensitz brauchten sie jede Hand.
„Ich bin wirklich froh, dass Gray uns diese Chance gibt“, bemerkte Frankie. „Für einen Politiker ist er gar nicht mal so übel.“
Beinahe hätte Joy geantwortet, dass Gray kein Politiker war, sondern politischer Berater für Wahlkampagnen. Doch damit hätte sie verraten, dass sie viel mehr über ihn wusste, als Frankie dachte. Und sie hatte nicht vor, ihr streng gehütetes Geheimnis ausgerechnet jetzt zu lüften.
Schon seit Jahren schwärmte sie für Gray, wenn auch meistens aus der Ferne. Der Mann lebte und arbeitete in Washington und kam nur im Sommer nach Saranac Lake, um den Urlaub auf dem Familiensitz der Bennetts zu verbringen. Außer einer kurzen Unterhaltung vor ein paar Wochen, als er sie auf dem Badesteg des White Caps überrascht hatte, hatte sie in all den Jahren kaum drei Worte mit ihm gewechselt. Und heute Abend würde sie sich ganze drei oder vier Stunden in seiner Nähe aufhalten!
Aber vielleicht war genau das keine so gute Idee. Immerhin wurde sie bald siebenundzwanzig, und sie konnte schließlich nicht den Rest ihres Lebens damit verbringen, einen völlig unerreichbaren Mann anzuhimmeln.
„Wenn du lieber nähen willst, rufe ich eine der Aushilfskellnerinnen an“, äußerte Frankie unvermittelt.
„Nein, nein“, erwiderte Joy hastig. „Ich freue mich drauf, mal rauszukommen, ehrlich.“
Allein der Gedanke daran, wie gut Grayson Bennett heute Abend im maßgeschneiderten Anzug aussehen würde, ließ ihren ganzen Körper kribbeln.
Frankie betrachtete sie nachdenklich. Joy stellte wieder einmal fest, dass die Kontaktlinsen ihrer Schwester gut standen. Früher hatte sie eine Brille getragen, aber die Linsen ließen ihre tiefblauen Augen noch blauer wirken.
„Ich habe mich gestern ein bisschen mit Tom unterhalten, und er hat mich richtig über dich ausgefragt“, sagte Frankie beiläufig. „Er ist ein wirklich netter Kerl.“
Das stimmte. Tom Reynolds, der neue Hilfskoch, lächelte immer freundlich, wenn er Joy sah, hatte gute Umgangsformen, einen sanften, warmen Blick und Sinn für Humor.
Aber Joy mochte nun mal Männer wie Gray, die Macht ausstrahlten und Charisma besaßen. Die wussten, was sie wollten, und es sich nahmen – auch im Bett. Nicht dass sie das jemals selbst erfahren hätte.
Mit Männern wie Gray verband Joy die Vorstellung von heißem,...




