E-Book, Deutsch, Band 178, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
Baird / Graham / Brooks Romana Exklusiv Band 178
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-563-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Du gefällst mir viel zu sehr / Bleib bei mir, blonder Engel / Italienische Nächte /
E-Book, Deutsch, Band 178, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
ISBN: 978-3-86349-563-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DU GEFÄLLST MIR VIEL ZU SEHR von BAIRD, JACQUELINE
Sonnentage am Meer, Nächte unter funkelnden Sternen - Lisa fühlt sich wie im Paradies, als ihr Mann Alex ihr die Insel Kos zeigt. Doch die Leidenschaft für den feurigen Griechen schlägt schon nach wenigen Ehewochen in Zweifel um: Gibt es da etwa eine andere Frau?
BLEIB BEI MIR, BLONDER ENGEL von BROOKS, HELEN
Seit Laura den ebenso attraktiven wie wohlhabenden Francisco de Vega näher kennt, möchte sie am liebsten keine Minute mehr ohne ihn sein. Doch der stolze Spanier zieht sich aus heiterem Himmel von ihr zurück. Welches Geheimnis belastet ihn und ihre Liebe?
ITALIENISCHE NÄCHTE von GRAHAM, LYNNE
'Damiano lebt!' Eden Braganzi kann es kaum fassen. Fünf lange Jahre war ihr Ehemann spurlos verschollen. Nun endlich hat die Einsamkeit ein Ende! In der Toskana verbringen sie Wochen voller Romantik und Zärtlichkeit - bis ein böser Verdacht das Glück trübt ...
Wenn Jacqueline Baird nicht gerade an einer Romance schreibt, dann liest sie viel und spielt gern Karten. Falls das Wetter es erlaubt, schwimmt sie häufig im Meer und bedauert, dass sie seit einer schweren Knieverletzung nicht mehr Segeln kann. Zwar ist sie dadurch zu einem 'Leben an Land' verurteilt, aber sie kompensiert es, indem sie drei Mal in der Woche ins Fitnessstudio geht und sich dort sportlich betätigt. Zu ihrer eigenen Überraschung hat sie festgestellt, dass ihr gerade bei den langweiligsten Übungen an den Maschinen die besten Einfälle für ihre Romane kommen! Unsere Autorin lebt mit ihrem Ehemann Jim und den beiden erwachsenen Söhnen im englischen Northumberland, ihr großes Hobby ist reisen.
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1. KAPITEL
Eden James steckte einer Kundin gerade den Rocksaum in der Umkleidekabine um, als sie hörte, wie die Ladentür geöffnet wurde.
„Sie haben immer viel zu tun“, sagte die ältere Dame. „Die Leute haben heutzutage wohl nicht mehr die Zeit, sich selbst etwas zu ändern.“
„Ich beklage mich nicht“, erwiderte Eden und richtete sich auf, nachdem sie auch noch die letzte Nadel befestigt hatte.
Sie war einen Meter und zweiundsechzig Zentimeter groß, sehr schlank und grazil. Ihr prächtiges goldblondes Haar hatte sie nach hinten gekämmt und mit einer Spange fixiert, damit es ihr nicht immer in das herzförmige Gesicht mit den ausdrucksstarken grünen Augen fiel.
Als sie die Umkleidekabine verließ, war sie überrascht, zwei Männer und eine junge Frau zu sehen, die sich gerade mit ihrer fünfzigjährigen Assistentin Pam unterhielten.
„Die Herrschaften möchten zu Ihnen, Eden.“
„Was kann ich für Sie tun?“
„Eden James?“, fragte der ältere der beiden Herren noch einmal.
Sie nickte bedächtig, während die drei Besucher sie aufmerksam betrachteten. Irgendwie ging eine seltsame Anspannung von ihnen aus.
„Wir würden gern allein mit Ihnen sprechen. Ist das möglich?“
Sie blickte noch überraschter drein.
„Vielleicht oben in Ihrer Wohnung“, schlug die junge Frau forsch vor.
Sie hört sich an, als wäre sie eine Polizistin, und sie sieht auch so aus, dachte Eden und spürte, wie sie immer beunruhigter wurde. Aber wiesen sich Polizisten nicht immer zuerst aus? Plötzlich wurde sie sich bewusst, dass ihre beiden Angestellten sowie die Kundin die Unterhaltung gespannt verfolgten, und errötete. Schnell öffnete sie die hintere Ladentür und ging hinaus auf den Flur, von dem aus man zur Straße gelangen konnte und auch hinauf ins Treppenhaus zu ihrer Wohnung.
„Dürfte ich bitte erfahren, worum es sich handelt?“
„Wir wollten nur diskret sein“, antwortete der ältere Mann und zeigte ihr seinen Dienstausweis. „Ich bin Superintendent Marshall, und die junge Frau ist Constable Leslie. Und dieser Herr hier ist Mr. Rodney Russell, ein Sonderberater des Auswärtigen Amtes. Können wir uns vielleicht oben weiterunterhalten?“
Unwillkürlich reagierte Eden auf seine ruhige Art zu sprechen. Was wollen sie?, überlegte sie und spürte, wie sie sich etwas entspannte. Zwei Leute von der Polizei? Und einer vom Auswärtigen Amt? Vom Auswärtigen Amt, dachte sie dann aufgeschreckt und merkte, wie ihre Hand zitterte, als sie den Schlüssel ins Schloss der Wohnungstür steckte. Damiano! Lange Zeit hatte sie auf einen derartigen Besuch gewartet, aber jetzt traf es sie völlig unvorbereitet. Wann hatte sie aufgehört, sich bei jedem Klingeln des Telefons oder an der Wohnungstür zu fürchten? Wann? Sie war sich dessen nicht bewusst gewesen, und die Entdeckung machte sie bestürzt und jagte ihr Schuldgefühle ein, sodass sie wie angewurzelt auf der Fußmatte stehen blieb.
„Sie brauchen keine Angst zu haben“, versicherte ihr die Polizistin und schob sie behutsam über die Schwelle. „Wir sind nicht gekommen, um Ihnen schlechte Nachrichten zu überbringen, Mrs. Braganzi.“
Mrs. Braganzi? Diesen Namen hatte sie abgelegt, als sie es nicht mehr hatte ertragen können, von neugierigen Reportern bestürmt zu werden. So viele hatten von ihr wissen wollen, wie es war, die Frau eines bedeutenden Mannes zu sein, der sich scheinbar in Luft aufgelöst hatte. Und als sie keine Interviews geben wollte, hatten sich die Damen und Herren von der Boulevardpresse erst recht mit ihr befasst.
Keine schlechten Nachrichten?, schoss es Eden durch den Kopf. Das konnte nicht sein. Nach fünf Jahren war das einfach unmöglich! Handelt es sich vielleicht nur um einen erneuten Höflichkeitsbesuch?, überlegte sie dann wieder ruhiger. Wollten sie ihr sagen, dass die Akte noch nicht geschlossen, aber der Fall noch ungelöst sei? Es war schon einige Zeit her, dass man von offizieller Seite an sie herangetreten war. Sie selbst hatte schon länger aufgehört, dort immer wieder anzurufen, Druck auszuüben und ihre Ansprechpartner zu beknien, irgendetwas zu unternehmen. Ganz allmählich hatte sie begriffen, dass diese nichts für sie tun konnten. Und dann hatte sie begonnen, die Hoffnung aufzugeben, dass Damiano noch am Leben war.
Sein Bruder Nuncio und seine Schwester Cosetta hatten das schon einen Monat nach seinem Verschwinden getan. Damiano war in der südamerikanischen Republik Montavia gewesen, als dort ein Militärputsch stattgefunden hatte. In der Hauptstadt waren Straßenkämpfe ausgebrochen, und in dem ganzen Durcheinander war er einfach verschwunden. Er hatte im Hotel seine Rechnung bezahlt und war in eine Limousine gestiegen, die ihn zum Flughafen hatte bringen sollen. Seine Bodyguards waren ihm in einem anderen Wagen gefolgt, der jedoch unterwegs explodiert war. Die Männer hatten den Unfall zwar unverletzt überlebt, aber die Limousine mit Damiano aus den Augen verloren.
Während der anschließenden Nachforschungen hatte sich die neue diktatorische Regierung als nicht sehr hilfreich erwiesen. Allerdings hatte sich unterdessen auch ein Widerstand gegen den Staatsstreich formiert, sodass sich Montavia am Rand eines verheerenden Bürgerkriegs befunden hatte. Die stark beanspruchte Obrigkeit hatte nur wenig Interesse am Verschwinden eines einzelnen Ausländers gezeigt und darauf hingewiesen, dass während der einwöchigen Kämpfe in der Hauptstadt viele Menschen umgekommen oder verschwunden seien. Es hatte keine Spur gegeben, die man hätte verfolgen können, und auch Zeugen hatten sich nicht gemeldet. Aber es fehlte auch jeder Beweis, dass Damiano wirklich tot war. Und diese entsetzliche Ungewissheit hatte sie, Eden, jahrelang gequält …
„Bitte setzen Sie sich, Mrs. Braganzi“, hörte sie einen ihrer Besucher sagen.
Baten Polizisten nicht immer erst darum, wenn sie schlechte Nachrichten zu überbringen hatten? Oder wurde das nur in Filmen so dargestellt? Eden konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie spürte eine leise Verärgerung darüber, dass man sie in ihrer eigenen Wohnung herumkommandierte, setzte sich aber in den Lehnstuhl und beobachtete stirnrunzelnd, wie die beiden Männer ihr gegenüber auf dem kleinen Sofa Platz nahmen.
„Constable Leslie hat Sie nicht angelogen, Mrs. Braganzi“, sagte Superintendent Marshall. „Wir sind gekommen, weil wir Ihnen etwas außerordentlich Erfreuliches mitzuteilen haben. Ihr Ehemann lebt.“
Reglos saß Eden da und blickte ihn ungläubig an. „Das ist unmöglich …“
Rodney Russell ergriff das Wort und erinnerte sie daran, dass man anfänglich vermutet hatte, Damiano wäre entführt worden. Ja, dachte Eden, aber das war nur eine der vielen grässlichen Möglichkeiten, die man damals in Betracht gezogen hat.
„Schließlich war … ist“, verbesserte er sich schnell, „Ihr Ehemann ein sehr wohlhabender, einflussreicher Mann im internationalen Bankengeschäft …“
„Sie sagten, er lebe …“ Sie verstummte und betrachtete die beiden Männer mit schmerzerfüllter Miene. Warum weckten sie wieder Hoffnungen in ihr, die sie nicht mehr ertragen konnte? „Wie kann Damiano nach so vielen Jahren noch am Leben sein? Wenn er lebt, wo ist er dann die ganze Zeit gewesen? Sie irren sich … Sie irren sich ganz entsetzlich!“
„Ihr Ehemann lebt, Mrs. Braganzi“, wiederholte der Superintendent nachdrücklich. „Das so aus heiterem Himmel zu hören, muss natürlich ein Schock für Sie sein. Aber bitte glauben Sie uns. Ihr Ehemann, Damiano Braganzi, lebt, und es geht ihm gut.“
Eden begann zu zittern, während sie in den Gesichtern ihrer Besucher zu lesen versuchte. Plötzlich machte sie die Augen ganz fest zu. Sie kämpfte gegen ihren Unglauben an und sandte stumm ein Stoßgebet zum Himmel. Lass es wahr sein, lass es Wirklichkeit sein, bitte lass mich nicht aufwachen und feststellen, dass ich nur geträumt habe. Wie oft hatten sie in der Vergangenheit schon solche Träume gequält!
„Es ist jetzt fast zwei Tage her, dass Ihr Mann in Brasilien aufgetaucht ist“, erklärte Mr. Russell.
„In Brasilien …“
„Er hat vier Jahre in Montavia im Gefängnis gesessen und sich sofort nach seiner Freilassung ausgesprochen geistesgegenwärtig in ein Nachbarland abgesetzt.“
„Im G…Gefängnis?“ Bestürzt und fassungslos blickte Eden den Sonderberater an. „Damiano war im Gefängnis? Wie … warum?“
In knappen Worten erklärte Russell, dass Damiano am Tag seines Verschwindens gekidnappt und in ein Militärlager außerhalb der Hauptstadt gebracht worden sei. Während des Bürgerkriegs in den folgenden Tagen hatten Rebellen das Lager angegriffen und erobert, und in den Kampfhandlungen hatte Damiano eine schwere Kopfverletzung erlitten. Als die Widerständler dann den verletzten Gefangenen entdeckt hatten, hatten sie natürlich angenommen, er wäre einer von ihnen.
„Ihr Mann spricht fließend Spanisch, Mrs. Braganzi. Das und seine Geistesgegenwart haben ihm das Leben gerettet. Man hat ihn in ein Feldlazarett im Dschungel gebracht, wo er sich gerade zu erholen begann, als er in die Hände von Regierungssoldaten fiel, die die letzten Schlupfwinkel der Rebellen säuberten. Er wurde als Mitglied der Widerstandsgruppe inhaftiert.“
Damiano ist am Leben … er lebt, dachte Eden ein ums andere Mal und fing langsam an, dem Gehörten Glauben zu schenken. Aber sosehr sie sich auch bemühte, sie konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. Sie fühlte sich benommen, als wäre sie irgendwie betäubt.
„Natürlich wundern Sie sich jetzt, warum sich Ihr Mann den Regierungssoldaten...




