Banks Breathless - Gefährliches Verlangen
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8025-9155-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 01, 400 Seiten
Reihe: Breathless-Reihe
ISBN: 978-3-8025-9155-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gefährliche Liebe, hemmungslose Lust, bedingungslose Hingabe - der Auftakt der erfolgreichen Breathless-Trilogie! Die junge Mia Crestwell schwärmt schon seit Jahren für den erfolgreichen Geschäftsmann Gabe Hamilton. Als dieser ihr ein gefährliches Angebot macht, zögert sie nicht lange - und taucht ein in eine Welt voller Verführung, Leidenschaft und bedingungsloser Hingabe, die überwältigender ist als alles, was sie bisher kannte.
Maya Banks lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Texas. Wenn sie nicht schreibt, unternimmt sie gerne Reisen mit ihrer Familie. Mit ihrer New-York-Times-Bestseller-Serie Sweet schreibt sie seit Jahren erfolgreich im Genre der Erotik.
Weitere Infos & Material
1
Vier Tage vorher …
Gabe Hamilton würde in der Hölle schmoren und es war ihm völlig egal. Von dem Augenblick an, als Mia Crestwell den Ballsaal des Bentley Hotels betreten hatte, wo HCM Global Resorts and Hotels die große Neueröffnung feierte, hatte er den Blick nicht mehr von ihr abwenden können.
Sie war die sprichwörtliche verbotene Frucht. Die kleine Schwester seines besten Freundes. Nur, dass sie gar nicht mehr so klein war und er das eindeutig erkannt hatte. Irgendwie hatte sie ihn nicht losgelassen. Er hatte zwar dagegen angekämpft, dann aber feststellen müssen, dass er sich ihrem Zauber nicht entziehen konnte.
Und jetzt kämpfte er nicht mehr dagegen an.
Dass sie heute Abend hier war und Jace nirgends zu sehen, bestätigte Gabe nur, dass der Moment gekommen war, den ersten Schritt zu tun.
Er nippte an seinem Wein und lauschte höflich den Worten der Gäste, mit denen er sich gerade unterhielt. Oder zu denen er sich eher gesellt hatte, denn auf mehr als den Austausch von Höflichkeiten ließ er sich auf seinen Runden durch die Menge selten ein.
Er hatte nicht geahnt, dass sie hier sein würde. Jace hatte keinen Ton gesagt. Hatte Jace es überhaupt gewusst? Gabe ging nicht davon aus, denn vor nicht einmal fünf Minuten hatten Jace und Ash mit einer großen, langbeinigen Brünetten den Saal in Richtung einer der luxuriösen Suiten im obersten Stockwerk verlassen.
Jace wäre nicht gegangen – nicht einmal mit einer Frau –, hätte er gewusst, dass Mia kommen würde. Aber es war gar nicht so verkehrt, dass Jace nicht da war. Das erleichterte so einiges.
Gabe beobachtete, wie Mia den Blick konzentriert durch den Saal schweifen ließ, als wäre sie auf der Suche nach jemandem. Ein Kellner blieb stehen und bot ihr Wein an. Sie nahm eines der eleganten, langstieligen Gläser, führte es jedoch nicht zum Mund.
Sie trug ein atemberaubendes Kleid, das eng anliegend die richtigen Stellen ihres Körpers betonte. Dazu schwindelerregend hohe Pumps und eine Hochsteckfrisur, die einen Mann förmlich anflehte, von ihm gelöst zu werden. Einzelne seidige Strähnen umrahmten ihr Gesicht und lenkten den Blick auf ihren schlanken Hals, der wie geschaffen war für die Lippen eines Mannes. Gabe widerstand nur mit Mühe dem Drang, quer durch den ganzen Saal zu marschieren und ihr sein Jackett umzulegen, damit kein anderer mehr sehen konnte, was er bereits als sein Eigen betrachtete. Meine Güte, das machte die Sache ja noch verrückter. Sie war nicht sein Eigen. Aber auch das würde sich bald ändern.
Das schulterfreie Cocktailkleid lenkte den Blick auf ihre Brüste, und er wollte verdammt noch mal nicht, dass ein anderer sie ansah. Und die Männer sahen sie an. Sie hatte bereits die Aufmerksamkeit anderer erregt, die sie – genau wie er – mit hungrigem Blick anstarrten.
Sie trug eine zarte Kette mit einem einzelnen Diamanten um den Hals und dazu passende Diamantohrstecker. Beides hatte er ihr vor einem Jahr geschenkt. Zu Weihnachten. Es erfüllte ihn mit Genugtuung, dass sie heute Abend etwas trug, das er für sie gekauft hatte. Für ihn war das ein weiterer Schritt auf dem unausweichlichen Weg, an dessen baldigem Ende sie ihm gehören würde.
Sie wusste es zwar noch nicht, er aber hatte lange genug gewartet. Er hatte sich lange genug wie ein Verbrecher der allerschlimmsten Sorte gefühlt, weil er die kleine Schwester seines besten Freundes begehrte. Als sie zwanzig geworden war, hatte er angefangen, sie mit anderen Augen zu betrachten. Aber damals war er vierunddreißig gewesen, und er wusste, dass sie immer noch viel zu jung für das war, was er von ihr wollte. Und deshalb hatte er gewartet.
Er war von ihr besessen, und auch wenn er es nur ungern zugab, so war sie doch wie eine Sucht, von der er nicht geheilt werden wollte. Jetzt war sie vierundzwanzig und der Alter unterschied schien nicht mehr vollkommen unüberwindbar. Das redete er sich zumindest ein. Jace würde natürlich trotzdem ausrasten – Mia würde schließlich immer seine kleine Schwester sein –, aber Gabe war bereit, dieses Risiko einzugehen, um endlich von der verbotenen Frucht kosten zu dürfen.
Oh ja, er hatte Pläne mit Mia. Er musste sie jetzt nur noch umsetzen.
Mia nahm einen kleinen Schluck von ihrem Wein – das Glas hatte sie eigentlich nur genommen, um sich in dieser Schar schöner und reicher Menschen nicht ganz so fehl am Platze zu fühlen – und sah sich ängstlich nach Jace um. Er hatte gesagt, dass er hier sein würde, und sie hatte ihn mit ihrem unerwarteten Auftauchen bei der Eröffnung des neusten Hotels von HCM überraschen wollen.
Das moderne und luxuriöse Hotel am Union Square war offensichtlich auf eine betuchtere Klientel ausgerichtet. Aber Jace – und seine beiden besten Freunde – lebten schließlich auch in dieser Welt. Sie hatten sehr hart gearbeitet, um so weit zu kommen, und waren erfolgreicher, als die meisten es vorauszusagen gewagt hätten – und das alles schon vor der Vollendung ihres dreißigsten Lebensjahres.
Nun, mit achtunddreißig, zählten sie zu den erfolgreichsten Hoteliers der Welt. Aber für Mia waren sie immer noch nicht mehr als ihr Bruder und seine besten Freunde. Nun ja, außer Gabe, aber vielleicht war es langsam an der Zeit, ihre peinlichen Teenagerfantasien in Bezug auf ihn abzulegen. Mit sechzehn war das ja noch verständlich gewesen. Aber mit vierundzwanzig konnte man das Ganze nur noch als verzweifelte Verblendung betrachten.
Ash und Gabe stammten aus reichen Familien. Sie und Jace nicht, und deshalb fühlte sie sich in den Kreisen, in denen ihr Bruder sich bewegte, auch nicht ganz wohl. Aber sie war über die Maßen stolz auf seinen Erfolg, der umso beeindruckender war, als Jace sich nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern auch noch um seine jüngere Schwester hatte kümmern müssen.
Gabe hatte ein enges Verhältnis zu seinen Eltern, oder es zumindest gehabt, solange sie verheiratet gewesen waren. Alle waren schockiert gewesen, als Gabes Vater sich gleich nach dem neununddreißigsten Hochzeitstag von Gabes Mutter hatte scheiden lassen. Und Ash … tja, seine Familienverhältnisse konnte man allenfalls als interessant bezeichnen, wenn man es positiv ausdrücken wollte, diplomatischer ließ sich das wohl nicht formulieren. Er kam mit seiner Familie nicht zurecht – mit keinem aus seiner Familie. Schon in jungen Jahren war er eigene Wege gegangen, wollte nicht ins Familienunternehmen eintreten – wollte auch kein Geld –, und vielleicht erzürnte sein Erfolg seine Familie umso mehr, weil er es ohne sie geschafft hatte.
Mia wusste, dass Ash nie Zeit mit ihr verbrachte. Meistens war er mit Jace und Gabe zusammen, vor allem mit Jace. Der hatte Mia sehr deutlich erklärt, dass Ashs Verwandte – mit Jace’ Worten – Arschlöcher waren, und sie hatte das so stehen lassen, da sie sie ohnehin nie kennengelernt hatte. Seine Familie tat so, als gäbe es HCM gar nicht.
Sie widerstand dem Impuls, sich umzudrehen und wegzulaufen, als zwei Männer lächelnd auf sie zukamen, wie auf der Jagd nach Beute. Zum einen hatte sie Jace noch nicht gefunden, und zum anderen wollte sie nicht so schnell wieder gehen, nachdem sie so lächerlich lange gebraucht hatte sich zurechtzumachen … für den Fall, dass Gabe ihr über den Weg lief, was zwar erbärmlich, aber nichts als die Wahrheit war.
Sie lächelte und wappnete sich innerlich, entschlossen, ihren Bruder nicht in Verlegenheit zu bringen, indem sie sich wie eine Närrin aufführte.
Doch dann erblickte sie völlig überraschend Gabe, der mit finsterer Miene durch die Menge auf sie zukam. Er trat zwischen sie und die herannahenden Männer, ehe die sie erreicht hatten, und griff nach ihrem Arm.
»Ich wünsche dir auch einen guten Abend, Gabe«, sagte sie mit leicht zittriger Stimme.
Der Mann hatte etwas an sich, das sie regelmäßig in eine stammelnde Idiotin verwandelte. Sie konnte nicht reden, nicht denken, keinen einzigen zusammenhängenden Gedanken fassen. Für ihn grenzte es wahrscheinlich an ein Wunder, dass sie tatsächlich einen Abschluss und dann auch noch cum laude gemacht hatte. Abgesehen davon, dass er und Jace ihr Diplom für vollkommen sinnlos hielten. Jace hatte gewollt, dass sie Wirtschaft studierte, um damit später in den »Familienbetrieb« einsteigen zu können. Aber sie war sich gar nicht sicher, was sie überhaupt machen wollte, und auch das ärgerte Jace.
Deshalb hatte sie Schuldgefühle. Weil sie es sich leisten konnte, sich bei ihren Entscheidungen Zeit zu lassen. Jace hatte immer großzügig für sie gesorgt. Er hatte ihr eine Wohnung besorgt und auch sonst alles, was sie brauchte, obwohl sie sich nach dem Hochschulabschluss durchaus bemüht hatte, ohne seine Unterstützung auszukommen.
Die Leute, mit denen sie den Abschluss gemacht hatte, arbeiteten alle schon und machten Karriere. Sie dagegen jobbte immer noch stundenweise in einer Konditorei und quälte sich mit der Überlegung, was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen wollte.
Dieses Zaudern hatte höchstwahrscheinlich auch viel mit den verqueren Fantasien in Bezug auf den Mann zu tun, der sie jetzt am Arm wegzog. Sie musste diese Fixierung auf ihn überwinden und weitergehen. Sie konnte nicht ihr ganzes Leben lang von der lächerlichen Vorstellung beseelt sein, dass er sie eines Tages bemerken und dann beschließen würde, dass er sie haben musste.
Gierig saugte sie seinen Anblick auf, um sich wie eine Süchtige daran zu berauschen – als hätte sie viel zu lange ohne ihren »Stoff« auskommen müssen. Er war ein Mann, dessen Präsenz jeden Raum, den er betrat, ausfüllte. Das...




