Banks | Die stumme Braut des Highlanders | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 72, 400 Seiten

Reihe: Historical Gold Extra

Banks Die stumme Braut des Highlanders


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-6099-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 72, 400 Seiten

Reihe: Historical Gold Extra

ISBN: 978-3-7337-6099-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Seit ihrem Reitunfall ist die schöne Eveline Armstrong verstummt. Obwohl sie damals nur das Gehör verlor, lässt sie alle Welt in dem Glauben, sie sei nicht mehr 'richtig' im Kopf - um einer Zwangsehe zu entgehen. Als der König dennoch befiehlt, dass sie in den verfeindeten Montgomery-Clan einheiratet, muss sie gehorchen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr Gemahl, der kriegerische Laird Graeme, ihr derart den Atem raubt! Seine tiefe Stimme vibriert so machtvoll, dass sie ihn versteht, und seine Küsse sind so zärtlich ... Aber darf sie wagen, ihm ihr Geheimnis zu offenbaren - das Einzige, was sie vor dem Hass seiner Familie schützt?



Die Nr.1-New York Times-Bestsellerautorin Maya Banks lebt mit ihrer Familie und einer ganzen Schar von Haustieren in Texas und ist ein echtes Südstaatenmädchen. Wenn sie nicht an einem ihrer packenden Romane schreibt, trifft man sie beim Jagen und Fischen oder beim Pokerspielen.

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1. KAPITEL

Das ist doch Irrsinn!“, entfuhr es Bowen Montgomery. „Er kann dich unmöglich an die kleine geistesschwache Tochter deines Erzfeindes ketten.“

Graeme Montgomery erwiderte den Blick seines Bruders grimmig. Vergebens rang er um eine Antwort; der Zorn, der in ihm aufwallte, machte ihn sprachlos. Der königliche Bote war wieder aufgebrochen und dürfte just in diesem Augenblick die Grenze des Montgomery-Landes überqueren. Dafür hatte Graeme gesorgt. Er fühlte sich zutiefst betrogen vom König und duldete den Gesandten der Krone nicht einen Herzschlag länger als nötig auf seinem Grund und Boden.

„Sie ist doch noch ein Kind“, knurrte Bowen. „Und sie ist … sie ist … Herrje, jeder weiß doch, dass sie nicht ganz richtig im Kopf ist. Was zur Hölle sollst du mit ihr anfangen?“

Graeme hob die Hand, um Bowen zum Schweigen zu bringen. Seine Finger bebten, ein untrügliches Zeichen seiner Wut. Er wandte sich ab und stapfte davon, fort von seinem Bruder. Er brauchte Abstand, musste allein sein, um sich über das Ausmaß dessen klar zu werden, was ihm soeben angetan worden war – ihm und seinem Clan.

Diese Ehe, die sein König verfügt hatte, um den Zwist zwischen den zwei Clans beizulegen, machte jedwede Chance darauf zunichte, dass Graeme den Titel des Laird und damit die Herrschaft über den Montgomery-Clan an seine Erben würde weiterreichen können.

Denn es würde keine Erben geben.

Mit Graeme würde alles enden.

Da er selbst keine Söhne haben würde, die Laird werden konnten, blieb es seinen Brüdern Bowen und Teague überlassen, für männliche Nachkommen zu sorgen, die dem Namen Montgomery eine Zukunft geben würden. Sein Clan mochte gar zu dem Schluss gelangen, dass einer seiner Brüder besser geeignet war, die Rolle des Laird zu übernehmen. Schließlich werde ich eine Frau haben, die ihren Pflichten gegenüber dem Clan nicht nachkommen kann, dachte er. Ich werde keine Kinder zeugen können.

Was für ein verfluchter Schlamassel diese ganze Angelegenheit war!

Wie konnte sein Lehnsherr ihm das antun? Er musste doch wissen, zu was für einer Zukunft er ihn damit verdammte.

Graeme schritt den schmalen Gang entlang, der von der Großen Halle in ein winziges Hinterzimmer führte. Dort war es dunkel, da die Felle vor den Fenstern nicht zurückgeschlagen worden waren. Auch Graeme tat dies nicht und zündete stattdessen an einer der Wandfackeln im Gang eine kleine Kerze an.

Der Schein der Flamme durchdrang die Finsternis kaum, war aber immerhin so hell, dass Graeme den Weg zu dem massiven Tisch fand, an dem sein Vater viele Nächte verbracht und seine Schreibfeder über seine Buchführung hatte kratzen lassen. Der alte Laird war ein knauseriger, pedantischer Mann gewesen, der auf alles ein Auge gehabt hatte, was der Clan an Vermögen besaß.

Doch sein übergroßes Herz hatte den Geiz wieder wettgemacht – stets war er gerecht gewesen gegenüber seinem Clan und hatte alle Menschen gleich behandelt. Er hatte darauf geachtet, dass jeder hatte, was er brauchte – dass ein jeder Kleidung besaß und satt wurde. Notfalls hatte er selbst gedarbt.

Graeme vermisste ihn jeden Tag aufs Neue.

Schwer ließ er sich nun auf den grob gezimmerten Stuhl sinken und strich über das alte Holz des Tisches. Fast war ihm, als spüre er das Wesen seines Vaters in diesem Raum.

Eine Ehe. Mit einer Armstrong. Allein der Gedanke war ihm zuwider.

Und dann Bowens Gerede darüber, dass das Mädchen geisteskrank sei. Graeme hatte den Gerüchten über ihre Umnachtung nie viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der Umstand war ihm egal gewesen – bis jetzt. Es war weithin bekannt, dass mit der Kleinen etwas nicht stimmte, wenngleich der Armstrong-Clan nichts Genaues nach außen durchdringen ließ.

Sie war gar schon einmal verlobt gewesen, mit dem Spross der McHughs. Der Laird der McHughs strebte ein Bündnis mit den Armstrongs an, weil ihm das zu beträchtlichem Einfluss verhelfen würde. Die Montgomerys hatten auch für die McHughs nicht viel übrig, denn diese waren mitschuldig am Tod von Graemes Vater. Aber Graeme wusste, wer die Hauptschuld trug. Und so waren es die Armstrongs, denen sein Hass vorrangig galt.

Er war nicht traurig darüber gewesen, dass das Verlöbnis gelöst worden war und Armstrongs und McHughs somit nicht durch eine Ehe verbunden waren. Die Armstrongs verbündeten sich nicht leichtfertig mit benachbarten Clans – das hatten sie nicht nötig. Sie waren eine so mächtige Sippe, dass ihnen ein Sieg sicher war, solange sie sich nicht einer Vielzahl an feindlichen Clans zugleich stellen mussten.

Tavis Armstrong war genau wie sein Vater und handelte, wie dieser es vor ihm getan hatte. Er misstraute Übereinkommen und Versprechen und gab niemandem Gelegenheit, ihn zu hintergehen. Über das Wohl seines Clans wachte er allein.

Wären sie nicht solch erbitterte Feinde gewesen, hätte Graeme vielleicht gar Respekt empfunden, was die Unbeirrbarkeit anging, mit der Armstrong herrschte. Auch dem Umstand, dass Armstrong sich auf niemandes Hilfe stützte, hätte er dann womöglich Anerkennung gezollt.

Nachdem das Verlöbnis zwischen der Armstrong-Tochter und dem McHugh-Sprössling aufgehoben worden war, war kaum mehr über die Angelegenheit gesprochen worden. Es wurde lediglich gemunkelt, dass das Mädchen nicht ganz richtig im Kopf sei. Doch da die Armstrongs nicht gerade ein geselliger Clan waren und unter sich blieben, hörte man nicht viel über die einzige Tochter des Laird.

Nay, Graeme bereute keineswegs, dass die Ehe nicht zustande gekommen war. Er wusste, dass McHugh seinen Stand als Schwiegersohn genutzt hätte, um Armstrongs Ingrimm gegen die Montgomerys zu nähren. McHugh strebte nach mehr Land und Macht, und die Besitzungen der Montgomerys waren ihm ein Dorn im Auge, weil sie ihn im Norden einzwängten.

Und nun sollte Graeme eine Frau aufgehalst bekommen, über die er kaum etwas wusste! Schlimm genug, dass sie schwachsinnig war und ihm keine anständige Gemahlin würde sein können. Viel schwerer wog allerdings, dass sie darüber hinaus dem verhassten Armstrong-Clan entstammte, was bedeutete, dass er nichts mit ihr zu tun haben wollte, selbst wenn sie die untadeligste Frau in den gesamten Highlands gewesen wäre.

Wenn er denn hätte heiraten wollen, dann eine Frau aus seinem eigenen Clan. Nie hätte er sich freiwillig ein Weib genommen, das die Montgomerys gefährden sowie Hader und Zwietracht säen würde. Und Eveline Armstrong würde beides tun.

„Graeme?“

Das kaum hörbare Flüstern war aus dem Gang gekommen. Graemes Ärger und Anspannung traten sofort in den Hintergrund, als seine Schwester Rorie den Kopf hereinsteckte und ihn beklommen musterte.

„Was ist, Kobold?“, fragte er und winkte sie herein.

Rorie war fünfzehn Winter alt, wirkte jedoch jünger als die meisten ihrer Altersgenossinnen. Während ein Gutteil Letzterer bereits Rundungen und Brüste aufwies, war Rorie nach wie vor dünn und schmächtig. Wären nicht ihre atemberaubend schönen grünen Augen und die anmutig weiblichen Züge gewesen, hätte sie als Knabe durchgehen können.

Da sie mit drei älteren Brüdern aufgewachsen war, hätte man annehmen sollen, dass sie allem gewachsen sei. Doch sie war äußerst schüchtern und stiller als andere Frauen, die Graeme kannte, außer gegenüber ihm und seinen Brüdern.

„Stimmt es, was Bowen sagt?“

Wenige Schritte von ihm entfernt blieb sie stehen. Er saß noch immer da, die Hände auf der hölzernen Tischplatte zu Fäusten geballt.

„Heiratest du wirklich eine Armstrong?“

Er suchte in ihrer Miene nach Spuren von Angst, denn er hätte alles getan, um ihr diese zu nehmen. Den Vater zu verlieren, hatte Rorie besonders schwer getroffen. Sie war immer der Augenstern des alten Laird gewesen, und wenn einer in der Familie die Armstrongs als Ungeheuer betrachtete, dann Rorie.

Aber alles, was Graeme in ihren ausdrucksvollen Augen sah, war Besorgnis.

„Das ist es jedenfalls, was der König verfügt hat.“

Sie verzog das Gesicht. „Aber warum? Weshalb sollte er so etwas tun?“

„Es steht dir nicht zu, seine Befehle zu hinterfragen“, erwiderte er, jedoch ohne Schärfe. Er konnte sie schlecht für ihren Mangel an Respekt rügen, wenn er selbst die königliche Weisung infrage stellte.

„Sie haben Vater umgebracht.“ Aus ihrer Stimme sprach tiefster Schmerz. „Wie könnte je Frieden zwischen uns herrschen? Wie kann der König nur glauben, dass eine Ehe zwischen dir und einer von denen irgendetwas ändern würde?“

„Schscht“, machte er leise. „Genug jetzt, Rorie. Uns ist befohlen worden, zu den Armstrongs zu reiten, und genau das werden wir tun.“

Entsetzt starrte sie ihn an. „Zu ihnen reiten? Ihren Grund und Boden betreten? Wo sie uns alle töten können? Wieso können nicht sie zu uns kommen? Warum sind wir diejenigen, die alles riskieren sollen? Haben sie sich etwa die Gunst des Königs erschlichen?“

Ihre unbedarften Worte brachten Graeme kurz zum Lächeln. „Es ist unwahrscheinlich, dass sie es als königliche Gunst erachten, mir die Tochter ihres Laird als Eheweib aushändigen zu müssen. Ich bezweifle, dass sie mehr Gefallen an der Sache finden als wir.“

„Es heißt, sie sei umnachtet“, wandte Rorie stirnrunzelnd ein.

Er seufzte. „Ich schätze, das werden wir auf der Hochzeit herausfinden, nicht wahr?“

Just in diesem Moment schallte Teagues Gebrüll durch den Gang. „Graeme! Wo zur Hölle steckst du?“

...



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