Barbieri | Der Sommerhimmel über Irland | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Barbieri Der Sommerhimmel über Irland

Roman | »Heather Barbieri ist die neue Maeve Binchy!«, urteilt >The Oregonian<
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-813-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | »Heather Barbieri ist die neue Maeve Binchy!«, urteilt >The Oregonian<

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-98690-813-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Komm mit an den Ort, wo Träume geboren werden: Der warmherzige Wohlfühlroman »Der Sommerhimmel über Irland« von Heather Barbieri als eBook bei dotbooks. Ist in diesem beschaulichen Küstenort das Glück zu Hause? Als Kate nicht nur ihre Mutter verliert, sondern auch vor den Scherben ihrer Beziehung steht, sehnt sich nach nichts mehr als einem Neuanfang. Also folgt sie der Stimme ihres Herzens - und reist nach Irland, ins Land ihrer Vorfahren. In dem kleinen Küstendorf Glenmara kann sie endlich wieder frei atmen ... nicht zuletzt dank der hiesigen Handarbeitsgruppe, die sie sogleich in ihre Mitte nimmt. Und dann ist da noch der sensible Künstler Sullivan, der selbst eine schmerzhafte Vergangenheit zu verarbeiten scheint. Kate fühlt sich sofort auf magische Weise zu ihm hingezogen - aber kann ihr Herz in Glenmara wirklich eine neue Heimat finden? Heather Barbieri erzählt eine bezaubernde Geschichte voller Wärme und Romantik: »Ein charmanter und berührender Roman«, urteilt Bestseller-Autorin Joanne Harris. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berührende Irland-Roman »Der Sommerhimmel über Irland« von Heather Barbieri ist der ideale Schmökerstoff für die Leserinnen von Maeve Binchy und Debbie Macomber. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Heather Barbieri wurde als Tochter irischer Einwanderer in den USA geboren und arbeitete als Zeitschriftenredakteurin, Journalistin und Filmkritikerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Kurzgeschichten sind preisgekrönt; ihre gefühlvollen Romane eroberten die Herzen zahlreicher Leserinnen und Leser. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in Seattle, Washington. Die Website der Autorin: www.heatherbarbieri.com Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/barbieriauthor Die Autorin auf Instagram: www.instagram.com/heatherbarbieri/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre gefühlvollen Romane »Der Sommerhimmel über Irland« und »Das Inselcottage am Meer«.
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BILD EINS


Dieser irische Regen

Kate war seit Stunden auf der Straße unterwegs, nur begleitet vom Regen. Dieser irische Regen gab immer wieder neue Kunststücke zum Besten, wehte von der Seite her, prasselte auf sie nieder, tropfte seufzend von den Blättern oder landete als Hagel auf Kapuze und Schultern und schmolz. Sie gab sich Mühe, ihm keine Beachtung zu schenken, weil sie solche Streiche kannte. Schließlich kam sie aus Seattle, der Stadt ihrer Geburt, ihres bisherigen Lebens und ihres gebrochenen Herzens. Sie hatte Seattle kurz nach der Trennung an einem Tag wie diesem, fast genau einen Monat zuvor, verlassen und wusste nicht, ob sie jemals zurückkehren würde. Doch der Regen oder sein Cousin folgte ihr, mit den Erinnerungen, die sie aus Amerika vertrieben hatten.

Auf den ersten Blick sah die Geschichte wie so viele Geschichten sehr einfach aus. Sie gewöhnte sich an, sie ganz trocken wie eine amüsante Anekdote zu erzählen, und zwar so oft, dass das Timing am Ende perfekt war. Drei Minuten. Länger dauerte es nicht, um das Ende einer fünfjährigen Beziehung zu sezieren.

Die Story lasse sich auf ein paar Sätze reduzieren, sagte sie: Ethan betrog sie mit einem Model, einer jungen Frau mit schwarzen Haaren, heller Haut, aquamarinfarbenen Augen und beträchtlichem Treuhandvermögen. Mit einer Frau, der Prinzen und Fürsten den Hof gemacht hätten, wäre sie in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort geboren worden. Mit einer Frau, so schmal und kantig wie eine Gottesanbeterin, die Kates Entwürfe bei ihrer missglückten Modenschau trug und behauptete, ihre Freundin zu sein.

Das Model sprach fünf Sprachen, war eine ausgezeichnete Fechterin und begnadete Geigerin. Kate besaß keine solchen beeindruckenden Fähigkeiten. Sie konnte genug Französisch, um Essen zu bestellen oder den Weg zur Toilette oder zum Bahnhof zu erfragen, solange ihr Gegenüber keinen zu starken Akzent hatte. Den Kilometer lief sie in fünf Minuten. Sie hielt sich für hübsch, nicht für schön, und für eher klein. Beim Kartenspiel war ihr, anders als bei Glücksspielen, das Schicksal normalerweise gewogen. Sie liebte Filme von Fellini und Popcorn und Schokoladenkuchen – und Ethan, trotz allem, was passiert war.

Sie schaffte es nicht, nicht mehr an ihn zu denken, und malte sich weit überzeugendere Argumente aus, als sie sie in der Wirklichkeit hinbekommen hätte. Die Realität sah folgendermaßen aus: leere Zimmer, allein kochen und essen, weniger Wäsche und eine sauberere Wohnung. (Ethan war ein Sammler und Jäger – von Rechts wegen hätte er ein Warnschild tragen müssen.) Die Realität bedeutete, allein aufzuwachen. Was sie letztlich gar nicht so sehr störte, weil sein Fremdgehen sie wütend machte. Trotzdem lief sie nach wie vor Gefahr, ihm zu verzeihen, wie schon so viele Male zuvor.

Nein, nie mehr, hatte sie beschlossen. Sie würde diesen Aufenthalt genießen und ihre Sorgen auf Distanz halten. Die Straße bot ihr nur zwei Möglichkeiten, vorwärts oder zurück, ohne Gabelungen oder Kreuzungen oder Umwege durch die weiten Felder voller Fingerhut; sie wurde gesäumt von moosbewachsenen Steinmauern und führte vorbei an verfallenen Farmhäusern mit halb eingestürzten Dächern und blinden Fenstern. Kate war seit fast einem Monat zu Fuß und per Anhalter unterwegs im westlichen Teil des Landes, wo Spuren der Zivilisation nur selten bis gar nicht auftauchten. Das gefiel ihr. Dublin, die großartige, starke Stadt, hatte sie innerhalb von vier Tagen kennengelernt: Trinity College, Book of Kells, die Straßen im Georgian Style, die Puppen und Mumien mit zerlumpter Kleidung, Zahnstummeln und Glasaugen in den Vitrinen der Museen, die Junkies, die ihr den Rucksack stahlen (sie war dem Dieb nachgelaufen und hatte ihn sich wiedergeholt), die Sozialwohnungen und den Smog. Alles hatte zwei Seiten – wenn nicht mehr.

Sie war mit Bussen in den sagenumwobenen Westen gefahren – Busse, die sie nicht so weit brachten, wie sie sollten, die sie den Anschluss verpassen ließen oder ganz den Geist aufgaben. Es hieß, dass Ersatzfahrzeuge in einer Stunde eintreffen würden, dann in zwei oder drei, Behauptungen, die irgendwann klangen wie Märchen. Am Ende hatte sie das Warten satt, marschierte zu Fuß weiter und landete schließlich hier, wo Erschöpfung und Regen alles surreal machten.

Jeder ihrer Schritte hinterließ eine Spur, manchmal sichtbar, manchmal nicht, eine Spur, die sagte: Ich war hier, es gibt mich. War dies nicht einer der Gründe, warum Menschen weggingen? Um zu vergessen und sich neu zu erfinden?

Zu Hause galt sie als eher ruhiger Mensch, trat hinter den geselligen Leuten in ihrem Leben – Ethan, Ella, sogar ihrer Mutter – zurück und gab sich mit der Rolle der stillen Begleiterin zufrieden, gut für eine gelegentliche kluge oder geistreiche Bemerkung.

Hier war sie auf sich allein gestellt. Ein merkwürdiges Gefühl, ja, doch ein Teil von ihr wollte etwas Neues, ein neuer Mensch werden.

Die Luft roch nach feuchtem Gras, Gülle und Torffeuern, obwohl Kate, abgesehen von Kühen und Schafen, keinerlei Lebewesen in der Nähe entdecken konnte. Und das waren nicht die weißen, sauberen, wuscheligen Schafe aus ihren Träumen, sondern Tiere mit schmutzig gelblicher, verfilzter Wolle. Mäh, sagte das Schaf, Mäh antwortete Kate und hätte fast zu weinen angefangen, weil Ethan, immer zum Albern aufgelegt, so etwas getan hätte. Mäh?, als hätten die Tiere die Mutter verloren, so wie Kate im vergangenen Februar.

Nicht weinen, ermahnte sie sich und lächelte trotz allem. So schwierig war das gar nicht. Man kann sich für das Glück entscheiden.

Normalerweise machte ihr der Regen nichts aus, aber das hier war zu viel. Ich hätte mir eine trockenere Gegend, zum Beispiel Spanien, aussuchen sollen, dachte sie. Doch Spanien wurde in diesem Jahr heimgesucht von Feuerquallen, Stromausfällen und Wühlmäusen, die die Ernte auffraßen – das hatte sie in der Zeitung gelesen.

Sollte das Wetter nicht besser sein, so kurz vor dem ersten Mai? Sie suchte Zuflucht unter einem rosa blühenden, stark duftenden Rhododendronbusch, um an einem Müsliriegel zu knabbern. Er schmeckte wie Sägemehl, vielleicht weil sie keinen Hunger hatte – den hatte sie nie am Anfang oder Ende einer Liebesgeschichte, am allerwenigsten nach dieser, die eigentlich ewig hätte dauern sollen. Alle waren so sicher gewesen, dass sie und Ethan heiraten würden, dass sie den Brautstrauß bei der Hochzeit im mittelalterlichen Stil fangen würde, der sie im März beiwohnten (die Brautleute liebten nicht nur einander, sondern auch die Gesellschaft für kreativen Anachronismus). Dort hatte er sie, wenn schon nicht direkt am Altar, so doch nur unweit davon entfernt, stehen lassen, neben der schmelzenden Eisskulptur eines Ritters in glänzender Rüstung, eine Pfütze um die Füße, das Schwert kaum mehr als ein Zahnstocher.

»Ich kriege keine Luft«, hatte Ethan nach der Trauung gesagt. Das turmbewehrte Gebäude in Seattles Denny-Regrade-Viertel war für die Feier in ein Schloss verwandelt und mit Gobelins, Standarten und Wappen geschmückt und das bewaldete Anwesen in eine Miniaturversion von Sherwood Forest verwandelt worden. – Eine beeindruckende Szenerie, besonders nach mehreren Krügen Ale.

»Ich verstehe, was du meinst«, flüsterte Kate mit gekünstelt englischem Akzent zurück. »Mein Hüfthalter bringt mich noch um – aber dir steht die Strumpfhose ausnehmend gut.« Vom Festsaal wehte der Geruch von Braten und Gemüse herüber. Sie fragte sich, wie es ihr gelungen war, in diesem Aufzug einen Bissen hinunterzubringen, und sehnte sich nach bequemerer Kleidung, doch die Feier stand nach dem Wunsch der Braut unter einem Motto. Kate fand das abwechselnd amüsant und lächerlich.

»Nein.« Ethan wich ihrem Blick aus. »Ich meine, ich halte das nicht mehr aus.«

»Was?« Sie lächelte weiter, weil sie sich den Abend nicht verderben lassen wollte. »Natürlich können wir gehen, aber Sean ist sicher enttäuscht, wenn du das Ritterturnier verpasst.« Das Gleiche galt für sie selbst, weil sie hoffte, anschließend tanzen zu können. Die Eltern der Braut hatten Dudelsackpfeifer engagiert, die bereits fröhlich vor sich hin spielten. Ein Narr, der mit klingelnder Kappe Purzelbäume den breiten Flur entlang schlug, verfehlte nur knapp eine Ming-Vase von unschätzbarem Wert. Feuerschlucker führten ihre Kunst auf dem Balkon vor. Ob sie sich dabei manchmal die Zunge verbrannten?, fragte sich Kate.

»Nein, ich meine die Sache mit uns.« Er wartete, bis die Worte bei ihr ankamen. »Es ist vorbei. Tut mir leid.« Dann entfernte er sich wankend, was die anderen Gäste sicher dem Alkohol zuschrieben. Bevor er den Ausgang erreichte, klopfte ihm ein Mann auf die Schulter, und wenig später prostete Ethan bereits wieder lachend anderen zu. Er war nicht nur ziemlich robust, sondern wusste auch, dass Kate ihm nicht folgen würde, um ihm eine Szene zu machen.

Sie sah ihn mit offenem Mund an, nicht unähnlich dem gebratenen Schwein im Mittelpunkt des Fests, allerdings ohne Apfel. Hatte das Treuegelübde der Brautleute Ethan aus der Fassung gebracht? Das konnte sie verstehen. Sie würde ihn nicht drängen und sich, wie immer fest mit einer späteren Versöhnung rechnend, von Ella nach Hause bringen lassen.

Sie täuschte sich. Noch am selben Abend zog er zu einem Freund mit der Begründung, er brauche Zeit und Raum zum Nachdenken. Die meisten seiner Habseligkeiten ließ er bei ihr. Wenn sie anrief, war er nie da. Nach einer Weile begann sie daran zu zweifeln, dass er bei dem Freund wohnte. Doch wo sonst sollte er sein? Sie wartete zwei Wochen, bis der Freund endlich Mitleid mit ihr hatte...



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