Barnes | Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 482 Seiten

Reihe: Ein Cheltenham-Roman

Barnes Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich

Ein Cheltenham-Roman - Band 4
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-437-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Cheltenham-Roman - Band 4

E-Book, Deutsch, Band 4, 482 Seiten

Reihe: Ein Cheltenham-Roman

ISBN: 978-3-96655-437-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Schwiegermütter und andere Probleme: Die rasante Ehe-Komödie »Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich« von Zoë Barnes als eBook bei dotbooks. Es ist doch sicher kein Zufall, dass »Kuss« und »K.O.« mit demselben Buchstaben anfangen .... Eigentlich war Emma sicher, das große Los gezogen zu haben - schließlich hat sie soeben ihre Jugendliebe Joe geheiratet und die hektische Großstadt London hinter sich gelassen, um im idyllischen Cheltenham ihr Glück zu suchen. Dummerweise versteckt sich eben dieses aber sehr geschickt vor ihr: Statt auf Wolke 7 zu tanzen, findet sich Emma in einem Höllenjob wieder! Und während Joe unterwegs ist, um Karriere zu machen, stürzt sich seine Mutter mit dem Charme einer Furie auf ihre Schwiegertochter, die nichts so macht, wie es sich gehört. Plötzlich fragt sich Emma, ob ihre Ehe den Alltagstest überleben wird ... oder zeigt sich vielleicht doch schon ein unerwarteter Silberstreif am Horizont? »Zoë Barnes schreibt wundervolle Unterhaltung für Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen!« Express Jetzt als eBook kaufen und genießen: der humorvolle Liebesroman »Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich« von Zoë Barnes. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Zoë Barnes ist ein Pseudonym der britischen Bestsellerautorin Susan Morgan (1957-2009). Sie wuchs in der Nähe von Liverpool auf und lebte danach lange in der Grafschaft Gloucestershire - genauer gesagt im beschaulichen Cheltenham, wo auch viele ihrer romantischen Komödien spielen. Lange vor Helen Fielding und deren »Bridget Jones« war Susan Morgan eine Wegbereiterin der herrlich britischen, humorvollen Unterhaltungsromane. Sie war außerdem als Übersetzerin erfolgreich und stand in ihrer Freizeit als Mezzosopranistin auf der Bühne. Bei dotbooks erschienen die folgenden Romane von Zoë Barnes: »Du sagst Chaos, ich hör' Hochzeit«, »Wer in den Seilen hängt, kann endlich richtig schaukeln«, »Das Glück spielt die erste Geige, aber ich bin die Dirigentin«, »Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich«, »Alte Liebe rostet nicht, aber neue Liebe glänzt«, »Die Braut, die sich was traut«, »Die Insel des geheimen Glücks« und »Auf der Spur der Träume«.
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Kapitel 2


»Bist du’s, Rozzer? Warte mal.« Joe hielt sein Handy ans Ohr, während er sich seinen Weg durch das Warenlager von Unico bahnte und darauf achtete, keinen Ketchup oder Ähnliches auf seinen neuen Armani-Anzug zu bekommen. Wie sein Vater – ein ehemaliger Berufssoldat, der seine Jeans noch immer mit Bügelfalten verschönerte – hinterließ auch Joe gern einen guten Eindruck. Abgesehen davon gehörte das natürlich zu seinem Job – zumal dann, wenn einer wie er im Management auf der Überholspur unterwegs war und nicht die geringste Absicht hatte, vor dem ganz großen Erfolg abzubremsen.

Mit dem Telefon in der Hand gab er dem Lageristen im braunen Arbeitsanzug ein Zeichen. »Wenn die fünfzehn Paletten da nicht bis vier in Abingdon sind, gibt’s Ärger.« Seine Stimme nahm wieder ihre normale Lautstärke an. »Bist du noch dran?«

Rozzer Wilkinson – von seinen UFO-gläubigen Eltern auf den Namen Roswell getauft – antwortete so, als hätte er den Mund voller Chips. »Klar. Bin gerade im Two Foxes einen trinken, bevor der nachmittägliche Ansturm losgeht. Was gibt’s denn?«

»Hast du vielleicht Lust, mit Toby am Freitagabend vorbeizukommen? Das Spiel ansehen? Gary kommt auch«, fügte er als zusätzlichen Anreiz hinzu.

»Bist du ganz sicher, dass das geht?«, fragte Rozzer unschlüssig.

Joe kratzte sich an der Nase. »Was meinst du damit?«

»Wegen Emma. Du weißt schon, die neue Dame des Hauses, erinnerst du dich nicht? Mann, ihr seid gerade mal aus den Flitterwochen zurück, da habt ihr doch bestimmt was Besseres vor.«

Joe lachte stillvergnügt in sich hinein. »Klar geht das mit Em in Ordnung, die hat nichts dagegen. Und außerdem treiben wir’s nicht den ganzen Tag lang wie die Karnickel.«

»Selber schuld«, witzelte Rozzer.

»Du kommst also?«

»Na schön. Um halb acht, passt das? Ich muss nur den Laden abschließen und dann noch zum Fußballtraining.«

»Gern. Bis dann also. Ach ja, und vergiss das Bier nicht!«

Joe beendete das Gespräch und steckte das Handy wieder ein. Mit einem wohligen Gefühl unterdrückter Erregung dachte er an Emma, seine entzückende Frau. An Emma und das schöne warme Bett, das sie wieder miteinander teilen würden, wenn ihre Nachtschichten für diesmal vorüber waren. Hmm. Joe lächelte in sich hinein. Emma, das weiche Bett, eine Flasche Champagner ... So ganz Unrecht hatte Rozzer wahrlich nicht.

***

Emma machte den letzten Stich an der Naht, die die fünf Zentimeter lange Platzwunde an der Stirn des kleinen Mädchens verschloss, und lehnte sich zurück, um ihr Werk zu begutachten.

»Na also«, sagte sie lächelnd. »Hat doch gar nicht wehgetan, oder?«

Mit bebenden Mundwinkeln schüttelte die Kleine den Kopf.

»Du warst aber auch wirklich tapfer!« Emma wandte sich der aufgeregten Mutter zu, die noch immer ihren Schlafanzug und ihren blutbespritzten Morgenmantel trug. »War Sara-Jane nicht ein tapferes Mädchen?«

Die Mutter rang sich ein gequältes Lächeln ab. Offenbar hatte sie noch immer nicht verdaut, dass mitten in der Nacht ein Wackerstein durch ihr Schlafzimmerfenster geflogen war.

»Ich finde, damit hat sie sich eine Ehrenurkunde verdient.«

Sie holte ein Exemplar aus der Schublade und trug mit rotem Filzstift den Namen des Mädchens ein. Der Text lautete: »Diese Urkunde wird Sara-Jane für besondere Tapferkeit im Krankenhaus überreicht.«

»So, das hätten wir.« Sie gab dem Kind das Papier. »Gut gemacht.«

»Bedank dich bei der netten jungen Dame, Sara-Jane.«

»Fanke.«

»Gern geschehen. Und jetzt hole ich noch schnell ein Informationsblatt für deine Mami, damit sie weiß, was zu tun ist, falls es dir später ein bisschen schlechter gehen sollte.« Emma betrachtete die Mutter von Kopf bis Fuß. Sie brachte kaum ein Wort heraus und war noch immer leichenblass. »Geht es Ihnen gut? Vielleicht sollte noch kurz ein Arzt einen Blick auf Sie werfen?«

»Nein, es geht schon. Das ist nur der Schock.« Sie schluckte. »Ich habe nachgedacht. Ob ich vielleicht zur Polizei gehen sollte ...«

»Auf jeden Fall. Ich kann für Sie anrufen, wenn Sie das möchten.«

Die Frau legte ihre Hand schützend auf die Schulter ihrer Tochter. »Nein, ich sollte das doch besser lassen. Ich meine, na ja, ich will keinen Aufstand veranstalten. Aber trotzdem danke für das Angebot.«

Emma wusste nicht, was sie davon halten sollte. »Aber da hat jemand versucht, Ihnen und Ihrem kleinen Mädchen wehzutun. Was wäre, wenn ...«

»Das lassen Sie bitte meine Sorge sein.« Die Frau schaute Emma aus dunklen Augen an, und ihr Blick war mit einem Mal wie versteinert. »Hören Sie, ich wohne in Meadows Estate«, erklärte sie, »und da gibt es gewisse Dinge, die man besser bleiben lässt. Außerdem ist das Ganze nur passiert, weil ich mich zuvor an die Polizei gewandt hatte. Wenn Sie mit Sara-Jane fertig sind, gehen wir nach Hause.«

***

»Nun komm schon.« Joe füllte Emmas Weinglas und stellte es auf den Rand der Badewanne, in der ein luxuriöses Schaumbad duftete. »Du müsstest eigentlich von unstillbarer sinnlicher Begierde ergriffen sein. Oder mache ich etwas falsch?«

»Was? Oh, tut mir Leid, Liebling.« Sie setzte sich in der Wanne auf und gab ihm einen schaumigen Kuss. »Du machst gar nichts falsch, ich habe nur gerade nachgedacht.«

»Tu das bitte nicht!« Joe zog seine Socken aus und ließ sich auf dem Rand der Wanne nieder. Überall flackerten Kerzen, die romantische Schatten warfen. Es war Emmas erste dienstfreie Nacht, und Joe war fest entschlossen, dafür zu sorgen, dass sie diese nicht so schnell vergessen würde. »Hör endlich auf, dir einzubilden, du könntest stellvertretend die Probleme aller Leute lösen.«

»Das bilde ich mir gar nicht ein, aber ich ...«

»Doch, das tust du! Du hast ein Herz so groß wie der Ozean, und das nutzen die Leute gnadenlos aus.« Er strich ihr das honigblonde Haar aus dem Gesicht. »Hör mal, Liebling, du hast doch mit dem Stationspfleger über Sara-Jane und ihre Mutter gesprochen, also überlass die Sache ihm. Wenn er meint, er müsste deswegen Kontakt zum Sozialamt aufnehmen oder zu wem auch immer, dann tut er das auch. Dafür bist du doch nicht verantwortlich!«

»Ich ...«

Er warf ihr einen warnenden Blick zu.

»Also gut, vergessen wir’s.« Emma ließ sich in den Schaum zurücksinken, und er begann, an ihren Zehen zu knabbern, was sie zum Kichern brachte. Joe hatte Recht, und das wusste sie. Wenn sie als Krankenschwester eines gelernt hatte, dann war es die Tatsache, dass es keinen Sinn hatte, sich allzu sehr in die persönlichen Schicksale ihrer Patienten hineinzusteigern. Wenn man zu viel über die Menschen nachdachte, die hinter jeder Schürfwunde oder jedem ausgerenkten Zeh steckten, drehte man unweigerlich irgendwann durch. Stattdessen galt es, eine angemessene Distanz anzustreben; das wusste jede Schwesternschülerin schon im ersten Ausbildungsjahr.

Eigentlich hatte sie geglaubt, das alles ganz gut hinzubekommen, doch das war vor ihrem Umzug nach Cheltenham gewesen. Jetzt aber war ihr Leben irgendwie durcheinander geraten, und sie fühlte sich merkwürdig verwundbar und desorientiert. Sie war ja so froh, dass sie Joe hatte; er war ihre paradiesische Insel in einem Meer der Unsicherheit, auch wenn er im Grunde ihre Probleme erst verursacht hatte – wenngleich auf die schönste Art, die sie sich denken konnte.

»Das ist alles so merkwürdig«, hörte sie sich murmeln.

Niedergeschlagen blickte Joe von ihren Zehen, die er gerade verwöhnte, zu ihr auf. »Und ich dachte, du magst das.«

»Tu ich auch!«, erwiderte sie, und sein enttäuschtes Gesicht brachte sie zum Lächeln. »Ich meinte doch nicht das, was du da gerade machst, sondern das Leben an sich.«

»Oh Gott«, stöhnte Joe theatralisch, »jetzt fängt sie auch noch an zu philosophieren.«

Sie spritzte ihn spielerisch nass. »Ich meine es ernst! Das ist doch eine seltsame Phase in unserem Leben, findest du nicht auch? Alles ist so anders, so neu.«

»Ja, das ist es.« Er fuhr mit einem Finger sanft über ihr Bein nach oben und streichelte sie. »Aber es ist wunderbar – und nicht seltsam.«

»Es ist beides.« Sie löste sich von ihm, setzte sich auf und bedeckte Joes nackten Schenkel mit Küssen. Er ist wirklich schön, dachte sie, als sie den leichten Salzgeschmack auf seiner glatten, gebräunten Haut registrierte. Er könnte jede Frau bekommen. Was habe ich nur für ein Glück! »Überleg doch mal, wie viele Jahre wir schon zusammen waren, und erst jetzt lernen wir uns wirklich kennen. Ich wusste ja nicht mal, dass du allergisch gegen Sellerie bist!«

»Na und? Das gegenseitige Kennenlernen ist doch auch ein Teil vom Vergnügen. Quietschentchen, mein Liebes, sag schon – was bringt dich nur auf solche Gedanken?«

»Ach, nichts. Mach dir nichts draus.«

»Du bist doch glücklich, oder?«

»Ja!«

Sie schaute ihm tief in die Augen und genoss die Erkenntnis, dass er ihr gehörte, endlich ihr gehörte, und sie ihm. Alles andere – das Neue, Fremde, nicht ganz Zusammenpassende – würde sich irgendwann von selbst erledigen, denn das Einzige, was zählte, war schließlich, dass sie zusammen waren.

»Mein Liebling«, flüsterte sie und zog sein Gesicht zu sich herab.

»Hmm?«

»Erinnerst du dich noch an die große im Boden eingelassene Badewanne, die wir damals in Tunesien hatten? Die mit Platz für zwei?«

Joes Lächeln wurde breiter. »Als ob ich die je vergessen könnte.«

»Und weißt du auch noch, was wir in ihr gemacht haben?«

»Klar weiß ich das noch. Wieso fragst du?«

Sie küsste ihn. »Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich...



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