Bartrow | Starke Knie - Schmerzfrei und beweglich | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

Bartrow Starke Knie - Schmerzfrei und beweglich

Gezielt üben bei Arthrose, Schmerzen und Verletzungen
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-432-11522-1
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gezielt üben bei Arthrose, Schmerzen und Verletzungen

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

ISBN: 978-3-432-11522-1
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wieder Treppen steigen ohne Probleme! 

Ihr Knie ist steif, knackt beim Schuhebinden und schmerzt nach langem Sitzen oder ausgedehnten Spaziergängen? Dieses Buch bietet Hilfe bei Kniebeschwerden und informiert über die vielfältigen Therapiemöglichkeiten: von Physiotherapie über die Knie-OP und Hilfe danach, aber auch mögliche Alternativen zur Operation.

  • Mit 8 Tests dem Knieschmerz auf der Spur: Meniskus, Muskeln, Bänder, Nerven, Kniescheibe oder Arthrose? Identifizieren Sie Ihre individuellen Problembereiche.
  • 55 Übungen für starke Knie: Trainieren Sie Kniestabilität, Muskelkraft, Kniebeuge- und Kniestreckfähigkeit.
  • Extra „Wo-ich-geh-und-steh-Programm“: Wenn Sie nur wenig Zeit haben, können Sie auch im Büro, im Zug oder beim Staubsaugen etwas für Ihre Knie tun.

Kay Bartrow, Physiotherapeut und erfolgreicher Autor, zeigt Ihnen, was Sie selbst für Ihre Kniegesundheit tun können.

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Zielgruppe


Gesundheitsinteressierte


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Das Knie – sein Steckbrief


Was hat das Kreuzband mit der Körperhaltung zu tun? Und was machen eigentlich die Menisken? Lernen Sie Strukturen des Knies besser kennen – und die Mechanismen, die sie einschränken.

Das Kniegelenk ist, rein formal betrachtet, das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Funktionell ist es zudem eines der wichtigsten Gelenke, denn es trägt unseren Körper und ermöglicht uns das Gehen, sportliche Aktivitäten, das Hinsetzen und wieder Aufstehen oder hilft uns auch dabei, stabil zu bleiben auf einem wackeligen, unebenen Untergrund. Das Kniegelenk hat es wahrlich in sich. Es ist durch seine Größe und durch seine tragende Rolle allerdings auch ein sehr stark belastetes Gelenk. Und alle körperlichen Strukturen, die intensiv genutzt und belastet werden, haben leider die Tendenz, sich schnell eine Funktionsstörung oder gar eine Verletzung zuzuziehen.

Unter den Bausteinen des Kniegelenks finden sich Knochen (Ober- und Unterschenkel), Muskeln, Nerven, Bänder, Faszien und Knorpelgewebe. Diese Strukturen werden bei Bewegungen mehr oder weniger stark belastet und abgenutzt. Jede Belastung hinterlässt ihre Spuren an den Geweben. Wie stark diese Spur, wie Verletzung oder Veränderung ist, hängt immer von der Intensität der Nutzung ab.

Knie läuft nicht rund?


Die häufigsten Beschwerden am Kniegelenk sind Schmerzen, Störungen der Bewegung und Gelenkgeräusche. Diese Beschwerden treten entweder durch eine akute Verletzung oder durch chronische Überbelastung auf, aus der später eine Verletzung entstehen kann.

Schmerzen. Sie können von kleinen oder auch größeren Verletzungen herrühren. Kleinere Verletzungen treten an Bändern, Muskeln oder auch auf der Gelenkfläche (am Knorpel) auf. Das sind sogenannte Mikrotraumen. Sie entstehen z. B. beim Anschlagen des Kniegelenks an der Tischkante oder beim Verdrehen. Auch direkte Krafteinwirkung durch einen Schlag, Stoß oder Sturz – etwa beim Sport – kommen als Ursache infrage. Größere Verletzungen, wie Knochenbrüche, Muskel- und Meniskusrisse oder Kreuzbandverletzungen, treten auch häufig auf. Manchmal ist dann eine Operation nötig, um die Situation zu verbessern.

Bewegungsstörungen. Sie sind oft eine direkte Folge von Verletzung und Schmerz. Einer Verletzung folgt der Schmerz und er löst die Funktionsstörung oder die Bewegungseinschränkung aus. Mit Schmerzen funktioniert unser Körper nun einmal nicht mehr zu 100 Prozent. Betroffen sind meist einzelne Bewegungsrichtungen: Sie können das Knie nicht mehr ganz anbeugen oder nicht mehr komplett strecken. Dafür können z. B. Meniskusverletzungen oder ein Knorpeldefekt ursächlich sein.

Gelenkgeräusche. Sie sind immer beunruhigend und v. a. ein Hinweis darauf, dass die Situation im Knie sich verändert hat. Wir unterscheiden zwei Gelenkgeräusche: Knacken und Reiben. Während das Knacken ein zeitlich und räumlich abgegrenztes Geräusch ist, dem meist größere mechanische Veränderungen (z. B. Meniskusverletzung, Kreuzbandriss oder größere Knorpeldefekte) zugrunde liegen, ist ein Gelenkreiben (ein Gefühl, als wäre Sand im Getriebe) eher ein Hinweis auf einen abbauenden (degenerativen) Prozess am Gelenkknorpel (Arthrose).

Daniela

Ein Schritt, und schon war das Knie verdreht.

»Ich wollte nur mal schnell die Wäsche im Garten abhängen, als ich beim Rückwärtsgehen über das Bobbycar meiner Tochter gestolpert bin. Dabei muss ich mir das Knie verdreht haben. Der einschießende Schmerz zeigte sofort, dass etwas Größeres passiert war. Am Abend war mein Kniegelenk zu einem großen Ballon angeschwollen und bei der ärztlichen Untersuchung wurden ein Innenbandriss und ein Meniskusriss festgestellt.«

Manuela

Erst rieb es nur, nun schmerzt es.

»Als ich mich vor zwei Monaten zu meiner Tochter auf den Boden setzen wollte, hörte ich dieses harte Reiben im linken Knie das erste Mal. Seither ist es bei jedem In-die-Hocke-Gehen dabei und es wird eher schlimmer. Es hört sich an, als hätte ich groben Sand im Gelenk. Mittlerweile schmerzt es auch schon.«

Johannes

Gestoppt und weggerutscht …

»Es passierte auf dem Tennisplatz, als ich einen Stoppball erlaufen wollte. Es blieb beim Gedanken – denn mein Standbein rutschte weg, ich knickte im Kniegelenk ein und verletzte mir dabei die Innenbänder.«

Anita

Ich schlug mit dem Knie auf dem Boden auf.

»Ich stand mitten in der Garage auf der Trittleiter, um an der Lampe die Glühbirne auszutauschen, als mein Mann mit dem Auto in die Garage fahren wollte. Er konnte zwar noch rechtzeitig bremsen, aber ich erschrak dermaßen, dass ich von der Leiter fiel und mit der rechten Kniescheibe auf den Fliesenboden knallte. Die Kniescheibe brach der Länge nach durch und seither wechselt mein Mann alle Glühbirnen im Haus.«

Wer ist wer im Kniegelenk?


Einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte, um z. B. Beweglichkeit, Kraftübertragung und Elastizität durch Üben und Trainieren zu verbessern, ist das Verständnis für den Aufbau und die normalen Funktionen des Kniegelenks. Das Knie besteht aus vielen Strukturen und Bauteilen. Hier treffen sich die Knochen von Ober- und Unterschenkel. Muskeln und Sehnen laufen zusammen und schützen, bzw. stabilisieren die Gelenkstrukturen. Nerven kreuzen diese Bahnen und versorgen mit ihren Impulsen die Gewebe mit wichtigen Reizen für die Aktivität. Das Kniegelenk stellt, als Mittelgelenk zwischen Fußgelenken und Hüftgelenk, ein sogenanntes Kompromissgelenk dar. Es sucht und fordert mit jeder alltäglichen Bewegung geradezu die Gratwanderung zwischen Beweglichkeit und Stabilität. Dabei ist Balance statt Tendenz gefragt: Zu viel Beweglichkeit geht immer zulasten der Stabilität, umgekehrt reduziert zu viel Stabilität die Beweglichkeit. Ist das Verhältnis nicht ausgewogen, können Störungen der Gelenkfunktionen auftreten. Ein ausgeglichenes Verhältnis muss also das Ziel eines jeden Trainings sein. Eine optimale Auswahl der Übungen stellt die Balance zwischen ausreichender Stabilität bei allen Bewegungen und normaler Bewegungsreichweite (also einer normalen Beweglichkeit) wieder her.

Die Form bestimmt die Funktion und die Funktion beeinflusst die Form. Diese Gesetzmäßigkeit gilt für alle Bauteile des menschlichen Körpers. Wenn also Form und Funktion immer voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen, ist eine kleine Grundkenntnis über den anatomischen Aufbau und die Funktionen sehr nützlich.

Starke Knochen


In der Knieregion finden sich vier knöcherne Strukturen: der Oberschenkel (Femur), die Kniescheibe (Patella) und die beiden Unterschenkelknochen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Der Oberschenkelknochen ist der größte Knochen des menschlichen Körpers. Er wird bis zu 55 Zentimeter lang – damit macht er etwa ein Viertel der gesamten Körperlänge aus. Der Oberschenkelknochen ist auch der tragfähigste: Er kann bis zu 1,5 Tonnen Gewicht tragen. Obwohl er so enorm belastbar ist, ist er häufig an seinen gelenkigen Verbindungen von Abnutzung und Funktionsstörungen betroffen. Die meisten Störungen treten dabei infolge dauerhafter Überbelastung oder nach akuter Verletzung auf.

Gelenke im Gelenk


Diese vier »Knieknochen« schließen sich zu drei Gelenken zum Kniekomplex zusammen. Das eigentliche Kniegelenk (Artikulatio genus) bilden Oberschenkelknochen und Schienbein. Das zweite wichtige Gelenk liegt zwischen der Kniescheibe und dem Oberschenkel (patellofemorales Gelenk). Das dritte Gelenk, zwischen Waden- und Schienbein (tibiofibulares Gelenk), ist selten von Funktionsstörungen betroffen, da es kein Gewicht tragen muss.

Die häufigsten Probleme ergeben sich in den hauptsächlich durch das Körpergewicht und die Gewichtskraft belasteten Gelenken: dem Kniegelenk und dem Kniescheibengelenk. Dort toben die Alltagskräfte: Das Kniegelenk ist stets der Kraft des eigenen Körpergewichtes ausgesetzt und im Kniescheibengelenk versuchen sich die Kräfte der Muskeln bei allen Bewegungen (in Alltag, Arbeit oder Sport) die Waage zu halten.

Die knöchernen Anteile des Kniegelenks.

(Schünke M, Schulte E, Schumacher U. PROMETHEUS LernAtlas,)

Wie das Kniegelenk arbeitet


Als Mittelgelenk (zwischen Fuß- und Hüftgelenk) ist das Knie für eine optimale Beinachse verantwortlich, dann stehen Ober-, und Unterschenkel nahezu gerade aufeinander. Weicht das Knie zu weit nach innen ab, entsteht häufig eine knöcherne Fehlstellung: das X-Bein (Genu valgum). Steht das Kniegelenk hingegen zu weit nach außen, entsteht das O-Bein (Genu varum). Durch solche Haltungsveränderungen werden die Gelenkflächen verstärkt belastet und im Laufe der Zeit abgebaut – eine Arthrose entsteht.

Das Kniegelenk hat verschiedene Freiheitsgrade, um die es sich bewegen kann – beugen, strecken...


Kay Bartrow ist Erfolgsautor, renommierter Physiotherapeut, Dozent in der medizinischen Fort- und Weiterbildung und Gesundheitsberater. Seine Bücher „Blackroll“, „Lucky Feet“, „Starke Schulter“, „Der schmerzfreie Rücken“ und „Das Arthrose-Selbsthilfe-Buch“ sind alle bei TRIAS erschienen und helfen vielen Menschen, körper- und gesundheitsbewusster zu trainieren.



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