E-Book, Deutsch, Band 3, 292 Seiten
Reihe: Inseltrip by arp
Bauer Cres und Lošinj
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-946280-53-8
Verlag: by arp
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
– Der praktische Reiseführer für Ihren Inseltrip
E-Book, Deutsch, Band 3, 292 Seiten
Reihe: Inseltrip by arp
ISBN: 978-3-946280-53-8
Verlag: by arp
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Mit diesem Reiseführer wird es Ihnen leichtfallen, die schönsten Winkel der Inseln kennenzulernen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Orte, Sehenswürdigkeiten, Wanderrouten und Strände vor. Auch geschichtlich Interessierte kommen auf ihre Kosten. Für Stadt Cres, Beli und Mali Losinj haben wir einen Stadtrundgang ausgearbeitet. Viele Tipps und die wichtigsten Adressen, Links und Telefonnummern ersparen Ihnen in der Vorbereitungsphase Ihres Inseltrips mühevolles Recherchieren. Besondere Museen und Veranstaltungen finden ebenso Erwähnung wie z.B. Parkmöglichkeiten, regionale Spezialitäten, Hinweise für Rollstuhlfahrer, Camper oder Hundebesitzer.
Hotels empfehlen wir nicht. Auch beinhaltet dieser Reiseführer kein Kartenmaterial.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Wissenswertes über Land und Leute
2. Geschichte
3. Sehenswürdigkeiten, Strände und mehr
4. Rundgang durch Cres, Losinj, Beli
5. Ausflüge in die Umgebung
6. Museen und Veranstaltungen
7. Anreise, parken und viele praktische Tipps
8. Was tun im Notfall
9. Wichtige Telefonnummern und Links
10. Infos für behinderte Menschen
11. Infos für Camper
12. Unterwegs mit Ihrem Hund
Die Insel Cres
Wissenswertes über Cres und Lošinj
Die Inseln geologisch betrachtet
Die Inseln Cres und Lošinj liegen in der Kvarner-Bucht zwischen der kroatischen Halbinsel Istrien im Westen und der Insel Krk im Osten. Cres wird Zreß ausgesprochen, Lošinj spricht man Loschin – Krk wird im Übrigen mit einem kurzen I gesprochen, also Kirk. Die vielen kleinen und größeren Inseln der Kvarner-Bucht gehörten einst zu einem Gebirgszug am östlichen Rand der Adria. Durch die Eisschmelze um 12 000 v. Chr. stieg der Meeresspiegel jedoch um knapp einhundert Meter an, und so wurden die Täler dieses Gebirges geflutet. Demnach wundert es auch nicht, dass die Strände auf Cres und Lošinj zumeist felsig oder steinig (Kiesstrände) sind. Sandstrände findet man kaum. Der höchste Berg auf Lošinj heißt Osoršcica und ist 588 Meter hoch. Der höchste Berg auf Cres heißt Gorice und ragt 648 Meter über dem Meeresspeigel auf. Cres ist die nördliche, Lošinj die südliche der beiden Inseln, die ursprünglich aneinander festlagen. Doch vor etwa 2000 Jahren zogen die Römer, um den Seewege für Boote und kleinere Schiffe zu verkürzen, bei Osor einen etwa 100 Meter langen und elf Meter breiten Kanal. Seither sind Cres und Lošinj voneinander getrennt. Eine drehbare stählerne Brücke ermöglicht den Autoverkehr zwischen beiden Inseln. Sie wird morgens um neun Uhr und nachmittags um siebzehn Uhr geöffnet, um Booten die Durchfahrt zu ermöglichen. Mit nur 75 Quadratkilometern und einer Länge von 31 Kilometern ist Lošinj bedeutend kleiner als Cres. Doch leben auf Lošinj knapp 8000 Einwohner, während auf Cres nur gut 3000 Menschen wohnen. Cres ist 66 Kilometer lang, misst an seiner schmalsten Stelle nur zwei und an seiner breitesten zwölf Kilometer. Die Länge der Küste beträgt knapp 250 Kilometer. Die Gesamtgröße von etwas mehr als 400 Quadratkilometern entspricht der von Krk, der östlich gelegenen Nachbarinsel. Damit konkurrieren Krk und Cres um den Platz der größten Insel in der Adria. Während nach alten Messungen aus dem Jahr 1911 Krk noch vorne lag, weiß man seit 2005, dank modernster Messungen, dass Cres knapp einen halben Quadratkilometer größer ist. Der gebirgige Norden von Cres hat eine steile und schwachgegliederte Küste mit einer sehr großen Seetiefe. Zwischen Cres und der kleinen Nachbarinsel Plavnik beträgt die Tiefe 114 Meter, das ist die größte Seetiefe in der Kvarner Bucht. Der Vrana See – das Süßwasserreservoir von Cres und Lošinj Übersetzt bedeutet Vrana See ‘Krähensee‘. Er liegt etwa in der Mitte der Insel Cres und ist ein Naturphänomen. Er hat eine Oberfläche von 5,75 Quadratmetern, ist 74 Meter tief und fasst über 200 Millionen Kubikmeter glasklares und gesundes Wasser. Woher das Wasser im See kommt, weiß man nicht wirklich, doch man nimmt an, dass er aus dem Velebit-Gebirge auf dem Festland gespeist wird. Doch wirklich sicher ist dies nicht, denn der See wurde nie erforscht. An seiner tiefsten Stelle liegt er unterhalb der Meeresoberfläche. Weil Aale im See leben, geht man davon aus, dass es zwischen dem See und dem Meer eine unterirdische Verbindung gibt. Trotzdem vermischen sich Süß- und Salzwasser nicht! Eine mögliche Erklärung hierfür liefert das physikalische Prinzip ‘kommunizierender Gefäße‘, die oben offen, unten aber miteinander verbunden sind. Dass sich Salz- und Süßwasser nicht vermischen, läge dann an der größeren Dichte des Salzwassers, das ‘schwerer‘ ist und deshalb unten bleibt, während das leichtere Süßwasser darüberliegt. Voraussetzung für dieses Gefüge ist, dass die Süßwasserquellen, die den See speisen, deutlich über dem Zugang zum Meer liegen, was im Vrana See ja offensichtlich der Fall ist. Damit das Gefüge nicht kippt, sollte man natürlich im See nicht zu stark ‘umrühren‘ und niemals mehr Süßwasser entnehmen als einfließt. Sonst strömt Salzwasser vom Meer her nach, und die obere Süßwasserschicht würde immer dünner werden. Mit dem wachsenden Zustrom von Touristen, die ja auch Wasser verbrauchen, ist diese Gefahr natürlich gegeben. Ein guter Grund, sparsam mit dem Wasser umzugehen - denn der Vrana See ist das einzige Süßwasserreservoir von Cres und Lošinj, aus ihm werden alle Ortschaften mit Trinkwasser versorgt! Deshalb hütet ihn man auch wie einen Augapfel. Die Berghänge, die sich an seinen Ufern erheben, sind Sperrgebiet, nur wenigen Einheimischen ist der Zutritt zum See gestattet. Wer einen Blick auf den See werfen will, kann dies von einem Aussichtspunkt nahe Grmov tun, einem kleinen Ort, der von den Fischern des Sees gegründet wurde. Auch von Pernat und Zbicina aus, zwei kleinen Dörfer auf der Hochebene bei Valun, hat man einen Blick auf den Vrana See. Fährt man von Cres auf der Hauptstraße 100 Richtung Süden, nimmt man die Abzweigung nach Valun und Lubenice. Doch statt nach Valun oder Lubenice zu fahren, folgt man der Straße geradeaus. Man erreicht zuerst Zbicina und schließlich Pernat. Das Land und seine Bewohner
Die Einwohner beider Inseln sind traditionell katholisch. Einnahmequellen der Bevölkerung sind die Fischerei, die Landwirtschaft (Oliven, Wein, Feigen) und die Schafszucht. Hier werden vor allem Fleisch und Käse produziert. Die Wolle, die heutzutage durch Kunstfasern ersetzt wird, ist mehr oder weniger ein Abfallprodukt. Haupteinnahmequelle ist jedoch der Tourismus. Deutsche und Österreicher, aber auch Gäste aus Italien oder dem ehemaligen Ostblock verbringen ihren Urlaub gerne auf den Inseln der Kvarner Bucht. Die ‘Westlichen Kvarner-Inseln‘ bestehen aus der Inselgruppe Cres-Lošinj, Unije, Ilovik, Susak, Vele Srakane, Male Srakane sowie eine Reihe unbewohnter Inseln, Riffe und Felsen. Die Hauptinseln der östlichen Inselgruppe sind Krk, Rab und Pag. Von der Nordküste Cres‘ sieht man auf Rijeka, Opatija und die Nordostküste von Istrien. Im Westen von Lošinj sind die Inseln Otok Unije, Otok Vele Srakane, Male Vele Srakane sowie Susak vorgelagert. Im Süden von Lošinj blickt man auf Vele Orjule (leicht östlich), Otok Sveti Petar und Ilovik. Otok bedeutet übrigens ‘Erhebung‘. Die Landschaft wirkt abseits der wenigen Städte und weitflächigen Olivenhaine wild romantisch. Fährt man über die Insel und betrachtet die Grundstücke neben den Straßen, gewinnt das Wort ‘steinreich‘ plötzlich seine ursprüngliche Bedeutung: Hätten ihre Besitzer so viel Geld wie Steine, könnten sie ein Leben in Saus und Braus führen. Tatsächlich aber mussten die Menschen hier hart schuften, um ein bisschen Korn anbauen und ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Daran erinnern vor allem die vielen sogenannten Trockenmauern, die die kargen Felder umgeben. Steine mussten gesammelt oder ausgegraben und dann mühsam aufgeschichtet werden, damit der Wind die wenige fruchtbare Erde auf dem Grund und Boden der Bauern nicht wegtragen konnte. Diese Trockenmauern und typischen Holztore bestimmen das Landschaftsbild und sind schon fast eine Art Wahrzeichen der Inseln. Das Bauen von Trockenmauern ohne jegliches Bindemittel ist ein Handwerk, das heute nur noch von wenigen beherrscht wird. Es gibt einfache und doppelte Trockenmauern. Durch die einfachen kann man an manchen Stellen sogar ein wenig hindurchsehen, trotzdem halten sie Wind und Wetter stand. Die doppelten bestehen aus zwei parallel verlaufenden einfachen Mauern, der Raum dazwischen ist mit kleinen Steinen aufgefüllt. Betreten kann man die ummauerten Grundstücke durch Holztore. Es gibt Tore, die Durchgänge zwischen den Parzellen verschließen und solche, die vom Weg zugänglich sind. Die Tore zwischen Parzellen, durch die man nur mit den Schafen geht, sind gewöhnlich enger als die Zugangstore, die von den Wegen auf die Parzellen führen und auch Platz für einen beladenen Esel lassen müssen. Sind solche Tore richtig gebaut, fallen sie von alleine wieder zu. Trotzdem sollte man beim Wandern nie vergessen, sie mit den Holzstöcken zu verriegeln, die dafür vorgesehen sind. Man steckt sie durch eine Drahtschlinge, die am Pfosten befestigt wurde. Über die Inseln verstreut findet man kleine Kirchen, die außerhalb von Siedlungen liegen. Sie sind alle im Stil der Romanik oder Gotik erbaut, und alle sind mit der Apsis gen Nordosten ausgerechtet. In achtzehn dieser ungefähr sechzig kleinen Kirchen werden an den Ehrentagen der Heiligen, denen sie geweiht sind, auch heute noch Messen abgehalten, und viele sind Ziel für Pilger. Die Schafe von Cres und Lošinj
Schafen begegnet man überall auf Cres und Lošinj. Vor allem im Norden von Cres streifen sie in kleinen Gruppen durch die Wälder und überqueren auch schon mal ganz unverhofft die Straße. Wie eh und je leben sie frei und ernähren sich von dem, was sie finden. Wollen ihre Besitzer sie scheren oder einfach nur kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, rufen sie nach ihnen, und die Schafe kommen, um sich getrocknetes Brot abzuholen. Jeder Schäfer hat seinen eigenen Lockruf, und seine Schafe erkennen ihn zudem an der Stimme. Damit auch er sie erkennen kann und keine Besitzstreitereien aufkommen, müssen die Schafe gekennzeichnet werden. Das geschieht entweder mit Farbe oder durch sogenannte ‘belehi‘, Einschnitte in den Ohren, nach vorgegebenen Mustern. Zum Beispiel ein ausgeschnittenes Dreieck im rechten Ohr, oder ein Loch und ein gerader Einschnitt im linken Ohr und so weiter. Jede Familie hat ihre eigene Kombination solcher Einschnitte. Weil immer weniger Menschen Kleidung aus reiner Wolle tragen, wird diese mehr und mehr zum Abfallprodukt. Die Schafe müssen aber geschoren werden, und so landet ihr Vlies meist auf den Trockenmauern - auf dem Boden darf das Vlies einem alten Glauben nach nicht liegen bleiben, weil dieser...




