E-Book, Englisch, Deutsch, Band 12, 264 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Baumann Sexualberatung in der DDR
1. Auflage - Neueauflage 2025
ISBN: 978-3-8394-5173-1
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Lykke Aresin als Netzwerkerin des Vertrauens im sozialistischen Gesundheitssystem
E-Book, Englisch, Deutsch, Band 12, 264 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 225 mm
Reihe: Wissenschafts- und Technikgeschichte
ISBN: 978-3-8394-5173-1
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Ich wollte ein Forschungsfeld bearbeiten, das trotz seiner geschichtswissenschaftlichen Relevanz bislang wenig Beachtung erfahren hat: die institutionalisierte Sexualberatung in der DDR und die Rolle Lykke Aresins als zentrale Akteurin. Sexualpolitik war in der DDR eng mit Fragen von Gesundheit, Familienplanung und sozialistischer Lebensführung verknüpft. Diesem Spannungsfeld zwischen politischen Einflüssen und dem Schutz der Intimsphäre der Ratsuchenden widme ich mich in der Arbeit.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Meine Arbeit zeigt, dass Sexualberatung in der DDR weit mehr war als ein sozialhygienisches Instrument. Die Beratungsstellen waren Räume, in denen staatliche Zielsetzungen und private Intimsphären unmittelbar aufeinandertrafen. Durch die Rekonstruktion der Netzwerke um Lykke Aresin wird sichtbar, welche individuellen Handlungsspielräume die Akteur*innen der Sexualwissenschaft besaßen und wie sich dabei ein bemerkenswert dichtes Geflecht internationaler Verbindungen entwickelte.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Rekonstruktion sozialer Beziehungen jenseits des vom SED-Staat vorgegebenen institutionellen Rahmens. Das Beispiel der Sexuologie zeigt, dass Forschung und Wissenschaft in der DDR nicht allein als Resultat politischer Lenkung verstanden werden dürfen. Meine Arbeit bestärkt diesen Perspektivwechsel und hebt die Relevanz des Themas auch für gegenwärtige Diskussionen über Beratung, Prävention und reproduktive Gesundheit hervor.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich mein Buch mit Zeitzeug*innen diskutieren, die in den Beratungsstellen gearbeitet haben oder selbst Ratsuchende waren. Ihre Erfahrungen ergänzen die historischen Analysen um Perspektiven, die in den Archivbeständen kaum sichtbar werden. Besonders mit Blick auf die Betreuung transgeschlechtlicher Personen könnten solche Gespräche wertvolle neue Einblicke eröffnen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Lykke Aresin und die Sexualwissenschaft der DDR – ein vergessenes Kapitel zwischen Aufklärung, Politik und internationalen Netzwerken.




