E-Book, Deutsch, Band 191, 64 Seiten
Reihe: Silvia-Gold
Baumgarten Silvia-Gold 191
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-5342-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Verliebt in Paris, verlobt in der Provence
E-Book, Deutsch, Band 191, 64 Seiten
Reihe: Silvia-Gold
ISBN: 978-3-7517-5342-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kunststudentin Jana Sander hat in Paris die Stadt ihres Herzens gefunden. Sie liebt die schöne Metropole, ihre kunstvollen Bauwerke und die entspannte Lebensart der Menschen dort. Eines Nachmittags spricht sie ein gut aussehender und elegant gekleideter Mann in einem Café an, der erfolgreiche PR-Manager Rémy Mirabeau. Offensichtlich hält er sie für eine andere - eine Schauspielerin, die er als Escortgirl engagiert hat, um ihn auf geschäftliche und private Treffen zu begleiten - Intimitäten ausgeschlossen! Denn Rémy ist frisch geschieden und noch zu verletzt, um sich auf eine Romanze einzulassen.
Die Schauspielerin taucht jedenfalls nicht auf, und Jana schlüpft ungeplant in deren Rolle, denn Rémy gefällt ihr ...
Nach außen hin spielen sie das Liebespaar perfekt. Doch ist wirklich alles nur Spiel? Berauscht von Champagner und zarten Berührungen, kommt es nach einer Party schließlich doch zu dem, was ausgeschlossen schien: einer magischen Liebesnacht.
Ein Fehler! So sieht es offenbar Rémy. Denn er geht, ohne Jana um ein Wiedersehen zu bitten ...
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Verliebt in Paris, verlobt in der Provence
Ein warmherziger Roman über die Kraft der Natur und die Macht der Liebe
Von Nina Baumgarten
Kunststudentin Jana Sander hat in Paris die Stadt ihres Herzens gefunden. Sie liebt die schöne Metropole, ihre kunstvollen Bauwerke und die entspannte Lebensart der Menschen dort. Eines Nachmittags spricht sie ein gut aussehender und elegant gekleideter Mann in einem Café an, der erfolgreiche PR-Manager Rémy Mirabeau. Offensichtlich hält er sie für eine andere – eine Schauspielerin, die er als Escortgirl engagiert hat, um ihn auf geschäftliche und private Treffen zu begleiten – Intimitäten ausgeschlossen! Denn Rémy ist frisch geschieden und noch zu verletzt, um sich auf eine Romanze einzulassen.
Die Schauspielerin taucht jedenfalls nicht auf, und Jana schlüpft ungeplant in deren Rolle, denn Rémy gefällt ihr ...
Nach außen hin spielen sie das Liebespaar perfekt. Doch ist wirklich alles nur Spiel? Berauscht von Champagner und zarten Berührungen, kommt es nach einer Party schließlich doch zu dem, was ausgeschlossen schien ...
Jana Sander verließ das Fitnessstudio, in dem sie zweimal wöchentlich Yoga unterrichtete, und blinzelte in die helle Frühlingssonne. Vor ihr bahnten sich Autos und Mopeds geräuschvoll einen Weg durch die schmalen Straßen des Quartier Latin, auf dessen Trottoirs die Pariser flanierten. Nach anderthalb Stunden bei gedämpftem Licht und leiser ayurvedischer Musik war dies ein unsanfter Aufprall in die Realität. Aber Jana liebte Paris und nahm dafür auch seine Hektik in Kauf.
Sie beschloss, in ihrem Lieblingscafé zwei Straßen weiter einen Tee zu trinken, bevor sie in die Ausstellung gehen würde, für die sie Freikarten hatte. Sie hatte gerade gesehen, dass ihre Modelagentur ihr per Mail die Bilder ihres letzten Fotoshootings übermittelt hatte, und brannte darauf, sie in Ruhe anzusehen.
Jana suchte sich einen Platz an einem kleinen Fenstertisch, gab dem Ober ein Zeichen und vertiefte sich dann in die Fotos, die sie auf ihrem Smartphone aufrief. Prüfend betrachtete sie die Werbeaufnahmen für eine neue Naturkosmetikmarke.
Ihre schulterlangen, stufig geschnittenen Haare fielen in weichen Wellen um ihr ebenmäßiges Gesicht und glänzten in sattem Schokobraun. Die Stylistin ist toll gewesen, das hätte glatt eine Werbung für Shampoo oder Haartönungen sein können, dachte Jana und fuhr sich durch die vom Yoga verwuschelten Strähnen.
Hoffentlich würde sie Folgeaufträge von dem Unternehmen bekommen, das würde ihr zumindest die Miete für einige Zeit sichern.
Auf die große Modelkarriere durfte sie mit achtundzwanzig wohl nicht mehr spekulieren, aber das war auch nie ihr Ziel gewesen. Genau wie der Yoga-Unterricht war das Modeln lediglich ein angenehmes Mittel, um Geld zu verdienen und ihr Leben so zu gestalten, wie sie es mochte. Sie lebte in ihrer Traumstadt Paris und hätte gar nicht ständig als Topmodel durch die Gegend reisen wollen. Nur das Geld war oft etwas knapp, doch bisher war sie immer über die Runden gekommen.
Wo blieb denn bloß der Ober, der sie zweifelsfrei gesehen hatte? So sehr sie Paris und die Franzosen auch liebte – Kellner und Taxifahrer ließen manchmal die Höflichkeit und Beflissenheit vermissen, die sie aus Hamburg gewohnt war.
Statt des Obers trat ein hochgewachsener dunkelhaariger Mann in einem gutgeschnittenen Anzug an ihren Tisch und lächelte sie an.
»Bonjour. Sie müssen Hélène sein. Ich muss sagen, Stéphane hat nicht übertrieben. Eine wunderschöne Brünette, hat er gesagt, und dass ich Sie sofort erkennen würde.«
Jana lag es auf der Zunge zu fragen, ob das sein üblicher Anmachspruch war, doch er redete gleich weiter und beugte sich zu ihr hinunter.
»Wir küssen uns die Wangen, oder?« Und schon legte er seine gepflegten Hände auf ihre schmalen Schultern und hauchte rechts und links von ihrem Gesicht Küsse in die Luft.
Als sich ihre Wangen berührten und sie sein erlesenes Aftershave einatmete, wurde Jana von einem Prickeln durchflossen. Seine leichte Umarmung fühlte sich so vertraut und unsagbar gut an, dass sie zum Spaß auf ihn einging, obwohl sie ihn etwas dreist fand.
»Stéphane kennt wohl Ihren Geschmack«, erwiderte sie scherzhaft, als er sie losließ und sich ihr gegenübersetzte.
Er blickte sie ernsthaft und gleichzeitig freundlich aus seinen schmalen braunen Augen an.
»Stimmt. Sie wissen ja sicher, dass er mich schon lange kennt. Erst einmal danke, dass Sie gekommen sind, Hélène. Und bitte entschuldigen Sie meine Verspätung. Normalerweise lasse ich Damen nicht warten, aber ich bin im Büro aufgehalten worden. Und leider hat mir Stéphane Ihre Handynummer nicht anvertraut, sodass ich Sie nicht benachrichtigen konnte. Aber er hat Ihnen meine gegeben, oder? Sie hätten sich bestimmt gemeldet, wenn es Ihnen zu lange gedauert hätte.«
Jana schwante, dass dies kein plumper Annäherungsversuch gewesen war, sondern dass hier tatsächlich eine Verwechselung vorlag. Sie ließ den Blick kurz über seine äußerst attraktive Erscheinung gleiten und wünschte, sie wäre tatsächlich diese Hélène, die offenbar sein Blind Date war. Und diese würde sicherlich in Kürze auftauchen, da war es wohl besser, seinen Irrtum aufzudecken.
»Hören Sie, Monsieur ... Ach, verflixt, ich kenne nicht mal Ihren Namen«, begann sie.
»Mirabeau. Aber sagen Sie einfach Rémy – wir werden uns ja wohl nicht Monsieur und Mademoiselle nennen.« Unwiderstehliche kleine Lachfältchen bildeten sich um seine Augen, als er amüsiert auflachte. »Was möchten Sie trinken?«
»Ich wollte gerade einen Earl Grey bestellen.«
»Herr Ober?« Er winkte dem Kellner, der nun sofort zur Stelle war. »Bitte eine Tasse Earl Grey und einen Kaffee.« Er wandte sich wieder Jana zu. »Übrigens haben Sie einen charmanten Akzent. Deutsch?«
Sie nickte.
»Stéphane hat gar nicht erwähnt, dass Sie Deutsche sind. Gefällt mir.«
»Das liegt wohl daran, dass ...« Dass ich Stéphane gar nicht kenne, hatte sie gestehen wollen, doch beim Blick in seine Augen, die fast zärtlich auf sie gerichtet waren, brachte sie es nicht über sich, die Illusion zu zerstören. Dieser Mann war wirklich überaus anziehend mit seinen markanten und gleichzeitig sanften Gesichtszügen und seiner seriösen Ausstrahlung.
»Ja?«, fragte er ermutigend, als sie nicht weitersprach.
Sie räusperte sich. »... dass es für mich im Alltag kaum noch eine Rolle spielt. Ich lebe seit drei Jahren hier, Paris ist meine Wahlheimat und absolute Traumstadt, und ich versuche, mich so französisch wie möglich zu fühlen.«
»Traumstadt, ehrlich?« Er machte ein zweifelndes Gesicht.
Jana nickte. »Paris ist wunderschön und noch dazu so lebendig und weltoffen – finden Sie nicht?«
»Schon, aber ich bin hier geboren, vielleicht bin ich abgestumpft. Ich finde sowohl die Menschenmassen als auch die ständigen Staus und Streiks nervig. Ich würde lieber an der Côte d'Azur oder in der Camargue leben. Oder sonst wo in der Provence. Meine Großmutter besitzt dort ein Lavendelgut.«
»Herrlich. Ich liebe Lavendel.« Sie atmete tief ein, als stünde sie mitten in einem duftenden Lavendelfeld. »Vielleicht können Sie eines Tages dort hinziehen.«
»Keine Chance – beruflich bin ich an Paris gebunden.« Eine Spur von Bedauern lag in seinen Augen.
»Bleibt immer noch der Urlaub.«
»Was ist das?«, fragte er ironisch.
Janas Blick fiel auf seine Armbanduhr einer bekannten Luxusmarke. »Sie arbeiten wohl rund um die Uhr?«
»So ziemlich. Wie kommt es, dass Sie einen französischen Vornamen haben?«
»Helene ist ebenfalls ein deutscher Vorname – schreibt sich nur ohne Akzent.«
»Ach ja, da gibt es doch diese Sängerin – Helene Fischer«, erinnerte er sich.
Er sprach den Namen mit französischer Betonung wie Elän Fischör aus, und Jana schmunzelte. »Genau.«
Was für ein Glücksfall, dass seine Verabredung nicht Françoise oder Mireille heißt, dachte sie. Aber da wäre ihr schon etwas eingefallen. Wo blieb sie denn, die gute Hélène, die ebenfalls eine schöne Brünette war? Unruhig blickte sie sich um. Der Idealfall wäre natürlich, dass sie Rémy versetzt hatte. Pech für sie. Die wusste gar nicht, was ihr da entgangen war, denn offenbar hatten die beiden keine Fotos voneinander gesehen.
Wieder haderte Jana mit sich, denn sie war im Grunde eine ehrliche Natur. Früher oder später würde es sowieso herauskommen, und das würde sie in einem schlechten Licht dastehen lassen. Mal abgesehen davon, dass dieser sympathische Mann es nicht verdient hatte, belogen zu werden.
Rémy räusperte sich. »Also, Hélène, sind Sie einverstanden mit dem Deal?«
»Was für ein Deal?«, fragte Jana verblüfft.
Er zog verwundert...




