E-Book, Deutsch, Band 1469, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Baxter Dem großen Glück so nah
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-068-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1469, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-068-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Zeit der Heimlichkeit ist vorbei: Warren macht Molly endlich einen Heiratsantrag, und ihre Antwort lautet Ja! Sie zählt die Tage bis zur Hochzeit. Doch dann geschieht etwas, das sie zwingt, Warren und die Stadt überstürzt zu verlassen. Erst sechs Jahre später kehrt sie zurück. Sie weiß: Ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Geliebten ist unausweichlich. Wie damals brennt Molly vor Sehnsucht nach Warrens Küssen, nach der Leidenschaft in seinen Armen. Aber auch in lustvollen Momenten muss sie stark bleiben, wenn sie ihr bestgehütetes Geheimnis bewahren will ...
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1. KAPITEL
Was hatte sie sich da nur vorgenommen?
Molly Stewart Bailey konnte das Gefühl der Übelkeit, das sie plötzlich erfasste, keinen Moment länger ignorieren und fuhr auf die Standspur der Autobahn. Schnell sah sie nach, ob die plötzliche Bewegung ihren Sohn Trent geweckt hatte, der auf dem Rücksitz eingeschlafen war und dessen Kopf dabei nach vorne gesunken war. Eine Sekunde lang dachte Molly daran, aus dem Auto zu steigen und Trent bequemer hinzusetzen.
Sie verwarf den Gedanken, da der Verkehr in einem irrsinnigen Tempo an ihr vorbeisauste, und in ihrem verzweifelten Zustand bestand die Gefahr, dass sie dabei überfahren wurde. Aber sie hielt kurz inne und betrachtete ihren Sohn, der ihr mit seinem dunkelbraunen Haar, den dunkelblauen Augen und den fein geschnittenen Zügen sehr ähnlich sah.
Ein Freund hatte Molly einmal gesagt, dass sie zu den wenigen Menschen auf der Welt gehörte, in deren Gesicht alles an seinem richtigen Platz war. Normalerweise musste sie lächeln, wenn sie daran dachte.
Heute war das nicht so. Sie war viel zu durcheinander, und vielleicht war es deshalb im Moment so schwer für sie, sich auf etwas anderes als ihr Kind zu konzentrieren.
Das Einzige, was er von seinem Vater hatte …
Molly wehrte den Gedanken hastig ab. Jetzt war wirklich der ungünstigste Moment, sich an die Vergangenheit zu erinnern. Es kostete sie sowieso schon sehr viel Überwindung und allen Mut, den sie aufbringen konnte, um das zu tun, was sie tun musste. Aber sie hatte keine andere Wahl, und ihre Entscheidung würde Folgen für Molly haben – Folgen, die ihr ganzes Leben verändern würden, und leider nicht zum Besseren.
Aus eben diesem Grund musste sie unter allen Umständen vorsichtig sein und ihr Geheimnis schützen.
Sie schüttelte den Kopf, als könnte sie so ihre Gedanken ordnen, und fuhr wieder auf die Autobahn. Bald stellte sie fest, dass sie der Ranch der Cavanaughs schon sehr viel näher war, als sie vermutet hatte. Wieder stieg Übelkeit in ihr auf. Ihren Schwur, nie wieder in den Osten von Texas zu fahren, geschweige denn zu diesem ganz speziellen Ort, hatte sie brechen müssen.
Aber wer hätte denn ahnen können, dass ihre Mutter unglücklich fallen und sich so sehr den Rücken verletzen würde, dass sie jetzt ans Bett gefesselt war? Molly unterdrückte einen Seufzer und konzentrierte sich auf ihre Umgebung. Sie konnte allerdings nicht verhindern, ständig daran zu denken, dass sie ihrem Ziel immer näher kam. Nichts konnte sie vergessen lassen, dass sie nach fast fünf Jahren Warren Cavanaugh wiedersehen würde. Molly schauderte. Sie musste ihre Gefühle in den Griff bekommen, sonst würde sie die kommenden Wochen niemals überstehen.
Molly packte das Steuer mit festerem Griff und nahm die letzte Kurve, bevor sie von der Autobahn herunterfuhr und in die lange Schotterstraße bog, die zum Ranchhaus auf dem Gipfel des Hügels führte. Dort angekommen, stellte sie den Motor ab und atmete einige Male tief ein, um ihre Nerven zu beruhigen. Obwohl sie gewusst hatte, dass es nicht leicht werden würde, hatte sie es sich nicht so schwierig vorgestellt. Sie hatte das Gefühl, sie würde bei der leisesten Berührung in die Luft gehen.
Dabei sah ihr das gar nicht ähnlich. Als qualifizierte Krankenschwester war sie eigentlich stolz darauf, selbst in den heikelsten Momenten die Nerven bewahren zu können, weil ihr Beruf es von ihr verlangte. Aber jetzt ging es nicht um ihren Job, sondern um eine sehr persönliche Angelegenheit. Sie würde in kurzer Zeit dem Mann gegenüberstehen, von dem sie gehofft hatte, ihn in ihrem ganzen Leben nie wiederzusehen – dem Mann, der ihr ohne die geringsten Gewissensbisse das Herz gebrochen hatte.
„Hör schon auf, Molly!“, ermahnte sie sich laut und sah dann im Rückspiegel nach Trent. Er schlief immer noch ruhig. Molly runzelte bekümmert die Stirn. In einigen Augenblicken würde sie ihn wachrütteln müssen, was weder ihm noch ihr besonders gefallen würde. Wenn er geweckt wurde, neigte er dazu, ziemlich quengelig zu sein.
Wenn er dann allerdings sah, dass er auf einer Ranch war, würde er sich hoffentlich schnell versöhnen lassen. Molly hatte ihm von den Pferden und Rindern erzählt, die er dort täglich zu sehen bekommen würde. Sie hatte ihm sogar ein neues Paar Cowboystiefel und einen Cowboyhut gekauft, um den Besuch bei seiner Großmutter entsprechend zu würdigen.
Trent hatte darauf bestanden, heute sein neues Outfit zu tragen. Molly musste lächeln, wenn sie daran dachte, wie er mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht im Haus herumstolziert war und jede Gelegenheit genutzt hatte, sich im Spiegel zu bewundern.
Ihr Lächeln verschwand genauso schnell, wie es gekommen war, und sie seufzte wieder. Sie hatte genau vor Warrens Haus geparkt, und einen Moment lang war die Versuchung groß, den Rückwärtsgang einzulegen und sich aus dem Staub zu machen, solange noch Zeit war. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber hier ging es nicht um ihre Wünsche. Molly musste an den sehnsüchtigen Ton in der Stimme ihrer Mutter denken. Bei diesem Besuch ging es um ihre Mutter, die im Moment auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen war.
Solange sie das nicht vergaß, würde alles in Ordnung sein. Molly schuldete ihrer Mutter sehr viel mehr, als sie ihr jemals zurückzahlen könnte. Sie hatte ihr beigestanden, obwohl Molly sie über sehr viele Dinge, die in den letzten Jahren in ihrem Leben geschehen waren, im Dunkeln gelassen hatte. Zwar hatte sie gute Gründe dafür gehabt, aber …
„Mommy.“
Molly drehte sich zu ihrem Sohn um und lächelte, dankbar dass er sie aus ihren Gedanken gerissen hatte. „Es wurde ja auch langsam Zeit, dass du aufwachtest.“
„Wann kann ich die Kühe und Pferde sehen?“, fragte Trent prompt.
Molly lachte. „Eins nach dem anderen, junger Mann, okay? Zuerst gehen wir zu Grandma, und dann besuchen wir die Tiere.“
„Grandma bringt mich hin.“
Molly ging um den Wagen herum, um Trent aus seinem Kindersitz zu helfen. „Denk daran, Liebling, dass Grandma nichts tun kann. Sie muss im Bett liegen, weil ihr der Rücken wehtut.“
Trent sprang aus dem Wagen und sah sich neugierig um. Und auch Molly nahm erst jetzt bewusst die Umgebung wahr, den gepflegten Rasen vor dem Ranchhaus, die sanften Hügel in der Nähe, wo man die Tiere neben einem in der Sonne blau funkelnden Teich grasen sehen konnte.
„Mommy, guck mal, da hinten sind viele Kühe.“
„Ja, mein Schatz“, antwortete Molly geistesabwesend, nahm Trent bei den Schultern und drehte ihn sanft zum Haupthaus um und zum Seiteneingang, der zu der kleinen Wohnung ihrer Mutter führte. Maxines Schlaf- und Wohnzimmer waren zwar Teil des Haupthauses, aber Warren war so freundlich gewesen, einen Privateingang für Maxine hinzuzufügen, und besonders heute war Molly ihm sehr dankbar dafür.
Innerlich angespannt, wie sie war, würde sie Warren nicht gern begegnen. Zuerst wollte sie ihre Mutter sehen und sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie schwer ihre Verletzung war. Was danach geschah, konnte sie nicht mehr kontrollieren, und sie nahm sich vor, alles einfach zu nehmen, wie es kam, wie schmerzhaft oder beunruhigend es auch sein mochte.
„Mom, wir sind da!“, rief sie, klopfte an die Tür und öffnete sie.
Maxine Stewart saß gegen ein großes Kissen gelehnt in ihrem Bett und strahlte, als sie ihren Besuch sah. Sofort streckte sie die Arme nach Trent aus, der zögernd stehen blieb.
„Schon gut, Liebling, geh ruhig zu Grandma und umarme sie.“
„Ich möchte, dass du mich ganz fest an dich drückst, mein kleiner Schatz“, sagte Maxine liebevoll. „Deine Grandma hat so lange auf diesen Tag gewartet.“
Trent zögerte immer noch, aber dann ging er doch langsam zu seiner Großmutter und ließ zu, dass sie die Arme um ihn legte und ihn fest an sich drückte. Schließlich hielt sie ihn leicht von sich ab und sah ihn mit tränenfeuchten Augen an. „Was für ein großer Junge du geworden bist.“
„Wenn ich wieder Geburtstag hab, bin ich fünf“, sagte Trent stolz.
Maxine zwinkerte ihm zu. „Das habe ich nicht vergessen. Ich habe sogar schon ein Geschenk für dich besorgt.“
„Wow!“, stieß Trent hervor.
„Freu dich nicht zu früh“, warf Molly ein. „Du bist erst viereinhalb, das heißt, es dauert noch eine Weile, bevor du Geburtstag hast.“
„Kann ich mein Geschenk jetzt schon haben?“
Molly lachte und zerzauste ihm das Haar. „Auf keinen Fall, mein Süßer.“ Jetzt war sie an der Reihe, ihre Mutter an sich zu drücken.
Maxines immer noch attraktives Gesicht kam ihr erschöpft vor, und sie hatte dunkle Schatten unter den Augen. Ihre Mutter erschien Molly so zerbrechlich, dass sie einen Moment erschrak. Sie kannte Maxine nicht anders als gesund und schön.
Aber die Schmerzen, die sie durchgemacht hatte, hatten ihre Spuren hinterlassen. Und den Röntgenaufnahmen zufolge, die der Arzt Molly geschickt hatte, würde sie diese Schmerzen auch nicht allzu bald loswerden.
„Mom, wie geht es dir wirklich?“, fragte sie ernst.
„Gut.“
Molly verdrehte die Augen. „Denk bitte daran, mit wem du sprichst, ja?“
Maxine verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Ich weiß, mit einer Krankenschwester.“
„Genau, ein Grund mehr, ehrlich zu sein.“
„Na schön. Mein Rücken tut verflixt weh“, gab Maxine bedrückt zu und warf Trent einen Blick zu, der damit beschäftigt war, im Zimmer herumzugehen und alles Mögliche in die Hand zu nehmen und zu untersuchen.
„Deswegen...




