E-Book, Deutsch, Band 2, 316 Seiten
Reihe: Bartenders of New York
Baxter King's Legacy - Nur mit dir
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-7645-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, Band 2, 316 Seiten
Reihe: Bartenders of New York
ISBN: 978-3-7325-7645-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Logan Hill hat alles erreicht. Dank harter Arbeit hat er es als CEO einer großen Bank endlich an die Spitze geschafft und wird außerdem schon bald die Tochter seines Chefs heiraten. Trotzdem vergisst er seine Wurzeln nicht: Regelmäßig unterstützt er Jaxon und dessen Schwester Chloe im King's Legacy. Doch plötzlich bekommt sein perfektes Leben einen Riss. In einem Moment der Schwäche werden seine Gefühle für seine Verlobte in Frage gestellt. Hat er bisher eine Lüge gelebt? Logan steht kurz davor, alles aufs Spiel zu setzen. In der ganzen Zeit steht Chloe ihm zur Seite, und auf einmal merkt er, dass er mehr für sie empfindet, als er sollte ... Doch ist es schon zu spät?
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Amy Baxter ist das Pseudonym der Autorin Andrea Bielfeldt. Amy begann ihre Karriere als Selfpublisherin und eroberte dann mit der erfolgreichen Romance-Reihe San Francisco Ink, erschienen bei be-ebooks, dem digitalen Label des Bastei Lübbe Verlags, eine große Fangemeinde. Dank ihres Erfolgs kann sie sich heute ganz dem Schreiben widmen. Zusammen mit ihrer Familie lebt und arbeitet sie in einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein.
Autoren/Hrsg.
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Logan
»Ich hab Mist gebaut.«
»Logan … was …?« Chloe klang verschlafen. Kein Wunder. Es war drei Uhr in der Nacht, und ich hatte meine beste Freundin gerade mit meinem Anruf aus dem Schlaf gerissen.
»Ich habe Mist gebaut«, wiederholte ich. »Großen Mist. Eigentlich hab ich so richtig Scheiße gebaut.« Meine Stimme war brüchig. So, wie ich mich fühlte. Alles brach gerade zusammen.
Ich hörte sie am anderen Ende gähnen. »Jetzt mal ganz langsam, Lo. Ich kann dir gerade nicht folgen. Kannst du etwas konkreter werden?«
»Ich habe –«
»Mist gebaut, ja. Das sagtest du bereits. Ist das ein großer Mist? Dauert’s länger? Sollte ich mir einen Kaffee machen?«
Nur zu gut konnte ich mir vorstellen, wie sie sich die Haare zurückstrich, so, als würde eine freie Stirn ihr beim Denken helfen. Obwohl ich verzweifelt war, musste ich grinsen.
Meine Hand schnellte nach oben, um ein Taxi anzuhalten. »Glaub mir, es ist ein verdammter Scheißhaufen. Machst du mir einen Kaffee mit?«
Wieder ein Gähnen. »Sicher. Bis gleich.«
Ich ließ mich auf die Rückbank des Taxis fallen und nannte dem Fahrer die Adresse von Chloes Appartement in Queens. Um diese Uhrzeit waren die Straßen zwar belebt, aber zumindest nicht verstopft, sodass der Wagen gute zwanzig Minuten später vor ihrer Wohnung hielt. Zwanzig Minuten Fahrt, die ich mit einem bleischweren Klumpen in meinem Magen zurücklegte. Mir war kotzübel.
Kaum hatte ich den Klingelknopf gedrückt, sprang die Eingangstür des mehrstöckigen Wohnhauses auf. Die Treppen ganz nach oben war ich schon unzählige Male hochgestiegen, aber noch nie hatte ich dabei das Gefühl gehabt, zu meiner eigenen Hinrichtung zu gehen. Chloe erwartete mich bereits an der Tür. In einem knallroten T-Shirt mit Popeye-Aufdruck, das ihr bis zu den Knien ging, und dicken, ebenfalls roten Socken. Der silbergraue Bob war verwuschelt, und natürlich trug sie kein Make-up, das die wenigen Sommersprossen auf ihrer Nase hätte verstecken können. Ich liebte diese kleinen Punkte, Chloe verabscheute sie.
Chloe reichte mir bis zur Nasenspitze – wenn sie Schuhe trug. Jetzt kitzelten ihre Haare mich am Kinn, als ich sie kurz umarmte und an mich drückte.
»Hey, Kleines. Du siehst sexy aus.«
»Du dagegen siehst aus, als hättest du die letzten Stunden unter der Kennedy Bridge verbracht«, entgegnete sie mit einem Stirnrunzeln und wischte über meine Wange. »Du hast da was. Ist das … Lippenstift?«
Unwillig verzog ich mein Gesicht, woraufhin sich ihr müder Ausdruck in Erstaunen verwandelte. »Na los, komm rein.« Sie drehte sich um und schlurfte über die dunklen Holzdielen den Flur entlang, bevor sie links in das mit Möbeln im Industrie-Look eingerichtete Wohnzimmer abbog. Sich selbst hatte sie bereits einen Kaffee eingeschenkt, für mich standen ein Becher, Milch und Zucker und eine Kanne auf dem niedrigen Glastisch bereit.
Chloe wickelte sich in eine helle Wolldecke und setzte sich mit angezogenen Knien in die Ecke des Sofas, wo sie in unzähligen Kissen in allen Formen und Farben versank. Dann griff sie nach ihrem Hardrock-Café-Becher, den ich ihr mal aus einem Urlaub in Chicago mitgebracht hatte, und sah mich über den Rand hinweg forschend an. Um Zeit zu gewinnen, schenkte ich mir langsam einen Kaffee aus der Kanne ein und nahm eine Armlänge von ihr entfernt Platz.
Es tat gut, hier zu sein. Chloe war der erste Mensch gewesen, der mir eingefallen war. Ja, ich hätte auch mit meinen Freunden Jaxon oder Sawyer darüber reden können, aber das war nicht dasselbe. Chloe würde nicht auf die Idee kommen, dass die Sache mit einigen Bieren zu bereinigen war. Sie war meine beste Freundin, und ich wusste, dass sie mir zuhören, mich vielleicht sogar verstehen würde. Chloe anzusehen war für mich, wie in einem offenen Buch zu lesen, was sie vehement abstritt. Jetzt versuchte sie ebenfalls, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich kannte sie zu gut, um es nicht besser zu wissen. Diese Frau platzte fast vor Neugier. Das hätte mich zum Lachen gebracht, wenn es mir nicht so beschissen gegangen wäre.
»Also? Was ist so schlimm, dass du mich mitten in der Nacht aus meinen heißen Träumen holst?«, hakte sie letztendlich nach, weil ich nicht von allein anfing zu sprechen.
Ich atmete tief ein und geräuschvoll wieder aus. »Ich habe Aubrey betrogen«, sagte ich, ohne sie anzusehen. Stattdessen fixierte ich die rote Stand-by-Leuchte des ausgeschalteten Flatscreens, der gegenüber an der grau gestrichenen Wand hing.
»Oh Mann, Logan … echt jetzt?«, entgegnete sie mit einem leichten Seufzer. »Na ja, das musste ja mal so kommen«, hörte ich sie murmeln. Das war sicher nicht für meine Ohren bestimmt gewesen.
»Ist das alles?« Wie konnte sie so ruhig bleiben?
»Sicher. Aber was genau willst du jetzt von mir hören?« Wieder trank sie einen Schluck Kaffee, wobei sie mich schon fast gelangweilt ansah.
»Wie? Was …?«
»Ist es ernst?«, unterbrach sie mich und zog die Stirn in Falten.
Ich schnaubte leise und zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht, Chloe.«
»Autsch …« Ein hörbares Seufzen, dann suchte sie sich eine andere Sitzposition, verknotete ihre schlanken Beine yogamäßig im Schneidersitz, deckte sich wieder zu. Wieder fühlte ich ihren Blick auf mir ruhen. »Wer ist sie?«
»Fay Lopez. Sie ist …« Ich hob den Kopf, atmete durch und sah dann Chloe an. »Sie arbeitet in der Bank, die Havering übernehmen will.«
»Aha«, sagte sie, als wäre damit alles klar, aber ihr Blick war voller Fragezeichen.
»Wir kennen uns schon eine Weile von unzähligen Besprechungen. Heute war sie wieder mit ein paar Anwälten und Kollegen ihrer Bank in unserem Haus. So eine Fusion ist ein langwieriges Thema, das –«
»Bitte, Lo! Keine langweiligen Texte über deinen Job, okay?«
»Sicher. Also, wir hatten einen Termin, danach ein Essen. Wir haben uns gut verstanden. Sie ist witzig, charmant, klug und sieht verdammt gut aus.«
»Aha.«
»Ich habe sie ins Hotel begleitet, und wir sind dann noch auf einen Drink an die Bar und …«
»Dabei blieb es nicht?«
»Nein.«
»Mann, Logan! Lass dir doch nicht immer alles aus der Nase ziehen.«
»Wir sind zusammen im Bett gelandet.«
»Du hast mit ihr geschlafen?« Jetzt rutschten ihre Augenbrauen Richtung Haaransatz, und ihre Augen wurden riesig. Stumm nickte ich. Sie pfiff leise durch die Zähne. »Respekt.«
»Nicht hilfreich, Chloe.«
»Scheiße. Logan! Bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Was hast du dir dabei gedacht?«
Warum war sie so schockiert? Ich stellte den Becher auf den Glastisch und lehnte mich kraftlos in das Polster der Couch zurück. Dann nahm ich die Brille ab und rieb mir die Augen. »Ich weiß, dass das nicht besonders klug war, aber –«
»Klug? Mann, Logan!« Chloe verdrehte die Augen und lachte bitter auf. »Noch mal zum Mitschreiben: Du arbeitest für deinen zukünftigen Schwiegervater, sprich, die Bank, in der du zweiter Chef bist, gehört der Familie deiner Verlobten. Du kannst dir ja wohl vorstellen, was los ist, wenn das rauskommt.« Sie hätte den Satz nicht beenden müssen, mir war auch so klar, was sie damit sagen wollte. Jacob Havering war nicht nur mein Schwiegervater in spe, sondern auch Gründer und Inhaber der Havering Group, der größten Bank an der Ostküste, und damit mein Chef.
»Er wird mir den Arsch aufreißen, wenn er davon erfährt.«
»Wenn er der knallharte Geschäftsmann und Vater ist, als den du ihn mir beschrieben hast, dann wird er das tun. Mit Sicherheit. Du hast seine Tochter betrogen, sein Ein und Alles. Du hast dich ganz schön in die Scheiße geritten, Lo. In Zukunft wirst du allenfalls noch einen Job bei der Müllabfuhr kriegen.«
Chloe hatte recht. Nicht nur meine Beziehung mit Aubrey hing an dem Ausrutscher, sondern meine gesamte Existenz. Ich hatte es echt auf ganzer Linie verbockt.
»Deswegen wird er es auch nicht erfahren«, sagte ich so überzeugend wie möglich.
»So was kommt immer raus, Logan. Immer. Du solltest ehrlich zu ihr sein. So was hat selbst Aubrey nicht verdient.«
»Ich dachte, du kannst sie nicht ausstehen?«
»Aubrey und ich werden keine Freundinnen, zumindest nicht in diesem Leben«, sagte sie, und ihr Blick wurde traurig. »Aber Betrug ist das Allerletzte. Es tut einfach nur weh und kann tiefe Narben hinterlassen. Und es passt doch auch gar nicht zu dir.«
Getroffen sah ich sie an. »Mir war nicht klar, dass du so empfindlich auf dieses Thema reagieren würdest.«
»Jeder reagiert auf dieses Thema empfindlich«, stieß sie aus. »Betrogen werden ist scheiße! Es ist, als würde dir plötzlich jemand den Boden unter den Füßen wegziehen. Du fällst, und die Hand, von der du dachtest, dass sie dich immer halten würde, ist nicht mehr da. Sie hat dich einfach freigegeben, ohne dich vorzuwarnen.« Sie hob den Blick, und es war, als würde sie durch mich hindurchsehen. »Das tut weh. Verdammt weh.«
Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen. »Du sprichst von dir, oder?« Ich hatte nicht gewusst, dass sie betrogen worden war. Davon hatte sie mir nie erzählt.
Ein tiefer Atemzug, dann ein Kopfschütteln. »Es geht hier nicht um mich, Logan. Aber ihr beide … Du solltest verdammt noch mal den Arsch in der Hose haben und ehrlich zu ihr sein. Sie hat nicht verdient, angelogen zu werden, und du würdest damit auch nicht glücklich werden....




