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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 292 Seiten

Reihe: Die Zeitschleife

Bay Die Zeitschleife

Der Weg in die Gegenwart
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-5356-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Weg in die Gegenwart

E-Book, Deutsch, Band 3, 292 Seiten

Reihe: Die Zeitschleife

ISBN: 978-3-6957-5356-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Katastrophe, ausgelöst durch eine Fehlfunktion eines riesigen Pyramidenraumschiffs, hat sämtliches Leben auf der Erde ausgelöscht. Nur Tom hat in einem Raumgleiter überlebt. In einem seiner Träume spricht jemand zu ihm, er könne die Zeit zurückdrehen. Aber er ist in Ägypten und muss nach Paris. Dort liegt der Schlüssel zur Lösung. Er macht sich auf einen beschwerlichen und gefährlichen Weg. Eine Zeit lang begleitet ihn Alex, ein Labradorwelpe. Doch beim Kampf gegen mutierte Ratten verliert Tom seinen neuen Freund. Die Ratten sind in der Überzahl. Tom erreicht Frankreich und trifft auf einen alten Freund, den er schon unter den Toten wähnte. In Paris angekommen müssen Rätsel um Rätsel gelöst werden, um in den Städten rund um Paris die versteckten Steinpyramiden zu finden. In einer dramatischen Schnitzeljagd, die in einer Schlacht endet, nimmt die Geschichte eine neue Wendung. Wird Tom es schaffen, die Zeitschleife zurückzudrehen?

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Harry auf Kurs


Mittwoch, den 31.01.2018

Was Harry inzwischen erlebte, war nicht weniger aufregend. Als er mir vor einiger Zeit alles erzählte, war ich völlig geschockt. Mir war gar nicht so bewusst gewesen, wie sehr er in der „“ um sein Leben gezittert hatte. Die „Orion“ war ein Teil des Raumschiffs „“ gewesen, welches durch einen Meteoritensturm zerstört worden war.

Nachdem Harry die Mail an uns gesendet hatte und er aber von uns keine Antwort mehr bekommen hatte, war er der Meinung, seine Mail hätte uns nicht erreicht. Als er kurze Zeit später mit der Erde Kontakt hatte und sich auch dort niemand mehr gemeldet hatte, verfiel er in eine fast zweiwöchige Depression. Von dieser erholte er sich nur langsam wieder. Mehrere Tage rasierte und wusch er sich nicht mehr und anstatt die Systeme zu überwachen, schaute er stundenlang ins dunkle All. Es war Mittwoch, der 31. Januar 2018, als sich plötzlich sein Navigationsgerät meldete. Zuerst wusste er nicht, woher der nervende Piepton kam, und dachte zuerst an einen Defekt innerhalb der Kapsel. Schwerfällig schwebte er in den Kommandobereich der Orion und sah auf dem Display den Text „Kurskorrektur. Orbitsequenz vorbereiten“ stehen.

„Auch das noch“, brummte er und kratzte seinen ungepflegten Vollbart.

Müde schob er sich auf den Kommandositz und suchte die passende Schablone für die Orbitsequenz heraus. Auch wenn er sich genervt fühlte, so fühlte es sich doch gut an, endlich wieder etwas Sinnvolles zu tun. Die Tage des Nichtstuns waren endlich vorbei. Und auch wenn es ihm schwerfiel, einen klaren Gedanken zu fassen, so war ihm doch bewusst, dass er nur überleben konnte, wenn er genau das machte, was ihm der Computer befahl. Peinlich genau hielt er sich an die Bedienungsanleitung und studierte die Abbildungen Schritt für Schritt, um ja keine falsche Taste zu drücken. Nach fast einer Stunde mühevollen Programmierens erschien die Meldung: „.“ Erleichtert atmete er durch und spürte, wie die Korrekturdüsen kurz darauf ihre Arbeit aufnahmen. Die Orion drehte sich um 180 Grad und Harry bekam sie endlich wieder zu sehen – die Erde. Beim Anblick seines Heimatplaneten, den er seit fast 100 Tagen nicht mehr gesehen hatte, traten ihm Tränen in die Augen.

„Endlich – ich habe es geschafft!“, murmelte er vor sich hin und schlug mit der Hand auf den Sitz. „Mich schickt keiner jemals wieder in den Weltraum“, fluchte er und ließ seinem Frust freien Lauf.

Es tat ihm gut, seine aufgestauten Aggressionen herauszulassen. Erleichtert, alles abgeladen zu haben, lehnte er sich langsam zurück, schloss die Augen und versuchte, sich wieder zu entspannen. Nicht mehr lange und er hätte wieder festen Boden unter den Füßen. Erschöpft wischte Harry sich den Schweiß von seiner Stirn und schwebte wieder in den Wohnbereich der Orion. Glücklich, bald wieder zu Hause zu sein, begann er, sich endlich wieder zu waschen und zu rasieren. Seit über zehn Tagen befand er sich in den gleichen Klamotten. Er cremte sich nach dem Rasieren das Gesicht ein, zog sich frische Kleidung an und fühlte sich wie ein neuer Mensch. Motiviert schwebte Harry in den Kommandobereich und überprüfte, wie weit er noch von der Erde entfernt wäre. Überrascht stellte er fest, dass es keine 600.000 Kilometer mehr zwischen der Orion und dem Planeten waren. Die Sequenz im System würde bei ungefähr 200.000 Kilometern das erste von drei Bremsmanövern initiieren. Er griff nach einem Taschenrechner und berechnete, dass das erste Manöver bei konstanter Geschwindigkeit in weniger als zwei Stunden stattfinden würde.

Er musste bis dahin Lebensmittel und persönliche Dinge aus dem Wohnbereich ins Kommandomodul räumen, da der hintere Bereich der Orion vor dem Eintritt in die Atmosphäre abgesprengt würde. Harry geriet in Hektik und wusste zuerst gar nicht, wo er anfangen sollte. Über einen Schalter aktivierte Harry das Umpumpen des Trinkwassers aus den Wohnmodul-Tanks in den kleineren Tank des Kommandomoduls. Um die Notausrüstung samt Nahrungsmitteln musste er sich nicht kümmern, denn diese war ja bereits im Kommandomodul untergebracht. Er suchte seine persönlichen Gegenstände samt den Aufzeichnungen der letzten Tage und packte sie in eine große Tasche. Nach einer Stunde war er fertig und schloss die Luke zum Wohnbereich. Die Orion war bereits einen Tag vor dem Eintritt in die Atmosphäre startklar.

Der Tag zog sich wie ein Kaugummi in die Länge. Langeweile und Nervosität verlängerten den Tag in subjektiver Wahrnehmung. Nach einer unruhigen Nacht setzte sich Harry am nächsten Morgen auf einen der Sitze und schaute erwartungsvoll aus dem Frontfenster.

„Ryan von der ISS an fremdes Raumschiff. Wir haben ihre Raumkapsel auf dem Radar. Können sie uns empfangen, Copy?«

Harry stutzte und nahm hektisch das Funkgerät in die Hand.

„ISS, hier spricht Harry aus der Orion“, sprach er ins Mikrofon.

„Orion? Meine Güte, Harry. Mit ihnen haben wir nicht mehr gerechnet. Uns wurde mitgeteilt, die „“ wäre komplett zerstört worden. Wie ist ihr Status?“, fragte Ryan Ferry.

„Hallo ISS. Die „“ ist nicht vollständig zerstört worden. Ich befinde mich alleine in der Orion und konnte mit Hilfe der Anleitungen die Raumkapsel bis hierher steuern“, antwortete Harry.

„Sind Sie tatsächlich der Einzige, der überlebt hat? Wie ist die aktuelle Lage, Harry?“

„Tom und Frank sind auf einem der Pyramidenraumschiffe geblieben. Und von den Verbliebenen bin ich leider der Einzige, der den Meteoritensturm überlebt hat. Ich habe hier auf der Orion gestern die Sequenz für das Einschwenken in den Erdorbit gestartet.“

„Okay, Harry. Das tut uns sehr leid. Wir haben das verstanden. Dann werden sie nicht an der ISS andocken können, sondern die SOL-Sequenz selbst einleiten.“

„Um Himmels willen, hört mir bloß mit diesem technischen Kram auf. Ich bin mit meinen Nerven völlig am Ende, weil ich hier seit über 12 Tagen in dieser beschissenen Kapsel festsitze. Ich sage euch jetzt einfach, was ich gemacht habe, und ihr antwortet einfach mit einem OK oder not OK“.

„Okay, Harry. Behalte bitte einen klaren Kopf. Das schaffen wir zusammen. Der größte Teil der Steuerung der Orion ist automatisiert. Die Hauptaufgabe ist, das korrekte Landefenster zu berechnen. Wo sollte die Orion denn landen?“

„Keine Ahnung! Das mit der automatischen Steuerung habe ich bereits herausbekommen. In etwa vier bis fünf Stunden sollte ich laut Bordcomputer in den Erdorbit einschwenken. Und als Landeplatz wäre mir die Umgebung von Edinburgh am liebsten. Dann kann ich geradewegs nach Hause laufen oder nehme mir ein Taxi.“

„Okay, Harry, vergiss das mit Edinburgh gleich wieder. Wir versuchen, zu berechnen, wo es am günstigsten wäre, mit der Orion zu landen. Heute beginnen auf der Erde die Verhandlungen mit den Amuniden. Bereits vor zwei Tagen sind die Pyramiden gelandet. Heute werden die wichtigsten Wirtschaftsbosse und Regierungsvertreter zusammenkommen, um die ersten Handelsverträge mit den Amuniden zu unterschreiben. Das Treffen beginnt in fünf Stunden und findet in Gizeh statt.“

„Danke für eure Hilfe, mir einen passenden Landeplatz zu suchen. Damit wäre ich überfordert. Die Verhandlungen auf der Erde beginnen bereits jetzt schon? Das war mir gar nicht bewusst, dass sie schon so weit sind.“

„Ja, Harry, dort unten tut sich einiges. Wir werden uns auf jeden Fall melden, wenn es Neuigkeiten gibt. Wir informieren jetzt die NASA über deine Ankunft, und du beobachtest bitte in den nächsten Stunden deinen Navigationscomputer. Dieser informiert dich darüber, ob die Kurskorrekturen und Bremsmanöver wie geplant durchgeführt wurden. Sollte etwas schiefgehen, dann musst du dich sofort mit uns in Verbindung setzen. Auf dem Display wird dir alles grafisch angezeigt. Du kannst sofort alle Veränderungen erkennen – auch Fehlermeldungen. Wir beobachten die Orion auf dem Radar und können anhand deiner Position genau feststellen, wo du in den Orbit einschwenken wirst. Wichtig ist, dass du am Navigationscomputer keine manuellen Eingaben mehr machen darfst, da der Bordcomputer den Einflugwinkel auf drei Grad genau berechnet.“

„Alles klar, Ryan. Das waren viele Informationen auf einmal, aber ich denke, ich habe alles verstanden. Ich werde mir hier alle Hilfe-Schablonen bereitlegen und die einzelnen Schritte abhaken. Den Wohnbereich habe ich bereits ausgeräumt und die Kommandokapsel versiegelt. Ich warte, bis ihr euch meldet“, sagte Harry.

„Okay, Harry. Bevor wir unser Gespräch beenden, möchte ich, dass wir alle Anzeigen in deiner Raumkapsel überprüfen und nicht wir, sondern du uns ein OK oder not OK durchgibst.“

„Okay, ISS, wird gemacht. Dann lasst uns eure Checkliste durchgehen“, antwortete Harry. Es begann eine nicht endende Liste an Prüfungen, die Harry...



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