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E-Book, Deutsch, Band 2, 152 Seiten
Reihe: New-York-Affairs-Reihe
Bay New York Affair - Wiedersehen in London
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0925-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 152 Seiten
Reihe: New-York-Affairs-Reihe
ISBN: 978-3-7363-0925-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sie hatte klare Regeln. Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.
Anna Kirby kam nach New York, um sich von ihrer Trennung zu erholen und endlich mal wieder Spaß zu haben. Sie hatte nicht geplant, jemanden kennenzulernen. Jemanden wie Ethan, der in nur einer Woche jede einzelne ihrer Regeln gebrochen hat. Wie soll sie jetzt, zurück in London, in ihr altes Leben zurückfinden und über einen Mann hinweg kommen, den sie kaum kennt - und der längst auf dem Weg zu ihr ist, um all ihre Regeln für immer über den Haufen zu werfen ...
'Sehr, sehr heiß und so unterhaltsam!' Bookbitches Blog
Zweiter Teil der New York Affairs.
Weitere Infos & Material
1
Anna
»Na komm schon, nur auf einen Drink. Was hast du schon zu verlieren?« Leah versuchte, mich zu einem Date mit einem der alten Collegekumpel ihres Freundes Daniel zu überreden. »Leah, bitte. Ich habe jetzt ungefähr hundertmal Nein gesagt. Kannst du bitte mal aufhören?«
»Ich hasse es, wenn du so traurig bist, Anna.«
»Ich bin nicht traurig. Außerdem weiß ich nicht, was du meinst.«
Leah seufzte. »Du weißt genau, was ich meine. So wie jetzt bist du schon seit Monaten, seit unserer Rückkehr aus New York.«
»Bei mir ist eben eine Menge los. Die Wohnung – und auf der Arbeit geht auch alles drunter und drüber. Du weißt doch, wenn die Gerüchte stimmen und die Firma tatsächlich in Schwierigkeiten steckt, verlieren wir vielleicht alle unseren Job. Und seit Mindy weg ist, habe ich noch mehr zu tun. Es passiert dermaßen viel auf einmal, das macht mich noch wahnsinnig.« Doch obwohl all das stimmte, hatte Leah recht: Seit ich wieder in London war, schien eine dicke schwarze Wolke über mir zu hängen. Alles fühlte sich irgendwie gedämpft an, und ich konnte mich für nichts mehr richtig begeistern.
»Du wirst deinen Job nicht verlieren. Und selbst wenn: Du würdest schon am nächsten Tag einen neuen finden.«
Endlich hatte ich es geschafft, sie vom Thema New York abzulenken. Ich wollte diese Stadt aus meinem Gedächtnis streichen, wünschte mir gleichzeitig aber, alles noch einmal zu erleben. Mit Ethan hatte ich eine vollkommene Woche verbracht. Ich wusste nicht, ob es daran lag, dass wir uns beide über unsere Erwartungen klar waren – die Woche sollte unkompliziert verlaufen, wir wollten nur Spaß miteinander haben, und vor allem war die ganze Sache von vornherein auf diese eine Woche beschränkt –, jedenfalls hatte ich mich in Gesellschaft eines Mannes noch nie so wohlgefühlt wie mit ihm. Es hatte weder Druck noch Erwartungen und auch keine falschen Versprechungen gegeben. Wir hatten uns ausschließlich darauf konzentriert, Spaß miteinander zu haben. Ethan brachte mich dazu, lauthals zu lachen, das schafften nur sehr wenige Männer. Ich mochte ihn, und ich mochte den Menschen, der ich in seiner Gegenwart war. Am Ende hatte es sich angefühlt, als wäre da noch mehr zwischen uns. Die Tatsache, dass er mich an unserem letzten gemeinsamen Abend in seine Wohnung mitgenommen hatte, gab mir das Gefühl, etwas Besonderes für ihn zu sein.
»Du solltest ihn anrufen«, sagte Leah.
»Wen denn?« Ich gab vor, nicht zu wissen, wer »er« war.
»Du weißt, wen ich meine. Ethan.«
»Ich will ihn aber nicht anrufen. Es war nur ein Ferienflirt. Und wenn ich es wollte, könnte ich es trotzdem nicht, weil ich seine Nummer nicht habe, genau wie bei den letzten tausend Mal, die du ihn erwähnt hast.«
»Du könntest ihn googeln.«
Ich hatte es Leah nicht erzählt, aber ich hatte tatsächlich bereits versucht, ihn im Internet aufzuspüren – allerdings ohne Erfolg. Es gab zahlreiche Ethan Scotts, doch keiner der Einträge schien etwas mit meinem Ethan zu tun zu haben. Irgendwie war ich dankbar dafür. Keine Unklarheiten. Keine Versprechungen. Kein Bullshit.
»Hör auf, Leah.«
»Okay. Reden wir über was anderes. Wann ziehst du die Sache mit der Wohnung durch?«
Seit ich aus New York zurückgekehrt war, stand meine Wohnung zum Verkauf, und ich hatte gerade ein Angebot angenommen. Ich war sehr erleichtert, dass ich nach dem Einbruch endlich umziehen würde. Ich hasste es, in dieser Wohnung allein zu sein. Obwohl sie nichts mitgenommen hatten, war die Tatsache, dass Fremde in meine Wohnung eingedrungen waren, noch immer beängstigend für mich.
»Hoffentlich innerhalb eines Monats. Die Käufer wollen bald umziehen.«
»Aber du hast doch noch nichts Neues, oder? Was hast du vor? Wie gesagt, du kannst vorläufig auch bei Daniel und mir wohnen.«
Ich zuckte mit den Schultern. »Danke.« Ausnahmsweise hatte ich einmal keinen Plan, und ich wollte auch keinen haben.
»Du könntest nach New York ziehen«, sagte Leah.
»Um Himmels willen, Leah, hör auf! Also, ich muss jetzt wieder an die Arbeit.« Ich stand von dem Tisch auf, an dem wir fast jede Mittagspause miteinander verbrachten.
»Sorry«, murmelte sie. »Ich will doch nur, dass du glücklich bist.«
»Ich brauche keinen Mann, um glücklich zu sein«, erwiderte ich.
Leah überhörte den Satz. »Gehst du am Samstag mit uns aus?«, fragte sie, während wir die Treppe hinaufstiegen und uns aus dem Kellergeschoss in einen regnerischen Herbstnachmittag in London begaben. Die Jahreszeit war großartig. Sie passte perfekt zu meiner Stimmung: öde und düster.
Ich zuckte mit den Schultern. »Kommt auf die Arbeit an.«
»Es geht um Samstagabend, Anna.«
»Mal sehen.«
Zum Abschied küssten wir uns auf die Wange und gingen in entgegengesetzten Richtungen davon.
Ja, ich sollte mir einen Ruck geben und am Samstag ausgehen. Unsere Freundin Alice, die wir aus der juristischen Fakultät kannten, hatte Geburtstag. Im Büro war zwar viel zu tun, aber nicht so viel, dass ich das Wochenende durcharbeiten musste. Ich machte mir Sorgen um meinen Job. Leah hatte recht, vermutlich würde ich etwas anderes finden, aber dort, wo ich war, fühlte ich mich wohl, und ich mochte die Leute, mit denen ich arbeitete. Wenn die Firma allerdings in Schwierigkeiten steckte, würden wir vielleicht bald alle unseren Job verlieren, egal, wie viel wir arbeiteten.
Im geschäftigen Treiben des Büros fiel meine schlechte Laune nicht weiter auf. Niemand merkte, wie teilnahmslos ich mich verhielt oder dass ich im Geist und mit dem Herzen ganz woanders war. Es war, als bewegten sich alle um mich herum mit tausend Stundenkilometern fort, während ich durch klebrigen Sirup watete und kaum einen Schritt vorankam. Ich sollte auf meine Mittagspause verzichten. Sie störte meine Konzentration und erlaubte ihm, sich in meine Gedanken zu schleichen. Solange ich beschäftigt war, konnte ich ihn auf Abstand halten. Darum verbrachte ich seit Kurzem so viel Zeit bei der Arbeit. Wenn ich nicht im Büro war, passierte es, dass ich mir vorstellte, ihm zufällig über den Weg zu laufen. So wie beim Mittagessen am Tag nach unserer ersten gemeinsamen Nacht. Leah hatte gesagt, das sei Schicksal gewesen, und ich hatte mich über sie lustig gemacht. Wenn jemand etwas als Schicksal bezeichnete, reagierte ich immer mit Spott. Aber ein Teil von mir, ein Teil, den ich tief in meinem Innern an einem dunklen Ort abseits von Sonnenlicht und Wirklichkeit begraben hatte, dieser Teil fragte sich, ob Leah nicht vielleicht doch recht hatte. Genau diese Gedanken waren es, die mich allmählich in den Wahnsinn zu treiben drohten.
Er könnte doch in London sein, nicht wahr? Vielleicht besucht er seine Schwester. London ist nicht so groß. Dreizehn Millionen Menschen sind so viel nun auch wieder nicht, oder?
Falsch, Anna. Du bist eine Idiotin, Anna.
Kurzentschlossen schrieb ich Leah eine E-Mail, dass ich am Samstag mitkommen würde. Wenn ich mich weigerte, würde ich mir eh nur Ärger einhandeln, also konnte ich auch gleich nachgeben und mir die Energie einfach sparen. Alles in allem war es die bequemere Lösung. Ich hatte so viele Überstunden gemacht, dass ich praktisch alle meine Akten auf den letzten Stand gebracht hatte. Ich brauchte ein Projekt. Eine Ablenkung. Die Suche nach einer neuen Wohnung wäre ein guter Anfang. Ich schloss meine Bürotür und begann, Immobilien-Websites zu durchkämmen. Ich rief ein paar Anbieter an und vereinbarte Termine nach Büroschluss und am Samstag. Ich überlegte, Leah zu fragen, ob sie mich begleiten wollte, entschied mich aber dagegen. Sie hätte mich nur ständig an Ethan erinnert, und darauf konnte ich gut verzichten.
Weder Leah noch sonst jemandem hatte ich erzählt, dass ich … Gefühle für Ethan entwickelt hatte. Ich schätze, dieses Wort beschreibt am besten, was ich empfand. Sie wusste, dass der Sex fantastisch gewesen war. Sie wusste, dass ich jede Nacht mit ihm verbracht hatte, und sie hatte meine düstere Nach-Ethan-Stimmung mitbekommen. Bisher war ich nie länger als drei Monate mit einem Mann zusammen gewesen, und obwohl meine Beziehungen meistens am schlechten Benehmen der Männer gescheitert waren, hatte ich nie lange gebraucht, um mich von einer Trennung zu erholen. Ben der Mistkerl und die Sache, in die er mich hineingezogen hatte, waren schrecklich. All das hatte dazu geführt, dass ich mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr wohlfühlte, aber wenigstens hatte ich keine Tagträume von Ben und malte mir auch nicht aus, dass alles ganz anders sein könnte, dass wir noch ein Paar sein könnten. So etwas war mir noch nie passiert. Ich mochte stinksauer oder verletzt gewesen sein, aber jedes Mal hatte ich die Typen einfach abgehakt und weitergemacht. Ethan hingegen folgte mir überallhin wie ein Geist, und ich hatte keine Ahnung, wie ich ihn abschütteln sollte.
Ethan
Normalerweise fliege ich nicht gern, vor allem keine Langstrecken. Aber an diesem Tag machte es mir nichts aus. Ich war zu beschäftigt, um darüber nachzudenken, dass wir uns in zehntausend Meter Höhe in einer Metallröhre befanden und dass der Pilot wahrscheinlich schlief, betrunken war oder die Stewardess vögelte. Es gab zu viel, worüber ich nachdenken musste. Morgen würde ein großer Tag sein, und ich wollte vorbereitet sein. Ich hatte den Stapel Mitteilungen noch nicht gelesen, den sie mir am Tag zuvor per Eilbote nach Hause geschickt hatten, und wir würden den ganzen Tag lang Presseinterviews geben und...




