Beacon | Verführt von einem Abenteurer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Beacon Verführt von einem Abenteurer


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-1297-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1297-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was für ein attraktiver Gentleman: Rowena kann den Blick nicht von James Winterleys muskulöser Gestalt und den edlen Gesichtszügen abwenden. Auch wenn die junge Witwe nicht mehr an die große Liebe glaubt - eine Affäre mit dem verwegenen Abenteurer erscheint ihr höchst verlockend! Doch Rowena ahnt nicht, in welch brenzlige Situation James sie bringen wird ...



Das ganze Leben lang war Elizabeth Beacon auf der Suche nach einer Tätigkeit, in der sie ihre Leidenschaft für Geschichte und Romane vereinbaren konnte. Letztendlich wurde sie fündig. Doch zunächst entwickelte sie eine verbotenen Liebe zu Georgette Heyer`s wundervollen Regency Liebesromanen, welche sie während der naturwissenschaftlichen Schulstunden heimlich las. Dies half ihrer schulischen Karriere jedoch nicht gerade weiter. Deshalb überraschte sie vor allem sich selbst damit das Studium der englischen Literatur mit Auszeichnung abzuschließen. Sie liebte jede Minute. Vor allem die Kurse im kreativen Schreiben hatten es ihr angetan und gaben ihr Hoffnung eines fernen Tages ein Buch veröffentlichen zu können. Dafür war viel Zeit und Hartnäckigkeit notwendig, aber nun ist sie glücklich an ihrem Ziel angelangt. Die britische Regency Epoche ist so vielschichtig und faszinierend, dass sie nimmer Müde ist begeistert Nachforschungen darüber anzustellen. Lebhafte Heldinnen und traumhafte charismatische Helden zu erschaffen ist für sie ein Liebesdienst und dennoch will sie das Wagnis eingehen über andere Perioden zu schreiben. Eines Tages so hofft sie, wird sie eine neue Welt entdecken in der sie gelegentlich ihre Geschichten ansiedeln kann und sie auf dieser Reise von ihren Lesern begleitet wird.

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1. KAPITEL

Mr. Winterley sieht sehr attraktiv aus, nicht wahr?“, bemerkte Mary Carlinge mit einem wehmütigen Seufzer.

„Wenn du mich fragst, wäre er in London besser aufgehoben, und der haut ton muss sich inzwischen doch bereits zur kleinen Saison dort eingefunden haben“, antwortete Rowena argwöhnisch.

„Versuche nicht, das Thema zu wechseln, Rowena Westhope. Du bist vierundzwanzig Jahre alt und im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte, wie kann dich also ein junger, reicher und derart hinreißender Gentleman wie dieser nur so gleichgültig lassen. Ich weiß nicht, wie Callie Laughraine es geschafft hat, ihn heute Morgen wieder in die Kirche zu zerren, aber ich bin ihr sehr dankbar dafür, selbst wenn du es nicht bist.“

Rowena betrachtete den hochgewachsenen, dunkelhaarigen und wirklich sehr gut aussehenden Gentleman und erschauerte unwillkürlich – zu ihrer größten Besorgnis. „Er muss zweifellos sehr reich sein, da er das Saltash-Gut gekauft hat, dabei ist es nicht mehr als eine Ruine. Und vermutlich sieht er recht gut aus, aber er ist viel zu eitel und hochmütig, als dass ich ihn deswegen bewundern könnte.“

„Du bist entweder eine Heilige und gehörst in ein Kloster oder eine Lügnerin, liebe Freundin“, antwortete Mary leise, gerade als Mr. Winterley zu ihnen herübersah, den Blick jedoch gleich weitergleiten ließ, als wären sie seiner Aufmerksamkeit nicht wert.

„Und du bist eine verheiratete Frau und Mutter, Mary Carlinge, und solltest wirklich klüger sein.“

„Ich habe zwar Carlinge geheiratet, kaum dass ich das Schulzimmer verlassen hatte“, sagte Mary ungeniert und sah liebevoll, wenn auch flüchtig zu ihrem vor sechs Jahren geehelichten Gatten hinüber, „aber dein Mr. Winterley ist dennoch einen zweiten Blick wert, und dann sicherheitshalber noch einen dritten und vierten.“

„Er ist nicht mein Mr. Winterley, und für meinen Geschmack weiß er einfach zu gut, wie attraktiv er ist und außerdem eine der besten Partien auf dem Heiratsmarkt“, entgegnete Rowena so kühl sie konnte, denn in diesem Moment ließ der unmögliche Mann den Blick seiner ungewöhnlich grünen Augen wieder zu ihr zurückgleiten und musterte sie forschend.

Sie hatte gehofft, im Schatten einer uralten Eibe so gut wie unsichtbar zu sein. Aber das war, bevor Mary sie entdeckte und darauf bestand, ihr unmögliche Fragen zu stellen. Und jetzt beobachtete er sie beide, als könnte Rowena ihm eine Kröte unter das Hemd stecken, wenn er sie nicht im Auge behielt. Vor fünfzehn Jahren hätte sie es gewiss getan, aber eine nüchterne, vernünftige Witwe würde selbstverständlich nicht einmal daran denken, so etwas zu tun.

„Also mir gefallen Männer, die sich ihres eigenen Wertes bewusst sind. Ich würde außerdem meinen besten Hut verwetten, dass dieser hier auch ein wundervoller, aufmerksamer Liebhaber ist“, fuhr Mary gnadenlos fort. „Sobald ich Carlinge einen weiteren Sohn geschenkt habe, hoffe ich, noch jung und attraktiv genug zu sein, um es persönlich herauszufinden. Das heißt, wenn ihn uns bis dahin keine andere weggeschnappt hat.“

„Oh, Mary, nein. Wie kannst du etwas so Fürchterliches sagen? Vor nur wenigen Minuten haben wir vor Gott unsere Sünden gebeichtet. Du kannst das unmöglich ernst meinen.“

„Sch“, machte Mary Carlinge und vergewisserte sich, dass niemand in der Nähe war, um die skandalösen Worte der ältesten Tochter des Pfarrers zu hören. „Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass du dich dieser Tage in dunklen Ecken herumtreibst, wo dich niemand bemerkt. Hast du das übrigens von deiner Schwiegermutter gelernt? Wenn ja, dann ist es gut, dass sie zu ihrer Schwester gereist ist und dich deinem Schicksal überlassen hat. Sonst wärst du an ihrer Seite zu einer langweiligen, einsamen Frau verkümmert, die kleine Hunde züchtet.“

„Es war sehr freundlich von Mama Westhope, mich bei sich aufzunehmen, als ich aus Portugal zurückkam und nicht mehr besaß als die Kleider auf dem Leib. Und ich blieb auch länger, als sie oder ich beabsichtigten, weil der Kummer sie so sehr überwältigte, dass ich es nicht über mich bringen konnte, sie allein zu lassen. Um gemeinsam Nates Tod zu verarbeiten“, verteidigte Rowena sich und die Mutter ihres verstorbenen Mannes. Dennoch hatte sie das Gefühl, dass Mary dieses Mal recht hatte.

„Freundlich, dass ich nicht lache! Sie hat dich ausgenutzt, Row.“ Ihre Freundin vergaß einen Moment, die raffinierte Frau von Welt zu mimen, um Rowena eine Standpauke zu halten. „Du warst kaum mehr als eine unbezahlte Dienstmagd für sie, und es würde mich schon sehr wundern, wenn sie dich in den vergangenen zwei Jahren nicht täglich für den Umstand bestraft hat, dass du noch lebst, während ihr Liebling tot ist. Nein, du bist lange genug beschimpft und erniedrigt worden, liebste Freundin. Es ist höchste Zeit für dich, wieder leben zu lernen, und dort drüben steht der Mann, mit dem du das tun solltest“, endete sie und wies mit einem triumphierenden Winken der Hand auf Mr. Winterley.

„Wer ist der Gentleman in der braunen Jacke, Mary?“, fragte Rowena über den Mann an Mr. Winterleys Seite. „Du bist eine wahre Fundgrube an Informationen geworden, seit du Mr. Carlinge dazu überredet hast, im Haus seines Großonkels zu leben, als er erbte, statt mit ihm in Bristol zu bleiben.“

„Es ist hier gesünder für die Kinder. Aber nennst du mich etwa ein Klatschweib?“, fragte Mary scharf. Sie schien kurz darüber nachzudenken, zuckte dann mit den Schultern und lächelte schelmisch, als ließe sich die Wahrheit dieses Vorwurfs sowieso nicht leugnen. Und Rowena fiel wieder ein, warum sie ihre alte Freundin trotz ihrer unverblümten, neugierigen Art so liebte. „Womit du natürlich recht hättest. Was soll man sonst auf dem Land tun, als sich für seine Nachbarn zu interessieren oder sich zu Tode zu langweilen? Der Mann in der recht langweiligen braunen Jacke ist der Honourable Mr. Bowood, und sein Vater müsste Lord Grisbeigh sein, einer jener geheimnisvollen politisch einflussreichen Gentlemen, von deren Existenz die Regierung angeblich nichts weiß. Er würde zugeben müssen, dass er arbeitet, und wir alle wissen schließlich, dass Gentlemen so etwas nicht tun.“

Da Mr. Carlinge Anwalt war und Mary ganz offensichtlich verbittert über die Unterschiede, die die Gesellschaft machte, zwischen einem Gentleman, der für seinen Lebensunterhalt arbeitete, und einem Gentleman, der andere für sich arbeiten ließ, lenkte Rowena das Gespräch auf Marys kleinen Sohn und die erst kürzlich zur Welt gekommene Tochter. Sie versuchte, sich auf das wortreiche Schwärmen einer vernarrten Mutter zu konzentrieren und Mr. Winterley aus ihren Gedanken zu verdrängen. Trotz des Geredes, sich einen Liebhaber nehmen zu wollen, weil ihr Leben so langweilig war, wusste Rowena fast sicher, dass Mary ihren Gatten und ihre lebhaften Kinder viel zu sehr liebte, um ihr Leben mit ihnen wegen eines oberflächlichen Modegecken wie Mr. Winterley aufs Spiel zu setzen. Zumindest hoffte Rowena das sehr – ihrer Freundin zuliebe und nicht, weil der Mann hochgewachsen und faszinierend war, aufregend breite Schultern hatte und etwas in ihr weckte, das sie lieber nicht empfinden wollte.

„Hier versteckst du dich also heute, Rowena Finch“, unterbrach eine weitere Freundin aus alten Zeiten Marys Geschichten über ihre geliebten Kinder, und jetzt ruhten sogar zwei sehr aufmerksame Augenpaare auf ihr. Rowena wurde etwas unruhig unter Callie Laughraines durchdringendem Blick und errötete zu ihrem Ärger, da Callies Worte ausgerechnet die Aufmerksamkeit jenes Mannes erregt hatten, dem sie auszuweichen versuchte.

Er sah wie ein byzantinischer Prinz aus, fand sie, den man als vornehmen Gentleman verkleidet und in ein englisches Dorf versetzt hatte, um die Bewohner einzuschüchtern. Er strahlte eine Kraft und Selbstbeherrschung aus, die Rowena fast schon ärgerte. Es fiel ihr schwer, ehrlich zu sagen, was sie wirklich von dem Eindringling hielt, aber es war auch nicht wichtig, denn sie hatte mit gut aussehenden Gentlemen wie ihm ein für alle Mal abgeschlossen – außerdem würde er sie keines Blickes würdigen, selbst wenn es anders gewesen wäre. Sie war eine uninteressante, verarmte Witwe, die in sehr bescheidenen Umständen lebte, und er war der Bruder eines Viscounts und viel zu attraktiv und aufregend für sie, und damit hatte es sich.

„Ich bin nicht mehr Rowena Finch, wie du sehr wohl weißt, Callie“, rief sie streng in Erinnerung.

Callie war die Enkelin des verstorbenen Pfarrers von Raigne, die als kleines Baby zu ihm gekommen war. Als die Finches in Great Raigne erschienen, wo Rowenas Papa den Hilfspfarrer für Reverend Sommers abgeben sollte, konnte Rowena gerade eben krabbeln und ihr Bruder Joshua war noch ein Baby. Damals war Callie nicht nur ihre Freundin, sondern sogar wie eine ältere Schwester für sie gewesen.

„Ja, das weiß ich“, sagte Callie jetzt so leise, dass nur ihre beiden Freundinnen sie hören konnten. „Wenn die Ehe dir auch nicht bekommen zu haben scheint.“

Mary nickte heftig. „Callie hat recht, und du solltest auf sie hören“, sagte sie und bemerkte erst jetzt, dass ihr Mann versuchte, ihr zu verstehen zu geben, dass ihre Kutsche bereits wartete. „Ich hoffe, wenigstens du kannst ihr Vernunft beibringen, damit sie aus ihrem Schneckenhaus herauskommt. Rowena will einfach nicht auf mich hören, und du hattest schon immer einen größeren Einfluss auf sie als ich. Nur weil du die Älteste bist, du verstehst. Nicht weil du Lady Laughraine bist und kurz davor, eine wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen....



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