Beaton | Agatha Raisin und der tote Schauspieler | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 25, 253 Seiten

Reihe: Agatha Raisin Mysteries

Beaton Agatha Raisin und der tote Schauspieler

Kriminalroman. Der 25. Agatha-Raisin-Band der SPIEGEL-Bestsellerautorin - cosy und charmant. »Die Detektivromane von M. C. Beaton haben Kultstatus.« T. »Die Detektivromane von M. C. Beaton haben Kultstatus.« THE TIMES
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-8393-4
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman. Der 25. Agatha-Raisin-Band der SPIEGEL-Bestsellerautorin - cosy und charmant. »Die Detektivromane von M. C. Beaton haben Kultstatus.« T. »Die Detektivromane von M. C. Beaton haben Kultstatus.« THE TIMES

E-Book, Deutsch, Band 25, 253 Seiten

Reihe: Agatha Raisin Mysteries

ISBN: 978-3-7517-8393-4
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Theaterstück mit einem echten Toten

Eine festlich inszenierte Weihnachtsgeschichte - mit Agatha Raisin als Zuschauerin! Mrs. Bloxby, die Frau des Pfarrers, weiß, wie man eine Unwillige überredet. Bei der Aufführung muss Agatha wie nicht anders zu erwarten mehrfach ein Gähnen unterdrücken. Bis sich unter dem wild agierenden Hauptdarsteller plötzlich der Boden auftut: ein Sturz, ein Schrei, dann Stille - und die erschreckende Erkenntnis: Der Schauspieler liegt tot unter der Bühne. Ein Unfall? Schon bald ahnen Agatha und ihr Team, dass die dramatische Bühnenshow nichts ist im Vergleich zum wahren Leben. Gleich eine ganze Schar Verdächtiger stellt sie nun vor große ermittlerische Herausforderungen, denn nicht wenige von ihnen hatten Gründe, den Hauptdarsteller am liebsten tot zu sehen ...

Der neue Agatha-Raisin-Krimi von SPIEGEL-Bestseller-Autorin M. C. Beaton



M. C. Beaton ist ein Pseudonym der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, widmete sie sich ganz der Schriftstellerei. Mit ihren Krimi-Reihen um die englische Detektivin Agatha Raisin und den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth feierte sie große Erfolge in über 17 Ländern. Sie verstarb im Dezember 2019 im Alter von 83 Jahren.

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Eins


Fee-fi-fo-fum. Ich rieche das Blut eines Engländers.«

Als der riesige Oger in dem Märchenspiel in Winter Parva über die Bühne stolzierte und die altbekannten Worte von sich gab, musste Agatha Raisin ein Gähnen unterdrücken. Sie hasste Laientheater, hatte sich jedoch von ihrer Freundin, der Pfarrersfrau Mrs. Bloxby, überreden lassen, dieses hier zu unterstützen. Die beiden Frauen bildeten einen seltsamen Kontrast: Agatha in ihrer eleganten Kleidung und mit dem schimmernden braunen Haar und Mrs. Bloxby in ihrem ausgeblichenen Tweed und mit dem angegrauten dünnen Haar, das ihr sanftmütiges Gesicht umrahmte.

Agatha fühlte sich allmählich gefangen und entsprechend mürrisch. Warum musste sie, eine Privatdetektivin von einem gewissen Ansehen, ihren Glanz an diesen trüben Gemeindesaal in Winter Parva vergeuden?

Das Stück hieß Babes in the Woods, aber es gab auch Figuren aus anderen Stücken, von Old Mother Hubbard bis hin zum Gestiefelten Kater.

Endlich war Pause. Es gab keine Theaterbar, doch im Eingangsbereich wurde Glühwein serviert. Agatha schnappte sich ein Glas und sagte: »Ich gehe mal draußen eine rauchen.«

Der Parkplatz lag in dichtem Nebel, und Wasser platschte traurig von den Bäumen, die den Platz umstanden.

»Rauchen Sie immer noch? Du meine Güte«, sagte eine Stimme hinter Agatha. Sie drehte sich um und fand sich der größten Klatschbase von Carsely gegenüber, Agathas Dorf: Mrs. Arnold.

»Ja«, antwortete Agatha knapp.

»Wissen Sie, dass in England nur noch zwanzig Prozent der Bevölkerung rauchen?«, erwiderte Mrs. Arnold.

»Ich habe Statistiken noch nie geglaubt«, entgegnete Agatha. »Haben die jeden gefragt?« Sie musterte die kleine, rundliche Mrs. Arnold. »Und was ist mit zu reichlichem Essen? Wie wäre es, wenn Fette so verteufelt würden?«

Ein großer Mann tauchte aus dem Dunst auf. »Was halten Sie von dem Stück?«

Agatha verkniff sich das Wort »gruselig«, das ihr auf der Zunge lag, und sagte stattdessen: »Ich finde, der Oger-Darsteller ist sehr gut. Wer ist er?«

»Das ist unser Bäcker, Bert Simple. Aber ich habe mich gar nicht vorgestellt. Sie erkenne ich. Ich bin Gareth Craven, der Produzent des Stücks. Jetzt ist die Pause vorbei, also gehe ich lieber wieder hinter die Bühne.«

»Ich bin Agatha Raisin!«, rief Agatha ihm nach.

Ziemlich nett anzusehen, dachte sie, als sie zusah, wie seine große Gestalt im Nebel verschwand. Oh, hallo, Hormone! Ich dachte schon, ihr hättet euch zum Sterben gelegt.

Sie begab sich zurück zu ihrem Platz neben Mrs. Bloxby. In dem Saal roch es nach feuchter Kleidung, Glühwein und Pralinen. Erstaunlich viele Leute hatten Pralinenschachteln mitgebracht. Kleine Taschenlampen leuchteten hier und da auf, und Stimmen flüsterten Dinge wie: »Ich will keine harte. Sind die mit Alkohol, du Schlingel?« Kinder, die daran gewöhnt waren, sich auf bequemen Sofas vor dem Fernseher zu fläzen, lärmten oder schlugen sich gegenseitig.

Der Vorhang wurde zurückgezogen, und der Komödiant erschien. »Hallo, hallo, hallo!«, rief er.

»Wiedersehen, Wiedersehen, Wiedersehen«, murmelte Agatha.

Der Komödiant war aus dem Ort, ein George Southern, dem der hiesige Souvenirladen gehörte.

Er war recht zierlich gebaut und hatte etwas Affektiertes mit seinem dünnen braunen Haar und der großen Nase, die seinen kleinen Mund überschattete.

»Ich hoffe, ihr seid heute Abend alle gut bei Stimme«, sagte er, und hinter ihm wurde eine Leinwand heruntergelassen. Jetzt kommt das obligatorische Mitsingen, dachte Agatha angeödet.

Und tatsächlich erschien der Text zu It’s a Long Way to Piccadilly auf der Leinwand. Warum ein Song aus dem Ersten Weltkrieg?, fragte Agatha sich, kam jedoch sofort auf den Gedanken, dass sie bei allem Modernen womöglich Copyright-Probleme fürchteten. Aus Erfahrung wusste sie, dass Laientheatergruppen dem Irrglauben anhingen, die Augen der Welt richteten sich auf sie.

Das Lied schien ewig zu dauern. Der Komödiant brachte erst die Männer, dann die Frauen und die Kinder zum Singen. »Folgt dem springenden Ball!«, rief er und schritt in seinem Moment des Ruhms auf der Bühne auf und ab.

Der Vorhang schloss sich wieder und öffnete sich zum Bühnenbild eines Papp-Cottage. Die »Babes« wurden von zwei hässlichen Kindern dargestellt, bei denen es sich, wie sich herausstellte, um Sohn und Tochter des Gemeinderatsvorsitzenden handelte. Deshalb hatten sie wahrscheinlich die Rollen bekommen.

»Und hier kommt der Oger wieder«, sagte Mrs. Bloxby.

»Soll es nicht eigentlich eine Hexe geben?«, fragte Agatha.

»Pst!«, schimpfte jemand hinter ihnen.

»Fee-fi-fo-fum! Ich rieche das Blut eines Engländers«, rief Bert. »Sei er lebendig oder tot, ich mahle seine Knochen und mach sie mir zu Brot.« Er war ein korpulenter Mann mit einem großen, runden Kopf und kleinen, blitzenden Augen, der sehr hochhackige Stiefel trug, um wie ein Riese auszusehen.

An einem quietschenden Drahtseilgestell kam die gute Fee nach unten geruckelt. Das Gestell brach, als sie fast unten war, und sie landete sehr unelegant auf der Bühne. »Kriegen diese dämlichen Idioten denn nix richtig hin?«, zeterte sie.

Die Kinder pfiffen und jubelten.

»Schäm dich!«, rief jemand aus dem Publikum. »Denk doch an die Kinder!«

Die gute Fee rappelte sich hoch, hob ihren verbogenen Zauberstab auf und wandte sich zum Oger um. »Ich verbanne dich in den Sumpf, aus dem du einst kamst«, sagte sie.

Es gab eine eindrucksvolle grüne Rauchwolke, dann tat sich eine Falltür auf und Bert verschwand. Das sehr kleine Orchester stimmte eine heitere Melodie an, und eine Tanzgruppe aus dürftig zusammengesammelten Stepptänzerinnen trampelte über die Bühne. Das Stück ging dem Ende zu. Beim letzten Vorhang war keine Spur von Bert zu sehen.

»Es war nicht schlecht, bedenkt man, dass sie alle Laienspieler sind«, bemerkte Mrs. Bloxby etwas verhalten.

Agatha verkniff sich die bissige Bemerkung, die ihr auf der Zunge brannte. Die beiden Frauen waren jeweils mit dem eigenen Wagen hergekommen, also wünschte Agatha der Freundin eine gute Nacht und ermahnte sie, vorsichtig zu fahren, da sich der Nebel verdichtete.

Als Agatha sich Carsely näherte, kamen ihr Streifenwagen entgegen, die in Richtung Winter Parva rasten. Agatha wendete und fuhr hinterher. »Irgendetwas ist los«, murmelte sie. »Vielleicht hat jemand den furchtbaren Komödianten ermordet.«

Bald sah sie die blauen Blinklichter vor dem Gemeindesaal.

Dank des dichten Nebels schaffte Agatha es auf den Parkplatz, bevor die Polizei den ganzen Bereich absperrte. Wo war der Bühneneingang? Dieser Bursche, Gareth, war um die Ecke zur Gebäudeseite gegangen.

Agatha wandte sich ebenfalls dorthin und entdeckte eine kleine offen stehende Tür. Ein Polizist, der Gareth Craven stützte, kam im Inneren des Gebäudes einen Korridor entlang.

»Wenn ich nur etwas frische Luft bekommen könnte«, sagte Gareth, der kreidebleich war.

Agatha trat entschlossen vor. »Ich bin eine Bekannte von Mr. Craven«, erklärte sie. »Ich kümmere mich um ihn. Sie können rauskommen, wenn Sie hier fertig sind, und seine Aussage aufnehmen. Mein Peugeot parkt draußen.«

»Name?«

»Mrs. Bloxby«, antwortete Agatha, weil sie fürchtete, der Polizist würde ihren Namen sofort erkennen und misstrauisch werden.

»Wie ist das Kennzeichen Ihres Wagens?«

Sie nannte es ihm und legte einen Arm um Gareths Mitte. »Kommen Sie. Ich habe etwas Brandy im Auto.«

»Ich dachte, Sie sind Agatha Raisin«, murmelte Gareth.

»Bin ich auch, aber das musste der Polizist ja nicht erfahren. Hier wären wir. Steigen Sie ein, und ich schalte die Heizung an.«

Als Gareth auf dem Beifahrersitz saß und ein paar Schlucke Brandy aus dem Flachmann genommen hatte, den Agatha in ihrem Wagen hatte, fragte sie: »Was ist da drinnen passiert?«

»Es war furchtbar«, antwortete Gareth. »Bert kam nicht vor den Vorhang, deshalb bin ich ihn suchen gegangen. Er war nicht in der Garderobe, also bin ich runter unter die Bühne, und da war er. Oh Gott!« Er vergrub das Gesicht in den Händen.

Agatha wartete, bis sie glaubte, dass er sich wieder erholt hatte. »Und weiter? Was war mit ihm?«

»Er stand da, ganz regungslos, den Mund weit offen, wie bei einer Art stummem Schrei. Da war eine große Blutlache zu seinen Füßen. Ich konnte keinen Puls finden, bin nach oben gerannt und habe die Polizei, einen Krankenwagen und die Feuerwehr gerufen. Alle. Mehr konnte ich nicht ertragen. Das ist alles.«

Es klopfte an Agathas Seitenfenster. Sie ließ es herunter und sah Detective Sergeant Bill Wong, der sie vorwurfsvoll anblickte. »Mit Ihnen rede ich später«, sagte er. »Mr. Craven, kommen Sie bitte mit mir. Wir brauchen Ihre Aussage. Und, Mrs. Raisin, fahren Sie bitte hinter die Absperrung.«

Bill muss sehr wütend auf mich sein, wenn er mich Mrs. Raisin nennt, dachte Agatha. Der junge Detective war der erste Freund gewesen, den sie nach ihrem Umzug in die Cotswolds gefunden hatte.

Sie beschloss, nach Hause zu fahren und die Nachrichten des nächsten Tages abzuwarten. Was auch immer mit Bert geschehen sein mochte, es war zu spät für die Morgenzeitungen, aber vielleicht kam etwas im Fernsehen. Falls es allerdings ein Unfall gewesen war, würde man nichts mehr hören.

Agatha Raisin sollte ihre Nachrichten aus einer unerwarteten Quelle bekommen.

Der...


Beaton, M. C.
M. C. Beaton ist ein Pseudonym der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, widmete sie sich ganz der Schriftstellerei. Mit ihren Krimi-Reihen um die englische Detektivin Agatha Raisin und den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth feierte sie große Erfolge in über 17 Ländern. Sie verstarb im Dezember 2019 im Alter von 83 Jahren.



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