Beck | DRACHENLAND - Die geheimnisvolle Insel 3 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3, 324 Seiten

Reihe: Die geheimnisvolle Insel

Beck DRACHENLAND - Die geheimnisvolle Insel 3

Abenteuer, Fantasy
überarbeitete Ausgabe
ISBN: 978-3-95835-912-3
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Abenteuer, Fantasy

E-Book, Deutsch, Band 3, 324 Seiten

Reihe: Die geheimnisvolle Insel

ISBN: 978-3-95835-912-3
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Unterhalb der englischen Stadt Ipswich gräbt sich ein Tunnelbohrteam durch massives Gestein, als es unverhofft auf ein uraltes Höhlensystem voller Tierknochen stößt. Seltsamerweise finden sich dort auch die Überreste von Rittern in Rüstungen, von denen einige zerquetscht waren und deren Knochen und Fleisch geschmolzen zu sein schienen. Und noch etwas wird gefunden: ein riesiger, eiförmiger Rubin, der wie eine untergehende Sonne leuchtet. Etwas mehr als 2000 Meilen entfernt, immer noch gefangen auf der verlorenen Insel Lemuria, wissen Troy und Anne, dass die Zeit der monströsen Wesen zurückgekehrt ist, von denen man lange glaubte, sie existierten nur in unseren Legenden oder lauerten in unseren Albträumen. Aber sie haben jetzt eine Chance zu entkommen, denn sie haben das sagenumwobene U-Boot, die Nautilus, gefunden. Gemeinsam arbeiten Troy, Anne, die geheimnisvolle Elle und die riesige Wikingerin Yrsa daran, sich zu befreien, um die Welt vor dem bevorstehenden Schrecken zu warnen. Greig Becks letzter Roman der wunderbaren Mysterious-Island-Trilogie ist eine Geschichte voller Horror, Nervenkitzel, Verrat und Liebe, die diese großartige Serie mit einem explosiven Finale abschließt, an das man sich noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite erinnern wird.

Greig Beck verbrachte seine Jugend hauptsächlich mit Surfen an den Stränden von Australien, bevor er seine Karriere als Informationstechniker startete, die ihn um die ganze Welt führte. Diese Begeisterung hat er nie ganz verloren, auch wenn er sich mittlerweile hauptsächlich dem Schreiben widmet. 2010 erschien mit 'Beneath the Dark Ice' der erste Band seiner Alex-Hunter-Reihe, die immer wieder in den Bestseller-Rängen bei Amazon.com zu finden ist. Seine Romane wurden mittlerweile in über zehn Sprachen übersetzt. Heute lebt der australische Autor mit seiner Frau, seinem Sohn und seinem riesigen deutschen Schäferhund ins Sydney.
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Kapitel 2


Maja Kristiansen und Oskar Gundersen, beide Health-Influencer, folgten auf ihrer Wanderung in die kleinen, zerklüfteten Berge des Nationalparks hinauf einem neuen Pfad.

Vielleicht folgten sie einer Tierspur, oder einem Wasserlauf oder sogar einem natürlichen Pfad, auf dem alle Pflanzen und sogar einige der Felsen zermalmt worden waren, als wäre ein Bulldozer durchgefahren. Und das erst vor kurzem. Aber da nur so wenige Menschen je so hoch in dieses Naturgebiet kamen, war ein von Menschen befahrener Weg unwahrscheinlich, geradezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Seltsame war, dass sie seit zwei Tagen kampierten, während sie sich von der Küste bis zu den Gipfeln vorarbeiteten, um ein paar Fotos von der Aussicht über die Gletschertäler für ihre Social-Media-Accounts zu machen, aber bis jetzt noch keine Tiere gesehen hatten. Gar keine. Nicht einmal ein paar Häschen oder Hermeline. Man hatte sie vor Bären, Luchsen und sogar Vielfraßen gewarnt, aber sie hatten nicht einmal die Spuren dieser Tiere gesehen.

dachte Oskar. Es war ja nicht etwa so, dass das Wetter sie eingeschneit hätte. Es war angenehm, kühl bis kalt, aber nicht eisig, und da die Sonne schien, spürte er, wie ihm ein Rinnsal aus Schweiß über den Rücken lief.

Maja blieb stehen, stemmte die Hände in die Hüften und drehte sich zu ihm um. Ihr hübsches Gesicht war gerötet, was ihre Augen leuchten ließ, als sie auf ihn herabblickte.

»Komm schon. Wir sind fast da.« Sie grinste, als sie ihn musterte, während Oskar sich zu ihr hochkämpfte. »Muss ich dich tragen?« Ihr Grinsen wurde breiter.

»Würdest du?«, fragte er grinsend zurück, und obwohl er unheimlich gern eine kurze Pause gemacht hätte, würde er das vor der schönen Superfrau, die ihn beobachtete, niemals zugeben.

Sie gingen weiter den Hang hinauf. Ihre Stiefel knirschten auf dem zerkleinerten Kies und den Steinsplittern, die auf dem Weg lagen. Sie zeigte darauf, als er sie einholte.

»Was hat das verursacht?«

Oskar zuckte mit den Schultern. »Vielleicht eine Eisbahn vom letzten Winter. Der war kalt. Das Gewicht des Eises muss alles darunter zermalmt haben.«

»Vielleicht.« Sie nickte, wirkte aber nicht überzeugt.

Sie brauchten weitere zwanzig Minuten, um den Gipfel zu erreichen, und gemeinsam betraten sie eine Felsplattform, von der aus sie ins Tal hinunter und auf das ruhige, grüne Meer hinausblicken konnten. Wenngleich das Wasser nach dem ungemütlichen Aufstieg verlockend aussah, wusste Oskar, dass es bitterkalt war. Aber sie waren wegen der Landschaft gekommen, und hier oben war sie belebend, wunderschön und den beschwerlichen Aufstieg wert.

»Hier. Genau hier«, verkündete sie, »trinken wir Kaffee.«

Sie stellten ihre Klappstühle auf und kochten Wasser auf einem kleinen Butan-Kocher. Maja holte ein paar traditionelle -Kekse, die wie Rentiere geformt waren, hervor, und sie setzten sich nebeneinander hin und betrachteten die Aussicht.

»Ich könnte ewig hierbleiben«, sagte sie mit einem zufriedenen Seufzen. Dann drehte sie sich um. »Könntest du das?«

»Mit dir? Ja«, antwortete er. »Allein, nein.«

Sie starrte ihn einen Moment lang an, und er spürte, wie sich seine Wangen wegen seines plumpen Flirtversuchs röteten. Aber nach einem weiteren Moment lächelte sie, nickte und wandte sich wieder der Aussicht zu.

Die beiden saßen da und blickten über die von Gletschern geformte Landschaft, die steil zu Flüssen und Fjorden abfiel. Es war jetzt Frühling, aber in den Spalten der Felsplattform, auf der sie saßen, lag noch ein wenig Schnee und Eis, und einige der kleinen Berge hinter ihnen trugen weiße Kronen.

Oskar spürte, wie er nach dem Aufstieg schnell auskühlte und sich die Wärme des Kaffees gleichzeitig in seinem Bauch ausbreitete, um dem entgegenzuwirken. Trotzdem schlug er den Kragen seiner Jacke ein wenig höher.

Maja drehte sich langsam um und neigte den Kopf. Zuerst glaubte er, sie betrachte schlicht mehr von der herrlichen Aussicht, aber dann wandte sie sich ihm mit gerunzelter Stirn zu.

»Spitz mal die Ohren«, sagte sie und drehte sich wieder um.

Er tat es, war sich aber nicht sicher, worauf sie anspielte. »Ich höre gar nichts.«

»Genau«, schnaubte sie. »Da ist nichts. Nicht einmal ein Vogelruf.« Sie drehte sich um und schenkte ihm ein frustriert wirkendes Lächeln. »Wo sind denn alle? Es ist doch Frühling?«

»Ja, schätze schon.« Er nickte langsam, begriff gewissermaßen. Es war ruhig, aber er hatte keine Ahnung, ob das jedes Jahr so war, denn er war noch nie hier gewesen.

Sie hatte sich von ihm abgewandt und drehte sich dann in ihrem Stuhl um, um etwas auf einem der gegenüberliegenden Hügel genauer zu betrachten.

»Dieser Weg. Der, von dem du dachtest, er käme von den Eisbahnen, die den Boden zerdrückt haben.« Sie drehte sich wieder um. »Er führt dort runter und sieht nicht natürlich aus, eher wie ein Pfad.«

Er folgte ihrem Blick und erkannte, dass er sich tatsächlich den Hang hinunterschlängelte und dann in einen Bereich hinein, der womöglich an einer steilen Felswand endete.

»Das sieht wirklich seltsam aus. Das will ich mir anschauen.« Sie drehte sich mit hochgezogenen Augenbrauen um.

Er stöhnte, aber nur innerlich. »Oh, du meinst, schauen uns das an?«

Er würde sie bei Laune halten, obwohl er schon müde war. Er hatte ein nettes Abendessen für sie geplant, aber er wettete, dass er während der Vorspeise einschlafen würde.

Sie schüttete den Rest ihres Kaffees weg, stand auf, nahm ihren Stuhl und klappte ihn mit einem Ruck wieder zusammen. »Komm.«

Er seufzte, tat das Gleiche und packte seine Ausrüstung zusammen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg über den Berg, beschritten vorsichtig den steilen Abhang, während sie dem seltsamen Pfad folgten. Als er nach unten schaute, war er nicht mehr so überzeugt davon, dass er durch Eis entstanden war, denn einige der zerkleinerten Pflanzen sahen aus, als wären sie nur Wochen, wenn nicht sogar nur wenige Tage alt. Offensichtlich war die Pulverisierung noch im Gange, obwohl das Eis und der Schnee längst verschwunden waren.

Nach dreißig Minuten erklommen sie die kleine Anhöhe, die zu einem Gebiet mit umgestürzten Felsblöcken führte, und erkannten, dass die steile Felswand an ihrem Fuß eine große Höhle barg. Das zerkleinerte Material hatte an der Geröllgrenze geendet, aber es hatte offensichtlich auf die dunkle Öffnung zugeführt.

Aus irgendeinem Grund verursachte ihm das eine Gänsehaut. »Wollen wir das wirklich tun. Weil, du weißt schon, Bären?«, fragte er.

» wir haben noch nicht mal einen Hasen gesehen.« Maja hatte bereits ihre Taschenlampe gezückt und schaltete sie ein und aus, um sie zu testen. »Und du kannst darauf wetten, dass wir es tun.« Sie grinste. »Das ist so cool.« Sie richtete die Lampe auf sein Gesicht und knipste sie ein paar Mal an und aus. »Du wirst müde, und jetzt wirst du tun, was ich sage. Folge mi- …« Sie kicherte.

Er lachte leise über ihren dummen Scherz, aber ihre Eigenart fand er noch anziehender. Er streckte die Hände gerade vor sich aus und machte einige Frankenstein-Schritte. »Geh voran … .«

Maja ging geradewegs hinein und er beeilte sich, mit ihr Schritt zu halten.

Er rümpfte die Nase. Die Höhle war unnatürlich groß und innen seltsam warm. Außerdem roch es komisch, schwefelig und ein bisschen wie frische Kotze.

Unter ihren Füßen knirschte es, und Maja blieb stehen und kniete sich hin, um etwas aufzuheben. Sie untersuchte es einen Moment lang, dann hielt sie es hoch.

»Das ist ein Huf. Vielleicht eine Art Reh.« Sie ließ ihn fallen und wischte sich die Hand an der Hose ab.

Oskar sah sich um, verbreiterte seinen Lichtstrahl und entdeckte etwas Größeres. Er ging hin und hob es auf. Kopfschüttelnd zeigte er es ihr. »Das sieht aus wie ein Teil eines Bärenschädels.«

»Da sind die Bären also abgeblieben«, flüsterte sie.

Er schnupperte daran. »Puh, stinkt noch. So alt ist der noch nicht.« Er drehte sich langsam um. »Ich glaube nicht, dass wir hier drin sein sollten.«

Majas Lampe bewegte sich über den Boden der Höhle, und sie entdeckten weitere Knochen. Eine Menge mehr Knochen. Ihr Lichtstrahl blieb auf einem Bestimmten stehen.

»Oh nein«, flüsterte sie.

Es war ein menschlicher Schädel. Und er war noch frisch.

Sie hörten, wie sich hinter ihnen etwas in der Dunkelheit bewegte.

***

Maja rannte.

Sie rannte um ihr Leben.

Sie rannte fast blindlings, denn ihre Augen waren voller Tränen, und sie schmeckte Galle und sauren Kaffee im Mund, und sie wusste, dass sie unzusammenhängendes Zeug brabbelte.

Hinter ihr drängte Oskar sie verzweifelt zu mehr Tempo. Sie wusste, dass er wahrscheinlich weit vor ihr sein könnte, aber er blieb hinter ihr, schirmte sie ab, beschützte sie.

Das Ding war aus der Wand gekommen. Aber es war so groß wie, nein, als ein Elefant. Diese gelben Schlitzaugen hatten sich geöffnet, und es hatte gebrüllt, sodass sie beide weiche Knie bekamen. Ihre winzigen Taschenlampen konnten kaum alles erfassen, aber in einem Moment klammerte sich das riesige Ding an die Höhlenwand, und im nächsten war es bei ihnen.

Jetzt wussten sie, was all den Tieren zugestoßen war. Sie waren in die Höhle eines großen...



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