Beck | LEMURIA - Die geheimnisvolle Insel | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1, 324 Seiten

Reihe: Die geheimnisvolle Insel

Beck LEMURIA - Die geheimnisvolle Insel

Abenteuer, Fantasy
überarbeitete Ausgabe
ISBN: 978-3-95835-828-7
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Abenteuer, Fantasy

E-Book, Deutsch, Band 1, 324 Seiten

Reihe: Die geheimnisvolle Insel

ISBN: 978-3-95835-828-7
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seit Anbeginn der Zeit werden an einem trostlosen Strand in Schottland die verschiedensten Dinge angespült. Im Inneren eines kleinen Eisbergs findet sich die Scherbe eines Gefäßes der Wikinger, die in Teilen von einer mysteriösen Insel zu berichten weiß, verborgen hinter Eis und Nebel, welche große Schätze und noch größere Schrecken bergen soll. Aus dem gleichen Eisblock taut auch ein verrottetes Stück Haut auf, welches sich nicht identifizieren lässt, dessen Hautmuster aber an eine Kreatur erinnert, die seit einhundert Millionen Jahren als ausgestorben gilt ... Troy Storm und die rätselhafte Elle Burgan begeben sich auf die Suche nach dieser legendären mysteriösen Insel, verfolgt von einer Gruppe brutaler Killer, die sich für die rechtmäßigen Erben einer der größten Schätze der Menschheit halten - Odins Herz.

Greig Beck verbrachte seine Jugend hauptsächlich mit Surfen an den Stränden von Australien, bevor er seine Karriere als Informationstechniker startete, die ihn um die ganze Welt führte. Diese Begeisterung hat er nie ganz verloren, auch wenn er sich mittlerweile hauptsächlich dem Schreiben widmet. 2010 erschien mit 'Beneath the Dark Ice' der erste Band seiner Alex-Hunter-Reihe, die immer wieder in den Bestseller-Rängen bei Amazon.com zu finden ist. Seine Romane wurden mittlerweile in über zehn Sprachen übersetzt. Heute lebt der australische Autor mit seiner Frau, seinem Sohn und seinem riesigen deutschen Schäferhund ins Sydney.
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PROLOG


»Es ist eiskalt.« Jack Pencroft schlang die Arme um sich. »Und ich kann nicht mehr erkennen, ob wir über Land oder über Wasser sind.«

Die vier vor der Union Geflohenen versuchten, den Korb des Ballons auszubalancieren, indem sie sich auf alle Ecken verteilten, und spähten jetzt über die Bordwände. Pencroft hatte recht: Der Nebel war so dicht, dass es unmöglich war, Land oder Meer unter ihnen auszumachen.

Die kleine Gruppe war aus einem Gefängnis im Norden geflohen, als der Bürgerkrieg seinen Höhepunkt erreicht hatte, und hatte dann einen mit Wasserstoff gefüllten Aufklärungsballon gekapert. Zu Beginn schien der Plan brillant zu sein. Bis der Sturm aufzog.

Dann hatten die orkanartigen Winde sie tagelang umhergeweht, und ihr Ballon hatte unvorstellbare Höhen und Geschwindigkeiten erreicht. Zunächst glaubten sie, sie würden womöglich über dem Pazifik enden, aber der heftige Wind hatte sie stattdessen nach Norden katapultiert. Weit nach Norden. Und kurz bevor sie alles und jeden aus den Augen verloren hatten, hatten sie einen Eisberg gesichtet.

Cyrus Smith, ein Eisenbahningenieur, wahrscheinlich der klügste unter ihnen, spähte, mit seinen riesigen Händen den Rand des Korbes umklammernd, über die Seite. »Irgendwo über dem Nordatlantik, möchte ich wetten. Oder vielleicht sogar noch weiter nördlich.«

Pencroft fluchte. »Für diese Art von Kälte sind wir nicht angezogen. Wir werden erfrieren.«

Cyrus sah nach oben. »Es wird noch schlimmer. Der Ballon wird schlaff.«

Gideon Spilett, der Journalist, schnaubte. »Vergiss deine Wollsachen, Pencroft. Wenn der Ballon an Höhe verliert und wir ins Wasser fallen, sind wir binnen Minuten tot.«

Pencrofts Adoptivsohn Herbert gab ein kleines Wimmern von sich, während Cyrus’ Hund Top ein Mal kläffte und versuchte, sich hinter die Stiefel seines Herrchens zu drängen. Cyrus sah hinunter und tätschelte den Kopf des kleinen Tieres. »Keine Sorge, Junge. Ich verspreche, dass wir nicht lange schwimmen müssen.«

Im nächsten Moment konnten sie etwas durch den dichten Nebel ausmachen. Und es war nicht das, was sie sehen wollten: Eine riesige Eiswand ragte plötzlich vor ihnen aus dem wabernden Nebel. Die Ballonhülle prallte zuerst dagegen, dann schlug der Korb hinein. Alle fünf Männer und auch der kleine Hund wurden zu Boden geschleudert.

Glücklicherweise landete der Ballon nicht sofort auf dem Wasser und dem aufgebrochenen Eis unter ihnen. Stattdessen zerrte sie eine steife Brise noch eine halbe Stunde lang an dem Gebilde entlang.

»Was ist los? Werden wir schneller?«, fragte Herbert.

Pencroft drehte sich um, die Stirn gerunzelt. »Spürt ihr das?« Er drehte sich wieder zurück. »Warme Luft.«

Im nächsten Moment erreichten sie einen riesigen Riss in der Eiswand, und als ob ein Riese einatmen würde, wurde ihr Ballon rasch hineingesaugt.

»Festhalten!«, rief Cyrus, als der Ballon in dem engen Korridor aus dunkelblauem Eis hin und her geworfen wurde.

Das Licht wurde schwächer und verschwand schließlich ganz, als sie in eine riesige Höhle gezogen wurden. Nur wenige Augenblicke später wurde der Ballon von der zerklüfteten Decke zerrissen und ihr Korb landete spritzend in einem großen Gewässer.

»Ich kann etwas erkennen … da vorn ist Licht«, bemerkte Herbert. »Und Land.«

»Paddelt, alle, ehe der Korb sinkt«, drängte Cyrus.

Die vier Männer schafften es, den Korb an den Strand zu manövrieren, und sprangen dann heraus, um ihn einige Meter weit auf den Sand zu ziehen. Weiter brachten sie ihn jedoch nicht, da der Ballon voller Wasser war und sich wie ein Anker verhielt.

Top, Cyrus’ Hund, rannte über den Strand ins Dickicht und kläffte wie ein Verrückter, während sich die Männer in den Sand fallen ließen.

»Was ist das für ein Ort?«, fragte Spilett. »Es ist wie eine tropische Insel.« Er sah nach oben. »Und sind wir drinnen oder draußen?«

Flach daliegend, drehte Pencroft den Kopf. »Nicht besonders warm für eine tropische Insel.«

»Eins nach dem anderen. Wir brauchen Nahrung und Wasser. Sobald wir unsere Vorräte aufgefüllt haben, können wir klar denken und herausfinden, wo wir sind«, verkündete Cyrus. »Und was wir tun müssen, um nach Hause zu kommen.«

Pencroft und Spilett setzten sich auf und drehten sich um, um das Dickicht des Waldes hinter ihnen zu betrachten.

»Ich glaube, das könnte eine der Inseln von Neuseeland sein.« Pencroft zog die Augenbrauen hoch.

In diesem Moment ertönte aus den Tiefen des Dschungels ein gewaltiges Brüllen, das den Männern die Haare zu Berge stehen ließ.

Pencroft schüttelte langsam den Kopf. »Wenn ich es mir recht überlege, glaube ich nicht, dass das hier Neuseeland ist.«

***

Drei Monate später tauchte Gideon Spilett den Zweig in den Schnitt, den er in seinen Unterarm gemacht hatte, und benutzte das Blut als Tinte, um einen weiteren Satz auf den zerfledderten Pergamentfetzen zu schreiben, den er mit der anderen Hand offen hielt.

Seine Kleidung war zerschlissen, seine Füße nackt, und sein einziger Begleiter war Cyrus Smiths kleiner Hund Top, dessen Rippen deutlich hervortraten.

Er starrte das Tier an. Es sehnte sich immer noch nach seinem Herrchen, Cyrus. Sie hatten beide gesehen, wie der Mann in Stücke gerissen und dann gefressen wurde. Spilett hatte sich umgedreht, um wegzurennen, war aber stehen geblieben, um den Hund aufzuheben, ihn davon abzuhalten, sich heldenhaft, aber selbstmörderisch, in den Kampf gegen das Monster zu stürzen.

Er starrte das Tier weiter an, und ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Er war am Verhungern, und der Hund würde ihn mehrere Tage lang ernähren, wenn er ihn sparsam portionierte. Er schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Aus Respekt vor Cyrus und den anderen könnte er das niemals tun.

Top winselte, und Spilett öffnete die Augen und kratzte an einem der zahlreichen Insektenstiche, die seinen Körper bedeckten. Auch der Hund hob ein Hinterbein, um sich zu kratzen.

»Ja, diese Sumpffliegen waren schlimm.« Er lächelte leicht und nickte dann. »Die Schlingpflanzen auch.« Seine Augen weiteten sich. »Und die Riesenkrabbe, die uns fast umgebracht hätte. Zum Glück hat dein Herrchen Wissenschaft eingesetzt, seinen Speer als Hebel und einen Felsen als Stützpunkt, und hat sie umgekippt.«

Er tätschelte den Kopf des Hundes. »An jenem Tag haben wir gut gegessen, nicht wahr?«

Bei der Erinnerung daran lief ihm das Wasser im Mund zusammen, und er ließ den provisorischen Federkiel und das Pergament sinken, um sich einen Moment zurückzulehnen. Sie hatten mehrere Monate lang überlebt, gekämpft, waren gerannt und hatten sich versteckt, doch am Ende überstiegen die Bestien, die auf dieser geheimnisvollen Insel lebten, alles, was er, ein Mann, der seinen Lebensunterhalt mit Worten verdiente, beschreiben oder sich überhaupt vorstellen konnte. Und schlussendlich hatten die Biester sie erwischt und einen nach dem anderen geholt.

Spilett seufzte. Er musste versuchen, jemandem zu berichten, was dieser tapferen und unglückseligen Ballonbesatzung zugestoßen war. Er hob sein Pergament wieder auf.

Spilett beendete seine Aufzeichnung im Wissen, dass er es nie tun würde, wenn nicht jetzt, denn seine Lebenskerze war beinahe auf den Docht heruntergebrannt. Dann rollte er das Pergament fest zusammen, zog die Flasche zu sich und entkorkte sie. Er stopfte die Seiten hinein, verkorkte die Flasche wieder und stand dann auf.

»Wen es interessieren mag.« Er warf die Flasche weit ins Wasser, wo sie mit einem Platschen landete und einen Moment lang auf und ab wippte.

Spilett sah zu Top hinunter. »Was hältst du davon, einen letzten Spaziergang am Strand zu machen, alter Freund? Mal sehen, was passiert.«

Top wedelte kurz mit seinem kleinen Peitschenschwanz und grinste zu ihm hoch. Doch dann verschwand sein Grinsen und sein Kopf drehte sich zum Wald mit seinen riesigen Farnwedeln, dem wabernden Nebel und den tiefen Schatten. Er begann zu knurren.

Spilett drehte sich langsam um. »Oder vielleicht auch nicht.«

***

Einen Monat später durchquerte das französische Schiff Arcole den nördlichen Atlantik auf seinem Rückweg nach Frankreich. Es bewegte sich langsam, denn der Wind war abgeflaut und die Segel hingen schlaff herunter.

Die beiden Matrosen an Deck rauchten und redeten, und ihre Zeit war mit zu vielen vom Kapitän befohlenen Wartungsarbeiten ausgefüllt. Es schien, als hätten sich ihre Aufgaben verdoppelt, sobald der Wind nachgelassen hatte.

Evian und François machten eine Zigarettenpause und blickten über die Bordwand auf das glatte, aber eiskalte Wasser.

»Hey, sieh mal!« Evian rannte los, um das lange Netz zu holen. »Halt meine Beine fest.«

François folgte der Aufforderung, und einen Moment später kam Evian mit einer Flasche im Netz wieder hoch.

»Da ist ein Zettel drin«, sagte er und löste den Korken.

»Rum wäre mir lieber«, beklagte sich François. »Was steht drauf?«

Evian überflog jede der Seiten und zuckte dann mit den Schultern. »Kannst du Englisch lesen?«

François streckte die Hand aus. »Ein bisschen.« Er betrachtete die Seiten kurz und schüttelte dann den Kopf. »Miese Schrift, mit zittriger Hand geschrieben.«

»Was haben Sie da?« Einer der wenigen zahlenden Passagiere kam auf sie zu geschlendert.

Evian sah auf und tippte sich an die Mütze. »Wir...



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