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Beck / Roth | Immortale - Nachtfalke und Hexenmeister | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Beck / Roth Immortale - Nachtfalke und Hexenmeister


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-943678-94-9
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-943678-94-9
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Auftrag. Eine unberechenbare Gefahr. Die große Liebe ...? Was als vermeintliche Strafaktion beginnt, wird für den Vampir Falcon Hunter und den Magier Timothy Storm zur Bewährungsprobe. Statt in die Mentorenrolle für den jungen Lord Blackwood zu schlüpfen, erliegt Timothy bald seiner Anziehungskraft. Und auch der unnahbare Falcon Hunter scheint sein Herz verloren zu haben - unglücklicherweise an die hübsche Schwester des Lords, die keinen Wert auf gesellschaftliche Konventionen legt. Lady Elisabeth kann keinem Geheimnis widerstehen und ist fasziniert von der düsteren Schönheit des Vampirs. Doch in der Dunkelheit lauert eine unberechenbare Gefahr. Können die beiden Männer die Geschwister Blackwood schützen? Gay and straight paranormal romance

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Kapitel 3


„Lady Elisabeth, Euer Bruder ist soeben eingetroffen.“

Elisabeth sprang auf, sodass ihr Stuhl beinahe umfiel, was ihr einen strafenden Blick ihrer strengen Gesellschafterin Roseanne einbrachte, die die Nachricht überbracht hatte. Roseanne achtete peinlich genau darauf, dass Elisabeth sich möglichst damenhaft benahm. Leider entsprach das nicht Elisabeths Wesen. Und manchmal bereitete es ihr diebisches Vergnügen, Roseanne absichtlich zu verärgern.

Sie drehte sich um. „Clare, hast du das gehört?“ Elisabeths Gesicht strahlte, als sie ihre Zofe und beste Freundin ansah.

„Adrian ist da!“

Clare lächelte, in ihren Augen leuchtete es. „Ich habe es gehört.“

„Ich gehe ihn begrüßen.“ Elisabeth machte sofort Anstalten, das Zimmer zu verlassen und Roseanne zu folgen, doch Clare hielt sie zurück.

„Vielleicht solltet Ihr Euch erst wieder vollständig anziehen? Adrian ist zwar Euer Bruder, aber ...“ Sie bedachte Elisabeth mit einem skeptischen Blick.

Elisabeth sah an sich hinunter. Sie war erst eben von einem langen Ausritt zurückgekommen und hatte sofort ein Bad genommen. Das Unterkleid, das sie nun trug, offenbarte bei der richtigen Beleuchtung mehr als es verbarg.

Elisabeth lächelte verschmitzt. Nein, so wollte sie ihrem älteren Bruder wirklich nicht unter die Augen treten. Sie wurde ein wenig rot, lachte dann aber ausgelassen. Endlich hatte Adrian es geschafft, herzukommen! Sie freute sich so.

Natürlich, er hatte in London immer viel zu erledigen, und ihre Mutter bestand darauf, dass er  ihr Gesellschaft leistete, doch in diesem Jahr hatte Elisabeth sich zum ersten Mal wieder gewünscht, die Saison über in London zu sein. Auch wenn sie düstere Erinnerungen an ihren letzten Aufenthalt dort hatte.

Sie hatte Adrian schrecklich vermisst, seinen Charme, seinen Humor. Wenn er weg war, fehlte Blackwood Manor einfach der Esprit, fand Elisabeth.

Von den aufregenden und vielleicht beunruhigenden Neuigkeiten in der Nachbarschaft wollte sie ihrem Bruder dann in aller Ruhe berichten.

Rasch zog sie sich an und ließ sich von Clare die Haare hochstecken. Dabei war sie so unruhig, dass Clare mehrmals von vorn beginnen musste. Und schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Sie sprang auf, nahm ihre Zofe bei der Hand und stürmte aus dem Zimmer.

„Wartet, nicht so schnell!“, rief Clare und versuchte Schritt zu halten, indem sie mit einer Hand ihre Röcke raffte.

Elisabeth eilte im Laufschritt durch die Gänge und dann die große, mit dunkelrotem Teppich ausgelegte Treppe hinunter. Clare hatte bei dieser Geschwindigkeit längst aufgegeben und folgte ihr in einigem Abstand.

Und dann geschah es: Auf der letzten Stufe verlor Elisabeth das Gleichgewicht. Just in dem Moment, als sich Adrian ganz zu ihr umdrehte. Mit einem großen Satz war er am Fuße der Treppe und fing seine Schwester geschickt auf.

„Das ist ja ein stürmischer Empfang, Schwesterherz“, lachte er.

Als Elisabeth sein warm klingendes Lachen hörte, schlang sie die Arme um ihn. Es war ihr egal, ob sich das nun gehörte oder nicht. Sie würde ohnehin immer das tun, was sie wollte!

„Schön, dass du da bist, Adrian“, sagte sie, als ihr Bruder sie wieder auf beide Füße stellte.

„Ich freue mich auch, dich zu sehen, Lizzy. Und ich freue mich, London mal für eine Zeit lang nicht zu sehen.“

Elisabeth schaute ihren Bruder überrascht an. Sie hatte gedacht, Adrian wäre gern in der Stadt. Sie betrachtete ihn eingehender. Adrian wirkte erschöpft, wenn nicht gar besorgt. Sie seufzte unhörbar. Hatte er Sorgen? Oder war er einfach nur müde von der langen Kutschfahrt? Elisabeth war nicht häufig in London gewesen, und sie hatte die Fahrten immer als sehr anstrengend empfunden. Und an ihre letzte Rückreise mochte sie sich gar nicht erinnern. Die Umstände, die zu ihrer überstürzten Abreise geführt hatten, waren mehr als unerquicklich gewesen. So hatte sie den ersten Teil der Reise im Schockzustand verbracht, den zweiten Teil wiederum fast ununterbrochen geweint.

Elisabeth verscheuchte diese Erinnerungen. Sie gehörten endgültig der Vergangenheit an, zumindest fast.

„Wie geht es dir, Kleine?“, fragte Adrian, bevor sie sich erkundigen konnte.

„Es geht mir sehr gut“, sagte Elisabeth lächelnd. Und das entsprach der Wahrheit. „Clare“, sie drehte sich um und sah ihre Zofe lächelnd an, „passt auf mich auf.“

Clare errötete leicht und schaute verlegen zu Boden. Aber Adrian beachtete sie gar nicht. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, und Elisabeth bereute ihre Wortwahl sofort. Sie wusste, was in Adrian vor sich ging. Einmal hatte er nicht auf sie aufgepasst, und die alten Schuldgefühle quälten ihn, das sah sie in seinem Gesicht.

Sie hob die Hand und berührte ihn kurz an der Wange. „Du brauchst dringend eine Rasur“, sagte sie tadelnd, um ihn abzulenken.

Adrian lächelte. „Da hast du recht, Schwesterchen.“

Während Adrian seine Sachen in sein Zimmer tragen ließ, gab Elisabeth der Köchin Anweisungen, ein reichhaltiges Abendessen vorzubereiten. Nach der langen Fahrt wollte ihr Bruder sicher ein warmes Bad und ein anständiges Essen. So war es immer gewesen.

Und es war überhaupt keine Schwierigkeit, selbst in der kurzen Zeit, ein schmackhaftes Abendmahl herzurichten. Es gab Suppe, Ei, Pastete und Fleisch, dazu getoastetes Brot. Elisabeth, die den ganzen Nachmittag an der frischen Luft gewesen war, hörte ihren eigenen Magen knurren, als sie den Geruch der leckeren Speisen wahrnahm.

Und so saßen sie zwei Stunden später im kleinen Speisesaal und aßen zusammen, nur sie und ihr Bruder. Clare war zwar Elisabeths Freundin, aber für Adrian würde sie immer eine Angestellte sein. Das tat Elisabeth leid, denn Clare schwärmte für Adrian. Elisabeth konnte das verstehen: Ihr Bruder war ein charmanter und sehr attraktiver Mann. Er war kultiviert, hatte ein fein geschnittenes Gesicht und seine sanften dunkelbraunen Augen besaßen eine irritierende Tiefe. Adrian war einfach ein Mann, dem die Frauen zu Füßen lagen.

Nach dem Bad hatte er sich frische Kleidung angezogen, und da er einen ausgesprochen guten Geschmack hatte, saß er nun mit seiner Schwester beim Abendessen und sah aus, als säße er in einem der vornehmen Herrenclubs, die er in London regelmäßig besuchte. Das graue, schmal geschnittene Jackett und die eng anliegende Hose saßen perfekt an seinem schlanken Körper.

Wenn sie allein waren, aßen die Geschwister grundsätzlich im kleinen Speisesaal, der gemütlich hergerichtet war. Elisabeth mochte die warmen Farben, Erd- und Rottöne an den Wänden, sie boten einen schönen Kontrast zum hellen Marmorboden. Nur wenn ihre Mutter zu Besuch auf Blackwood Manor war, was erfreulicherweise nicht allzu häufig vorkam, mussten sie im großen Speisesaal essen. Ihre Mutter wollte nicht auf den Prunk und Luxus verzichten, den dieser Raum bot, der für größere Gesellschaften konzipiert war.

Doch nach dem unglücklichen Tod von Lord Blackwood, Elisabeths und Adrians Vater, hatte ihre Mutter sich nicht mehr wohlgefühlt auf Blackwood Manor. Zu nahe war der Unglücksort, die Klippen, von denen Edward Kinney ins Meer gestürzt war. Das war vor fünf Jahren gewesen. Adrian und Elisabeth hatten sehr getrauert, ihr Vater war ihnen beiden immer näher gewesen als ihre Mutter. Aber von Adrian wurde Stärke erwartet, er hatte die Position seines Vaters einnehmen müssen. Er war nun für die Familie verantwortlich, und er hatte diese Verantwortung immer sehr ernst genommen.

Adrian schob sich ein Stück getoastetes Brot in den Mund und kaute genüsslich. Dann begann er von London zu erzählen, ohne dass Elisabeth ihn drängte. Er wusste natürlich, dass seine Schwester neugierig war.

Gespannt hörte sie zu, als Adrian ihr die neuesten Klatsch- und Tratschgeschichten berichtete. Sie ahnte, dass er immer darauf bedacht war, sie nicht an die schrecklichen Vorfälle von damals zu erinnern. Auch wenn sie ihm bereits mehrfach gesagt hatte, dass sie nicht aus Glas war und an diesem Vorfall nicht zerbrechen würde. Das Problem war nur: Adrian gab sich die Schuld. Er war nicht zur Stelle gewesen. Er hatte sie nicht beschützt.

„Und was macht Mutter?“, fragte Elisabeth ohne wirkliches Interesse. Ihre Mutter war ihr immer fremd gewesen. Eine kühle, strenge Frau, die niemals Gefühle zeigte. So hatte Elisabeth ihre Mutter immer gesehen. Und nach dem Tod des Vaters hatte sie sich ganz zurückgezogen, ihre Gefühle vor niemandem preisgegeben.

„Sie geht auf in der Planung von Gesellschaften und derlei Schnickschnack. Herrschsüchtig wie eh und je versucht sie ständig, mich in ihren Bannkreis zu ziehen. Aber bisher habe ich mich gut gehalten.“

„Es ist sicher schwierig, die Geschäfte unseres Vaters zu leiten und gleichzeitig mit Mutter um die Macht zu kämpfen.“

Adrian lachte. „Was die Geschäfte betrifft, hält sie sich weitestgehend heraus. Sie interessiert sich nicht für Finanzgeschäfte, Immobilien und dergleichen. Es geht eher um mein Privatleben, in das sie sich einmischt.“

„Bestimmt macht sie sich Sorgen, wegen eines Erbens“, sprach Elisabeth ihre Vermutung aus. Adrians Lachen verstummte abrupt.

„Ist das vielleicht der Grund, warum du London verlassen hast? Geht es um eine Lady?“ Sie sah ihn neugierig an.

Adrian seufzte. „Wenn es so einfach wäre.“

Elisabeth war versucht, ihn weiter mit Fragen zu löchern, doch sie wusste, dass das keinen Sinn hatte. Er würde sich nur zurückziehen, und das wollte sie nicht. Es...



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