Becker / Quelle Und dann fällt der Strom aus ...
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98641-117-6
Verlag: Mentoren-Media-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erkenntnisse für Bürgermeister und Landräte aus der Flutkatastrophe im Ahrtal
E-Book, Deutsch, 192 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm
ISBN: 978-3-98641-117-6
Verlag: Mentoren-Media-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Markus Becker, beratender Ingenieur, Unternehmer, Dozent, Infrastrukturexperte und Start-Up-Gründer, ist heute alleiniger Gesellschafter der 1968 gegründeten Ingenieurgesellschaft und führt das nachhaltig wachsende Familienunternehmen in zweiter Generation. Als ausgewiesener Experte und Vordenker kennt er die aktuellen Herausforderungen im kommunalen Tiefbau und sorgt mit seiner tatkräftigen Infrastrukturmannschaft für zukunftsfähige Infrastruktur. Prof. Dr. Guido Quelle ist als Unternehmer, Berater, Autor und Redner seit über 30 Jahren Experte für gesundes, profitables Unternehmenswachstum und gilt als einer der deutschen Vordenker für wachstumsorientierte Transformation und Change Management. Der Mehrheitsgesellschafter der Mandat Managementberatung GmbH hat mit seinen Kollegen mehr als 350 Unternehmen und Organisationen in mehr als 600 Beratungsmandaten dabei unterstützt, den Erfolg zu steigern, die Zukunft zu sichern und gesundes Wachstum zu stärken.
Zielgruppe
Ober-)Bürgermeister, Landräte und Führungskräfte in Kommunalverwaltungen und kommunalen Betriebe, aber auch in privaten Infrastrukturunternehmen, die eine widerstandsfähige Infrastruktur fördern und aufbauen wollen und werden
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort
Kapitel 1 – Die Katastrophe: Wenn du nichts hörst, bedeutet es nicht, dass alles in Ordnung ist
Mittwoch, 14. Juli 2021
Donnerstag, 15. Juli 2021
Freitag, 16. Juli 2021
Samstag, 17. Juli 2021
Sonntag, 18. Juli 2021
Fünf Fragen an Hermann-Josef Pelgrim
Kapitel 2 – Die Phasen danach: Das Beständigste ist ein Provisorium
Hochemotionale Wochen: Die Blaulichtphase
Schnell und ungenau, aber wirksam: Die Provisoriumphase
Träge und langsam: Die Wiederaufbauphase
Fünf Fragen an Jan Deuster
Kapitel 3 – Infrastruktur ist selbstverständlich – und die Erde ist eine Scheibe
Strom
Trinkwasser
Abwasser
Brücken
Abfall und Entsorgung
Straßen
Wärme
Fünf Fragen an Guido Orthen
Kapitel 4 – Wir brauchen neue Formen der Zusammenarbeit
Fünf Fragen an Jürgen Schwarzmann
Systemimmanente Hürden
Fünf Fragen an Martin Schell und Alfred Sebastian
Die lokalen Experten – ein unterschätztes Gut
Was kann wo konkret getan werden?
Fünf Fragen an Steffen Liehr
Kapitel 5 – Was Landräte und Bürgermeister tun können
Fünf Fragen an Marco Mohr
Die Verantwortung der kommunalen Spitze
Klug kommunal vernetzen
Zeitgemäß führen
Wirksam kommunizieren
Vertrauen stärken
Mitarbeiter gewinnen und halten
Sich selbst führen
Fünf Fragen an Udo Adriany
Kapitel 6 – Eine Vision
Fünf Fragen an Sofia Lunnebach
Schlusswort und Danksagung
Vorwort
Als wir (Markus und Guido) im Jahr 2017 unser erstes gemeinsames Buch Die Wahrheit liegt vor der Baggerschaufel entwarfen und verfassten, wollten wir die Welt der Infrastruktur, die Welt des Tiefbaus, ein wenig stärker würdigen und herausarbeiten, dass die unsichtbare Infrastruktur, das unterirdische Vermögen, mindestens ebenso wichtig ist wie das sichtbare Immobilienvermögen, und zwar die Gebäude, die diese Infrastruktur nutzen. Man könnte auch sagen, dass das unterirdische Vermögen noch wichtiger ist als das oberirdische, denn ohne Infrastruktur läuft nichts, ohne unterirdische Infrastruktur können Gebäude nicht in Betrieb genommen werden.
Die »Baggerschaufel«, wie wir unser Buch nennen, sollte auch verdeutlichen, dass es eine neue Form der Zusammenarbeit in Infrastrukturprojekten geben muss. So haben wir an vielen Beispielen deutlich gemacht, welche – teilweise kleinen – Akzente zu setzen sind, damit Infrastrukturprojekte in einer neuen Form der Zusammenarbeit der Akteure reibungsärmer, ressourcenschonender und vorwiegend schneller, gründlicher und nachhaltiger erfolgen können als bisher. Das gemeinsame Schreiben von Markus als Infrastrukturexperte und Guido als Wachstumsexperte eröffnete ein besonderes Spannungsfeld, sodass wir sowohl aus der tiefen Praxiseinsicht des Infrastrukturexperten, der hunderte und aberhunderte Beispiele in Form von Projekten erlebt hat, in Kombination mit der Sicht des Wachstumsexperten, der seit über 30 Jahren mit vielen hundert Unternehmen zusammengearbeitet und Veränderungen herbeigeführt hat, eine Symbiose schaffen konnten, die vermutlich einzigartig war.
Die »Baggerschaufel« hat seinerzeit in der Fachwelt Erhebliches ausgelöst und erfährt noch heute rege Resonanz. Obwohl die in der »Baggerschaufel« enthaltenen Beispiele sämtlich anonymisiert waren, haben sich dennoch viele Akteure in jenen Beispielen wiedergefunden – unabhängig davon, ob sie nun tatsächlich die angesprochenen Personen waren oder nicht. Somit ist ein grundlegendes Werk für die Branche des Tiefbaus entstanden. Insbesondere bekommt Markus als Fachexperte immer wieder Lob und Feedback. Von vielen Lesern erhält er dabei eine hohe Wertschätzung, wird häufig auf das Buch angesprochen und ist seither als Vortragsredner und Experte bundesweit sehr gefragt, wobei er oftmals auch Vorträge zur »Baggerschaufel« hält.
Die Reichweite der Anfragen und Gespräche erstreckt sich dabei von der lokalen Ebene, von den lokalen Experten, bis hin zu Landes- und Bundesministerien. Dies hat sicher auch dazu geführt, dass Markus im Sommer 2022 als Infrastrukturexperte gebeten wurde, im Bauausschuss des Deutschen Bundestages seine Sicht der Dinge nach der Flutkatastrophe an der Ahr zu schildern und Wege in die Zukunft aufzuweisen. Das Video ist auf YouTube zu sehen: Markus’ wesentliche Erkenntnis darin ist, dass es eine zentrale Koordinationsstelle vor Ort geben muss, die Entscheidungsbefugnis hat.
Auch das nachträglich produzierte Hörbuch zur »Baggerschaufel« hat viele Freunde gewonnen. Insgesamt wurden wir bestätigt, dass Die Wahrheit liegt vor der Baggerschaufel ein Buch ist, aus dem selbst gestandene Profis noch erheblichen Wert schöpfen können.
Nun mag man sich fragen, warum wir beide in unserem Vorwort dieses Buches über ein Buch, das schon vor einigen Jahren entstanden ist, schreiben. Ganz einfach: Wir ahnten damals natürlich nicht, dass vier Jahre später in dramatischer Weise deutlich werden würde, wie wichtig Infrastruktur tatsächlich ist. 2017 schrieben wir noch aus der komfortablen Situation der vermeintlich immerwährenden infrastrukturellen Weiterentwicklung. Wir schrieben dieses Buch zwar unter hinreichender eigener Auslastung, aber doch im »Normalbetrieb«. Heute ist alles anders.
Bereits seit Jahren, vielleicht seit Jahrzehnten, hat Markus immer wieder darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, besser für Starkregenereignisse gerüstet zu sein. Meistens waren die Anwesenden in solchen Gesprächen und bei derartigen Vorträgen oder Workshops seiner Auffassung und nickten eifrig. Das Problem: Es blieb bei der Erkenntnis, dass Markus wohl richtig liege. Aber nur diejenigen, die tatsächlich strategisch dachten, haben auch Projekte umgesetzt, um besser gegen Starkregenereignisse gewappnet zu sein. Viele andere haben – aus ganz unterschiedlichen Gründen – gedacht, dass sie dieses Thema besser noch verschieben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, weil andere Dinge wichtiger erschienen, man den Euro nur einmal ausgeben kann, der Haushalt gut aussehen muss und so weiter.
Was dann im Sommer 2021 geschah, war »eigentlich« ein immenses Starkregenereignis. Ausgewachsen hat es sich aber zu einer massiven Flutkatastrophe. Guido Orthen, Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, hat es in der bereits genannten Sitzung des Bauausschusses des Deutschen Bundestages am 6. Juli 2022 auf den Punkt gebracht: »Ich glaube, es ist wichtig, weiter dafür zu sensibilisieren, dass wir kein Hochwasser hatten, sondern eine Flutkatastrophe.«1 Diese Einordnung ist genau richtig. Ab dem 14. Juli 2021 war nämlich im Ahrtal und auch in einigen Regionen in NRW nichts mehr normal, alles war anders, alles war dramatisch.
Das grundsätzliche Problem: Es war nicht nur alles anders, es ist immer noch alles anders, auch jetzt, einer der ausschlaggebenden Gründe, warum wir dieses Buch veröffentlichen. Wir werden darauf in den einzelnen Kapiteln dieses Buches eingehen. Die vielleicht größte Gefahr, die wir sehen, ist, dass wir erleben müssen, wie ein Arrangement um Provisorien herum zu entstehen scheint. Wenn aber der Zustand des Provisoriums zum Normalzustand erhoben wird, ist niemandem gedient. Wenn die Flutkatastrophe für irgendetwas gut gewesen sein soll – und wir sind sehr zurückhaltend mit dieser Formulierung, denn in Tat und Wahrheit ist erst einmal gar nichts Gutes daran –, dann dafür, dass die Bedeutung, der Wert der unterirdischen Infrastruktur, der Wert dessen, was wir nicht sehen, dessen Existenz und Funktionsfähigkeit wir aber als normal voraussetzen, weiter erhöht wird. Es bedarf massiver Investitionen in Infrastruktur, nicht nur im Ahrtal, damit wir in Deutschland – und in der Welt – weiter sicher versorgt werden und auch die Entsorgung funktioniert.
Wie bereits die »Baggerschaufel« ist auch das vorliegende Buch ein Ratgeberbuch. Dieses Mal haben wir den Fokus insbesondere auf Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister gelegt. Sie sind es nämlich, die letztlich entscheiden, welche Wertschätzung die Infrastruktur in ihrem Landkreis oder ihrer Kommune erfährt. Nein, sie sind nicht die Detailentscheider, aber sie sollen und müssen sich mit den infrastrukturellen Gegebenheiten ihrer Gemeinde oder ihres Kreises – stärker – auseinandersetzen, wenn sie die Zukunftsfähigkeit sicherstellen wollen.
Eine weitere Zielgruppe, die hohen Nutzen aus diesem Buch ziehen wird, sind Büroleiter, Amtsleiter und Fach- sowie Führungskräfte in den Infrastrukturunternehmen kommunaler oder privatwirtschaftlicher Natur. Auch sie werden hier aufschlussreiche Erkenntnisse, Ansätze und Handlungsfelder finden. Aber auch interessierte Bürger, die Infrastruktur üblicherweise nur dann wahrnehmen, wenn sie gerade mit einer Bau- oder Renovierungsmaßnahme befasst sind oder wenn die Infrastruktur einmal nicht wie gewohnt funktioniert, finden hier Ansatzpunkte, sich selbst besser zu rüsten und vieles wesentlich besser zu verstehen.
Infrastruktur ist weitaus überwiegend ein Gut der öffentlichen Hand und unterliegt damit demokratischen Prinzipien und Prozessen. Die Demokratie ist unserer Auffassung nach die beste Staatsform, auch wenn sie sich mit technischen Lösungen und Infrastruktur mitunter ein wenig schwertut – die »NIMBY (not in my backyard, nicht in meiner Nachbarschaft)-Haltung« lässt grüßen. Umso wichtiger ist bei Infrastrukturstrategien und deren Realisierung ein langer Atem.
Wir freuen uns sehr, wenn dieses Buch dazu beiträgt, die Infrastruktur in Deutschland sicherer zu machen, zukunftsfester zu machen, präsenter zu machen. Geschieht dies durch dieses Buch ein wenig, hat auch unser zweites gemeinsames Buch seinen Zweck erreicht.
Bad Neuenahr-Ahrweiler und Dortmund, im Sommer 2023
| Markus Becker |
| Prof. Dr. Guido Quelle |
Noch ein Nachsatz, ein persönliches Wort von Markus:
Ich möchte mich auf diesem Wege und mit diesem Buch, dem zweiten Infrastrukturbuch, das Guido und ich verfasst haben, bei allen Mitarbeitern meines Unternehmens, allen Infrastrukturakteuren und technischen Führungskräften sowie allen weiteren Unterstützern, die sich bis heute nachdrücklich und nachhaltig für den Wiederaufbau im Ahrtal einsetzen, ausdrücklich und besonders herzlich bedanken.
Ihr und Euer Markus Becker
Hinweis:
Immer dann, wenn in diesem Buch über tatsächlich erlebte Situationen berichtet wird, spricht Markus, es sei denn, es wird gesondert darauf hingewiesen. Der besseren Lesbarkeit halber machen wir dies nicht an jeder Stelle erneut kenntlich. Außerdem wird aus Gründen...




