Beekmann | Twisted. Durchs Schicksal entzweit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 380 Seiten

Reihe: Die Schicksalsfäden-Dilogie

Beekmann Twisted. Durchs Schicksal entzweit

Götter-Romantasy über die ungeplante Liebe zwischen zwei göttlichen Nachfahren
22001. Auflage 2022
ISBN: 978-3-646-60848-9
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Götter-Romantasy über die ungeplante Liebe zwischen zwei göttlichen Nachfahren

E-Book, Deutsch, Band 2, 380 Seiten

Reihe: Die Schicksalsfäden-Dilogie

ISBN: 978-3-646-60848-9
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



**Wenn die Liebe das Schicksal auf die Probe stellt** Schon seit ihrem sechzehnten Geburtstag besitzt Juniper die göttliche Gabe, bei jedem Menschen zu erkennen, wie lange er noch zu leben hat. Allzu gerne würde die Moiren-Tochter auf diese Fähigkeit verzichten, bis sich eines Tages die Zahl ihrer Zwillingsschwester drastisch verringert und sie alles daransetzen muss, das Schicksal ihrer Schwester abzuwenden. Also schließt sie mit einem Nachfahren des Todesgottes einen unmöglichen Deal ab: Juniper soll dafür sorgen, dass sich der Thanatos-Sohn trotz seines eisernen Herzens verliebt. Notgedrungen lässt sie sich auf den faszinierenden Miles ein und merkt schnell, dass der sie längst nicht so kaltlässt, wie er eigentlich sollte ... Lass dich von Londons verborgener Götterwelt in den Bann ziehen! //Dies ist ein Spin-off des gefühlvollen Götterromans »Intertwined. Durchs Schicksal verbunden«. Alle Romane der Fantasy-Serie bei Impress: -- Intertwined. Durchs Schicksal verbunden -- Twisted. Durchs Schicksal entzweit// Jeder Roman der Serie ist in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.

Ayleen Beekmann wurde 1998 in Ostfriesland geboren und fand zwischen Disney-Filmen und Lego-Steinen schnell die Liebe zu Geschichten. Sie liest Bücher und schreibt selbst, seit sie das Alphabet beherrscht. Ihre Protagonisten schubst sie gerne in fantastische Abenteuer und lässt sie dabei über die Liebe stolpern. Wenn sie gerade nicht schreibt, hat sie wahrscheinlich eine große Tasse Tee in der Hand und plant ihren nächsten Kurztrip nach London.
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EINS


Manchmal vergesse ich für einen Moment, was die Zahlen bedeuten, die ich über dem Kopf eines jeden Menschen sehe. Allerdings immer nur kurz, bis mich die Realität wieder einholt. In Momenten wie diesen zum Beispiel. Als die U-Bahn gerade mit einem Ruckeln in die nächste Station einfährt, rempelt mich ein Typ an. Automatisch greife ich nach der Metallstange über mir, um nicht den Halt zu verlieren, und schaue in seine Richtung, bereit, den Kerl anzuschnauzen. Doch der Protest bleibt mir im Hals stecken, sobald mein Blick auf seine Zahl fällt. Wie alle niedrigen Ziffern bringt sie mich vollkommen aus dem Konzept. Und während der Typ sich mit einigen anderen Passagieren durch die Türen der U-Bahn drängt, kann ich nur an die verheerenden Folgen denken.

Dreizehn Tage. O Mann.

»Alles okay, Juniper?« Sage legt eine Hand auf meine Schulter und holt mich damit zurück ins Hier und Jetzt.

Ich schlucke den bitteren Geschmack auf meiner Zunge herunter, drehe mich zu meiner Zwillingsschwester und zwinge mich zu einem Nicken. »Ja … alles gut.«

Sage presst die Lippen aufeinander, sagt jedoch nichts weiter. Obwohl sie die Ziffern selbst nicht sieht, kann sie sich vermutlich denken, was Sache ist.

In solchen Situationen ist es wirklich ätzend, eine Moiren-Tochter zu sein – eine Nachfahrin der antiken griechischen Schicksalsgöttinnen. Im Gespann meiner beiden Schwestern ist es meine Aufgabe, den Lebensfaden einer Person zu durchtrennen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Oder eher gesagt ist das meine Aufgabe gewesen, bevor meine jüngere Schwester Willow – die gerade ein Stück neben mir in ihr Handy vertieft ist – sich in einen Hades-Sohn verliebt hat. Von da an hat nämlich eins zum anderen geführt und Willow hat mir nichts, dir nichts unser gesamtes System umgeworfen. Warum auch nicht? Ich meine, was tut man nicht alles für die Liebe?

Durch Willows Rebellion wurde einer der zuvor wichtigsten Grundsätze im Umgang mit unseren Schicksalen abgeschafft. Bisher musste jede Generation das Schicksal ihrer Urahnen tragen und so die Vorherbestimmung der Blutlinien erfüllen. Unter diesen Umständen hätten Willow und Maverick nie zusammen sein dürfen, weil er ein Hades-Sohn ist und deshalb dazu bestimmt war, eine Nachkommin Persephones zu lieben – der Göttin, die sein Urahn geliebt hat.

Dass das nicht nur echt nervig, sondern darüber hinaus ziemlich unnötig ist, hat der Olymp – die höchste Instanz unter uns Göttlichen – endlich eingesehen und die Regeln angepasst.

Seit ungefähr drei Monaten sind wir deshalb frei von der Vorherbestimmung und können, zumindest im übertragenen Sinne, unser Schicksal selbst bestimmen.

Für uns Moiren-Töchter hat sich dadurch sogar eine weitere erhebliche Sache geändert: Wir müssen keine Schicksale mehr spinnen, wie es zuvor unsere Pflicht gewesen ist.

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man uns statt dieser Aufgabe besser unsere Fähigkeit nehmen können, Dinge wahrzunehmen, die über das Irdische hinausgehen. Wie zum Beispiel die Zahlen, die mir genau sagen, in wie vielen Tagen das Leben eines jeden Menschen vorbei sein wird. Aber na ja, man kann nun mal nicht alles haben.

Ich zwinge mich in die Realität zurück und fange Sages Blick auf, der unverändert auf mir liegt. Ihre dunklen Augen funkeln wissend.

»Das Schlimmste ist, nichts daran ändern zu können«, murmele ich mit einem Seufzen.

Sage nickt. Zwar weiß sie nicht, die Zeit eines Menschen abläuft, dafür muss sie allerdings mit ansehen, es zu Ende geht. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für Horrorszenarien sie jeden Tag ertragen muss. Nicht nur das Sterben fremder Menschen, sondern auch das derjenigen, die ihr am Herzen liegen. Ich unterdrücke ein Schaudern bei dem Gedanken daran, was ihr wohl mein Anblick verrät.

Wieder einmal bin ich echt froh über unsere Abmachung, nicht darüber zu sprechen, was wir bei der anderen erkennen. Wenigstens habe ich die Gewissheit, dass Sage noch einige Jahrzehnte bleiben, bis sie im hohen Alter sterben wird. Genau wie Willow.

Von uns dreien hat sie vermutlich die angenehmste Moiren-Sicht abbekommen, denn sie sieht nichts, was mit dem Tod zu tun hat, sondern die Schicksalsfäden, die alle Menschen miteinander verbinden. Wobei ich gut verstehen kann, dass ihr das ab und an ziemliche Kopfschmerzen bereitet.

Als ob sie bemerkt hätte, dass ich gerade an sie denke, schaut meine kleine Schwester in diesem Moment von ihrem Handy auf und betrachtet uns, wobei sie fragend beide Augenbrauen in die Höhe zieht. Ganz offensichtlich hat sie nicht mitbekommen, worüber wir gesprochen haben. Kein Wunder. Schon fast den ganzen Heimweg lang ist sie viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, mit ihrem Freund Maverick hin- und herzutexten – wenn das Netz hier unten das denn gerade zulässt.

Ich ziehe die Mundwinkel hoch. »Alles gut im Paradies?«, frage ich. »Oder sollte ich besser sagen in der Unterwelt?«

»Sehr witzig, Juniper.« Willow rollt mit den Augen, kann ihr Grinsen jedoch nicht unterdrücken. Sie wirft erneut einen Blick auf ihr Handy. Schlagartig verliert ihre kupferne Haut, die wir genau wie die schwarzen Locken alle gemeinsam haben, an Farbe. Sie beißt sich auf die Unterlippe und hat ihren gespielten Ärger über mich schon wieder vergessen. »Maverick will mich am Wochenende seinem Vater vorstellen. Bis jetzt war er immer arbeiten, wenn ich da war, aber am Samstag hat er sich extra freigenommen.«

»Na, dann wird das zwischen euch beiden ja ernst«, kommentiere ich, obwohl wir alle drei wissen, dass es das längst ist. Davon zeugt das Schicksalsverbundenen-Tattoo an Willows kleinem Finger nur allzu gut, denn das taucht erst auf, sobald zwei Göttliche vom Schicksal tiefgehend miteinander verbunden worden sind. Eine einfache jugendliche Schwärmerei, die spätestens nach ein paar Jahren wieder verfliegt, kann mit wahrer Schicksalsverbundenheit bei Weitem nicht mithalten.

»Er wird dich mögen.« Sage schenkt Willow ein warmes Lächeln. »Immerhin hast du seinen Söhnen die Freiheit geschenkt, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Genau wie ihm und allen anderen Göttlichen.«

»Allerdings nicht absichtlich«, erwidert sie und verzieht den Mund.

Eigentlich wollte Willow nur ihren Kopf behalten und irgendwie der Strafe des Olymps entgehen. Denn die mächtigsten Nachfahren der olympischen Götter fanden es bis vor einer Weile überhaupt nicht witzig, wenn sich jemand der Vorherbestimmung widersetzt hat. Dabei ist das nicht mal Willows Absicht gewesen. Vor der ganzen Sache konnte sie Maverick gar nicht leiden und dass sie ausgerechnet ihre beiden Schicksale durch einen Liebesfaden miteinander verknüpft hat, war nur ein zufälliger Fehler.

Egal, warum Willow diesen Stein ins Rollen gebracht hat, das Ergebnis bleibt das gleiche: Wir Göttlichen sind nicht mehr im Schicksal unserer Vorfahren gefangen. Hades-Söhne müssen keine Persephone-Töchter mehr lieben, Herkules-Söhne keine zwölf Prüfungen mehr bestehen und so weiter und so fort. Indem Willow und Maverick für ihre Liebe Kopf und Kragen riskiert haben, haben sie unser aller Leben verändert.

»Vielleicht hasst sein Vater dich ja, weil du Maverick in Gefahr gebracht hast, und macht dir die Hölle heiß, sobald du einen Fuß über seine Schwelle setzt«, gebe ich mit einem unterdrückten Lachen zu bedenken und ernte sofort einen Ellenbogenhieb von Sage. Direkt in die Rippen.

»Aua«, beschwere ich mich und reibe mir über die Stelle, obwohl es gar nicht wirklich wehtut. »Das war doch nur ein Scherz.«

»Wer austeilt, muss auch einstecken können«, kontert Sage mit einem Grinsen.

»Jaja«, murmele ich. »Jetzt mal ehrlich: Ich bin mir sicher, dass er dich mögen wird. Vielleicht kannst du ja zur Bestechung ein paar Kekse backen, wenn es mit dem natürlichen Charme nicht ausreicht.«

Willow schmunzelt. »Falls Großtante Holly die nicht alle vorher aufisst …«

Unser Lachen wird von der blechernen U-Bahn-Durchsage unterbrochen, die die Haltestation in der Nähe unseres Zuhauses ankündigt. Sobald die Bahn holpernd am Gleis zum Stehen kommt, steigen wir aus und beginnen, uns unseren Weg nach oben zu erkämpfen, genau wie Dutzende andere Passagiere.

Ich vermeide es, über ihre Köpfe zu schauen, um ihre verbleibenden Tage nicht sehen zu müssen, kann jedoch nicht verhindern, dass ab und an fremde Blicke meinen streifen. Zum Glück sind nicht mehr so erschreckend niedrige Zahlen dabei wie bei dem Kerl vorhin. Soweit ich das erkennen kann, wird niemand hier innerhalb der nächsten Tage sterben. Immerhin etwas.

Als wir die unzähligen Stufen hinter uns gelassen haben und endlich die...



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