Beerwald | Pfotenglück - Dackel Max sucht seine große Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Dackel Max auf Sylt

Beerwald Pfotenglück - Dackel Max sucht seine große Liebe

Ein Sylt-Roman | Lustiger Urlaubsroman an der Nordsee
23001. Auflage 2023
ISBN: 978-3-492-60408-6
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Sylt-Roman | Lustiger Urlaubsroman an der Nordsee

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Dackel Max auf Sylt

ISBN: 978-3-492-60408-6
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wo die Liebe hindackelt ...  Mein Name ist Max - nicht Maxl, wie mein Frauchen behauptet -, und ich muss da mal was loswerden. Mein Frauchen hat einen neuen Freund. Er mag angeblich Hunde, aber gegen mich hat er jede Menge Vorurteile, das rieche ich. Immerhin sind wir uns einig, dass ein Urlaub auf Sylt eine ziemlich doofe Idee ist, noch dazu in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz. Zumindest dachte ich das, bis ich beim ersten Spaziergang über Frauchens Lieblingsinsel meine Jugendliebe Goldie erschnüffelt habe. Ich muss sie wiedersehen! Und wenn ein Dackel sich mal was in den Kopf gesetzt hat, ist das Chaos nicht weit. Hunde-Freundin und Sylt-Liebhaberin Sina Beerwald erzählt für Fans von »Dackelblick« und »Herrchenjahre« von einer ganz besonderen Suche auf Sylt aus Dackel-Perspektive 

Sina Beerwald, 1977 in Stuttgart geboren, hat sich bislang mit sechzehn erfolgreichen Romanen, darunter historische Romane und Sylt-Erlebnisführer, einen Namen gemacht. Sie ist Preisträgerin des NordMordAward und des Samiel Award. 'Pfotenglück - Dackel Max sucht seine große Liebe' war 2023 auf der Shortlist des größten deutschsprachigen Leserpreises. 2008 wanderte sie mit zwei Koffern und vielen Ideen im Gepäck auf die Insel Sylt aus und lebt dort seither als freie Autorin.
Beerwald Pfotenglück - Dackel Max sucht seine große Liebe jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 3


Ich renne die Stufen hinunter – wobei rennen vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. Es ist mehr ein Stolpern, ein schmerzhaftes Aufschlagen mit dem Bauch.

Eine Treppenstufe, die wie ein Katapult wirkt, mein Hintern, der in der Luft hängt, ein Salto. Nein, nicht nur einer, mehrere. Nicht gehockt. Gestreckt. Die Krümmung lässt meine steife Wirbelsäule leider nicht zu. Leider. Anders wäre es mir auch lieber gewesen.

Die Schwerkraft sorgt dafür, dass ich irgendwann am Fuß der Treppe aufschlage und dort wie betäubt liegen bleibe – in Einzelteile zerlegt.

Jedenfalls fühlt es sich so an, als ob kein Knochen mehr an seinem Platz ist. Habe ich überhaupt noch eine Wirbelsäule?

»Maxl! Maxl!« Erst jetzt nehme ich die Schreie meines Frauchens wahr, und aus dem Augenwinkel sehe ich, dass sie die Treppe herunterläuft, so schnell sie nur kann. Mausebär hinterher. So langsam er nur kann, ohne dass Frauchen über seine mangelnde Unterstützung verärgert wäre.

Ich will aber nicht wieder auf Frauchens Arm. Ich meine, unter normalen Umständen wäre ich für jegliche Zuwendung dankbar, aber sobald Frauchen mich erreicht hat, kann ich es vergessen, Goldies Fährte zu verfolgen, so viel ist klar.

Ob ich überhaupt aufstehen kann? Vorsichtig bewege ich meine Pfoten – das klappt schon mal. Jetzt die Rute – mit der kann ich wedeln, sehr gut. Meine Nase scheint auch noch intakt zu sein – die ist am wichtigsten, wenn ich Goldie finden will. Danach spielt die Funktion eines anderen Teils die wichtigste Rolle, aber so weit sind wir noch nicht.

Anstelle von Goldie wittere ich jedoch einen meiner Erzfeinde ganz in meiner Nähe, einen Kater, dem Geruch nach ein ziemlich räudiges Exemplar.

Da entdecke ich das schwarze Biest auch schon. Es liegt keine drei Dackellängen von mir entfernt im Dünengras, krümmt sich und gibt seltsame Laute von sich.

Wider Erwarten überfällt mich Mitleid. Ob der Kater auch die Treppe runtergefallen ist? Wobei – landen diese Kreaturen, die nur auf der Welt sind, um uns Hunde in den Wahnsinn zu treiben, nicht immer auf den Füßen?

Jetzt wird mir auch klar, warum dieses Biest so seltsame Töne von sich gibt. Der Kater krümmt sich vor Lachen, japst nach Luft und stellt sein lückenhaftes Gebiss zur Schau. Ihm fehlt ein Auge und mit dem anderen sieht er mich belustigt an, was den stechenden gelben Blick nur bedingt mildert.

»Ihr Dackel seid ja von Haus aus ziemlich beschränkt, aber so ein dämliches Exemplar wie dich habe ich noch nie gesehen. Du kannst ja nicht mal Treppen laufen!« Vor Lachen kann der Kater nicht weiterreden.

Wut steigt in mir hoch und mobilisiert meine Kräfte. Ich rapple mich auf und knurre: »An deiner Stelle würde ich den Mund halten, damit dir nicht noch mehr Zähne ausfallen.«

Ich schüttle mich, um meine Knochen wieder in die richtige Reihenfolge zu sortieren und setze mich in Bewegung – mit einem beherzten Sprung.

Gerade noch rechtzeitig, um meinem Frauchen zu entwischen, denn die ist bei mir angelangt – also dort, wo ich soeben noch gelegen habe. Ihr Gesicht ist ganz verschwitzt, und eine goldblonde Strähne klebt an ihrer Wange. Oder rührt die Feuchtigkeit von Tränen her?

Nicht darüber nachdenken, befehle ich mir.

Ich muss mich beeilen.

Ich könnte jetzt behaupten, dass ich hocherhobenen Hauptes am Kater vorbeitrabe, aber das wäre ein bisschen übertrieben – aber auch nur ein klein wenig. Nur ein Hauch von der Realität entfernt. Wirklich.

Ein Dackel kennt keinen Schmerz – erst recht nicht, wenn er eine Mission hat.

»Maxl, lauf doch nicht weg! Maxl! O Gott, der Hund hat einen Schock! Maxl, hier!«

Nein, ich habe keinen Schock, ich habe eine Fährte von der Liebe meines Lebens und da ist es ja wohl klar, dass ich spontan taub geworden bin.

Ich beiße die Zähne zusammen und renne um meine Freiheit. Das Rückrufkommando funktioniert bei mir ohnehin nur dann, wenn ich mir einen Vorteil davon verspreche, das sollte Frauchen eigentlich wissen und auch, dass ich schneller bin als sie, selbst in meiner derzeitigen Verfassung als Bruchpilot.

Die Verfolgung von Goldies Spur bringt mich auf einen anderen Weg als den, den wir gekommen sind. Auf dem stapft Mausebär zurück zum Campingplatz, wie ich jetzt sehe, während Frauchen mir weiter hinterherrennt.

Ich gebe Gas, auch wenn jeder Schritt wehtut, aber ich weiß, dass Frauchen schnell die Puste ausgehen wird.

Der Pfad führt mich durch die blühende Heide, doch selbst dieser intensive Geruch ist nichts gegen den betörenden Duft meiner Goldie. Niemals hätte ich geglaubt, sie eines Tages noch mal wiederzusehen. Was haben wir als Junghunde miteinander rumgetollt – uns konnte kein Gartenzaun trennen, denn ich hab gebuddelt wie ein Weltmeister und bin durch den Tunnel zu ihr.

Frauchen hat mit mir geschimpft und den Weg wieder zugeschaufelt, den ich mir zu meiner großen Liebe gebahnt hatte, doch irgendwann musste Frauchen einsehen, dass gegen den Willen eines Dackels keine Schaufel ankommt – erst recht nicht, wenn er sich verliebt hat.

Also stand Frauchen irgendwann nur noch lachend am Zaun und hat sich mit dem Nachbarn, dem Besitzer von Goldie, unterhalten, während wir verliebt miteinander gespielt haben.

Mein Herrchen hat derweil das Revier bewacht und gut aufgepasst, dass der Nachbar nicht in unseren Garten oder gar ins Haus kommt – das schien ihm sehr wichtig zu sein. Jedenfalls war er deutlich entspannter, als Christian plötzlich mit Goldie weggezogen ist – und für mich ist eine Welt zusammengebrochen.

Mittlerweile sind vier Jahre vergangen, aber meine Jugendliebe habe ich nie vergessen. Selbst meinem Herrchen habe ich nicht so hinterhergetrauert, nachdem er das Revier gewechselt hat, ohne uns mitzunehmen. So was macht man nicht.

Das hat Frauchen am Telefon auch zu ihm gesagt und dass er sich nie wieder blicken lassen soll. Mit der Liebe sei es vorbei.

Trotzdem hat Frauchen sehr gelitten und oft »dieses Arschloch hat mich so enttäuscht« vor sich hingemurmelt, während sie mich mechanisch gestreichelt hat.

Deshalb tut es mir so leid, Frauchen jetzt solchen Ärger zu machen. Dumpf dringen ihre verzweifelten Rufe durch meine Schlappohren – aber ein echter Rüde lässt sich nicht vom Weg abbringen, der zu seiner großen Liebe führt – noch dazu ist Goldie läufig.

Ihr Geruch lässt keinen Zweifel zu. Schon damals hat mich dieses verführerische Bouquet fast um den Verstand gebracht und ich bekam in einer ganz bestimmten Region meines Körpers ein Gefühl dafür, dass es da eine Sache auf der Welt gibt, die noch großartiger ist als ein Kauknochen.

Allerdings war ich noch nicht reif genug, um zu wissen, was man in diesem Fall mit einer Hündin tun muss. Ich hab ganz aufgeregt an ihr geschnüffelt – vorne, hinten, überall – aber wie das so richtig funktioniert, hatte mir mein Instinkt damals noch nicht verraten. Mittlerweile habe ich eine konkrete Vorstellung von dieser Sache, die noch schöner sein muss, als einem Hasen nachzujagen, aber leider keine praktische Erfahrung.

Mit der Jagd schon, da bin ich schneller weg, als mein Frauchen »Hier« rufen kann, aber von den Hündinnen hat sie mich bislang erfolgreich abgehalten.

Leider. Oder zum Glück. So habe ich mir diesen großen Moment für meine Goldie aufgehoben. Wobei mir angesichts unserer Größenverhältnisse die praktische Umsetzung noch ein Rätsel ist, aber wo ein Wille ist … außerdem habe ich Frauchen erst kürzlich zu Mausebär sagen hören, dass die Größe bei einem Mann doch keine Rolle spiele. Also.

Nur wo ist meine Goldie? Ich bin auf einer Straße angekommen, wo keines dieser vierrädrigen Geschosse fährt, dafür umso mehr davon parken. Dahinter erstreckt sich eine weite Aussicht über die Insel. Nun gut, so weit mein Auge reicht, aber alles, was sich bewegt, kann ich ganz wunderbar in dieser hügeligen Dünenlandschaft erkennen, die zu beiden Seiten vom Meer begrenzt wird. Keine Goldie weit und breit.

Aufgeregt schnüffle ich im Zickzack umher und mit zunehmender Panik sickert mir ins Bewusstsein, dass ich Goldies Spur verloren habe. Vernäht und zugeflixt! Das darf ...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.