E-Book, Deutsch, 109 Seiten
Beige Rebecca
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7531-8210-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sinnliche Fantasien einer Lehrerin
E-Book, Deutsch, 109 Seiten
ISBN: 978-3-7531-8210-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tira Beiges Leidenschaft - das Lesen und Schreiben - ist nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr Beruf, denn sie arbeitet als engagierte Deutschlehrerin an einem Gymnasium im Osten Deutschlands. Tira Beige schreibt in ihrer Freizeit anspruchsvolle erotische Geschichten für Frauen im mittleren Alter. Ihr erster Roman 'Rebeccas Schüler' erschien im Dezember 2020. Eine Fortsetzung ist in Arbeit und wird Ende 2021 erscheinen.
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Prickelnder Start ins neue Schuljahr
Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät?! Ich fürchte doch! Denn ich sehe bereits, wie die Bahn einfährt, höre das bekannte Quietschen der Bremsen. Nur wenige Sekunden, dann wird der Zug losfahren. Bei meinem Glück – oder Pech – wird er sich garantiert direkt vor meiner Nase in Bewegung setzen.
»Mach schneller!«, sporne ich mich an. Nur noch wenige Schritte die Treppe hinauf. Aber ... Nein, zu spät, denn exakt in dem Moment, als ich an den Gleisen eintreffe, schwenkt die S-Bahn aus dem Bahnhof.
»So ein Mist!«, entfährt es mir. Schwerfällig rollen die Waggons weg. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem das wichtige Essen ansteht, das ich auf keinen Fall verpassen darf! Warum musste der Absatz meiner Pumps vor dem Bahnhofsgelände abfallen?
Mühselig stöckele ich zu den Aushängen. Der große gelbe Zettel verheißt jedoch nichts Gutes: In einer Viertelstunde rollt der nächste Zug ein. Bis dahin muss ich unter dem windigen Unterstand ausharren, der mich vor dem unaufhaltsamen Regen schützt. Ich presse meine leichte Jacke, die ich über dem schwarzen Bleistiftrock trage, fester um meine Taille und tänzele von einem Bein auf das andere. Sommer! Dass ich nicht lache! Dieses kalte Intermezzo heute passt so gar nicht zu dieser Jahreszeit.
Er wird mich dafür rügen, das Essen vergessen zu haben oder nicht rechtzeitig da zu sein. Irgendeine Strafe droht. Dabei hat der neue Schulleiter ausdrücklich betont, dass alle Kollegen anwesend sein sollen, um ihn in seinem Amt einzuführen. »Seien Sie bitte pünktlich, denn die Mitarbeiter des Restaurants richten sich auf uns ein«, hat er gesagt. Und nun das!
Mit jeder Minute, die vergeht, zieht die Kälte erbarmungsloser unter meinen Rock. Ich bin daher unendlich froh, die S-Bahn zu sehen, auf die ich so sehnsüchtig warte. Im Zug herrscht gähnende Leere. Die meisten Sitze sind unbelegt. Die Pendler, die normalerweise im Feierabendverkehr anzutreffen sind, scheinen bereits zu Hause zu sein.
Mit reichlich Verspätung erreiche ich das Restaurant, in dem der neue Schulleiter seinen Einstand gibt. Er hat sich nicht lumpen lassen, das muss man ihm lassen. Die Gaststätte ist angesagt. Weber, mein neuer Boss, hat extra für alle Kollegen ein Essen auf die Beine gestellt, das er aus eigener Tasche bezahlt.
Ich schiele durch die Fenster in das Lokal hinein und muss feststellen, dass sich keiner meiner dreißig Kollegen das Gratismenü durch die Lappen gehen lässt. Sie sitzen um eine lange Tafel herum und plaudern angeregt miteinander. Mit pochendem Herzen verharre ich vor dem Eingang, bevor ich mich nach drinnen wage. Eine schummrige Beleuchtung erhält den Eingangsbereich stimmungsvoll. Sehr nobel, alle Achtung.
Als ich meine Jacke an die Garderobe hänge, erhebt sich der Schulleiter und klopft mit einem Löffel gegen sein Sektglas. Schlagartig verstummen die Gespräche. Wenn ich mich jetzt hineinzwänge, falle ich auf. Doch - was bleibt mir für eine Wahl? Vielleicht bin ich nicht die Einzige, die zu spät kommt. Meine Hoffnung wird schnell getrübt. Als ich die lange Tafel ansteuere, registriere ich, dass lediglich ein einziger Platz frei ist. Meiner.
Unsicher, mit gesenktem Kopf, quäle ich mich umständlich an den Kollegen vorbei. Tobias Weber hält kurz in seinem Reden inne. Ich spüre, wie sich sein Blick in meinen Rücken bohrt. Er muss finster sein, das weiß ich instinktiv. Dann setzt er seine Grußworte fort.
Wie peinlich. Die Röte muss mir verräterisch im Gesicht stehen. Zumindest spüre ich eine aufkeimende Hitze in meinem Inneren, die definitiv nicht von der Wärme der Gaststätte herrührt. Ich wage aufzuschauen, doch im gleichen Moment trifft mein Blick auf den meines neuen Chefs. Wie vermutet, liegt um seine Augen ein dunkler Schatten. Als wolle er mir sagen: »So so, Sie wagen es also, unpünktlich zu sein.«
Ertappt. Er schafft es, dass ich mich schuldig fühle. Und dabei hat das Schuljahr noch nicht einmal richtig begonnen.
Ich kenne diesen Mann seit wenigen Tagen. Nachdem sich der alte Schulleiter in seine wohlverdiente Rente verabschiedet hat, bin ich davon ausgegangen, dass wir wieder einen grau melierten Gelehrten erhalten. Zu meiner Überraschung entpuppte sich mein neuer Boss als unerwartet jung und gutaussehend. Er hat etwas von einem sexy Alphatierchen.
Grund genug, ihn mir aus der Nähe anzusehen. Nun gut, wie alt wird er sein? Mitte vierzig? Webers blaue Augen stechen wie zwei Topase unter seiner glatten Stirn hervor, in die sein volles schwarzes Haar hineinragt. Extra für diesen Abend hat er ein hellblaues Hemd angezogen, über dem ein elegantes schwarzes Sakko liegt.
Ich gebe zu, dass er zum Niederknien aussieht in dieser Aufmachung. Ich stehe auf Männer im Anzug. Auf Männer, die Dominanz ausstrahlen, mit beiden Beinen im Leben stehen und wissen, was sie wollen.
Webers ungeheure Selbstsicherheit verleiht ihm einen Sexappeal, den ich sonst nur aus Büchern kenne: Er könnte einer dieser heißen Millionäre sein, der seinen Status durch ein gutes Aussehen ergänzt. Soll sich so ein Exemplar an meine Schule verirrt haben?
Weber streicht sein Haar aus dem Gesicht und richtet die dunkelblaue Krawatte. Meine Augen können sich kaum von den leckeren Aussichten lösen. Apropos lecker: Wo bleibt eigentlich der Kellner? Ich recke meinen Kopf von links nach rechts.
Au weia, der nächste Fauxpas. Weber scheint meine uneleganten Kopfbewegungen zu bemerken. Seine Rede hat zwar inzwischen ein Ende gefunden, doch eben mustert er mich erneut eindringlich.
Noch immer halte ich Ausschau nach der Bedienung und hebe meinen Arm in die Luft, als ich die junge Dame vom Tresen aus auf mich zuhalten sehe.
»Einen Sekt und die Pasta Salmone, bitte.« Sie nickt freundlich und verschwindet in Richtung Küchenbereich. Ich streiche mit den Fingern meinen Rock glatt und als ich den Blick wieder hebe, treffen Webers Pupillen auf meine. Er kneift seine Augen leicht zusammen. Oh oh.
Nach dem Essen, netten Gesprächen und einigen weiteren Gläsern Alkohol verlassen zu später Stunde immer mehr Kollegen angeheitert das Restaurant. Ein harter Kern bleibt als kleine Gruppe zurück.
Weber erzählt Anekdoten aus seiner alten Schule, denen ich andächtig lausche. Ein guter Redner ist er, aber auch ein fantastischer Erzähler. Stundenlang könnte ich ihm zuhören, ohne müde zu werden.
Überraschenderweise unterbricht er seine Ausführungen, schaut auf die Uhr und sinniert: »Es tut mir leid, aber ich muss jetzt nach Hause. Sie können gern noch bleiben, wenn Sie möchten.«
Zwei meiner Kollegen erheben sich mit ihm und signalisieren, ebenfalls heim zu wollen.
Jetzt wäre die perfekte Gelegenheit, mich für das Zuspätkommen zu entschuldigen. Zögern ist keine Option mehr.
Der Schulleiter wirft sich bereits sein Jackett über. Meinen ganzen Mut zusammennehmend, fliege ich zielsicher auf den Mann zu. »Herr Weber, einen Moment, ich muss mit Ihnen reden!« Wir verharren eingezwängt im Eingangsbereich. Er senkt seinen verführerischen Blick. Die letzten Kollegen huschen an uns vorbei und wünschen einen schönen Abend.
Nur zögerlich finde ich die passenden Worte. »Ich möchte mich bei Ihnen dafür entschuldigen, dass ich heute zu spät gekommen bin«, gestehe ich. »Meine Bahn …«, stammele ich weiter.
Weber steht so dicht neben mir, dass ich sein verlockendes Aftershave rieche, das sich seinen Weg in meine Nase sucht. Dann umfasst er unerwartet meine Schulter. Allein die sachte Berührung von diesem attraktiven Mann lässt mich erschaudern.
»Bei den Schülern sollten Sie sich eine solche Verspätung nicht erlauben«, raunt er mir zu, wobei er sein Gesicht überraschend nah zu meinem Ohr herabsenkt.
»Ich weiß«, verlässt ein Flüsterton meine betäubten Lippen.
In dem engen Eingangsbereich der Gaststätte stehend, erdrückt mich die Nähe dieses mir noch unbekannten Mannes. Aber verdammt: Ich will erdrückt werden.
Nervös wandern meine Finger über den Rock, den ich glätte, obwohl es nichts mehr daran zu zupfen gibt.
Weber hält mir die Tür auf und sofort weht ein kalter Windzug in die Gaststätte hinein. Harte Gänsehaut überzieht augenblicklich meinen Körper. Die lose um den Arm hängende Jacke tut jetzt Not.
»Wie kommen Sie heim?«, fragt er unvermittelt, als wir das Lokal verlassen und Richtung Parkplatz laufen. Ich stöckele angesichts der kaputten Heels noch immer wie eine Betrunkene über den Asphalt.
»Mit dem Zug«, erwidere ich.
»Ich kann Sie unmöglich bei dem kalten Wetter, mit dem lädierten Schuh und zu einer so späten Uhrzeit allein nach Hause fahren lassen«, lacht er ungeniert auf und ich weiß genau, was ihm durch den Kopf geht. Noch bevor ich die Gedanken zu Ende spinne, spricht er die Worte aus: »Wer weiß, was Ihnen passiert.« Ich meine, ein Funkeln in seiner Iris wahrzunehmen.
»Ich fahre Sie nach Hause«, bietet er an und gleich darauf höre ich das Klimpern seines Autoschlüssels. Die orangefarbenen Blinker eines schwarzen Mercedes leuchten zweimal auf. Natürlich. Warum sollte er sich mit weniger zufriedengeben?
Ehrfürchtig ziehe ich an der schweren Klinke und steige auf der Beifahrerseite ein. Eine Laterne beleuchtet Webers schön geschnittenes Gesicht. Der Ledergeruch der schwarzen Sitze steigt mir in die Nase, als ich meinen neuen Chef interessiert von der Seite betrachte und mich in diesem unergründlichen Gesicht verliere.
Um Halt zu finden, streiche ich mit der Hand über die Sitzfläche unter mir. Das kalte Leder lässt mich frösteln.
Weber sitzt bloß da und...




