E-Book, Deutsch, Band 1, 836 Seiten
Reihe: Rebeccas Schüler
Beige Rebeccas Schüler
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7529-2442-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Anziehend, verboten und gefährlich
E-Book, Deutsch, Band 1, 836 Seiten
Reihe: Rebeccas Schüler
ISBN: 978-3-7529-2442-8
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rebecca ist erst Anfang 30, steht aber bereits vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz: Die Partnerschaft mit Paul ist durch Alltagsroutine und fehlendes Verlangen geprägt. Auch in ihrem Job als Lehrerin fühlt sie sich unwohl, da es insbesondere mit den Schülern und Eltern ihrer eigenen 8. Klasse immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Um ihr bequemes Leben nicht aufgeben zu müssen, vor allem aber zu feige dazu, einen Schlussstrich unter den verhassten Beruf und die fantasielose Beziehung zu setzen, sucht Rebecca die Nähe zu dem manisch-depressiven Lou. Da sich die Junglehrerin von Anfang an von dem 20-jährigen neuen Schüler ihres Grundkurses magisch angezogen fühlt, entwickelt sich aus den ersten zaghaften Annäherungen binnen Kurzem eine leidenschaftliche Affäre. Während Rebecca noch glaubt, die Kontrolle über die Liaison zu besitzen, muss sie schon bald erkennen, dass sie immer tiefer in einen Strudel aus Selbstlügen hineingezogen wird, dem sie nicht mehr entkommen kann und dass die größte Gefahr von der Unberechenbarkeit ihres psychisch labilen Schülers ausgeht.
Tira Beiges Leidenschaft - das Lesen und Schreiben - ist nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr Beruf, denn sie arbeitet unter anderem als engagierte Deutschlehrerin an einem Gymnasium. Wenn sie nicht gerade ihre erotischen Fantasien zu Papier bringt, dann liest sie gern, treibt Sport oder macht Musik. Tira Beige ist es wichtig, anspruchsvolle erotische Bücher für Frauen im mittleren Alter zu schreiben. Unter der E-Mail-Adresse tira.beige@gmx.net darf man gern mit ihr in Kontakt treten.
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Kapitel 1
»Machst du jetzt etwa einen auf Domina?« »Du sahst gerade so aus, als würdest du darauf stehen …« Rebeccas Fuß ruhte auf der Brust ihres Freundes, während ihr der warme Wasserdampf ins Gesicht schlug. Paul lag auf dem Rücken lang gestreckt in der Badewanne, lächelte süffisant und schaute an ihrem nackten, schlanken Körper hinauf. Ein letztes Mal kreuzten sich ihre Blicke, bevor Rebecca ihren Fuß anhob und aus der Badewanne stieg. »Morgen werde ich wieder die Schüler dominieren«, sagte sie. Pauls Grinsen verzog sich zu einer spöttischen Grimasse. »Warum lachst du so boshaft?«, entfuhr es ihr. »Mal sehen, wer wen dominieren wird«, amüsierte er sich. »Idiot!« Rebecca griff mit einer blitzartigen Bewegung zu ihrem flauschigen weißen Handtuch und trocknete sich ab. »Ach komm schon, Beccy, war doch nicht so gemeint.« Was für ein unbesonnener Satz! Sie drehte sich demonstrativ weg. Reichte es nicht, dass sie selbst schon genug an sich zweifelte? Vom Spiegel aus beobachtete sie, wie Pauls Blick von ihrem Oberkörper nach unten zu ihrem Po wanderte. Dann tauchte er, auf dem Rücken liegend, seinen Kopf in das warme Badewasser, um sich die Haare zu waschen. Rebecca drehte sich um und warf einen letzten Blick in die Wanne, wobei ihr die langen braunen Haare gegen die Wange klatschten und eine feuchte Strähne dort kleben blieb. Pauls untersetzter Oberkörper wippte bei jeder Bewegung, die er unter Wasser an seinem Kopf vollzog, leicht auf und ab. Vor sieben Jahren sah er noch besser aus. Ihre Liebe zu ihm auch. Ihre trockenen Füße trugen Rebecca ins gegenüber vom Bad gelegene Schlafzimmer, wo sie sich ein frisch duftendes Nachthemd überwarf. Nichts konnte die Angst überdecken, der sie sich unweigerlich stellen musste, wenn sie morgen wieder die Schule betrat. Mal sehen, wer wen dominieren wird. Pauls lose daher gesprochenen Worte waren gar nicht so abwegig; machten sie Rebecca doch auf das Problem aufmerksam, wer die wirkliche Autorität im Klassenraum besaß. Sein unüberlegter Satz traf einen wunden Punkt in ihr, den sie am liebsten ausradiert hätte. Warum musste er sie immer wieder darauf hinweisen? Im Vergleich zu den letzten zwei erholsamen Winterferienwochen löste bereits der kleinste Gedanke an den Unterricht morgen und an den in den kommenden fünf Wochen bis zu den Osterferien Gruselgefühle in Rebecca aus. Sie sah schon jetzt die nervtötenden Siebtklässler, ihre unberechenbaren Achter und die langweiligen Oberstufenschüler aus Klasse 11 vor sich. Mit dem Nachthemd am Körper verließ sie das Schlafzimmer und sank ermattet auf das Sofa in der Wohnstube nieder. »Oh man …«, flüsterte sie vor sich hin, als sie den Fernseher einschaltete, kein passendes Abendprogramm fand und wahllos durch die Fernsehkanäle zappte. Den Ellenbogen legte sie auf der Lehne ab und stützte den Kopf schwer lastend in die Handfläche. Nach zweimaligem Durchschalten blieb sie bei einer Reisesendung hängen. Die Moderatorin schlenderte an irgendeinem fernen Ort über weißen Sand. Rebecca verzog neidisch den Mund, als sie die Frau betrachtete, die weit weg von jeglichem Alltagsstress aller Sorgen frei am Strand entlangspazierte. Im Hintergrund rauschte das Meer vor der Küste. Es musste bereits später Nachmittag sein, denn das warme Licht umfing die blonden Strähnen ihres Haares und ließ es in der Sonne wie goldenes Stroh aufblitzen. Erinnerungen an den ersten Urlaub mit ihrem Freund bildeten sich vor Rebeccas innerem Auge ab, verschwanden aber sofort wieder, als sie Paul im Bad rufen hörte: »Beccy? Kannst du mir mal neues Shampoo holen?« Sie rennt über den Gang. Geräuschlos. Der viele Sand, der in kleinen weichen Dünen aufgeschichtet vor ihr liegt, erschwert das Fortkommen. Weiter hechten. Vorwärts. Aber der feine weiße Strandsand liegt vor den Türen und es bleibt nur ein Springen von Düne zu Düne übrig. Fast hätte sie die Decke des Gebäudes berührt. Noch ein großer Sprung. Das Klassenzimmer der Siebener. Svenja, Steven, Mona und Jonas laufen gegenüber der Tür in einer Nische über ein aufgeschüttetes Eiland. In der Hand halten sie Eisbecher, Cocktails und Sonnenschirme. Wo sie das herhaben, will sie von den Kindern wissen. Aus La Reunion. Von außen fällt gleißendes Licht in das Gebäude, sodass die blonden Haare von Svenja fast weiß erscheinen. Mechanisch mit herabgesenkten Köpfen laufen sie stur hintereinander im Kreis das Eiland der Nische ab. Noch rechtzeitig den Klassenraum erreicht. Stimmengewirr ertönt. Sie öffnet die Tür und steht bereits mit beiden Beinen im Wasser. Die Tische stehen wüst durcheinander. Nackte und halbnackte Schüler drängen sich in dem Raum, planschen in dem auf dem Boden befindlichen Wasser. Robert liegt auf dem Rücken, während Natalie in Siegerpose über ihm steht und ihm den Fuß auf seine Brust drückt. Da sind auch Martin und Ellen aus der achten Klasse, die eng beieinanderstehen und über etwas lachen. Ein Junge aus der elften Klasse hält aufreizend eine Siebtklässlerin im Arm. So viel Wasser unter ihren Füßen. Der Schulhof ist das Meer. An die Außenwand des Gebäudes schlagen hohe Wellen an. Und doch steht Paul mit einer Badehose bekleidet am Fenster und will nach draußen springen. »Auf La Reunion gibt es Haie, Paul, das weißt du doch. Schwimm’ nicht zu weit.« Doch er hört nicht. Ruckartig springt er vom Fensterbrett des Klassenraums in den Ozean hinein. Piep Piep Piep Piep Piep Piep. 5:00 Uhr morgens. Rebecca richtete sich schlaftrunken im Bett auf, um den gellenden Apparat auf dem Nachttisch auszuschalten. Ihr blieb nicht viel Zeit, die wirren Eindrücke im Kopf zu sortieren. Gähnend schleppte sie sich ins Badezimmer, wo die kurze Nachtruhe unaufhörlich ihren Tribut forderte. Unter der Dusche stehend überzog sich ihr Körper mit Gänsehaut und nur mühsam konnte sie die Augen offen halten, während die Ausschnitte aus dem Traum noch einmal vor ihrem inneren Auge vorbeizogen. Als Rebecca das Schlafzimmer wieder betrat, schlummerte Paul zunächst noch friedlich vor sich hin, verbarg dann jedoch sein Gesicht unter der Bettdecke, als er das eingeschaltete Licht bemerkte. Ein Gefühl der Eifersucht durchflutete Rebecca. Neid auf den Partner, der erst in wenigen Stunden aufstehen musste. Trotz Schlafdefizit ließ sie keine Hektik zu: Aufstehen, Duschen, Anziehen, eventuell Haare waschen, föhnen, essen, Toilette, Zähne putzen, die mitzunehmenden Schulmaterialien noch einmal kontrollieren, Tasche einräumen, nach draußen zum Auto gehen. Das war angesichts der Gewohnheit normalerweise in weniger als einer Stunde möglich. Außer heute Morgen. Um nicht zu sehr die Augen zukneifen zu müssen, dimmte Rebecca vorsorglich die Deckenbeleuchtung in der Küche. Schummrig vollzog sie die routinierten Schritte, um halbwegs Normalität nach den zwei Wochen Ferien herzustellen. 6:05 Uhr. Die über zwanzig Kilometer Fahrt zwischen Zuhause und der Arbeitsstelle wurden heute, am ersten Schultag nach den Winterferien, zu einer gedankenverlorenen Angelegenheit. Gelbe und weiße Lichter kamen auf der anderen Straßenseite entgegen. Sie blieben anonym und farblos, die Fahrer hatten kein Gesicht. Helle Lichter fuhren in Ketten vorbei und wurden im Rückspiegel zu roten, kleiner werdenden Punkten. Manchmal überholte ein gelbes Licht und wurde zu zwei roten Punkten vor dem Auto. Bisweilen fuhr eine ganze Kette roter Lichter vor ihr her. Es war noch immer finster, als Rebecca wie fast jeden Morgen als eine der Ersten auf dem Parkplatz der Schule eintraf. Das nächste routinierte Morgenprogramm musste durchgezogen werden: Kopieren, Lochen, E-Mails checken und Klassenbuch kontrollieren. Kopien für die Siebtklässler waren anzufertigen. Während sie gähnend vor dem Kopierer auf dessen Einsatzbereitschaft wartete, betrat Harald das Lehrerzimmer und begrüßte sie mit einem lang gezogenen »Guten Morgen. Bist ja wieder zeitig heute da.« Erneutes...




