Beige | Rebeccas Schüler | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 791 Seiten

Reihe: Rebeccas Schüler

Beige Rebeccas Schüler

Böse Spielchen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7541-7645-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Böse Spielchen

E-Book, Deutsch, Band 2, 791 Seiten

Reihe: Rebeccas Schüler

ISBN: 978-3-7541-7645-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach der Trennung von ihrem Ex hat Rebecca eine Anstellung als Stützlehrerin an einer Sportschule angenommen. Als Tutorin betreut sie Schüler der Oberstufe. Der Mädchenschwarm Cedric zieht sofort Rebeccas Aufmerksamkeit auf sich. Er wird der verbotene Gegenstand ihrer geheimsten Fantasien - und mehr als das: Der Bad Boy lotet mit ihr die Grenzen von Macht und Kontrolle aus und verwickelt sie damit in ein gefährliches Spiel voller düsterer Leidenschaften. Als Rebecca erkennt, dass sie nicht die einzige Frau in Cedrics Leben ist, und dass sie sich auf ein hochriskantes Abenteuer eingelassen hat, sucht sie die Nähe zu dem schüchternen Linus. Der mysteriöse Schüler hegt tiefere Gefühle für seine Lehrerin und baut ein ganz besonders enges Vertrauensverhältnis zu ihr auf. Das Buch kann ohne Kenntnis des ersten Teils gelesen und verstanden werden.

Tira Beige arbeitet als Deutschlehrerin und schreibt in ihrer Freizeit anspruchsvolle erotische Geschichten für Frauen im mittleren Alter. In ihnen thematisiert sie das verbotene Prickeln zwischen Figuren. Außerdem geht es um Leidenschaft, die Leiden schafft, denn nicht zuletzt lotet sie in ihren Erzählungen und Romanen das Ungleichgewicht zwischen Macht und Kontrolle aus. Sie freut sich über Leserinnen und Leser, die ihr auf Instagram, Lovelybooks und Facebook folgen.

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Kapitel 1
Sie woll­te ge­hen, schon lan­ge her­aus sein aus die­ser Dis­co­thek. Eine Wol­ke aus Schweiß, ver­brauch­ter Atem­luft, trie­fen­den Kör­per­ge­rü­chen, Pa­r­fum und von drau­ßen mit­ge­brach­tem Zi­ga­ret­ten­qualm wa­ber­te über den Köp­fen der Men­schen. Zu­dem er­füll­te der Ge­schmack von Te­s­tos­te­ron den Raum. Ein Zu­viel an Aus­düns­tun­gen, die um­her os­zil­lier­ten und die Dis­co­thek in ein Kli­ma drü­cken­der Schwe­re tauch­ten. Alle Sin­ne über­reizt, flo­gen die Lei­ber nur noch me­cha­nisch durch den Saal, ohne über den Sinn ih­rer Be­we­gun­gen nach­zu­den­ken. Es wa­ren auf­ge­kratz­te Tan­zen­de, an­ge­säu­selt vom Al­ko­hol, be­rauscht von der At­mo­sphä­re, die dumpf auf ih­nen las­te­te. Und mit­ten­drin ­Re­bec­ca, die schon vor ei­ner hal­b­en Stun­de auf­bre­chen woll­te. Doch ir­gen­d­et­was hielt sie da­von ab, den Heim­weg an­zu­tre­ten. Sie ver­sank in der schie­ren Mas­se an schö­nen Kör­pern, ließ sich mit­rei­ßen von den halt­los Zap­peln­den um sie her­um und ver­web­te sich mit ih­nen. Hin­zu kam, dass sie ih­ren Blick nicht von ihm ab­wen­den konn­te. Den ge­sam­ten Abend über hat­te sie den Un­be­kann­ten be­ob­ach­tet, wie er an der Bar stand, an sei­nem Bier nipp­te und sich mit sei­nen Kum­pels un­ter­hielt. Ein jun­ger Typ ohne Na­men, der zur nä­he­ren Be­trach­tung ein­lud. Und doch kam ­Re­bec­ca nie nah ge­nug her­an, um ihn ge­nau­er zu er­grün­den. Sie sah bloß, dass der Ju­gend­li­che schlank war, dunk­le Kla­mot­ten trug und kur­ze, hel­le­re Haa­re be­saß. Er war seit Lan­gem das At­trak­tivs­te, was ­Re­bec­ca vor die Au­gen ge­kom­men war. Eine Er­obe­rung – knackig ge­nug, um sich zu loh­nen. Um Mit­ter­nacht ging mit ei­nem Schlag die Mu­sik aus und der gut aus­se­hen­de Kerl wur­de vom DJ auf die Büh­ne ge­holt. Als wür­de er je­den Tag von hun­der­ten Schau­lus­ti­gen ge­mus­tert wer­den, stol­zier­te die­ser Bur­sche auf die Büh­ne, die ihm vom ers­ten Mo­ment an ge­hör­te. Er strahl­te eine un­ge­heu­re Prä­senz aus, die ­Re­bec­cas Blut in Wal­lung brach­te. Sie be­wun­der­te, wie selbst­be­wusst er zum Misch­pult schritt, an dem der DJ stand und ihn in Emp­fang nahm. »So­eben«, schrie der Disc­jo­ckey ins Mi­kro­fon, »hat die­ser jun­ge Mann hier eine wich­ti­ge Gren­ze in sei­nem Le­ben über­schrit­ten. Er ist näm­lich ge­ra­de acht­zehn Jah­re alt ge­wor­den und da­mit voll­jäh­rig.« Ju­bel­schreie durch­zo­gen den Saal. Ein paar Ju­gend­li­che er­ho­ben die Glä­ser und pros­te­ten dem auf der Büh­ne Ste­hen­den zu, der sich selbst­si­cher im Bei­fall der Men­ge aal­te und bei­de Au­gen­brau­en tri­um­phie­rend hob. Er ge­noss es, im Mit­tel­punkt zu ste­hen und an­ge­st­arrt zu wer­den. Bei­de Hän­de hat­te er in der Jeans ver­gra­ben und mit stolz ge­schwell­ter Brust bau­te er sich ne­ben dem Misch­pult auf. Sein durch­drin­gen­der Blick glitt über die Mas­sen hin­weg, die ihn un­ver­hoh­len an­gaff­ten. ­Re­bec­ca ein­ge­schlos­sen, die sich an dem Schön­ling nicht satt­se­hen konn­te. »Gra­tu­lie­re dir«, sag­te der DJ. »Fang was Or­dent­li­ches mit dei­nem Le­ben an, sonst lan­dest du hier oben.« Ge­läch­ter bran­de­te auf, be­vor sich der Disc­jo­ckey sei­ne Kopf­hö­rer auf­setz­te und die Mu­sik wie­der laut­hals aus den Bo­xen drin­gen ließ. Der Acht­zehn­jäh­ri­ge ver­ließ das Po­dest über das gan­ze Ge­sicht strah­lend und fiel ge­ra­de­wegs in die Arme sei­ner Kum­pels, die ihn mit Al­ko­hol in Emp­fang nah­men und ihm ka­me­rad­schaft­lich auf die Schul­ter klopf­ten. Ei­ni­ge Mäd­chen, die ab­seits der Grup­pe stan­den, wa­r­fen dem hüb­schen Ge­burts­tags­kind schwär­me­ri­sche Bli­cke zu. Wie schön wäre es, noch ein­mal so jung zu sein, träum­te ­Re­bec­ca. Gute fünf­zehn Jah­re la­gen zwi­schen ihr und die­sem Ju­gend­li­chen, der sein gan­zes Le­ben noch vor sich hat­te. Der al­len Flau­sen, die er im Kopf aus­brü­te­te, nach­ja­gen und sein Schick­sal von nun an selbst in die Hand neh­men konn­te. Sie schau­te er­neut auf die Uhr. Ja, es war spät und sie war er­schöpft. Aber wer war­te­te schon zu Hau­se auf sie? Nie­mand be­grüß­te sie um drei Uhr mor­gens. Es gab kei­ne wär­me­n­den Hän­de, die sie um­fan­gen wür­den, wenn sie da­heim an­kam. Kein Mund, der ihr sag­te: »Du bist aber spät dran. Hast du je­man­den ken­nen­ge­lernt?« War­um soll­te sie den Heim­weg an­tre­ten? Statt­des­sen be­weg­te sie sich Rich­tung Tanz­flä­che, wo das Ge­burts­tags­kind an­ge­hei­tert zwi­schen an­de­ren Leu­ten eine Show ab­zog. Wild ges­ti­ku­lier­te er mit den Ar­men in der Luft her­um, tanz­te aus­ge­las­sen. Ne­ben ihm sei­ne grau­en Freun­de mit den durch­schnitt­li­chen Ge­sich­tern. Al­ler­welt­s­ty­pen, wie sie über­all her­um­lie­fen. ­Re­bec­ca be­trach­te­te den Acht­zehn­jäh­ri­gen. Zum ers­ten Mal an die­sem Abend, in die­ser Nacht, hat­te sie es ge­wagt, sich in sei­nen Dunst­kreis zu be­ge­ben, ob­wohl sie sei­ne in­ter­es­san­te Aura schon seit ei­ni­gen Stun­den fas­zi­nier­te. Er be­saß dun­kel­blon­de Haa­re, die an der Stirn län­ger wa­ren und ihm ins Ge­sicht hin­ein­rag­ten. Im­mer wie­der strich er die wil­den Sträh­nen ver­füh­re­risch mit der gan­zen Hand nach hin­ten ins vol­le Haar hin­ein. Er sah gut aus, hat­te aber kein eben­mä­ßi­ges Ge­sicht. Viel­mehr war es mar­kant, denn die leicht schrä­ge Nase ver­lieh ihm ein ed­les Aus­se­hen. Dazu pas­send trug er einen Drei­ta­ge­bart, der ihn deut­lich äl­ter aus­se­hen ließ. Aus der Nähe be­trach­tet, er­kann­te ­Re­bec­ca, dass der Acht­zehn­jäh­ri­ge au­ßer­or­dent­lich viel Sport be­trei­ben muss­te, denn ihr fie­len so­fort sei­ne gut trai­nier­ten Ober­ar­me auf. Die Wei­ber, die um ihn her­um tanz­ten, be­rühr­ten ihn im­mer wie­der wie zu­fäl­lig am Ober­kör­per oder stri­chen über sei­ne Arme. ­Re­bec­ca frag­te sich, ob er die Mä­dels kann­te oder sich zum Spaß von ih­nen an­bag­gern ließ. Er selbst ge­fiel sich of­fen­bar dar­in, die Be­rüh­run­gen zu­rück­zu­ge­ben. Mal lan­de­te sei­ne Hand auf ei­nem Hin­tern, mal auf ei­ner Brust. Die Mäd­chen zupf­ten ihre knap­pen Ober­tei­le zu­recht oder fuh­ren sich mit der Hand durch ihre lan­gen Mäh­nen. Vor al­lem zo­gen sie den Kerl mit ih­ren Bli­cken aus. ­Re­bec­ca war nicht bes­ser. Auch sie glotz­te und pro­vo­zier­te den Blick­kon­takt. Aber noch hat­te er kei­ne No­tiz von ihr ge­nom­men, son­dern sich den Mä­dels ge­wid­met, die ne­ben ihm tanz­ten. Bis jetzt. Denn mit ei­nem Schlag la­gen sei­ne Au­gen auf ­Re­bec­ca und fuh­ren an ih­rem Kör­per auf und ab. Hat­te sie bis eben die Mus­te­rung her­bei­ge­sehnt, war sie ihr mit ei­nem Male un­an­ge­nehm. Stimm­te et­was nicht, weil er die Au­gen­brau­en so skep­tisch ver­zog und die Stirn run­zel­te? ­Re­bec­ca hat­te an die­sem schwül­war­men Abend ex­tra ein kur­z­es schwa­r­zes Kleid mit tie­fem Aus­schnitt ge­wählt. Nor­ma­le­r­wei­se zog sie in der Dis­co lie­ber Weiß an, um das flu­o­res­zie­ren­de Licht auf ih­rem Kör­per zu ver­ei­ni­gen. Aber sie hat­te Lust zu flir­ten. Sie woll­te mit ih­rem Kleid, das viel nack­te Haut zeig­te, die Auf­merk­sam­keit frem­der Män­ner auf sich len­ken. Vor al­lem die der Jün­ge­ren. Aber die­ser Kerl, der sie jetzt so kri­tisch be­trach­te­te, war wohl doch eine Num­mer zu jung für sie. Nein, er sah viel zu gut für sie aus. ­Re­bec­ca war noch nie der Typ Frau, der Män­ner mit ei­ner der­art of­fen­sicht­li­chen Ero­tik an­zog. Das mach­te ihn gleich noch mal so at­trak­tiv. Nicht lan­ge und der Un­be­kann­te schau­te wie­der weg. Schä­men brauch­te sich ­Re­bec­ca wahr­lich nicht: Dass sie Mit­te drei­ßig war, ver­ri­et ihr Äu­ße­res auf kei­nen Fall. Ihre lan­gen brau­nen Haa­re, die wel­len­ar­tig über ihre Schul­tern fie­len, ver­lie­hen ihr den nö­ti­gen Sex­ap­pe­al und die Run­dun­gen sa­ßen ex­akt da, wo sie sein soll­ten. Wie­so das nicht zei­gen? Doch der Blick die­ses Tee­n­a­gers sprach eine an­de­re Spra­che. Be­schämt dreh­te sich ­Re­bec­ca weg und war da­bei, die Tanz­flä­che zu ver­las­sen, als sie un­er­war­tet am Arm fest­ge­hal­ten wur­de. »Halt!«, rief ihr je­mand hin­ter­her. »Wo­hin so schnell?« Als sie sich um­dreh­te, er­kann­te sie einen der Kum­pels des Acht­zehn­jäh­ri­gen. Der schwa­rz­haa­ri­ge Mann konn­te nicht viel äl­ter sein, sah aber nicht halb so sexy und fes­selnd aus wie das Ge­burts­tags­kind. Eben Durch­schnitt. Sein nach Al­ko­hol stin­ken­der Atem stieg ­Re­bec­ca au­gen­blick­lich in die Nase, als er dicht vor sie trat und sei­ne Zäh­ne zeig­te. »Mir ge­fällt dein Look«, schrie der Ju­gend­li­che über die Mu­sik hin­weg, die in­zwi­schen nur noch nerv­te. Woll­te er mit ihr flir­ten? »Bin ich nicht eine Num­mer zu groß für dich?«, rief ­Re­bec­ca, um ihn auf Ab­stand zu hal­ten. »Und zu alt?« Ohne Er­folg. Ihre Wor­te schie­nen ihn nur...



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