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E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Bell Engel in Jeans

Überraschende Erlebnisse zwischen Himmel und Erde
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7751-7298-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Überraschende Erlebnisse zwischen Himmel und Erde

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-7751-7298-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein wilder Hund führt die zwölfjährige Martha durch den Schneesturm. Ein tröstendes Wort erreicht Maureen auf verblüffendem Weg. Ein Mann in Jeans rettet Hannahs Leben und verschwindet spurlos. In seinem neuen Buch 'Engel in Jeans' erzählt James Stuart Bell wieder von kleinen Wundern, himmlischen Begegnungen und übernatürlichen Erlebnissen. Mal zum Schmunzeln, mal zum Staunen inspiriert er dazu, im Alltag mit himmlischen Begegnungen zu rechnen.

James Stuart Bell war Verlagsleiter und betreibt nun eine Literaturagentur. Als Autor und Herausgeber hat er bereits einige bekannte Bücher und Geschichten veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie in West Chicago, Illinois (USA). (Der Engel kam barfuß, He 13)
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Gib Gott Zeit

James Stuart Bell


Ich war der typische mittellose Student, deshalb verkaufte meine Frau Margaret im Auftrag ihrer Tante im vornehmen Teil von Dublin Pelzmäntel, um für unseren Lebensunterhalt aufzukommen.

Manchmal verdienten wir kaum etwas, weil wir keine Pelze verkauft hatten, und lebten beinahe von der Hand in den Mund. Aber wenn wir einen einzigen Mantel verkauften, feierten wir das und gingen essen. Wir waren jung verheiratet, und Gott benutzte diese Zeit als Trainingslager für uns, damit wir lernten, ihm zu vertrauen und uns darauf zu verlassen, dass er in der Gegenwart und in der Zukunft für uns sorgen würde.

In dem Studiensemester in Irland hatten wir Gottes wunderbare Fürsorge schon mehrfach erlebt. Doch einen ganz großen Wunsch hatten wir noch: Bevor wir in die USA zurückkehrten, wollten wir gern noch ein besonders hübsches Fleckchen Erde in Europa besuchen.

Vor unserer Hochzeit hatte ich das Titelbild einer National Geographic-Ausgabe auf dem Couchtisch meiner Eltern gesehen und hatte ausgerufen: »Dorthin müssen wir unsere Hochzeitsreise machen!« Es war das Bild einer Kirche auf einer winzigen Insel mitten im eisblauen Bleder See in den slowenischen Alpen (damals Jugoslawien), mit einer großen Felswand im Hintergrund und einer Burg in der Ferne.

Aber als wir dann nach unserer Hochzeit in London, unserem ersten Zwischenstopp, ankamen, kam ein Problem nach dem anderen auf uns zu, sodass wir nicht mehr nach Jugoslawien reisen konnten. Ich sagte einer Freundin, bei der wir in London wohnten, voraus, dass wir ganz bestimmt keine Gelegenheit mehr haben würden, unser Traumziel in den Alpen zu sehen. Das Studiensemester in Irland, eine leere Kasse, die Rückkehr in die USA und die Notwendigkeit, wegen des bald zu erwartenden ersten Kindes ernsthaft Geld zu verdienen, würden es unmöglich machen. Aber unsere Freundin ermutigte uns, den Glauben nicht aufzugeben. Sie hatte das starke Gefühl, dass wir vor unserer Heimkehr in die USA unsere Reise machen könnten.

Die Monate, in denen ich die irischen Dichter, C. S. Lewis und andere Geistesgrößen studierte, flogen nur so vorüber, und schneller als gedacht war die freie Zeit vor unserer Heimreise da. Wie vermutet, waren unsere mageren Ersparnisse zusammengeschrumpft, und ich erinnerte Margaret an meine Vorausahnungen. Sie hingegen rief mir die glaubensstarken Worte unserer Londoner Freundin ins Gedächtnis, dass unser Wunsch sich noch erfüllen würde.

»Gebt Gott Zeit«, hatte unsere Freundin gesagt. Also warteten wir erst einmal mit wachen Augen auf das, was kommen würde. Und es kamen Dinge, die wir nie erwartet hätten.

Aus heiterem Himmel schickte Margarets Mutter uns zweihundert irische Pfund mit der Begründung, sie habe vergessen, uns ein Hochzeitsgeschenk zu geben. Meine Überlegung war: Dieses Geld ermöglicht uns immerhin eine Rundreise, um Margarets Schwester Mona in Paris zu besuchen.

Aber dabei blieb es nicht, denn Mona erinnerte sich ebenfalls, dass sie vergessen hatte, uns etwas zur Hochzeit zu schenken. Auch sie gab uns zweihundert Pfund. Nun konnten wir tatsächlich den berühmten Orientexpress durch ganz Italien bis zu unserem Ziel im damaligen Jugoslawien nehmen.

Es waren wunderschöne Ferien, auch wenn das Geld knapp war. Wir hatten diese riesengroßen orangefarbenen Rucksäcke der Siebzigerjahre, übernachteten in günstigen Jugendherbergen und aßen billige belegte Brote. Aber das war alles kein Problem, schließlich lebten wir von der Liebe.

Als wir mit dem Zug nach Irland zurückkehrten, besaßen wir nur noch ein paar armselige Pfund. Doch darüber machte ich mir keine Gedanken. Bald würden wir in die USA aufbrechen, die Flugtickets waren bereits bezahlt. Wir hatten die Absicht, eine Weile bei meinen Eltern zu wohnen, so konnte ich in aller Ruhe im christlichen Verlagswesen eine Stelle suchen. Ein überschaubarer Plan.

Aber: Er ging nicht auf. Ich war mit einer irischen Staatsbürgerin verheiratet, die die Absicht hatte, sich in den USA niederzulassen. Erst, als wir am Flughafen in der Schlange standen, ging es mir durch den Kopf, dass womöglich für sie als Ausländerin, die dauerhaft in die USA einreisen wollte, andere Bestimmungen galten als für mich.

Ich fand es schnell heraus. Es war früh am Sonntagmorgen, und wir hatten massenhaft Zeit bis zu unserem Flug nach Newark in New Jersey. Die Person am Schalter klärte uns darüber auf, dass Margaret ein Visum brauchte, um in die USA einzureisen. Dies bekäme sie in der amerikanischen Botschaft. Sie sauste davon, schnappte sich ein Taxi und kehrte ins weitgehend menschenleere Dublin zurück, nur um festzustellen, dass so früh am Sonntagmorgen in der Botschaft niemand erreichbar war.

Als sie zum Check-in am Flughafen zurückkehrte, hatte der Angestellte dort noch mehr schlechte Nachrichten. Der nächste verfügbare Flug, bei dem noch Plätze frei waren, würde erst in fünf Tagen gehen, und das Ticket würde sich verteuern – es würde für uns beide zusammen fünfundfünfzig irische Pfund zusätzlich kosten.

Wir hatten kaum genug Geld für ein Taxi zurück zur Wohnung von Margarets Schwester, wo wir übernachtet hatten. Wo sollten wir den Aufpreis für den neuen Flug herbekommen?

Sollten wir Margarets Mutter in der nahe gelegenen Grafschaft Wicklow anrufen und uns Geld leihen oder einen unserer Freunde anpumpen?

Als wir darüber beteten, hatten wir den Eindruck, Gott würde uns sagen, dies wäre kein gutes Zeugnis für unseren Glauben. So beschlossen wir, uns allein auf Gott zu verlassen und niemanden um Geld zu bitten.

Wir hatten noch fünf Tage Zeit und besaßen nur ein paar Pence. Eine gute Gelegenheit, das Vertrauen auf Gott zu üben. Inzwischen besorgten wir uns die notwendigen Papiere von der amerikanischen Botschaft.

Ein paar Tage später erhielten wir einen Anruf von einer reizenden Witwe, die in Dublin in unserer Gebetsgruppe gewesen war. Tante Elsie war wie unsere persönliche irische gute Fee, eine kleine, stille und liebenswürdige Frau, die sehr geistlich lebte und Gottes Stimme hörte, als wäre er ihr bester Freund. Sie wusste nichts von unserem Abreisetermin und lud uns einfach zum Tee zu sich ein.

»Na ja, wenigstens bekommen wir eine kostenlose Mahlzeit, obwohl ich mich langsam wie ein Schmarotzer fühle«, sagte ich zu meiner Frau.

Tante Elsie war liebenswürdig wie immer und wartete mit einem wunderschön gedeckten Tisch auf uns. Es gab Tee, Gebäck, Streichrahm und Marmelade. Wir ließen kein Wort über unsere finanzielle Not verlauten und erzählten ihr nur flüchtig, dass wir vorhatten, bald in die USA zurückzukehren.

Als wir mit bedauernden Abschiedsworten zur Tür gingen, führte sie uns zu einem kleinen Tisch, auf dem ein Umschlag lag. »Jesaja 55« stand darauf. Innen fanden wir eine Karte mit den ersten beiden Versen dieses Kapitels:

Auf, ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Geht los, auch wenn ihr kein Geld habt. Geht, kauft Getreide und esst. Wer kein Geld hat, versorge sich kostenlos mit Korn. Geht hin und besorgt euch Wein und Milch, ihr braucht nicht zu bezahlen. Warum solltet ihr euer Geld für etwas ausgeben, das kein Brot ist, euren Lohn für etwas, von dem ihr nicht satt werdet? Hört zu und esst Gutes und eure Seele wird satt werden.

Mir fielen beinahe die Augen aus dem Kopf, als ich feststellte, was sich außer den Versen im Umschlag befand – fünfundfünfzig irische Pfund, genau der Betrag, den wir brauchten!

Tante Elsie erklärte beiläufig, der Herr habe ihr diesen Vers geschenkt, um ihn uns auf die Reise mitzugeben. Außerdem hatte sie den Eindruck, dass sie uns so viel Geld mitgeben sollte, wie es der Nummer des Kapitels, aus dem der Vers stammte, entsprach.

Wir waren völlig verblüfft, wie großzügig und kreativ Gott gehandelt hatte, nachdem wir bereit gewesen waren, einen winzigen Glaubensschritt zu gehen und unsere Not geheim zu halten. Aber am allerglücklichsten machte uns die neue Erkenntnis, dass er den völligen Überblick über jeden Aspekt unseres Lebens hat, egal, ob groß oder klein, und dass er auch in der Zukunft für alle unsere Bedürfnisse sorgen würde.

Ein paar Tage nach unserer Rückkehr in die USA gingen wir in unseren christlichen Lieblingsbuchladen und suchten nach geistlicher Literatur, um uns auf das, was auf uns zukommen würde, vorzubereiten. Ich sollte bald meine Frau und das Baby Rosheen ernähren.

Während Margaret an der Ladentheke mit einer Freundin sprach, trödelte ich um einen Drehständer mit Postern herum. Und wieder fielen mir die Augen fast aus dem Kopf. Vor mir war ein Poster mit einem Foto vom Bleder See, genau aus demselben Blickwinkel wie auf der National Geographic. Ich hatte damals nicht mehr daran geglaubt, noch an diesen Ort zu kommen, bis die Londoner Freundin uns die Botschaft von Gott weitergab, wir sollten ihm Zeit geben und vertrauen, dann würden wir am Ende dorthin kommen.

Noch verblüffender war der Text auf dem Poster. Warum war dieses Poster eines unbedeutenden Ortes in Jugoslawien hier in Plainfield in New Jersey in einem Buchladen? Weil es für Margaret und mich bestimmt war. Der Text in der unteren rechten Ecke des Bleder Sees lautete: Gib Gott Zeit.

Ob es die fünf Tage waren, die wir auf die fünfundfünfzig Pfund für unseren Rückflug nach Amerika gewartet hatten, oder die fünf Monate, die zwischen unserer Hochzeit und der Reise an den Bleder See lagen – Gott hatte uns laut und klar gesagt, dass wir ihm Zeit geben sollten, um seine wunderbare Versorgung zu erleben.

Auf Gott zu warten, ist manchmal anstrengend und vielleicht fast nicht auszuhalten, aber wenn wir dem...


James Stuart Bell
war Verlagsleiter und betreibt nun eine Literaturagentur. Als Autor und Herausgeber hat er bereits einige bekannte Bücher und Geschichten veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie in West Chicago, Illinois (USA).
(Der Engel kam barfuß, He 13)



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