Belle | Georg - Bis ans Ende aller Zeiten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 296 Seiten

Reihe: Ben

Belle Georg - Bis ans Ende aller Zeiten


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7309-8238-9
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 1, 296 Seiten

Reihe: Ben

ISBN: 978-3-7309-8238-9
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Georg und Hubert sind seit drei Jahren ein Paar. Eigentlich wäre der logische nächste Schritt die Hochzeit. Wenn Georg sich nur endlich entschließen könnte ... Stattdessen provoziert er nur immer wieder Auseinandersetzungen mit Hubert, weil er sich ja unbedingt beweisen muss, dass er es 'noch drauf hat'. Erst als ein entsetzlicher Unfall passiert, denkt er um. Aber es scheint zu spät zu sein. Hubert weist ihn endgültig zurück und löst die Verlobung auf. Nun ist guter Rat teuer. Als dann noch eine junge Frau auf der Bildfläche erscheint, die Hubert von früher her kennt, geht bei den Beiden wieder mal alles drunter und drüber. Und diesmal ist es wirklich ein für alle Mal zu spät für ein Happy End, oder?

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Collateral Damage
      Wamm!! Die Wohnungstür kracht ins Schloss und ich bleibe allein zurück. Adrenalin rauscht durch meine Adern, jagt den Pulsschlag in die Höhe und lässt meinen Atem so schwer gehen, als hätte ich soeben einen Hundert-Meter-Lauf absolviert. Dabei war das Einzige was ich getan habe, mich gerade heftig mit Hubert zu streiten. Wieder mal, wie schon so oft in den letzten Wochen … Und es geht immer um das gleiche Thema: Hubert ist eifersüchtig! Dabei hat er dafür wirklich keinen Grund! Naja, zugegeben, ich flirte schon hier und da ein bisschen, aber da ist doch nichts Ernstes dahinter! Und das sollte er inzwischen ja wohl auch allmählich verstanden haben! Ich meine, wir sind jetzt wie lange zusammen? Fast drei Jahre! Und nicht nur zusammen – wir sind verlobt! Ich finde, da wäre ein bisschen mehr Vertrauen schon angebracht, oder ist das zu viel verlangt? Und ich will doch auch gar keinen anderen Mann in meinem Leben! Muss ich deshalb aber gleich so tun, als bemerkte ich es nicht, wenn mir ein gutaussehender Kerl über den Weg läuft? Mein Gott, ich bin dreiundreißig, nicht dreiundachtzig! Huberts Argument ist, dass es ihn sehr wohl verletzt, wenn ich in seinem Beisein mit Anderen schäkere und dass er das ja schließlich auch nicht macht. Immer wieder kommt er mir mit der gleichen Leier! Ich kann es schon langsam nicht mehr hören! Und so ist es wohl auch zu erklären, dass mir heute der Geduldsfaden gerissen ist und ich ihm an den Kopf geworfen habe, dass er es vielleicht mal ausprobieren sollte, anstatt nur an mir rumzumeckern, denn vielleicht wäre er ja danach nicht mehr so unentspannt. Klar, kaum war der Satz draußen, hätte ich mich selbst dafür ohrfeigen können. Das war gemein und von Huberts Gesicht konnte ich praktisch augenblicklich ablesen, wie sehr es ihn getroffen hat. Muss wohl ein Rückfall in alte Verhaltensmuster gewesen sein, denn einen solchen Satz würde ich eigentlich in so einer Situation – während einem Streit mit meinem Liebsten – niemals aussprechen, „Jo“ allerdings schon. Zwar dachte ich, den gäbe es endgültig nicht mehr, aber wie`s aussieht, hat er sich in irgendeinem Winkel meines Selbst doch noch festgekrallt und auf eine neue Chance gewartet. Mit beiden Händen reibe ich mir übers Gesicht. Was mache ich jetzt? Hinter Hubert her rennen? Um gut Wetter bitten und mich entschuldigen? Nein! Mein Stolz bäumt sich getroffen auf. Georg Böttinger entschuldigt sich nicht für so was! Ich habe nichts getan! Was kann ich dafür, wenn dieser Kleine aus dem Club, in dem wir neulich zusammen waren, sich einbildet, er und ich hätten eine innere Verbindung und mir einfach nachläuft? Ich hab` ihm schließlich eindeutig zu verstehen gegeben, dass ich in einer festen Beziehung bin. Naja, vielleicht hätte ich es noch etwas deutlicher machen können. Aber trotzdem! Ich habe Hubert nie betrogen und habe es auch nicht vor! Und dass wir unsere Hochzeit immer wieder verschieben mussten bis jetzt, kann man wohl auch kaum mir anlasten! Arbeit geht nun mal vor! Das sagt er doch auch selbst immer! Also – damit ist dann wohl klar, dass ich ihm jetzt auf keinen Fall nachlaufe. Am Ende bildet er sich noch ein, das liefe in Zukunft immer so? Wenn er schon so überzogen reagieren muss, dass er um kurz vor Mitternacht einfach blindlings aus dem Haus stürmt, bitte sehr! Ich werde hier auf ihn warten. Mit einer Flasche Wein und bereit für Friedensverhandlungen! Wenn Hubert sich beruhigt hat und zurückkommt, werden wir zusammen was trinken und anschließend unsere Meinungsverschiedenheiten im Bett endgültig ausräumen! Genau! Das hat bisher immer funktioniert, dann wird es auch heute klappen!     Zwei Stunden später ist Hubert noch immer nicht zurück und nachdem ich zuerst ein bisschen sauer war – immerhin ist es mitten in der Woche und wir müssen beide am Morgen zeitig aufstehen! - fange ich jetzt so langsam an, mir doch Sorgen zu machen. Wo kann er denn nur hingegangen sein? Seine Handynummer habe ich schon ungefähr zwei Dutzend Mal angerufen, aber er meldet sich nicht, weshalb ich ihm schon mindestens genauso viele Nachrichten auf die Mailbox gesprochen habe. Ich renne von einem Fenster unserer Wohnung ans andere, spähe in die Nacht hinaus und zermartere mir das Hirn, wo Hubert sein könnte. Sein Portemonnaie liegt noch auf dem Schränkchen in der Diele, also scheiden Kneipen und Clubs schon mal ebenso aus, wie irgendein Hotel. Er ist sowieso kein großer Club- oder Discogänger, genau wie ich ja eigentlich auch nicht. Der gemeinsame Besuch in dem Gay-Club vor kurzem war eine absolute Ausnahme. Früher, also bevor aus Hubert und mir ein Paar wurde, war ich durchaus ein einigermaßen regelmäßiger Gast in solchen Etablissements, wenn auch nicht hier, sondern in Berlin. Dort habe ich „Jo“ von der Leine gelassen und mich ausgetobt, getanzt, getrunken und mich quer durch die Szene gevögelt. Ich hab` eben nie an Beziehungen geglaubt und erst als Hubert aufgetaucht ist, hat sich das geändert. Allerdings auch nicht von heute auf morgen. Unser Weg zueinander war verdammt steinig und ziemlich … naja, kurvig, aber am Ende habe ich die richtige Abfahrt ja doch noch erwischt und seitdem sind wir zusammen. Ich war der glücklichste Mann unter der Sonne, als Hubert ein Jahr später meinen Antrag angenommen hat, aber in der letzten Zeit ist irgendwie der Wurm drin bei uns. Hubert ist Rechtsanwalt, genau wie ich, arbeitet allerdings bei einer anderen, kleineren Kanzlei als Böttinger und Söhne, die ich zusammen mit einem meiner sechs Brüder seit zwei Jahren leite. Hubert und ich waren uns einig, dass es keine gute Idee ist, Berufliches und Privates zu sehr zu vermischen und außerdem will er ohnehin erst mal ein bisschen seine eigenen Erfahrungen sammeln. Irgendwann in der Zukunft, wenn wir erst mal rechtmäßig verpartnert sind, wird er auch in unserer Kanzlei mit einsteigen, das stand – für mich zumindest – von Anfang an fest und Hubert sah das, glaube ich,immer ähnlich. In den letzten Monaten allerdings verzieht er jedes Mal das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen, wenn ich ihn darauf anspreche. Keine Ahnung wieso. Aber jetzt ist erst mal wichtiger, wo er ist. Ben fällt mir ein. Er und sein Mann Manuel haben im letzten Sommer ihre Partnerschaft eintragen lassen und ich weiß noch, wie Hubert ganz glänzende Augen bekommen hat, als wir bei der Zeremonie dabei waren. Gesagt hat er allerdings nichts. Jedenfalls nicht zu mir. Dafür ist er häufig ohne mich bei den beiden Turteltauben zu Gast und ich will gar nicht wissen, worüber sie dann so alles reden. Ob Hubert zu ihnen gegangen ist? Ich werfe einen Blick auf die Uhr: fast halb drei in der Nacht. Kann ich das bringen, da jetzt anzurufen und nach meinem Verlobten zu fragen? Wenn er nicht da ist, hab ich nicht nur meinen kleinen Bruder und seinen Mann für nichts und wieder nichts aus dem Bett geholt, sondern werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch gleich noch einem hochnotpeinlichen Verhör unterzogen … nee, das muss nicht sein.     Eine weitere Stunde später habe ich noch immer nichts von Hubert gehört oder gesehen und noch immer geht er nicht an sein Handy. Mittlerweile bin ich völlig neben der Spur vor Sorge und pfeife auf alles, nehme schließlich mein Telefon zur Hand und tippe die Kurzwahl für Ben. Es klingelt und klingelt und keiner meldet sich. Fast will ich schon wieder auflegen, da knackt es im Hörer und eine verschlafene Stimme meldet sich. „Wehe, das ist kein Notfall!“ Ich erkenne die Stimme meines Bruders und frage, kaum dass er ausgeredet hat: „Ist Hubert bei euch?“ Einen Moment lang bleibt es still, dann ertönt wieder Bens Stimme, diesmal deutlich wacher. „Georg?“, kommt es von ihm und schon am Tonfall kann ich ablesen, dass er a) keine Ahnung hat, dass Hubert und ich uns gestritten haben und b) auch keinen Schimmer, wo der steckt. „Ja!“, gebe ich geknickt zurück und höre Ben tief ein- und ausatmen. „Was ist denn los bei euch?“, will er wissen. „Habt ihr euch wieder gezofft?“ Das verschlägt mir einen Moment die Sprache. Also redet Hubert wirklich mit ihm über unsere Probleme? Doch im nächsten Augenblick schon schiebe ich das beiseite. Das ist jetzt nicht wichtig, jetzt geht es nur darum, Hubert zu finden! „J...ja, haben wir“, gebe ich zu, „Aber das ist jetzt egal! Hubert ist kurz vor zwölf aus der Wohnung und bis jetzt noch nicht zurück. An sein Handy geht er auch nicht und ich weiß nicht, wo ich ihn suchen soll. Ich dachte, er wäre vielleicht bei euch!?“ „Nein, ich hab` ihn schon seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen oder gesprochen, sorry! Allerdings wirkt er in letzter Zeit nicht wirklich glücklich, wenn du mich fragst! Mom und Manuel meinen das übrigens auch.“ Bämm! Noch ein Tiefschlag! Egal – darum kann ich mich später kümmern! Erst mal muss ich ihn finden! „Das ist jetzt nicht hilfreich, Kleiner! Hast du gar keine...



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