E-Book, Deutsch, 300 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Bellem Special Unit Serpent – Dunkle Leidenschaft
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7325-9544-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 300 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7325-9544-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit der Auftrag der Special Unit Serpent fehlgeschlagen ist, wird Kona von Schuldgefühlen gequält - etwas, was nicht zu dem sonst so sorglosen Sonnyboy passen will. Trotz allem geht es für ihn und die Jungs der Special Unit nach Hawaii, wo sie Rileys und Killians Hochzeit feiern wollen. Kona wird von seiner besten Freundin Michaela begleitet. Er will ihr dort endlich seine Gefühle gestehen. Wird er damit ihre Freundschaft aufs Spiel setzen?
Auf Hawaii wird Kona mit seiner Vergangenheit konfrontiert und findet ausgerechnet dort eine Spur, die sie endgültig zu Serpent führen könnte. Doch der hat einen Plan, der sie alle in tödliche Gefahr bringt.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Michaela
»Bist du dir sicher, dass du einen Abschluss vom MIT hast?«
Gerade weiß ich nicht, ob ich das wirklich glauben soll. Kona – oder besser gesagt, Sterling Rutherford der Dritte – ist einer der intelligentesten Menschen, die ich kenne. Er rechnet die Primzahl von fünfstelligen Zahlen aus, ist ein Zauberer am Computer und sieht, nebenbei bemerkt, auch noch wie ein junger Gott aus. Ein sonnengebräunter, blonder junger Gott, der direkt aus Hawaii hergesurft zu sein scheint, aber das ist nur ein unbedeutendes Detail.
Doch trotz allem schafft es diese Intelligenzbestie, ihren Rucksack zu verlegen.
»Was soll das denn heißen?«, knurrt Kona gespielt, während er sich durch die Tiefen seines Schrankes wühlt.
Ich sitze vor dem überdimensionalen Bett in seinem Loft und schaue darunter nach, ob das gute Stück irgendwo zu finden ist. Das gesamte Schlafzimmer – das heißt, der abgetrennte Bereich, in dem er schläft – ist förmlich überflutet von Klamottenbergen, Tauchequipment, Dosen mit Wachs für die diversen Surfboards, die an der Wand hängen, und anderen Dingen, von denen ich nicht einmal genau sagen kann, ob sie zu einem Computer oder doch zu irgendeiner Art von Wassersportgerät gehören. Als ich hier ankam, musste ich mir beim Betreten des Schlafzimmers förmlich einen Weg durch die Hügel bahnen.
»Das soll heißen, dass ich nicht verstehen kann, wie man ein solcher Chaot und gleichzeitig ein Genie sein kann«, erwidere ich und streiche mir einige Strähnen aus dem Gesicht.
Wenigstens muss ich mich nicht durch eine Herde Wollmäuse kämpfen. Er mag chaotisch sein, aber wenigstens macht er regelmäßig sauber.
»Wenn ich gewollt hätte, dass ich bei der Suche anstelle von Hilfe eine Standpauke bekomme, hätte ich meine Mom angerufen.« Er grinst breit und wirft mir ein T-Shirt an den Kopf.
Es ist frisch, ich kann deutlich das Waschmittel riechen, das für mich mit zu Konas Duft gehört. Es riecht wie der Wind im Sommer, und ich ertappte mich dabei, wie ich noch einmal tief einatme, bevor ich mir das Shirt vom Kopf pflücke und es in Konas Richtung pfeffere. Es verfehlt seinen Kopf und prallt unbeachtet an seinem breiten Rücken ab, denn er hat sich längst wieder umgedreht, um weiterzusuchen.
»Warum muss es denn unbedingt dieser Rucksack sein?«, hake ich nach und krabble unter dem Bett hervor.
Auf dem Bett ist nicht mehr viel Platz, aber ich schiebe einfach einen Haufen Shorts beiseite und mache es mir an der Stelle gemütlich. »Hast du keinen Koffer?«
»Koffer sind was für Spießer.« Kona fährt sich mit der Hand durch sein goldblondes Haar, durch das ich am liebsten auch einmal fahren würde, und winkt mich zu sich. »Nicht faul herumsitzen, Ma’am. Da vorne sind noch drei Schränke, die bisher niemand durchsucht hat.«
»Du hast mich gerade nicht wirklich Ma’am genannt!«
»Hab ich. Und ich würde es jederzeit wieder tun. Also los, schieb deinen Hintern da rüber, und fang an zu suchen.«
Dieses Mal werfe ich ein Kissen nach ihm, aber bevor er es mir heimzahlen kann, verschwinde ich schnell hinter einer der offenen Schranktüren, um weiter nach Konas Rucksack zu suchen.
»Du weißt, dass wir in spätestens einer halben Stunde zum Flughafen müssen?«, frage ich, nachdem ich den halben Schrank durchwühlt habe.
»Und du wunderst dich, warum ich dich Ma’am nenne.«
Ich zucke zusammen und wirble herum. Kona steht plötzlich hinter mir; ich habe nicht bemerkt, dass er näher gekommen ist. Aber als ich mir seiner Anwesenheit bewusst geworden bin, kann ich sie nicht mehr ignorieren.
Seit wir uns kennengelernt haben, passiert das immer wieder. Anfangs war es nur Konas Duft, der mir auffiel, dann seine grünen Augen, dann die Muskeln, die sich unter seiner sonnengebräunten Haut so deutlich abzeichnen, dann das Grübchen im Kinn ...
Wann genau es passiert ist, dass mir diese Kombination aus Sportlichkeit und Köpfchen den Puls schneller rasen lässt, weiß ich nicht mehr. Wir haben uns schon immer gut verstanden, vor allem, weil wir viel miteinander lachen können, aber ab irgendeinem Augenblick änderte es sich, und allein seine Nähe reicht aus, damit mein Herz wie verrückt klopft. Seitdem versuche ich zu vermeiden, ihm zu nahe zu kommen.
Nicht, weil er mir nicht gefällt.
Nicht, weil ich möglicherweise zu schüchtern wäre.
Oh, nein.
Im Gegenteil.
Seit meiner Jugend hatte ich nie Probleme, männliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Meine Mutter und Mutter Natur haben mich mit einem Körper ausgestattet, der Blicke auf sich zieht, ob ich das nun will oder nicht.
Mit den Jahren habe ich gelernt, diese Blicke einzuschätzen, manchmal habe ich sie auch ausgenutzt, entweder weil ich einfach Lust auf Sex hatte oder um mir durch einen kleinen Flirt einen Vorteil zu verschaffen, beispielsweise, wenn der Kellner im Restaurant etwas Motivation brauchte, um mir endlich einen Tisch zu geben.
Ich bin nicht stolz darauf, aber wenn man mehrere Jahrzehnte lang nur als Sexobjekt oder schmückendes Beiwerk angesehen wird, wird man vielleicht etwas zynisch.
Ich liebe meinen Körper. Aber viele Menschen beurteilen mich nur nach dem, was sie sehen. Manche bilden sich ein Urteil über mich, weil meine Haut dunkler ist als die mancher, andere, weil ich Kleidung trage, die Stil hat, aber dennoch nicht mit Sexappeal geizt.
Mir haben schon Frauen zwei Minuten, nachdem wir einander vorgestellt wurden, offen ins Gesicht gesagt, dass sie mich für ein Flittchen halten und dass ich mich von ihrem Mann fernhalten soll, und Männer, die ich überhaupt nicht kannte, haben mir die Schlüsselkarte für ihr Hotelzimmer in die Hand gedrückt.
Niemand interessiert, dass ich mich an der Uni gequält habe, um als Anwältin in New York arbeiten zu können, dass ich bei einer der angesehensten Kanzleien der Stadt angestellt bin oder dass meine Erfolgsquote höher ist als bei zwei Dritteln meiner Kollegen. Alles, was sie sehen, sind die Brüste, der Hintern, das maßgeschneiderte Kostüm und die Hautfarbe.
Zumindest war es lange Zeit so, bis ich Kona kennengelernt habe. Er kam mit Killian, dem Verlobten meiner Freundin Riley, in mein Leben, und wir verstanden uns sofort gut. Ich habe immer darauf gewartet, dass er den Blick aufsetzt, der, den Männer oft haben, wenn sie mich mustern und ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben steht, woran sie gerade denken, aber bis heute habe ich ihn nie bei Kona gesehen.
Und ich muss zugeben, dass er mir, ausgerechnet bei meinem besten Freund, irgendwie, nur ein ganz kleines bisschen fehlt. Aber nie hat Kona mich so angesehen. Nicht einmal wenn wir beim Netflix-Abend gemeinsam auf der Couch sitzen und ich mich bei ihm anlehne, einfach, weil es gemütlicher so ist, hat er mich jemals auf diese Weise betrachtet. Und auf eine Art bin ich dankbar dafür.
Nur manchmal, wenn wir so nah beieinanderstehen wie jetzt, kann ich spüren, wie die Luft sich auflädt und sich die Härchen auf meinen Armen aufrichten. Keiner von uns beiden wagt es dann, dem anderen in die Augen zu sehen, denn wir beide ahnen, was passieren wird, wenn wir es tun. Und das will ich nicht. Nicht, wenn ich endlich einen Freund gefunden habe, der mich ansieht wie ein Mensch, nicht wie ein Spielzeug für Erwachsene. Auch wenn ein ganz kleiner Teil von mir sich manchmal mehr erhofft.
Kona und seine Freunde von der Special Unit Serpent haben Rileys Leben auf mehr als nur eine Weise durcheinandergewirbelt, aber sie könnte nicht glücklicher sein. Ihre und Killians Hochzeit auf Hawaii soll dieses Glück vollkommen machen, und genau diese Hochzeit ist auch der Grund, warum wir gerade wie besessen diesen Rucksack suchen, denn ohne den will Kona einfach nicht verreisen.
Er steht noch immer so nah hinter mir, dass ich seine Nähe wie eine Decke spüren kann, die mich umhüllt. Mir wird warm, und ich merke, dass ich beginne, nervös zu werden. Ausgerechnet ich, Michaela Wendham, der man den Spitznamen »Eiskönigin des Gerichtssaals« gegeben hat. Ich bin knallhart, mich macht nichts nervös.
Außer dieser Mann.
»Vielleicht ist er ...?«, beginne ich, drehe mich zu schnell um und verfange mich mit dem Fuß an einem Hosenbein, das aus dem Schrank hängt. Auch wenn ich meine High Heels an der Tür habe stehen lassen, bin ich nicht besonders sicher auf den Beinen, ich schwanke, verliere das Gleichgewicht und sehe schon, wie mir der Boden entgegenkommt ... als mich zwei starke Arme um die Taille packen und auffangen.
»Mika, alles okay?«
Ich habe das Gefühl, all meine Sinne sind plötzlich in Habachtstellung, und für eine Sekunde kann ich nicht genau sagen, was gerade passiert. Konas Nähe breitet sich aus, hüllt mich ein, und ich glaube, ihn etwas sagen zu hören, aber alles, was ich sehe, ist seine starke Brust direkt vor meinen Augen, und alles, was ich höre, ist das Rascheln seines Shirts auf seiner Haut. Die Wärme seines Körpers überträgt sich auf meinen. Als ich es wage, den Blick zu heben, und in seine grünen Augen blicke, entlädt sich ein lange angekündigtes Gewitter in...




