E-Book, Deutsch, 414 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 240 mm
Reihe: KörperKulturen
Benkel / Gugutzer Extreme Körper
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8394-6750-3
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eine körpersoziologische Zeitdiagnose
E-Book, Deutsch, 414 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 240 mm
Reihe: KörperKulturen
ISBN: 978-3-8394-6750-3
Verlag: transcript
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Soziologische Studien zum Körper gibt es zuhauf, nicht jedoch zu extremen Körpern, obwohl die Vielzahl und Vielfalt extremer Körperformen und Körperpraktiken vermutlich so groß ist wie noch nie. Das Studium extremer Körper lohnt jedoch, weil sie ex negativo Auskunft geben über gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen. Körperliche Extreme spiegeln uns, wer wir sind und (nicht) sein wollen. Sie eignen sich daher vorzüglich für eine am Körper ansetzende Gegenwartsanalyse.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Extreme körperliche Verhaltens- und Ausdrucksweisen erfahren zumeist moralische Abwertungen und soziale Ausgrenzungen. Das Buch liefert demgegenüber eine nüchterne soziologische Analyse und zeigt, dass es den extremkörperlichen Akteuren um etwas für spätmoderne Gesellschaften ganz Alltägliches geht: Um die Suche nach, das Spielen mit und das Überschreiten von Grenzen. Neu ist damit der Fokus auf extreme Körper als prototypische Erscheinungsformen der Transgressionsgesellschaft.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Abgesehen davon, dass der Gegenstand ›extreme Körper‹ eine Bereicherung für die körpersoziologische Forschung ist, erweitert er vor allem das Feld der soziologischen Zeitdiagnose. Die Beiträge zeigen, dass extreme Körper nicht als soziologische Marginalie behandelt werden sollten, sondern als Seismograph bzw. Symptom einer grundlegenden gesellschaftlichen Transformation. Das Buch plädiert daher für eine ›embodied sociology‹, die Gesellschaftsanalyse ausgehend vom Körper betreibt.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Von den leider nicht mehr lebenden Soziologen wären sicherlich Georg Simmel, Norbert Elias und Pierre Bourdieu interessante (und wohl auch interessierte) Gesprächspartner. Außerhalb der Soziologie wären Einschätzungen von Menschen spannend, die eine Tendenz zu körperlichen Extremen haben oder hatten, z.B. Florentina Holzinger, Madonna, Marina Abramovic, Hermann Nitsch. Letztlich ist das Thema Extreme Körper mit jeder Person diskutierbar, die einen Körper besitzt.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Extreme Körper überschreiten die Grenzen des Mach-, Zeig- und Erlebbaren und symbolisieren damit die zeitgenössische Transgressionsgesellschaft.




