E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Bianca
Bennett Denn du bist der Einzige für mich
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-2100-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-7515-2100-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Therapeutin Megan hat immer eine Lösung parat. Nur lässt sich die geheime Liebe zu ihrem besten Freund Cameron nicht einfach wegkurieren. Er ist einfach perfekt: freundlich, klug und wahnsinnig sexy! Aber wenn Megan ihm ihre Gefühle gesteht, riskiert sie, ihn zu verlieren ...
Jules Bennett, die ihren Jugendfreund geheiratet hat, ist Mutter von zwei Mädchen - und, natürlich, Autorin. Voller Tatkraft managt sie ihr Leben. Wenn sie sich erst einmal ein Ziel gesetzt hat, hält nichts sie davon ab, es zu erreichen. Davon kann ihr Mann ein Lied singen. Jules Bennet lebt im Mittleren Westen. Selbstverständlich steht ihre Familie im Mittelpunkt - und das Schreiben. Aber sie versteht sich auch als Expertin für Schuhe, Hüte und Handtaschen. Und sie ist fest überzeugt, dass ihr diese Modekenntnisse in ihren Romanen zu Gute kommen.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
„Schön, dass du kommen konntest.“
Bev St. John umarmte Cameron nach der Taufmesse und hakte sich bei ihm unter, als sie die Santa Monica Church verließen. „Es bedeutet mir sehr viel, all meine Jungs bei der Taufe meines ersten Enkelkinds bei mir zu haben“, strahlte sie.
Neben dem großen Eingangsportal standen Nora und Eli mit Megan, die Camerons einjährige Nichte im Arm hielt. Cameron ging das Herz auf, als er sah, wie sie der blonden Amber einen Kuss auf die Stirn gab. Sie wäre eine fantastische Mutter. Was ihm einmal mehr klarmachte, dass er nicht der Mann für sie war.
Lächelnd betrachtete Mac, Camerons Vater, über Megans Schulter hinweg seine Enkelin. Megan war für ihn wie eine eigene Tochter. Schon vor dem Unfall ihrer Eltern hatte sie praktisch zur Familie gehört, die ihr erst recht zur Seite stand, nachdem die beiden ums Leben gekommen waren. Da hatte sie gerade die Highschool abgeschlossen und musste sich um ihren jüngeren Bruder kümmern.
„Schön, dass Megan kommen konnte“, riss Camerons Mutter ihn aus seinen Gedanken. „Ich liebe dieses Mädchen wie meine eigene Tochter.“
Seine Mutter hätte es gern gesehen, wenn sie einer ihrer Söhne zu ihrer Schwiegertochter gemacht hätte. Natürlich blieb jetzt, da Eli und Drake vergeben waren, nur noch Cameron übrig, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen.
Cameron und seine Mutter erreichten die kleine Gruppe am Eingang. Megan blickte auf und warf ihm ein Lächeln zu. Cameron schluckte. Manchmal wurde sein Verlangen nach ihr geradezu unerträglich. Aber sie hatte etwas anderes verdient. Einen Mann, um den sie sich nicht ständig sorgen musste.
Sein Partner war und blieb ihm ein warnendes Beispiel. Als ihn die Kugel, die eigentlich für Cameron bestimmt war, getroffen hatte, waren seine letzten Worte an Cameron gewesen, er möge seiner Frau sagen, dass er sie liebte.
Es war ein Schlüsselmoment in Camerons Leben gewesen. Niemals würde er eine Frau in sein Leben lassen; ein Leben, das jeden Moment vorbei sein konnte, und dann müsste seine Witwe das Schlimmste erleben, was einer Ehefrau widerfahren konnte. So weit würde er es niemals kommen lassen.
Deshalb musste er sich Megan ein für alle Mal aus dem Kopf schlagen.
Aber wie?
„Megan, du siehst wie immer bezaubernd aus.“ Seine Mutter küsste sie auf die Wange. „Schön, dass du hier bist.“
„Das hätte ich auf keinen Fall verpasst“, versicherte Megan ihr.
„Kommt ihr beiden noch mit zum Essen?“, fragte Eli, an Cameron und Megan gewandt. „Wir haben bei dem neuen Italiener am Stadtrand einen Tisch reserviert.“
Cameron wollte zustimmen, aber Megan fiel ihm ins Wort. „Ich muss leider nach Hause. Aber Cameron geht sicher mit.“
Oh nein! Sollte sie wegen ihrem Bruder nach Hause gehen müssen, würde Cameron sie begleiten. Auf keinen Fall sollte sie in diesen Schlamassel mit hineingezogen werden.
„Ich habe leider auch keine Zeit“, sagte er daher. Die anderen würden ihn verstehen, denn im Prinzip war er immer im Dienst. „Außerdem haben wir dieselbe Richtung.“
Cameron und Megan verabschiedeten sich. Geblendet von der Morgensonne gingen sie die Steinstufen hinunter. Cameron zog seine Sonnenbrille aus der Tasche und setzte sie auf. Der Schlafmangel und der Stress hatten ihn bereits mit Kopfschmerzen aufwachen lassen, die im grellen Tageslicht noch stärker wurden.
„Ihr geht schon?“
Cameron drehte sich zu Drake, seinem anderen Bruder, um. Er war mit seiner Verlobten Marly und deren Tochter Willow gekommen.
„Megan und ich müssen leider fort“, erwiderte Cameron.
„Du bist hübsch.“ Willow stellte sich neben Megan und schaute sie bewundernd an wie einen Filmstar. „Ich mag dein Haar.“
Die Sechsjährige trug wie immer ihre geliebten Cowboystiefel und zeigte ihre Zahnlücke beim Grinsen.
Megan beugte sich hinunter und fuhr über Willows langen Pferdeschwanz. „Deins gefällt mir auch sehr. Als ich so alt war wie du, hatte ich auch so einen schönen Pferdeschwanz. Du hast einen guten Geschmack.“
„Wir wollen demnächst mal einen Mädelabend machen – Nora und ich. Hättest du nicht Lust, auch zu kommen?“, schlug Marly vor.
Megan nickte. „Gern. Sagt mir rechtzeitig Bescheid.“
„Das war eine schöne Taufe“, meinte Megan, als sie im Wagen saßen und nach Hause fuhren. „Danke, dass du mich mitgenommen hast.“
„Du gehörst doch zur Familie.“ Cameron versuchte, ein Gähnen zu unterdrücken. Er wurde allmählich zu alt, um die Nächte durcharbeiten zu können.
„Wenn du eines Tages mit einer Freundin nach Hause kommst, wird sie sicher wissen wollen, was ich überhaupt mit der Familie zu tun habe.“
Cameron schnaubte verächtlich. „Warum sollte ich das tun? Du weißt doch, was ich von Beziehungen halte.“
„Du könntest deine Meinung doch auch mal ändern“, schlug sie vor.
„Warum sollte ich?“ Es klang fast trotzig.
Lächelnd schaltete Megan einen Gang höher. „Warte nur ab, bis dir die Richtige über den Weg läuft. Dann reden wir noch mal darüber.“
Cameron schluckte. Die richtige Frau saß zum Greifen nah neben ihm. Zu dumm, dass er es ihr nicht gestehen konnte.
Megan setzte den Blinker, um in seine Einfahrt einzubiegen. „Ich komme mit zu dir“, sagte er rasch.
Sie ignorierte ihn und blieb vor seiner Garage stehen. „Du musst dich noch ein bisschen ausruhen. Du bist total erledigt.“
Nicht erledigt genug, um sie vor Evan zu schützen. Vermutlich saß er in diesem Moment in ihrer Küche und wartete darauf, dass seine Schwester endlich zurückkehrte.
Sie schien seine Gedanken zu erraten. „Ich komme schon klar.“ Sie tätschelte sein Knie. „Auch mit Evan. Mach dir keine Sorgen.“
Cameron legte seine Hand auf ihre und drückte sie leicht. „Genau das ist das Problem. Du solltest dich nicht mit einem Erwachsenen auseinandersetzen müssen, der sich wie ein unerzogener Teenager benimmt.“
„Ich setze mich doch auch mit dir auseinander“, gab sie lachend zurück.
Gegen seinen Willen musste er grinsen. „Du brauchst mich doch nur, damit ich deine Mausefallen leere.“
„Genau. Und da im Moment keine zu leeren sind, kannst du beruhigt schlafen gehen.“
„Ich bin Polizist. Polizisten schlafen nie.“
„Träum weiter. Aber träum was Schönes!“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und deutete mit dem Kopf zu seiner Haustür.
„Na gut“, gab er schließlich zögernd nach. „Aber ruf mich an, wenn du irgendetwas brauchst, ja?“
Es war eher eine Aufforderung als eine Frage, doch Megan nickte trotzdem. „Selbstverständlich. Aber wie kann mir ein Polizist schon helfen, der vollkommen groggy ist? Also leg dich hin und ruh dich aus.“
„Jawohl, Mommy.“ Als er ausgestiegen war, drehte er sich noch einmal um und rief durch die heruntergelassene Scheibe: „Ich rufe dich später an.“
Cameron wusste, dass er kein Auge zutun würde. Dafür gingen ihm viel zu viele Gedanken durch den Kopf. Die meisten drehten sich um Megan.
Ihr Gespräch von vorhin fiel ihm ein. „Du hast wirklich etwas Besseres verdient.“ – „Das bekomme ich sowieso nicht.“ Was hatte sie bloß damit gemeint? Eigentlich teilten sie alles einander mit. Was verschwieg sie ihm?
Zugegeben: Er konnte auch nicht gut über seine eigenen Gefühle reden. Ob sie ihr Schweigen als kleine Revanche betrachtete? Warum sollte sie das tun? Verdammt, warum konnte er für sie nicht Gefühle wie ein Bruder empfinden? Wann hatte es begonnen, dass er mehr von ihr wollte?
Cameron wartete, bis Megans Wagen außer Sichtweite war. Dann drehte er sich um und machte einen Spaziergang. Er musste sich frische Luft um die Nase wehen lassen, um Klarheit in seine Gedanken zu bringen. Zu dumm, dass darin ständig Megan in ihrem knappen roten Kleid herumgeisterte …
Als sie sich eben von ihm mit einem züchtigen Kuss auf die Wange verabschiedet hatte, hätte er sie am liebsten in den Arm genommen und auf den Mund geküsst. Schon oft hatte es solche Situationen gegeben – wenn sie nebeneinander auf dem Sofa gesessen und ferngesehen hatten, wenn er sich nach einem Abendessen, zu dem sie ihn zu sich nach Hause eingeladen hatte, verabschiedet hatte …
Und jedes Mal hatte er sich zusammengerissen und mit einem brüderlichen Kuss auf die Wange oder die Stirn zufriedengegeben. Denn Begierde und Leidenschaft hatten in ihrer Freundschaft nichts zu suchen.
Und dann war ja da noch die Sache mit ihrem Bruder. Der hatte sich in letzter Zeit noch tiefer ins Elend geritten. Cameron musste unbedingt etwas unternehmen, damit es nicht schlimmer wurde. Dabei durfte er allerdings auch Megan nicht vergessen. Egal, wie seine Gefühle für sie waren – sie würde ihn dafür hassen, dass er praktisch tatenlos zusah, wie ihr Bruder immer tiefer in kriminelle Machenschaften hineingezogen wurde, nur damit Cameron eines Tages genug in der Hand hatte, um ihn festzunehmen.
Leider blieb ihm keine Wahl: Er musste abwarten, um an die Hintermänner zu kommen. Seine Gefühle für Megan spielten da gar keine Rolle. Die Arbeit kam zuerst.
Kleidungsstücke waren verstreut im ganzen Zimmer, lagen auf dem Bett, hingen am Spiegel, der in einer Ecke stand. Megan hatte ihren Kleiderschrank ausgeräumt, weil sie sehen wollte, was sie noch benötigte und was sie entbehren konnte. Das enge schwarze Kleid etwa saß überhaupt nicht mehr, obwohl sie...




