E-Book, Deutsch, Band 2292, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Bennett Heiß brennt die Leidenschaft
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1563-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2292, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-1563-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ian Ford ist der Mann aus der Bar? Sara bekommt weiche Knie, als sie den Journalisten trifft, der sie für das Elite-Magazin interviewen soll. Mit ihm hatte sie vor Kurzem einen heißen One-Night-Stand. Nun heißt es, professionell zu bleiben! Doch als sie während eines plötzlichen Wintereinbruchs zusammen eingeschneit sind, wird das immer schwieriger. Mit dem Kaminfeuer flammt auch die Leidenschaft auf. Da kommt Sara ein schlimmer Verdacht: Verführt Ian sie womöglich nur, damit sie ihm für den Artikel ihre dunkelsten Geheimnisse anvertraut?
Jules Bennett, die ihren Jugendfreund geheiratet hat, ist Mutter von zwei Mädchen - und, natürlich, Autorin. Voller Tatkraft managt sie ihr Leben. Wenn sie sich erst einmal ein Ziel gesetzt hat, hält nichts sie davon ab, es zu erreichen. Davon kann ihr Mann ein Lied singen. Jules Bennet lebt im Mittleren Westen. Selbstverständlich steht ihre Familie im Mittelpunkt - und das Schreiben. Aber sie versteht sich auch als Expertin für Schuhe, Hüte und Handtaschen. Und sie ist fest überzeugt, dass ihr diese Modekenntnisse in ihren Romanen zu Gute kommen.
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1. KAPITEL
„Hey, Merle.“
Sara Hawthorne begrüßte den Besitzer der Quiet Distil mit einer Umarmung, ehe sie lächelnd wieder zurücktrat. Sie stand nur wenigen Kunden von Angels’ Share so nah wie dem älteren Witwer. Schon seit dem ersten Tag war er ein treuer Kunde gewesen, sodass sie ihn eher als Freund betrachtete.
Als Sara und ihre beiden Schwestern, Delilah und Elise, vor Jahren eine eigene Destillerie gegründet hatten, war Merle Allen einer ihrer größten Unterstützer gewesen. Er hatte darauf bestanden, als einer der Ersten von ihrem zehnjährigen Bourbon kosten zu dürfen, sobald sie eins der Fässer öffneten. Und Sara besuchte gern alle paar Wochen seine Bourbon-Bar, um sich zu entspannen.
Und Entspannung hatte sie gerade bitter nötig. Die Feiertage standen kurz bevor, und ihr Leben war gerade wahrlich kein Zuckerschlecken. Da brauchte sie wirklich dringend ein paar Minuten für sich.
„Wie geht’s meiner Lieblingsdestillateurin?“, fragte Merle, die Hände auf den glänzenden Mahagonitresen gestützt.
„So nennst du meine Schwestern doch garantiert auch.“ Lachend lehnte sie sich ans Ende des Tresens.
Merle zuckte die Achseln. „Ihr seid einfach alle meine Lieblinge.“ Er lachte leise, und um seine blauen Augen herum bildeten sich Fältchen. Dann zeigte er auf einen der VIP-Lounge-Bereiche. „Warum setzt du dich nicht schon mal? Ich bring dir gleich einen Drink, der dich garantiert ablenken wird.“
Sara neigte den Kopf zur Seite. „Wie kommst du darauf, dass ich Ablenkung brauche?“
Lächelnd zuckte er die Achseln, ehe er hinter den Tresen trat. „Ich bin Barkeeper. Ich erkenne Liebeskummer, wenn ich ihn sehe. Los, nun setz dich endlich.“
Merle hatte sie durchschaut, also protestierte sie nicht weiter, sondern machte sich auf den Weg in ihre Lieblingslounge, ganz hinten in der Bar. Jeder der Bereiche war auf ganz eigene Art dekoriert, alle passend zum Thema Bourbon, und schuf eine Atmosphäre, die Menschen jeden Geschlechts ansprach.
Auf dem Weg nach hinten kam Sara an zwei Bereichen vorbei, in denen Pärchen und kleinere Gruppen saßen. Alle lachten und genossen ihre Drinks. Erneut verspürte Sara einen Stich, während sie weiter den Flur entlangging, dessen Lampen an alte Gaslaternen erinnerten.
Gleich auf den Schmerz folgte eine Welle der Schuldgefühle. Sie freute sich für ihre Schwestern, das tat sie wirklich. Sie hatten beide die Liebe ihres Lebens gefunden. Elise und Antonio waren gerade in den Flitterwochen auf den Fidschi-Inseln, während Delilah und ihr Ehemann Camden wieder zueinandergefunden hatten, nachdem sie schon kurz davor gewesen waren, sich scheiden zu lassen.
Der Schmerz, mit dem Sara nun schon allzu lang lebte, drohte sie in ein grünäugiges Ungeheuer zu verwandeln. Dabei gab es überhaupt keinen Grund, eifersüchtig oder aufgebracht zu sein. Das entsprach überhaupt nicht ihrem Naturell. Sie wusste, ihre Zeit würde kommen. Irgendwann würde sie selbst die große Liebe finden, da war sie absolut sicher. Und am Ende wäre ihr Ritter in glänzender Rüstung all das Warten wert – zumindest hoffte sie das. Sie musste zwar nicht gerettet werden, aber sie hätte durchaus gern jemanden zum Anlehnen.
Sie wollte mit jemandem im Auto Händchen halten, nach einem langen Tag auf der Couch kuscheln, sich über alles und nichts unterhalten. Sie wollte Küsse auf die Stirn und hier und da ein „Ich liebe dich“ per Textnachricht, einfach so aus heiterem Himmel.
Sara schob die alten Eichentüren auf. Sicher wäre ihre Lieblingslounge ebenso voll wie die anderen. Doch als sie hineinschaute, saß bloß ein einzelnes Pärchen auf einem der weißen Ledersofas. Sie bekäme also doch die ersehnte Ruhe.
Perfekt. Sie wollte einfach ihre Gedanken ordnen und sich eine kleine Pause gönnen. Die letzten Wochen über hatte im Schloss das reinste Chaos geherrscht, alle waren im hellen Aufruhr gewesen, weil Elises und Antonios Hochzeit vorbereitet werden wollte. Am Ende hatte sich der Aufwand jedoch gelohnt, und Sara war sehr zufrieden mit dem Ergebnis gewesen.
Angels’ Share war nun offiziell als Veranstaltungsort eröffnet – ein weiterer Meilenstein. In letzter Zeit beschritten sie ganz neue Wege, und jeder davon führte zum Erfolg.
Vor zwölf Jahren hatten sie in einem verlassenen alten Schloss inmitten der Hügel von Kentucky ihre Destillerie eröffnet. Sie und ihre Schwestern hatten das Schloss von Anfang an geliebt, und ein historischer Ort wie dieser war das perfekte Alleinstellungsmerkmal. Vor allem da sie die einzige von Frauen betriebene Destillerie des ganzen Landes führten. Da war jeder Vorteil gegenüber der Konkurrenz nur willkommen.
Sara durchquerte die Lounge – und prompt stockte ihr der Atem, und ihre Knie wurden weich. Eine solche Welle der Lust hatte sie noch nie zuvor verspürt. Aber der Mann auf dem Sofa raubte ihr glatt den Atem. Sie hatte ihn zunächst gar nicht bemerkt, auch wenn ihr schleierhaft war, wie das hatte passieren können. Er war ungeheuer attraktiv: dunkles Haar, dunkler Bart, schwarze Anzughose, ein gestärktes weißes Hemd mit einer schwarzen Weste darüber. Er sah aus, als käme er direkt von einer Dreißigerjahre-Party. Selbstsichere und elegante Männer waren wirklich eine Klasse für sich.
Blinzelnd wandte sie den Blick ab. Hoffentlich hatte der Typ nicht gemerkt, dass sie ihn anstarrte. Sie war zwar sicher nicht die Erste, aber das wäre trotzdem schrecklich peinlich. Und ein Mann mit dem Aussehen wäre sicher nicht allein hier. Seine Begleitung war vermutlich bloß kurz auf Toilette. Damit blieben für Sara nur die Sitzplätze in der Nähe der Tür frei.
„Dachte ich mir, dass ich dich hier finde.“
Sie drehte sich zu Merle um. Er stand mit einer kleinen Platte mit verschiedenen Käsesorten, Früchten und Nüssen darauf hinter ihr. In der anderen Hand hielt er ein Tablett mit vier Gläsern. Er wusste offenbar nur zu gut, dass sie sich die anderen Lounges noch nie auch nur angesehen hatte. Nun streckte sie die Hände aus, ein Lächeln auf den Lippen.
„Nein, Ma’am.“ Er schüttelte den Kopf und trat einen Schritt zurück. „Zeig mir, wo du sitzen möchtest, dann bringe ich es für dich hin.“
Sie sah sich um, und prompt landete ihr Blick wieder auf dem heißen Fremden in der Ecke. Grinsend fing er ihren Blick auf, und sie verspürte ein Ziehen im Unterleib. Grundgütiger! Lust war das eine, aber dieses Verlangen fiel in eine ganz andere Kategorie. Er hielt ihren Blick fest, umgarnte sie mit nichts als einem Grinsen. Anscheinend war er doch allein hier. Wie war das möglich? Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, stand er auf, und Sara straffte die Schultern, bemüht, ihre Nervosität zu ignorieren.
„Wie wäre es dort drüben?“, fragte sie Merle und zeigte auf das Sofa, das der Fremde auserwählt hatte.
„Oh, kennst du ihn etwa?“
Nein, aber das wird sich gleich ändern.
Der faszinierende Fremde kam zu ihnen und wandte sich an Merle. „Könnte ich noch ein Glas von Angels’ Shares Zehnjährigem bekommen?“
Wow, er hatte offenbar Geschmack, und seine tiefe Stimme war weich wie ein guter Whiskey. Als hätte es noch mehr gebraucht, um ihn noch anziehender zu machen.
„Aber natürlich, Sir.“
„Ich nehme das“, sagte Sara und griff nach der Charcuterie-Platte. „Danke, Merle.“
„Sag Bescheid, falls du noch etwas brauchst.“ Mit einem Nicken wandte Merle sich ab, um nach dem Pärchen am anderen Ende der Lounge zu sehen.
Sara schenkte dem Fremden ein Lächeln. „Hätten Sie Lust, sich die Platte mit mir zu teilen?“
Überrascht zog er die Augenbrauen hoch, ehe er mit den Schultern zuckte. „Wieso nicht, das sieht echt lecker aus.“
„Merle ist wirklich ein Schatz“, sagte sie. „Er sorgt immer dafür, dass ich etwas esse, wenn ich herkomme.“
Der Fremde wandte sich ab und ging zurück zu dem Sofa, auf dem er gesessen hatte. Sobald die Platte und die Drinks auf dem Tisch standen, nahm er sein Handy von den Polstern und steckte es ein. „Setzen Sie sich doch. Ich nehme an, Sie kennen den Besitzer gut?“
Sara nahm Platz, ließ dabei allerdings ein wenig Abstand zwischen sich und dem Mann. So sexy er auch sein mochte, war er doch immer noch ein Fremder. Und sosehr sie auch endlich ihr Happy End finden wollte, würde sie das wohl kaum in einer Bar tun. „Kann man so sagen“, erwiderte sie und streckte ihm die Hand hin. „Ich bin Jane.“
In letzter Sekunde entschied sie, ihm lieber ihren Zweitnamen zu nennen. Falls er sich als unsympathisch herausstellen sollte, wäre es besser, wenn er nicht ihre wahre Identität kannte.
Lächelnd ergriff er ihre Hand und strich ihr mit dem Daumen über den Handrücken. Dabei sah er ihr tief in die Augen. „Nennen Sie mich Parker.“
Sara löste den Griff, ehe sie sich völlig in dieser tiefen Stimme, den dunklen Augen, diesem festen Händedruck verlor. Ob der Mann so einflussreich war, wie er wirkte? Was er wohl beruflich machte? Er war offenbar auf Reisen und schick herausgeputzt. War er Immobilienmakler? Architekt? Definitiv ein Geschäftsmann, nur welcher Art?
Sie neigte den Kopf zur Seite und kniff leicht die Augen zusammen. „Das ist nicht Ihr echter Name.“
„Vielleicht, vielleicht auch nicht.“
Der mysteriöse Fremde wollte also anonym bleiben. Das brachte Sara zum Lächeln. So seltsam dieses Treffen auch war, gefiel es ihr doch ungemein. Das war alles so sexy. Aber sie würde trotzdem auf der Hut sein.
Eine Kellnerin trat ein, Parkers Drink auf einem Tablett balancierend. Sara lehnte sich zurück und entspannte sich...




