E-Book, Deutsch, Band 1842, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Bennett Wie zähme ich einen Herzensbrecher?
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-2074-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1842, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2074-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Selbstverständlich kümmert Piper sich nach einem Autounfall liebevoll um Ryan. Schließlich ist sie Sanitäterin - und er seit ihrer Schulzeit ihr bester Freund! Nicht selbstverständlich ist allerdings, wie der Rodeo-Star sie auf einmal betrachtet, wie seine Blicke voller Verlangen über ihren Körper wandern. Ganz heiß wird ihr ... als würde er zum ersten Mal bemerken, dass sie eine Frau ist! Als sei er entschlossen, den Sattel an den Nagel zu hängen und für immer bei ihr in Royal, Texas, zu bleiben - was, wie Piper genau weiß, bei einem Mann wie Ryan völlig ausgeschlossen ist ...
Jules Bennett, die ihren Jugendfreund geheiratet hat, ist Mutter von zwei Mädchen - und, natürlich, Autorin. Voller Tatkraft managt sie ihr Leben. Wenn sie sich erst einmal ein Ziel gesetzt hat, hält nichts sie davon ab, es zu erreichen. Davon kann ihr Mann ein Lied singen. Jules Bennet lebt im Mittleren Westen. Selbstverständlich steht ihre Familie im Mittelpunkt - und das Schreiben. Aber sie versteht sich auch als Expertin für Schuhe, Hüte und Handtaschen. Und sie ist fest überzeugt, dass ihr diese Modekenntnisse in ihren Romanen zu Gute kommen.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Entsetzt starrte Piper Kindred auf den Unfallwagen. Das sah wirklich schlimm aus. Ganz bestimmt gab es Tote. Der schwarze BMW lag auf dem Dach, Glas und Blechteile waren überall verstreut, und der Sattelschlepper, mit dem der Sportwagen zusammengestoßen war, hing auf der Seite und blockierte beide Fahrbahnen.
Als Sanitäterin hatte Piper schon viele Unfälle und ihre oft tödlichen Folgen gesehen. So schnell verlor sie nicht mehr die Nerven. Aber diesen Wagen kannte sie nur zu gut, und die Furcht schnürte ihr fast die Kehle zu. Denn der BMW gehörte ihrem besten Freund Ryan Grant.
Kaum hielt der Krankenwagen, griff sie nach ihrer roten Tasche und stieß die Tür auf. Die Novembersonne hatte noch viel Kraft. Aber Piper spürte sie nicht. Ihr war eiskalt vor Angst. Sie rannte zur Unfallstelle. Oh Gott, bestimmt war es Ryan. Wer sonst sollte sein Auto gefahren haben? Beim Näherkommen sah sie, dass das Fahrzeug leer war. Gut, dann war er wenigstens nicht irgendwo eingeklemmt. Aber wahrscheinlich schwer verletzt, wenn nicht sogar …
Sie sah sich um. Kein Ryan. Vielleicht saß er bereits in dem zweiten Krankenwagen, hielt sich einen Eisbeutel an die Stirn und war nur leicht verletzt. Aber das durfte sie jetzt nicht interessieren. Sie musste sich um die anderen Verletzten kümmern. Schnell lief sie auf den umgekippten Anhänger zu.
Dort hatten sich bereits viele Polizisten versammelt und versuchten, die heftig gestikulierenden Menschen zu beruhigen. Es gab viele, wenn auch nicht schwer Verletzte, die unrasiert und schäbig gekleidet waren. Da sie mexikanisch sprachen und Piper von einem der Polizisten das Wort „illegal“ aufschnappte, war ihr bald klar, was hier los war. Offenbar waren die Menschen in dem Anhänger illegal über die Grenze gekommen – und hier mit Ryans BMW zusammengestoßen.
Wenig später hörte sie, wie sich zwei FBI-Leute über die blinden Passagiere unterhielten. Auch Piper konnte sich nur wundern, unter welch harten Bedingungen Menschen eine solche Flucht wagten. Aber darüber durfte sie sich jetzt keine Gedanken machen. Legal oder illegal, sie war hier, um die Verletzten zu versorgen.
„Was kann ich tun?“ Sie trat neben einen Kollegen, der gerade das Bein eines Mannes untersuchte.
„Der Fahrer ist ziemlich durcheinander.“ Der Sanitäter warf Piper kurz einen Blick zu und wandte sich dann wieder an den Mann, der offenbar große Schmerzen hatte. „Er sitzt in dem Polizeiwagen da hinten und wird wohl schon verhört. Er scheint kaum verletzt zu sein, aber er hat erweiterte Pupillen und klagt über Rückenschmerzen. Er behauptet, keine Ahnung gehabt zu haben, wer sich da in seinem Anhänger versteckt hat.“
„Ich seh ihn mir mal an.“ Piper nickte dem Sanitäter zu und lief zu dem Wagen. Ein Polizist lehnte an der offenen Tür. Auf dem Rücksitz saß der Fahrer des Sattelschleppers und beteuerte seine Unschuld. „Ich schwöre, ich wusste nichts von den Leuten im Anhänger. Das müssen Sie mir glauben! Ich wollte gerade auf die andere Fahrbahn wechseln, als der schwarze Wagen plötzlich auftauchte. Ich hab ihn nicht gesehen. Wirklich nicht!“
Piper trat an den Polizisten heran. Erst einmal musste sie feststellen, ob der Fahrer ärztliche Hilfe brauchte. „Officer, kann ich mir den Mann mal eben ansehen? Hat er nicht was von Rückenschmerzen gesagt?“
Der Polizist nickte und richtete sich auf. „Ja, hat er.“
„Sir.“ Piper bückte sich und sah sich den Mann genauer an. Er hatte einen aschblonden ungepflegten Bart, einen dicken Bauch, der ihm über die ausgeblichene Jeans hing, und gelbe Raucherfinger. „Ich heiße Piper Kindred und bin Sanitäterin. Sie haben Rückenschmerzen? Können Sie stehen?“
Er nickte, schob sich aus dem Wagen und stand schwerfällig auf. Als er sich langsam aufrichtete, zuckte er plötzlich zusammen und legte sich die Hand auf den Rücken. Sein Gesicht war schmerzverzerrt.
Hatte er wirklich Schmerzen, oder wollte er nur den Polizisten beeindrucken? Das ließ sich nicht so leicht abschätzen. „Kommen Sie bitte mit mir zum Krankenwagen.“ Piper lächelte den Mann kurz an. „Vielleicht bringen wir Sie später noch ins Krankenhaus, um sicher zu sein, dass alles in Ordnung ist. Aber die erste Untersuchung kann ich hier machen.“
„Danke, Ma’am.“
Während sie den Mann zum Krankenwagen führte, sah sie sich hastig um. Wo war Ryan? Hatte man ihn bereits ins Krankenhaus gebracht? War er vielleicht lebensgefährlich verletzt? Diese Ungewissheit machte sie ganz verrückt. Immerhin hatte man keinen Hubschrauber gerufen – wie sonst, wenn ein Leben in Gefahr war. Das war ein kleiner Trost. Nicht nur wegen Ryan, sondern auch wegen der anderen Menschen, die an dem Unfall beteiligt waren.
Gerade als sie dem Fahrer in den Krankenwagen half, kam noch eine Ambulanz. Da die Sanitäter eilig in Richtung der Verletzten rannten, folgte sie ihnen. Vielleicht konnte man dort ihre Hilfe brauchen. Der Fahrer war erst einmal gut untergebracht.
Sie drängte sich durch die Menge – und plötzlich setzte ihr Herz einen Schlag aus, als sie der Blick aus zwei dunklen Augen traf. Der Mann saß mitten unter den verletzten Mexikanern, aber sie kannte ihn! Himmel, wie war das möglich? War er es wirklich? „Alex …?“, wisperte sie und war mit ein paar schnellen Schritten neben ihm.
Sollte es tatsächlich Alex Santiago sein, der Mann, der Monate zuvor spurlos verschwunden war? Jetzt beschattete er die Augen mit der Hand und sah sie an. Ja, es war Alex, auch wenn sie ihn erst auf den zweiten Blick erkannte, weil ihm das Haar verfilzt vom Kopf abstand und er sich offenbar lange nicht rasiert hatte. Alex Santiago, der seit Monaten Stadtgespräch war und nach dem ganz Royal suchte. Der Mann, über dessen Verschwinden die wildesten Gerüchte kursierten.
„Alex, wie, um alles in der Welt, bist du hierhergekommen?“, fragte Piper ihn leise, während sie vorsichtig eine Beule an seinem Kopf abtastete.
„Autsch!“ Er zuckte zusammen. „Sie müssen mich mit jemandem verwechseln. Ich bin nicht Alex.“
Langsam beugte Piper sich vor und blickte ihm in die Augen. Selbstverständlich war er es. Sie erkannte doch ihren Freund, selbst wenn sie ihn viele Monate nicht gesehen hatte. Vielleicht hatte er eine Gehirnverletzung und konnte sich deshalb nicht mehr an seinen Namen erinnern. „Du heißt Alex Santiago“, erklärte sie nachdrücklich.
Doch wieder blickte er sie nur verwirrt an und schüttelte den Kopf. „Den Namen habe ich noch nie gehört.“
Das Herz wurde ihr schwer. Eine Gedächtnisstörung? „Wie heißt du denn?“
Er zog die Brauen zusammen, überlegte, wollte etwas sagen, zögerte. Dann brachte er hervor: „Ich kann mich nicht erinnern. Was ist denn mit mir los? Warum kann ich mich nicht an meinen Namen erinnern?“
„Offenbar bist du irgendwo heftig mit dem Kopf aufgeschlagen. Und hast dir möglicherweise auch ein Handgelenk gebrochen.“
Erst jetzt schien ihm aufzufallen, dass er sein Handgelenk umfasst hielt. Erneut schüttelte er verwirrt den Kopf. „Kann sein.“
Noch stand er unter Schock, aber bald würden starke Schmerzen einsetzen.
„Komm. Wir bringen dich ins Krankenhaus, da können die Ärzte dich genauer untersuchen. Ganz bestimmt kannst du dich sehr schnell wieder an alles erinnern. Ich bin Piper Kindred, eine gute Freundin von dir. Weißt du noch, wie du in den Anhänger gekommen bist?“
Sie half ihm aufzustehen und legte ihm den Arm um die Hüften, um ihn zu stützen. „Kannst du das Stück bis zu dem Krankenwagen gehen, oder soll ich eine Trage holen?“
„Nein, geht schon.“
Mit tastenden Schritten bewegte er sich vorwärts und lehnte sich dabei schwer auf Piper. Vorsichtig half sie ihm auf die Trage im Krankenwagen. „Weißt du, wo du bist?“
Verständnislos blickte er sie an und schüttelte den Kopf.
Ihr Herz krampfte sich zusammen, doch sie lächelte ihm aufmunternd zu. „Das wird schon wieder.“
„Können wir los?“
Piper sah den Sanitäter an, der sich zu Alex ans Bett gesetzt hatte. Ja, aber ohne sie. Sie musste unbedingt herausfinden, was mit Ryan war. „Ja, bringt ihn ins Krankenhaus. Er scheint vorübergehend das Gedächtnis verloren zu haben. Sag den Ärzten, dass es sich um Alex Santiago handelt, der seit Monaten vermisst wird. Ich werde gleich die Polizei informieren.“
Wieder warf sie Alex ein herzliches Lächeln zu. „Keine Sorge, du bist jetzt in guten Händen. Und ich komme, so schnell ich kann.“ Sie schloss die Tür und schlug zweimal dagegen. Der Wagen fuhr ab.
Aber wo war Ryan? Er musste doch irgendwo sein. Da endlich sah sie ihn, und die Knie wurden ihr weich vor Erleichterung. Er stand ein paar Meter von seinem Wagen entfernt an der Straße und wirkte unverletzt. Aber das konnte täuschen, das wusste Piper nur zu genau. Manche inneren Verletzungen zeigten sich erst nach Stunden und konnten durchaus tödliche Folgen haben. So etwas hatte sie oft genug erlebt.
Während sie auf ihn zulief, gingen ihr tausend Dinge auf einmal durch den Kopf. Sie musste ihm unbedingt von Alex erzählen, dem Freund, der seit Monaten vermisst wurde und nun auf dem Weg ins Royal Memorial Hospital war. Der ein gebrochenes Handgelenk hatte und sich nicht erinnern konnte, wer und wo er war. Wie, um Himmels willen, war er in diesen Anhänger mit den illegalen Mexikanern gekommen? Und warum? Das alles konnte Piper sich nicht erklären, aber eins war ihr klar: Alex musste schrecklich zumute sein, verwirrt und verängstigt, wie er war.
Als sie näher kam, sah sie, dass Ryan sich die Seite...




