Berg | Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 738 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 738, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

Berg Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 738

Die Fremde mit der schwarzen Maske
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-7125-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Fremde mit der schwarzen Maske

E-Book, Deutsch, Band 738, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

ISBN: 978-3-7517-7125-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ohne große Erwartungen betritt Claudio Graf Verra zu Auersbach den Maskenball seines Freundes auf Schloss Wolfenried, ahnungslos, dass diese Nacht sein Leben verändern wird. Inmitten der bunten Masken und festlichen Musik trifft ihn ein Blick - nachtschwarze Augen, verborgen hinter einer zarten, schwarzen Schmetterlingsmaske. Wie ein Blitz schlägt Amors Pfeil in sein Herz.
Im düsteren Park, unter funkelnden Sternen, begegnet er der geheimnisvollen Schönheit erneut. Ihr Ballkleid aus schwarzer Spitze flüstert im Wind, als sie sich vor ihm offenbart. Die Masken fallen, und ihre Blicke verschmelzen in einem stummen Versprechen. Ihr langes, seidig glänzendes Haar, ihr glutroter, verführerischer Mund - all das fesselt ihn, zieht ihn in einen Strudel aus Leidenschaft und Sehnsucht.
Doch plötzlich zerreißt ein scharfer Ruf die Magie des Augenblicks: 'Marana!'
Sie zuckt zusammen, flüstert hastig: 'Vergessen Sie mich nicht!', bevor sie in die Schatten der Nacht entgleitet, unerreichbar, wie ein Traum, der bei Sonnenaufgang verblasst. Von da an dreht sich Claudios ganze Welt nur noch um eine einzige Mission - die verzweifelte Suche nach seiner geheimnisvollen Ballkönigin ...

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Die Fremde mit der schwarzen Maske

Marana – das Schicksal einer Liebe
1. Teil der Trilogie

Ohne große Erwartungen betritt Claudio Graf Verra zu Auersbach den Maskenball seines Freundes auf Schloss Wolfenried, ahnungslos, dass diese Nacht sein Leben verändern wird. Inmitten der bunten Masken und festlichen Musik trifft ihn ein Blick – nachtschwarze Augen, verborgen hinter einer zarten, schwarzen Schmetterlingsmaske. Wie ein Blitz schlägt Amors Pfeil in sein Herz.

Im düsteren Park, unter funkelnden Sternen, begegnet er der geheimnisvollen Schönheit erneut. Ihr Ballkleid aus schwarzer Spitze flüstert im Wind, als sie ihre Maske abnimmt und sich ihm offenbart.

Doch plötzlich zerreißt ein scharfer Ruf die Magie des Augenblicks: »Marana!«

Sie zuckt zusammen, flüstert hastig: »Vergessen Sie mich nicht!«, bevor sie in die Schatten der Nacht entgleitet, unerreichbar, wie ein Traum, der bei Sonnenaufgang verblasst. Von da an dreht sich Claudios ganze Welt nur noch um eine einzige Mission – die verzweifelte Suche nach seiner geheimnisvollen Ballkönigin ...

»Möchtest du mit mir tanzen, dunkelblauer Domino?« Eine zierliche Blonde war vor Graf Claudio in einen graziösen Knicks gesunken und schaute erwartungsvoll zu ihm auf.

»Mit Vergnügen, schöner Schmetterling«, erwiderte er lächelnd und verneigte sich galant vor seiner maskierten Tänzerin.

Dana schmiegte sich in seinen Arm. Für sie gab es nichts Schöneres, als in Claudios Nähe zu sein. Sie liebte ihn von ganzem Herzen und hatte nur den einen Wunsch, eines Tages seine Frau zu werden.

Aber Claudio Graf Verra zu Auersbach schien blind zu sein. Er bemerkte nicht, dass sie ihm ihr Herz schon seit Langem geschenkt hatte. Vielleicht hatte er nicht einmal bemerkt, dass aus dem Backfisch inzwischen eine junge Dame geworden war.

Für ihn schien sie noch immer die kleine Dana vom Nachbargut Kadenberg zu sein. Claudio war stets sehr nett zu ihr, und er nannte sie liebevoll »meine kleine Freundin«, doch mehr geschah nicht.

Claudio spürte auch jetzt nicht, dass er Dana in seinen Armen hielt. Sie hatte ihn auf den ersten Blick erkannt, obgleich er eine schwarze Augenmaske trug und eine silberweiße Perücke. Aber er sprach mit ihr wie mit einer Fremden und erkannte nicht einmal ihre Stimme!

Das war mehr, als Dana ertragen konnte.

»Ich bin's doch, Claudio! Dana!«, gab sie sich zu erkennen.

»Dana?« Claudio lächelte amüsiert. »Du hast eine hübsche Maske und eine sehr gute dazu. Ich hatte keine Ahnung, wer sich hinter diesem silbernen Schmetterling verbarg.«

»Ich habe dich sofort erkannt. Schon auf den ersten Blick.«

»Ach, wirklich?« Claudio zog verwundert die Augenbrauen hoch. »Wie ist das möglich? Ich trage doch auch eine Maske und ...«

»Ich würde dich in jeder Verkleidung und sogar in der Dunkelheit sofort erkennen«, unterbrach Dana ihn. »Ich fühle ganz einfach, dass du in der Nähe bist.«

»Wie nett du das gesagt hast!«, erwiderte Claudio. »Das ist ja beinahe ein Kompliment für mich.«

Ein Kompliment, dachte Dana bekümmert. Ich mache ihm eine Liebeserklärung, und er hält es für ein Kompliment!

»Gefällt dir der Maskenball?«, fragte Claudio nun.

»Es gefällt mir überall da, wo du bist, Claudio«, gestand Dana, und das zu sagen, kostete sie eine Menge Mut.

Der junge Graf jedoch nahm ihre Antwort kaum zur Kenntnis, denn er war im gleichen Moment einem Blick aus nachtschwarzen Augen begegnet, der sein Herz erbeben ließ. Dieser Blick dauerte nur eine Sekunde, und doch schien er eine ganze Welt zu verändern.

Graf Claudio schaute der schönen maskierten Frau nach, bis sie in dem wogenden Meer der tanzenden Paare untergetaucht war. Er war so verwirrt, dass er aus dem Rhythmus kam.

Dana war das kleine Zwischenspiel nicht entgangen, und die Erkenntnis, dass eine andere Frau Claudio so sehr zu verwirren vermochte, versetzte ihr einen Stich ins Herz.

»Tanzt du nicht gern mit mir, Claudio?«, fragte sie leise und hatte Mühe, die aufsteigenden Tränen zurückzuhalten.

Da erst begriff Claudio, dass er über der schönen Unbekannten Dana ganz vergessen hatte.

»Doch, gewiss«, versicherte er. »Bitte, entschuldige, wenn ich unaufmerksam war.«

Dana konnte nichts erwidern. Die Tränen, die in ihren Augen brannten, schnürten ihr die Kehle zu.

»Möchtest du etwas trinken?«, fragte Claudio, der jetzt nicht mehr tanzen mochte.

»Ja bitte«, hauchte Dana.

Claudio führte sie unter die Säulen der Schlosshalle. Dort winkte er einen der Lakaien herbei und nahm zwei Gläser Sekt von seinem Tablett.

»Bitte.« Er reichte Dana eines der Gläser. Dann trank er seines gedankenverloren leer. Dabei wanderte sein Blick suchend über die Tanzenden. Irgendwann musste die schöne Fremde doch wieder auftauchen.

Dana spürte, dass sich eine Wand zwischen Claudio und ihr aufgerichtet hatte, und sie glaubte auch zu wissen, woran er jetzt dachte. Sie hatte sich von diesem gemeinsamen Besuch auf Schloss Wolfenried so viel erhofft, aber in diesem Moment wurde ihr klar, dass sie von der Erfüllung ihrer geheimen Träume weiter entfernt war als je zuvor.

Ein wenig abseits stand Baron von Prox. Er beobachtete Dana und Claudio schon seit einer geraumen Weile.

Claudio liebt sie nicht, dachte er. Er wird sie niemals lieben. Wenn sie das doch endlich begreifen würde! Er bemerkt wohl nicht einmal, dass sie Tränen in den Augen hat!

Der Baron stellte sein Glas ab und ging auf Dana zu.

»Darf ich um diesen Tanz bitten, schöne Frau?«, fragte er und verneigte sich vor ihr.

Dana streifte Claudio mit einem fragenden Blick, als warte sie darauf, dass er sie als seine Tänzerin deklamierte.

Claudio hatte jedoch gar nicht bemerkt, dass ein anderer Mann Dana um einen Tanz bat. All seine Gedanken galten der schönen Fremden.

Baron von Prox lächelte Dana zu und begann mit ihr zu tanzen.

»Schauen Sie doch nicht so traurig drein, Dana«, sagte er, nachdem sie sich ein wenig von Claudio entfernt hatten. »Dies ist doch ein heiteres Fest.«

»Sie haben mich erkannt?«, fragte Dana verwundert.

»Ich würde Sie unter hundert Maskierten erkennen«, versicherte er.

Seltsam, dachte Dana, etwas Ähnliches habe ich vorhin zu Claudio gesagt, weil ich ihm damit zu verstehen geben wollte, dass ich ihn liebe. Ob Baron von Prox etwa mich liebt?

???

Wolf Graf zu Wolfenried stand gegen das Geländer des Treppenabsatzes gelehnt und schaute hinunter auf das bunte Treiben in der Schlosshalle. Er war als dunkelgrüner Domino gekleidet, trug eine schwarze Augenmaske und eine silberweiße Perücke, damit niemand in ihm den Schlossherrn erkennen konnte.

Der Graf liebte diese ausgelassenen Maskenbälle, auf denen man sich so herrlich amüsieren konnte. Und diesem Fest hatte er einen ganz besonders prächtigen Rahmen gegeben, um seinem Freund, dem Grafen Verra zu Auersbach, zu imponieren. Er sollte sehen, dass man es nicht nur auf Auersbach verstand, Feste zu feiern.

Graf Wolf und Graf Claudio waren sich vor drei Jahren auf einer Jagdgesellschaft begegnet. Als Graf Claudio den Grafen Wolf bei einer Sauenjagd durch einen gezielten Blattschuss vor dem Angriff eines wütenden Keilers gerettet hatte, waren sie Freunde geworden.

Von Graf Wolfs erhöhter Position aus konnte man den Eindruck gewinnen, als wogte ein bunt schillerndes Meer durch die Schlosshalle hinaus auf die Terrasse und wieder zurück bis zu den beiden Treppen, die sich auf halber Höhe zum Obergeschoss zu einem breiten Absatz vereinten und zugleich erneut auseinanderstrebten, um in den linken und den rechten Schlossflügel zu führen.

Mit einem zufriedenen Lächeln wandte er sich ab, schritt die Treppe hinunter und mischte sich wieder unter seine Gäste. Er konnte überzeugt sein, dass dieses Fest noch großartiger war als das im vergangenen Jahr auf Schloss Auersbach! Und Claudio würde ihm das bestätigen müssen.

Nur gut, dass ich den Baron von Prox und die Komtess von Kadenberg mit eingeladen habe, dachte er. So wird Claudio seine Eindrücke auch zu Hause ehrlich schildern müssen.

Aber Claudio waren solche kleinlichen Gedanken völlig fremd. Er stellte auf Wolfenried keine Vergleiche zu Auersbach an. Das Leben in Glanz und Reichtum war ihm eine Selbstverständlichkeit, aber menschliche Beziehungen bedeuteten ihm viel mehr als Prunk und Pomp.

Und gerade an diesem Abend zählte für Claudio nur die schöne Unbekannte.

Als er sie in diesem Moment nur vier Säulen weiter erblickte, war es ihm, als durchfahre ihn ein elektrischer Schlag. Sein Herz begann hart gegen die Rippen zu pochen, und sein Atem ging schnell.

Die Maskierte mit dem Ballkleid aus schwarzen Spitzen wandte sich langsam zu ihm um, als spürte sie seinen bezwingenden Blick. Sie entdeckte ihn. Ihr Blick begegnete dem seinen, hielt ihn fest und versank in ihm.

Selbstvergessen stand Claudio da und schaute die bezaubernde junge Frau an, als sei ihm ein Wesen von einem anderen Stern begegnet. Der...



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