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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 218, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

Bergen Silvia-Gold 218

Ich werde um dich kämpfen
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-7186-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ich werde um dich kämpfen

E-Book, Deutsch, Band 218, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

ISBN: 978-3-7517-7186-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wie viele einsame Stunden, wie viele Tränen - Judith kann sie nicht mehr zählen, sie will nur noch eins: die Scheidung! Endlich einen Schlussstrich unter diese unwürdige Ehe ziehen, die Thomas ihr zumutet.
Thomas Schönberger, der bekannte Journalist, ist überall da zu Hause, wo Krisen herrschen und tödliche Gefahren drohen. Judiths Ängste um sein Leben und ihre Einsamkeit sind ihm nicht bewusst. Als er nach mehrmonatiger Abwesenheit zurückkehrt und von ihrem Trennungswunsch erfährt, trifft es ihn wie ein Schlag. Er liebt seine Frau doch, die Gedanken an sie sind für ihn bei seiner gefahrvollen Arbeit wie ein Schutzschild. Nein, sie darf ihn nicht verlassen!
Doch es gäbe nur eins, was Judith von diesem Schritt abhalten könnte: Er müsste seine Tätigkeit aufgeben. Genau das aber hat Thomas schon zu oft versprochen - und nie gehalten ...

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Ich werde um dich kämpfen

Zu spät erkennt Thomas, was wahres Glück bedeutet

Von Gitta van Bergen

Wie viele einsame Stunden, wie viele Tränen – Judith kann sie nicht mehr zählen, sie will nur noch eins: die Scheidung! Endlich einen Schlussstrich unter diese unwürdige Ehe ziehen, die Thomas ihr zumutet.

Thomas Schönberger, der bekannte Journalist, ist überall da zu Hause, wo Krisen herrschen und tödliche Gefahren drohen. Judiths Ängste um sein Leben und ihre Einsamkeit sind ihm nicht bewusst. Als er nach mehrmonatiger Abwesenheit zurückkehrt und von ihrem Trennungswunsch erfährt, trifft es ihn wie ein Schlag. Er liebt seine Frau doch, die Gedanken an sie sind für ihn bei seiner gefahrvollen Arbeit wie ein Schutzschild. Nein, sie darf ihn nicht verlassen!

Doch es gäbe nur eins, was Judith von diesem Schritt abhalten könnte: Er müsste seine Tätigkeit aufgeben. Genau das aber hat Thomas schon zu oft versprochen – und nie gehalten ...

»Das war ein wirklich gelungener Abend«, meinte Waldemar Borchert selbstzufrieden. »Du hast einen perfekten Eindruck hinterlassen. Meine Freunde sind begeistert vor dir.« Stolz war in der Stimme des siebenunddreißigjährigen Mannes zu hören. Er steuerte den Wagen an den Bordstein und schaltete den Motor ab.

»Dann war das heute Abend so etwas wie ein Test?«, fragte Judith Schönberger zurück. Eigentlich sollte das lustig klingen. Aber ein kleiner unwilliger Unterton schwang bei der Frage schon mit.

Ein wenig gelangweilt sah sie den Regentropfen zu, die in beständiger Gleichmäßigkeit die Windschutzscheibe hinunterliefen. Das Wetter passte zu ihrer Stimmung. Seit drei Wochen regnete es jetzt schon, und allmählich fragte sie sich, ob es so was wie eine Sonne überhaupt noch gab.

»Keinesfalls, mein Schatz. Wenngleich ich dir auch nicht verhehlen möchte, dass sich die Frau an meiner Seite auch gesellschaftlich bewegen können muss. In meiner Position als Direktor der hiesigen Bankfiliale brauche ich einfach eine Frau, die repräsentieren kann. Aber da habe ich bei dir weiß Gott kein Problem. Du bist wunderschön und bezauberst mit all deinem Charme. Du bist einfach perfekt.«

Liebevoll strich Waldemar mit der Hand über ihr braunes Haar, das einen leichten rötlichen Schimmer hatte und einen wunderbaren Kontrast zu ihrer hellen Haut bildete.

»Ich vergöttere dich, und das weißt du.«

Er beugte sich zu ihr, um sie zu küssen. Judith spürte die Wärme seines Atems auf ihrer Haut.

Plötzlich schienen irgendwo in ihrem Kopf Alarmglocken zu läuten. Sicher, sie mochte ihn, hatte ihn sogar gern ... Doch bis über einen leichten Kuss auf den Mund waren sie einander noch nicht nähergekommen. Und sie wollte dies auch verhindern, solange es ging.

»Dann habe ich also den Test bestanden?«, nahm sie das Thema wieder auf und wich gleichzeitig ein wenig vor ihm zurück.

»Ja. Das hast du ohne Zweifel«, meinte er und zog ein kleines Päckchen hervor. »Und das soll dir zeigen, was du mir bedeutest.«

Er öffnete das Kästchen und zog einen kostbaren Diamantring heraus. Behutsam nahm er ihre Hand und steckte ihr den Ring an den Finger.

»Oh, Waldemar!« Sie sah die Steine sogar im schwachen Licht der Straßenbeleuchtung funkeln.

»Gefällt er dir?«

»Oh, ja, er ist wunderschön«, stieß sie überrascht hervor. Aber da war eine Stimme in ihrem Hinterkopf, die zu flüstern schien: Du liebst Waldemar doch gar nicht ...!

Sie streckte die Hand weit vor sich.

»Der Ring ist wunderschön. Aber es ist nicht nötig, dass du mir ein so kostbares Geschenk machst, Waldemar. Wir kennen uns doch noch gar nicht so gut.«

Das war die Wahrheit. Sie hatte Waldemar Borchert vor drei Monaten in ihrer Bankfiliale kennengelernt. Als sie eine Auskunft über ihr Konto brauchte, hatte er sie in sein Büro gebeten und ihr eingehend den Sachverhalt erklärt. Seitdem war sie, wenn er sie sah, von ihm persönlich bedient worden.

Irgendwann dann hatte er sie zum Essen eingeladen. Von da an war sie gelegentlich mit dem mittelgroßen, ein wenig stämmigen Mann ausgegangen.

Waldemar war zwölf Jahre älter als sie. Auf ihre Frage, warum er noch nicht verheiratet war, hatte er ihr ausweichend geantwortet.

»Ich glaube, ich habe nie so recht Zeit dafür gehabt«, war schließlich seine Erklärung gewesen.

Judith hatte das nur zu gerne geglaubt. Waldemar hatte bei der Bank Karriere gemacht, sich vom Schalterbeamten zum Direktor der großen Filiale hochgearbeitet. Das hatte viel Zeit und Kraft gekostet.

Heute kannte er die meisten Geschäftsleute dieser Stadt. Manche von ihnen duzte er auch, hörte sich ihre Sorgen und Probleme an und unterstützte sie, je nach seinen Möglichkeiten. Und er wurde von ihnen akzeptiert, einmal wegen seines Sachverstandes, vielleicht aber auch deshalb, weil man erkannt hatte, wie seriös, loyal, ja, manchmal fast pedantisch korrekt er alle Angelegenheiten stets verfolgte.

Die Treffen mit ihm waren für Judith zunächst so etwas wie eine nette Abwechslung gewesen. Sie entkam dadurch den langen, einsamen Abenden. Und sie genoss das Zusammensein mit Waldemar. Er war kultiviert, höflich.

Doch als er ihr vor einem Monat seine Zuneigung gestanden hatte, war sie nachdenklich geworden. Sicher, sie mochte ihn, hatte ihn gern, doch reichte das, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen?

»Ich wusste, dass der Ring zu dir passt. Und du weißt, wie sehr ich dich verehre«, raunte ihr Waldemar zu und blickte Judith liebevoll an. »Du bist wunderschön. Komm, lass uns nach oben gehen.«

Das ungute Gefühl verstärkte sich in ihr. Wie gerne hätte sie seinem Drängen nachgegeben! War er nicht genau der Mann, nach dem sie immer gesucht hatte? Jemand, der hundertprozentig verlässlich war und der sie auf Händen trug.

Aber da war etwas, das sie zögern ließ.

»Waldemar, lass mir Zeit. Ich ... ich bin nicht jemand, der ...«

»Aber wir kennen uns nun schon ein paar Monate, Judith. Und irgendwann sehnt sich ein Mann doch nach mehr als einem Gutenachtkuss«, wandte er enttäuscht ein. »Ich bin dein Freund, Judith, aber ich bin auch ein Mann.«

»Waldemar, ich möchte dich auch nicht kränken. Aber bitte, versteh doch, ich bin sehr müde, es war ein langer Abend. Wir werden noch oft zusammen sein«, vertröstete sie ihn.

Dabei kam sie sich selbst wie ein Schuft vor. Aber sie konnte nicht gegen ihre Gefühle an. Was sollte sie tun, wenn sich ihr Körper dagegen sträubte, seinem Drängen nachzugeben?

»Hoffentlich bald, Judith«, meinte er und zog ihre Hand an sich. Dann küsste er sanft ihren Handrücken.

Judith sah, was er tat, aber es löste keinerlei Empfindungen in ihr aus. Was war nur mit ihr los? War sie nicht mehr fähig, echte Gefühle zu empfinden? War sie schon so abgestumpft, nach all dem, was geschehen war? Hatte sie zu lange alleine gelebt, um wieder so etwas wie Leidenschaft erleben zu können?

»Gute Nacht, Waldemar.« Judith öffnete die Tür des Wagens.

Sofort gab er nach, ließ ihre Hand los. So war er immer: höflich, akkurat und rücksichtsvoll zurückhaltend. Aber leider ließ ihn genau das auch ein wenig langweilig erscheinen. Manchmal wünschte sie sich beinahe, er würde sie einfach einmal leidenschaftlich an sich reißen. Doch so etwas war bei Waldemar nicht zu erwarten. Stattdessen konnte man die Enttäuschung auf seinem Gesicht deutlich sehen.

»Komm, ich bringe dich noch zur Haustür«, bot er höflich an und begleitete sie mit dem Schirm bis zur Pforte des modernen Appartementhauses. Hier hatte Judith eine geräumige Dachterrassenwohnung angemietet.

Waldemar drückte ihr sanft einen Hauch von Kuss auf die Wange und meinte: »Schlaf schön, mein Schatz.«

???

Aufatmend betrat Judith ihre Wohnung. Seit zwei Jahren lebte sie hier. Das war ihr Heim, das ihr Wärme und Geborgenheit gab. Die schlanke, fünfundzwanzigjährige Frau ging leichtfüßig in die Diele und hängte ihren Mantel auf.

Wie sollte es mit Waldemar nur weitergehen? Sie streckte die Hand aus und betrachtete noch einmal ausführlich den wunderschönen Ring. Bisher hatte sie es immer vermeiden können, Geschenke von ihm anzunehmen. Und der Gedanke an ein Zusammenleben mit ihm erschreckte sie.

Erschrocken fuhr sie herum. Da ... da war ein Geräusch! Ihr Atem stockte. Es kam aus dem Gang, der den Schlaftrakt vom übrigen Teil der Räume trennte. Einbrecher? Ihr Herz begann zu pochen. Was sollte sie tun?

Gehetzt blickte Judith zum Telefon hinüber. Dort hatte sie die Notrufnummer eingespeichert. Sie braucht nur zwei Knöpfe zu drücken, um ...

Wieder hörte sie Geräusche. Wer, um Himmels willen, war da im Schlafzimmer?

Sie spürte das Klopfen ihres Herzens bis zum Hals. Erst gestern hatte sie von Einbrüchen gelesen, die in den letzten Wochen hier in der Gegend verübt worden waren. Aber machte ein Einbrecher so viel...



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