Berger | 1900 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 399 Seiten

Reihe: Jahrhundert der Grausamkeiten

Berger 1900

Arrogante Kolonialherren
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96615-020-0
Verlag: Schwarze-Zeilen-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Arrogante Kolonialherren

E-Book, Deutsch, Band 4, 399 Seiten

Reihe: Jahrhundert der Grausamkeiten

ISBN: 978-3-96615-020-0
Verlag: Schwarze-Zeilen-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wilhelm Merg wandert als junger Mann zum Ende des 19. Jahrhunderts in das koloniale Neuguinea aus. Dort gehört er zu den weißen Kolonialherren. Sein Werdegang verläuft nicht gradlinig und er verdingt sich unter anderem als Zuhälter. Schließlich studiert er Medizin und auch die Position als Arzt verleiht ihm viel Macht. Eine Macht, die er immer wieder missbraucht.
Der Autor untermalt die Erzählungen von Wilhelm Merg mit historischen Fakten und schafft so ein plastisches Bild jener grausamen Zeit. Als fiktive Autobiografie geschrieben, ist die Handlung des Ich-Erzählers von persönlichen Erlebnissen geprägt. Viele BDSM-Eskapaden und ein ausschweifendes sexuelles Leben zeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kolonialherren alles und jeden in Besitz nahmen.

Lassen Sie sich von Martin Berger in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts entführen. Seien Sie gespannt, angeregt aber auch schockiert von dem was er berichtet.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Kindheit

2. Neuguinea

3. Susannes Küsse

4. Dorf im Dschungel

5. Kambele, die Himba

6. Hotel in Finschhafen

7. Erste Einkünfte

8. Student in Batavia

9. Mimi
10. Versuchstierchen
11. Das Erbe und die Freundin

12. Junger Arzt von Sattelberg

13. Hilda, die Diebin
14. Missionsarzt

15. Meine verrückte Berta

16. Sklaven und Sklavinnen ohne Ketten

17. Erklärungen zu BDSM


Mimi und ich wohnten in einem hübschen Haus in Sattelberg. Seit meinem Landverkauf an die Kompagnie durfte ich mich – ohne anzugeben – als wohlhabend bezeichnen. Ich kaufte eine Kutsche und zwei gute Zugpferde. Wenn ich sie nicht brauchte, stellte ich Kutsche und Pferde der Station zur Verfügung. Bruder Bernd kümmerte sich um die Unterbringung und Pflege der Pferde.
Eine meiner ersten Fahrten mit der neuen Kutsche führte mich nach Finschhafen in Uschis Puff. Uschi erkannte mich sofort wieder und lachte mich aus.
»Ach du meine Güte. Wenn ich mich nicht irre, ist das der nette Zuhälter, der mir so gerne die Füße leckte?«

Ich lachte zurück und sagte: »Ich bin schon lange kein Zuhälter mehr. Ich bin der neue Arzt von Sattelberg.«

Uschi hatte davon gehört. Sie lachte von Herzen.

Dann sagte sie leise: »Sollte mir das nicht zu denken geben? Ich glaube - nein!«

Und schon wieder lachte sie mich aus. Dann aber, nickte sie anerkennend und sagte: »Du bist ein guter Kerl. Warst es schon früher. Und jetzt kümmerst du dich um die Armen. Anständig. Wirklich anständig.«
Ich freute mich über das Lob der klugen Frau. Früher hatte ich mich oft mit dieser gebildeten Frau unterhalten. Über Politik und Philosophie. Sie wusste viel. Doch jetzt brauchte ich keine ernste Stimmung. Nicht heute.

Also sagte ich: »Ja, ich bin ein anständiger Kerl, der Kranke heilt. Ein bisschen wie Jesus. Aber auch wie Casanova. Beides waren feine Kerle. Aber mit einem großen Unterschied: der jeweilige Gesichtsausdruck - beim Nageln.«
Uschi lachte: »Und Füße lecken mag der feine Herr nicht mehr? Meine Füße?«
»Vorsicht, meine Dame«, sagte ich, »etwas mehr Respekt. Ich lasse sie mir höchsten noch lecken. Von dir?«

Ich grinste sie breit an.

»Nein, danke«, sagte sie, »was führt dich her? Enthülle mir deine Beweggründe, junger Arzt. Willst du nach deiner Kambele sehen? Ihr geht es gut. Oder willst du eine andere Schönheit des Hauses besuchen? Ich habe zwei ganz junge und hübsche Polinnen?«
»Ich will Kambele besuchen.«

Uschi und ich waren uns wirklich sympathisch. Wir respektierten uns.
»Ein frischgebackener Arzt«, sagte sie voll Hochachtung, »der Arzt von Sattelberg. Geh´ hoch zu deiner Kambele und mache es ihr recht ordentlich. Entschuldige meine wohlgemeinten Anregungen. Heute ist es gratis.«

Sie winkte mich nach oben. Ich stieg die Treppe hinauf.


Berger, Martin
Martin Berger wurde 1955 in Stuttgart geboren. Er studierte Geschichte und Philosophie. Nach dem Studium bereiste er die halbe Welt und verdiente sein Geld unter anderem als Straßenmusikant, Hafenarbeiter und Barmann. Zurück in Stuttgart eröffnete er eine eigene Bar, die er bis 2019 betrieb. Seine vielfältigen Erlebnisse verarbeitete er in mehreren Romanen.

Martin Berger wurde 1955 in Stuttgart geboren. Er studierte Geschichte und Philosophie. Nach dem Studium bereiste er die halbe Welt und verdiente sein Geld unter anderem als Straßenmusikant, Hafenarbeiter und Barmann. Zurück in Stuttgart eröffnete er eine eigene Bar, die er bis 2019 betrieb. Seine vielfältigen Erlebnisse verarbeitete er in mehreren Romanen.



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