Berger | Die Geliebte des Papstes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 731 Seiten

Reihe: Das Siegel der Farnese

Berger Die Geliebte des Papstes

Historischer Roman - Das Siegel der Farnese 1 | Historienroman über die Dynastie von Papst Paul III.
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-869-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman - Das Siegel der Farnese 1 | Historienroman über die Dynastie von Papst Paul III.

E-Book, Deutsch, Band 1, 731 Seiten

Reihe: Das Siegel der Farnese

ISBN: 978-3-98690-869-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Glanz und Schatten im Vatikan zur Zeit der Borgia: Der opulente Historienroman »Die Geliebte des Papstes« von Frederik Berger als eBook bei dotbooks. Rom im ausgehenden 15. Jahrhundert: Im Petersdom feiern die Borgia ausschweifende Feste und geben sich immer verboteneren Gelüsten hin. Der Kardinal Alessandro Farnese dagegen will ein neues Kapitel in der Kirchengeschichte schreiben - und brennt doch insgeheim für eine Frau, die schöne Silvia Ruffini, mit der er auf schicksalhafte Weise verbunden ist. In jungen Jahren rettete er die schöne Adlige aus der Hand von Wegelagerern und schmiedete so zwischen ihnen ein unzertrennliches Band. Als Alessandro in die Intrigen des Vatikans verwickelt wird, kann nur Silvia ihm helfen. Gemeinsam nehmen sie den Kampf um die Papstkrone auf - und für ihre verbotene Liebe ... Frederik Berger schafft ein farbenprächtiges Sittengemälde - und einen großen Roman, der die italienische Renaissance in all ihrer Pracht und Sündhaftigkeit zum Leben erweckt: »Das Geschehen wird so lebensprall und mit viel Zeitkolorit beschrieben, als hätte sich ein Shakespeare der Prosa zugewandt«, urteilt die Wilhelmshavener Zeitung. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der prachtvolle historische Roman »Die Geliebte des Papstes« von Frederik Berger ist der erste Teil seiner Romantrilogie über den Aufstieg der Farnese zu den unangefochtenen Herrschern Roms - als hätten Hilary Mantel und Matteo Strukul zusammen einen großen Renaissance-Roman geschrieben. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Frederik Berger (geboren 1945 in Bad Hersfeld) studierte Literatur- und Sozialwissenschaften und lebte einige Zeit im englischen Cambridge und in der Provence. Er arbeitete als Literaturwissenschaftler und Journalist, bevor er hauptberuflich Schriftsteller wurde. Neben Gegenwartsromanen, Sachbüchern und zahlreichen Aufsätzen verfasste er verschiedene historische Romane über den Glanz und die Schatten europäischer Adelsfamilien. Frederik Berger reist viel und ist begeisterter Fotograf. Er lebt mit seiner Frau in Schondorf am Ammersee. Die Website der des Autors: frederikberger.de Der Autor auf Instagram: instagram.com/fritzgesing/ Bei dotbooks veröffentlichte der Autor seine historische Romantrilogie »Das Siegel der Farnese« mit den Bänden »Die Geliebte des Papstes«, »Die Tochter des Papstes« und »Die Kurtisane des Papstes«. Außerdem erschienen seine opulenten historischen Romane »Die heimliche Päpstin«, »Die Provençalin«, »Der Gang nach Canossa«, »Die Schwestern der Venus«, »Die Madonna von Forlì« und »Der Botschafter des Kaisers«.
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Kapitel 1


Silvias Mutter hatte ihr erstes Ziel erreicht. Das Oberhaupt der Orsini-Familien lud Rufino Ruffini, seine Gemahlin sowie seine Tochter auf die Burg am Lago Bracciano ein, um die Möglichkeit einer Ehe zwischen einem der zahlreichen Orsini-Söhne und Silvia auszuloten. Es war das Jahr des Herrn 1486, Papst Innozenz VIII. Cibö war Oberhirte der Christenheit.

Silvia schlief die letzte Nacht vor dem Aufbruch schlecht, weil sie wußte, daß große Veränderungen sie erwarteten. Noch trennten sie drei Jahre vom heiratsfähigen Alter, aber wäre erst einmal der Ehevertrag geschlossen, dann zählte nur noch ihre Zukunft als Mutter, vorbei wären die unbeschwerten Tage der Kindheit, die langen Sommer in Frascati, der Wind in ihren Haaren, während sie den großen Olivenhain entlangritt, über die blumengesprenkelte Wiese ... Übergangslos wechselte sie vom Grübeln in einen Traum. Noch immer sah sie das Bild der Wiese vor sich und an seinem Rand einen sich schlängelnden Fluß, in dem sie schwimmen wollte. Ihre Brüder winkten ihr lachend zu. Aber dann verschwand einer nach dem anderen, und schließlich hörte sie von dem ältesten nur die dunkle Stimme; er wandelte, versteckt unter einer Kutte mit weit übers Gesicht gezogener Kapuze, über die Engelsbrücke zur Burg der Päpste und weiter in Richtung San Pietro. Sie rannte ihm nach, bis er sich in einem grellen Lichtschein verlor und sie schweißgebadet aufwachte.

Schnell zündete sie eine Kerze an und versuchte zu beten. Aber es wollte ihr nicht gelingen, weil das Bild ihres ältesten Bruders nun nicht mehr gnädig eingehüllt vor ihr stand. Der abkühlende Schweiß auf ihrer Haut ließ sie zittern, und ihr Herz schlug schnell und heftig. Bei der Engelsbrücke hatten sie ihn aus dem Tiber gezogen und auf einem Handkarren zum Elternhaus im Rione della Pigna gebracht. Zufällig befand sich ein Stoffband mit seinem Namen an den Resten der Kleidung; sonst hätte man ihn gleich ins Massengrab geworfen, in dem die Heilige Stadt ihre zahlreichen unbekannten oder unkenntlichen Toten begrub.

Silvia stand fassungslos vor dem Bruder, neben ihr der Vater, der ihren Kopf an sich drückte, um sie von dem Anblick der entstellten Leiche zu befreien. Die Mutter wandte sich ab und verließ den Raum. Silvia hörte einen langen, verzweifelten Schrei, der in einem tierischen Wimmern verebbte. Dann sprach die Mutter tagelang nicht mehr. Sie schloß sich in ihr Zimmer ein und war nicht zu bewegen, an dem Begräbnis des Sohnes teilzunehmen. Als Silvia ihr wieder begegnete, hatten sich ihre Gesichtszüge verhärtet, die Augen waren überschattet, die Stimme kalt und scharf.

Obwohl noch gedämpfte Trauerstimmung im Hause herrschte, erklärte die Mutter einige Wochen später, ohne daß das Thema vorher angeschnitten worden war: »Silvia ist zwar erst zwölf Jahre alt, aber wir sollten schon jetzt einen Ehevertrag mit den Orsini abschließen.«

Silvia erstarrte. Der Vater zögerte mit einer Antwort, warf einen traurigen Blick auf seine Tochter, strich ihr dann über den Kopf. Hilfesuchend drückte sie sich an ihn. Aber die Mutter ließ sich nicht abhalten, Silvia ans Fenster zu ziehen, ungeduldig den Sitz von Hemd, Ärmeln und Gürtel zu richten und ihr einige der unbotmäßigen Haare aus der Stirn zu streichen. Dann eilte sie zu ihrer Aussteuertruhe, hob den Deckel, starrte hinein und ließ ihn wieder geräuschvoll fallen. Sie richtete sich auf und rauschte, offensichtlich ziellos, durch den Raum. Das Seidenkleid schleifte über den Boden, die streng geflochtenen Zöpfe schienen sich am Hinterkopf auflösen zu wollen, so daß sie die Haare mit einer nervösen Bewegung zurechtrückte.

Schließlich baute sich die Mutter vor dem Vater auf. »Wenn die Mitgift hoch genug ist, werden die Orsini nicht nein sagen.« Sie schaute ihn auffordernd an. »Dein Vermögen hat sich in den letzten Jahren durch Gottes Hilfe vermehrt, es wird Zeit, daß wir beginnen, seine Früchte zu ernten.«

Der Vater bewegte zweifelnd den Kopf hin und her: »Ich werde den Astrologen fragen, ob der Zeitpunkt günstig ist. Aber ich glaube nicht, daß gerade die Orsini... Sie werden mich auslachen.« Er wandte sich zum Gehen.

»Wenn ihnen deine Golddukaten in ihre gierigen Augen stechen, werden sie ihren Dünkel vergessen.« Die Mutter ließ einen prüfenden Blick über Silvias Gesicht gleiten. »Häßlich ist unsere Tochter auch nicht, außerdem hat sie ein angenehmes Wesen.«

Silvia fühlte sich erröten und schaute auf den Boden.

»Die Mitgift muß überzeugend hoch sein.« Die Stimme der Mutter wurde lauter, fast schrill, während sie erneut an Silvias Kleid herumnestelte. »Die Orsini brauchen unablässig Geld bei ihren Fehden gegen den Papst und die Colonna oder wen auch immer.« Als der Vater das Zimmer schon verlassen hatte, rief sie ihm noch nach: »Dein Astrologe hat zwar düstere Wegstrecken angedeutet, aber Licht am Ende des Weges gesehen. Hoffentlich behält er recht.« Ihre Stimme wurde plötzlich leise. »Der düstre Tod liegt hinter uns, jetzt muß das Licht des Lebens folgen.«

Silvia traten Tränen in die Augen. Sie mußte an ihre Brüder denken und spürte gleichzeitig eine beklemmende Angst vor dem, was sie wie hinter einer Nebelwand erwartete.

Die Mutter wischte ihr mit einer fahrigen Bewegung die Tränen von den Wangen. Plötzlich verzerrte sich ihr Mund, und sie schluchzte für einen kurzen Augenblick auf. Aber die Augen blieben trocken und kalt. Dann drehte sie Silvia wie eine Puppe hin und her.

»Du wirst bald Formen bekommen. Der Allmächtige segne dein Becken!« Während ihr kritischer Blick sich milderte, schluchzte sie erneut auf. »Drei Söhne habe ich diesem Mann geschenkt, und keiner ist mir geblieben. Wo bleibt da Gottes Gerechtigkeit? Wo kann da Licht am Ende des Weges sein?« Nun füllten sich ihre Augen doch mit Tränen.

Silvia riß sich von ihr los und rannte zu ihrem Vater in sein Studiolo. Am liebsten hätte sie geschrien, damit sie dieses beklemmende Würgegefühl verließ, aber sie vergrub nur ihr Gesicht an seiner Brust. Er strich ihr über den Kopf.

»Soll ich dir aus den Metamorphosen des Apuleius vorlesen?« fragte er nach einer Weile beruhigend. Sie nickte heftig. Und als er mit seiner vibrierenden, dunkel und hell werdenden Stimme las, vergaß Silvia die toten Brüder. Statt dessen folgte sie neugierig den abenteuerlichen Wegen des verwandelten Esels, erlebte seine Liebesabenteuer in fernen wunderbaren Welten, rang leidenschaftlich mit Chloë um den verlorenen Amor, weinte und lachte und träumte sehnsüchtig von dem, was jenseits der Wände ihres Hauses lag.

Als der Vater erschöpft und mit müder Stimme das Buch zur Seite legte, wünschte sich Silvia, mit ihm noch auszureiten, auf Bianca, ihrer Schimmelstute, die ihr der Vater zu ihrem zwölften Geburtstag geschenkt hatte – zu den Weinbergen, die sich nach Osten hin an den Palatin anschlossen, oder sogar auf der Via Appia über die Aurelianische Mauer hinaus. Sie wünschte sich, mit ihm nach Frascati zu reisen, zu den silberglänzenden Olivenhainen, den Weinbergen und weise nickenden Pinien, die aussahen wie graue Kardinäle mit ihren runden Schirmhüten.

»Aber mein Kind ...«, antwortete der Vater. »Bis ich die Schutztruppe beisammen habe, wird die Sonne zu tief stehen, und außerdem möchte es deine Mutter nicht.«

Sie waren während der letzten Woche überhaupt nicht mehr zusammen ausgeritten, denn die Einladung der Orsini war eingetroffen, und die Mutter ergriff eine fiebrige Rastlosigkeit, die sich auf die ganze famiglia übertrug.

Und nun brach der Tag an, der sie zu ihrer zukünftigen Familie bringen sollte.

»Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, nunc et in hora mortis nostrae. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen«, flüsterte Silvia. Wieder ruhiger geworden, glaubte sie noch einmal einschlafen zu können und blies die Kerze aus. Aber sie blieb wach, traumlos, voll wirrer Gedanken, bis sie erste Geräusche im Hause hörte. Noch bevor Rosella, ihre Kammerfrau, sie wecken konnte, stand sie auf, öffnete die Fensterläden und schaute hinaus in den dämmergrauen Himmel der Ewigen Stadt. Dann kniete sie sich vor ihr Kruzifix und das Madonnenrelief, die beide über dem kleinen Pult neben dem Bett hingen, und betete noch einmal das Ave Maria.

Kurz nach Öffnung der Stadttore ritten Silvia und ihre Mutter durch die Porta del Popolo, um über die Via Cassia zum Lago Bracciano zu gelangen. Rosella begleitete sie und außerdem eine kleine bewaffnete Eskorte. Der Vater wollte noch ein letztes Mal den Astrologen konsultieren und später nachkommen.

Bald hatten sie Rom hinter sich gelassen und ritten durch den taufrischen Morgen. Bauern mit vollbeladenen Eseln begegneten ihnen, andere trieben Schweine vor sich her. Junge Frauen trugen frisches Gemüse in einem Korb auf dem Kopf. Auch Pilger waren schon unterwegs, zerlumpte Bettler und Gestalten mit gierigen Blicken. Leichter Dunst lag über den Niederungen, aber die Hügel glänzten in einem satten Grün, das durchsprenkelt war von rotem Mohn.

Noch bevor die Sonne im Zenit stand, lagen einige Meilen hinter ihnen. Es war heiß geworden, und nun begegnete ihnen kein Mensch mehr. Silvias Mutter tupfte sich die Schweißperlen von der Stirn, und Rosella schlug vor, im Schatten eines nahegelegenen Wäldchens zu rasten und zu frühstücken. Die Mutter nickte. Die Männer der Eskorte ritten voran, suchten nach einem geeigneten Platz. Zwei ließen sich auf den Boden fallen und schlossen die Augen, die anderen erklärten, sie wollten nach Wasser suchen, hier gebe es zweifellos Quellen. Sie verschwanden hinter den Bäumen. Silvia hörte ihre Stimmen...



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