Berger | Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 756 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 756, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

Berger Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 756

Ein Sommer auf dem Lande
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7890-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Sommer auf dem Lande

E-Book, Deutsch, Band 756, 64 Seiten

Reihe: Die Welt der Hedwig Courths-Mahler

ISBN: 978-3-7517-7890-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Cornelia arbeitet als Buchhalterin in einem großen Werk und trägt dazu die Verantwortung für ihre beiden kleinen Geschwister, denn ihre Eltern leben nicht mehr. Soeben ist ihre Verlobung geplatzt. Das Schicksal meint es offenbar nicht gerade gut mit ihr. Doch mit einem Schlag wendet sich das Blatt. Unvermutet erbt sie ein feudales Gut von einer entfernten Verwandten, die sie gar nicht kannte. Jetzt ist Cornelia reich, und ihre Geschwister können auf Hohenhorst inmitten der Natur glücklich aufwachsen. Es gibt nur einen einzigen kleinen Wermutstropfen. Cornelia und der Verwalter, auf den sie dringend angewiesen ist, stehen sich von der ersten Sekunde an feindselig gegenüber, denn der Mann hat selbst fest mit der Erbschaft von Hohenhorst gerechnet und zeigt ihr deutlich seine Verachtung ...

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Ein Sommer
auf dem Lande

Cornelia erbt ein Gut

Cornelia arbeitet als Buchhalterin in einem großen Werk und trägt dazu die Verantwortung für ihre beiden kleinen Geschwister, denn ihre Eltern leben nicht mehr. Soeben ist ihre Verlobung geplatzt. Das Schicksal meint es offenbar nicht gerade gut mit ihr. Doch mit einem Schlag wendet sich das Blatt. Unvermutet erbt sie ein feudales Gut von einer entfernten Verwandten, die sie gar nicht kannte. Jetzt ist Cornelia reich, und ihre Geschwister können auf Hohenhorst inmitten der Natur glücklich aufwachsen. Es gibt nur einen einzigen kleinen Wermutstropfen. Cornelia und der Verwalter, auf den sie dringend angewiesen ist, stehen sich von der ersten Sekunde an feindselig gegenüber, denn der Mann hat selbst fest mit der Erbschaft von Hohenhorst gerechnet und zeigt ihr deutlich seine Verachtung ...

»Du siehst müde aus«, stellte Ursel Wagner besorgt fest und sah ihre Freundin prüfend an.

Cornelia zuckte leicht zusammen und lächelte ein wenig verkrampft.

»Nun, ich kann ja auch nicht gerade behaupten, strahlend frisch zu sein. Du weißt ja, Bernd und Marita werden beide verschickt. Vorher gibt es halt besonders viel zu tun.«

Ursel nickte düster. Sie wusste, wie sehr sich die zarte Cornelia für ihre beiden Geschwister aufrieb. Seit dem Tod ihrer Mutter betreute sie die Kleinen und arbeitete tagsüber im Büro.

»Joachim bringt dir auch nach wie vor seine gesamte Wäsche und steckt oftmals in der Woche die Füße unter deinen Tisch, um sich von dir bedienen zu lassen«, stellte Ursel bitterböse fest.

»Soll er Unsummen dafür ausgeben, seine Wäsche waschen zu lassen? Du weißt doch, dass er möbliert wohnt«, meinte Cornelia unwillig.

»Joachim brauchte ja wohl schon längst kein möblierter Herr mehr zu sein. Ihr seid inzwischen länger als ein Jahr verlobt.«

Offenbar hatte sie damit ein Thema angeschnitten, das Cornelia noch weniger behagte.

»Joachim wollte erst das Trauerjahr abwarten«, erklärte sie schnell.

»Das ist inzwischen um, oder?«

Ursel schob sich genüsslich einen Löffel der leckeren Cremespeise in den Mund, die heute dem Kantinenessen des großen Werkes zugegeben war.

»Natürlich ist es herum«, erwiderte Cornelia etwas heftig. »Joachim gehört eben zu den Männern, die sich schwer von ihrem Junggesellendasein trennen können. Man muss ihm Zeit lassen.«

»Selbst auf die Gefahr hin, aufdringlich zu wirken, muss ich dir sagen, wie ich die Dinge sehe. Dein Joachim nutzt dich aus, sucht bei dir alle Vorteile und denkt nicht an eine Ehe.«

Cornelia sah ihre Freundin entsetzt an.

»Ich weiß nicht, was dich dazu veranlasst, Joachim so zu verleumden«, sagte sie dann eisig.

Ursel beugte sich etwas vor und legte begütigend ihre Hand auf die der Freundin.

»Es tut mir leid, dass du meine Warnung so auffasst. Ich mache mir Sorgen um dich. Und darum meine ich, Joachim müsste es auch tun und auf Abhilfe sinnen, wenn er dich tatsächlich liebt. Vor längerer Zeit erwähntest du doch einmal, dass du nach deiner Heirat nur noch einen halben Tag zu arbeiten gedenkst. Das ist ein vernünftiger Entschluss, und ich hoffe, du kannst ihn so früh wie möglich in die Tat umsetzen.«

Cornelias Züge entspannten sich. Sie konnte Ursel nicht mehr böse sein. Ursel war ihre beste Freundin, und es war absurd zu glauben, sie habe vor, Joachim in ihren Augen herabzusetzen.

Außerdem hatte sie im Grunde genommen recht. Auch sie wartete seit Langem auf ein entscheidendes Wort von Joachim, damit sie endlich für immer und alle Zeit zusammenbleiben konnten.

Sie war jetzt immer so angespannt, dass sie recht wenig voneinander hatten. Kam Joachim zu Besuch, musste er sich meistens mit den Kindern begnügen, da auf sie am Abend und am Wochenende tausend Hausfrauenpflichten warteten.

Natürlich sah Joachim das und kam in den letzten Wochen nicht so häufig. Irgendwie hatte Cornelia das Gefühl, in eine Zwickmühle geraten zu sein. Wenn Joachim keine Anstalten machte, die Rede auf ihre gemeinsame Zukunft zu bringen, musste sie es tun, überlegte sie sich jetzt.

Denn wenn sie nur noch einen halben Tag zu arbeiten brauchte, wäre sie ausgeruht, wenn er abends heimkam. Der Haushalt wäre in Ordnung, und sie könnten sich einander widmen.

»Wenn Bernd und Marita in wenigen Tagen fort sind, komme ich ja auch zur Ruhe«, sagte Cornelia. »Dann werden Joachim und ich sicher Gelegenheit finden, unsere Probleme miteinander zu besprechen. Im Moment herrscht bei uns ein ziemlicher Wirrwarr. Die Kinder sind selbstverständlich aufgeregt. Sie haben das Meer noch nie gesehen und freuen sich irrsinnig darauf. Ich muss in jedes ihrer Kleidungsstücke einen Namen hineinnähen.«

Cornelia seufzte.

»Bis jetzt habe ich auch nicht gewusst, wie viele Sachen ein einziger Mensch für vier Wochen braucht.«

»Du Ärmste, ich kann es dir nachfühlen. Ich komme heute Abend und helfe dir«, versprach Ursel gutmütig.

»Das ist lieb von dir!« Cornelia wurde ein wenig verlegen. »Heute Abend hat sich Joachim aber schon angemeldet.«

»Kein Problem. Da will ich nicht stören. Dann wünsche ich euch einen netten Abend.«

»Ach, so nett wird er sicher nicht. Bernd und Marita gehen Joachim im Moment schrecklich auf die Nerven. Er kann nicht verstehen, dass sie immerfort vom Meer erzählen und ihre kindliche Fantasie dabei oft über das Ziel hinausschießt.«

Ursel sah Cornelia ernst an.

»Ich habe bisher immer angenommen, Joachim vertrage sich gut mit deinen Geschwistern.«

»Ja, schon. In letzter Zeit muss Joachim vielleicht in der Firma Ärger haben. Er deutete es nur leicht an. Verständlicherweise ist er deswegen auch nervös.« Sie zuckte mit den Schultern. »Na, es kommt halt eins zum anderen.«

Ursel schaute auf die Uhr.

»Unsere Pause ist gleich um«, sagte sie dann. Schnell aß sie ihre Cremespeise auf, und kurz darauf verließen die beiden Mädchen die Kantine.

???

Am Abend begrüßen Bernd und Marita ihre große Schwester wie immer mit großem Hallo. Sie waren gerade erst aus der Ganztagsbetreuung nach Hause gekommen.

Cornelia war mit zwei vollen Einkaufstaschen bepackt. Sie stellte sie schnell ab und umarmte ihre Geschwister. Dabei verbarg sie, so gut es ging, ihre Nervosität.

»Na, wie war es in der Schule?«, fragte sie bewusst munter. Gottlob hatten die Kleinen in der Beziehung keinerlei Schwierigkeiten.

»Prima, aber wir haben ja nur noch zwei Tage«, riefen beide wie aus einem Munde. Dann erzählten sie Cornelia durcheinander, was sich alles ereignet hatte.

Die große Schwester nahm sich zum Zuhören fünf Minuten Zeit.

»So, nun muss ich aber was tun«, sagte sie.

»Wir helfen dir«, sagte die siebenjährige Marita. Sie und Bernd waren wirklich rührend und boten immer ihre Hilfe an. Cornelia wies sie nicht zurück, hatte aber immer Angst, dass jeden Moment ein Malheur passierte.

»Einer geht auf den Balkon und putzt die Schuhe«, schlug Cornelia vor. Dabei konnte nicht allzu viel passieren.

»Und der andere?«

»Wischt im Wohnzimmer Staub!«

Cornelia selbst eilte in die Küche. Joachim aß abends gern noch einmal warm. Das Kantinenessen schmeckte ihm nicht. Und so bemühte sich Cornelia, immer wenn er kam, ihm eine warme Mahlzeit vorzusetzen.

Sie schälte gerade Kartoffeln, als es klingelte.

»Ich mache auf«, rief Marita. Tatsächlich hörte Cornelia kurz darauf Joachims Stimme.

Dann stieß er die Küchentür auf und kam auf sie zu.

»Guten Tag, Conny«, sagte er.

»Guten Tag!« Marita stand hinter ihnen, darum begnügte sich Joachim wohl mit einem Kuss auf ihre Wange.

»Na, wie geht es?«, fragte er dann leichthin.

»Gut. Setz dich schon ins Wohnzimmer. Ich habe noch in der Küche zu tun.«

»Wann ich auch komme, immer bist du beschäftigt«, murrte darauf Joachim. Cornelia wollte schon zu einer geharnischten Antwort ansetzen, schwieg dann jedoch. Sie musste Joachim verstehen. Er wünschte sich wahrscheinlich, dass sie ihn nicht in einer Küchenschürze empfing.

»Ich koche dir dein Leibgericht, Leber mit Kartoffelbrei und Salat.«

»Ich weiß gar nicht, ob ich so lange bleiben kann.«

»Du willst gleich wieder fort?«, fragte Cornelia enttäuscht.

»Es tut mir ja auch leid, aber ein Kollege hat heute Geburtstag und hat mich zu einem Umtrunk eingeladen.«

»Ach so«, sagte Cornelia und bemühte sich, Verständnis dafür aufzubringen.

»Ich habe übrigens meine schmutzige Wäsche mitgebracht«, erwähnte er nebenbei. »Die bunten Fußballsachen hätte ich gern bis zum Wochenende wieder. Das schaffst du doch, nicht wahr?«

»Ja«, sagte Cornelia und musste an das Gespräch mit Ursel denken.

In dem Moment hörte man ein Klirren.

»Es ist was passiert«, flüsterte...



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